Beiträge von Printus

    Emotionalitäten helfen nicht weiter, deswegen ist es auch ganz gut dass ich weder Opelfahrer bin noch jemanden kenne, der dortselbst oder im Umfeld tätig ist. Es ist auch klar und OK dass solchermaßen befangene Leute "natürlich" pro Opel argumentieren.


    Wer aber neutraler ist wird - zu Recht - sagen: was Opel und GM mauscheln, ist deren Problem. Es ist auch Opels Sache wenn die Mutter aus Detroit in Rüsselsheim Geld klaut. Diese Abläufe sind ja offenbar nicht neu, was hat Opel in der Vergangenheit gemacht um dieses Problem zu lösen? Wobei das für mich eine rhetorische Frage ist, denn es interessiert mich nicht. Diese Dinge müssen die betroffenen Konzerne untereinander klären, es kann nicht sein dass sich der Staat und die Steuerzahler darum kümmern sollen.


    Nochmal: Opel, Lehman Brothers oder sonst wer - das sind in jedem Einzelfall immer bedauernswerte Mitarbeiter und Schicksale von Menschen. Übergreifend betrachtet ist es aber nicht Aufgabe des Staates immer wieder dafür zu sorgen dass irgendwelche klammen Pleitegeier gerettet werden, vor allem dann nicht wenn es nicht um fair und hart arbeitende Unternehmen geht, sondern um Hütchenspieler, die heute doof aus der Wäsche schauen weil sie gestern irgendwelche Spielchen gemacht haben, die dann schief gingen.


    Schwarze Zahlen bei Opel - offenbar ja nicht, wenn GM Geld abziehen kann und Opel dadurch in Probleme kommt. Ob sie rentabel wären wenn sie GM nicht ausbluten würde, fällt unter "Hätte, wäre, wenn und aber, alles nur Gelaber", denn GM zieht eben Gelder ab!


    Klar kann der Arbeiter am Band nichts dafür, aber der kriegt auch nicht die Bürgschaft. Es ist das Unternehmen, das um Hilfe ruft, und zwar das gleiche Unternehmen, dass seit langem Geld nach Detroit abfließen lässt und das Leiharbeiter unter übelsten Bedingungen schuften lässt.


    Als Steuerzahler helfe ich Opel gerne, wenn ich sehe dass dort rechtschaffen gearbeitet wird und man sich Hilfe durch das Steuergeld der Bürger moralisch verdient hat. Das zu erkennen fällt mir bei Opel aber schwer.


    Im Film "Leiharbeit undercover! - dazu gibt es hier einen eigenen Thread - war Opel ganz vorne dabei, und zwar als absolut mieser Ausbeuter. Und nicht dass man dann wenigstens pflichtschuldigst auf "Unwissenheit" plädiert hätte ("Wir lassen das sofort abstellen!). Nein, stattdessen ging ein Opel-Manager die interviewende Reporterin sehr aggressiv an und verstieg sich zu der dummdreisten Aussage, man solle Opel doch damit in Ruhe lassen, wegen der skandalösen Zustände wende man sich bitte an die Leiharbeitsfirma.


    Wer sich in der Öffentlichkeit so präsentiert, wer mit solchen Methoden arbeitet, soll - muss! - vom Markt verschwinden!

    Zitat

    Original geschrieben von Miramal
    Er erklärte mir auch, dass ihm sein Chef erzählt hat, dass der Umstieg auf fast auschließlich Zeitarbeitskräfte etwas mit dem Aktienkurs des Konzerns zu tun hat, je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto weniger wert ist die Aktie, da wohl jeder Mitarbeiter ein Risiko darstellt. Kann mir das jemand genau erklären? Werden die Leiharbeiter anders gebucht wie Festangestellte bzw ist der Leiharbeiter eine andere Kostenstelle, damit er anders gebucht werden kann? Böser Vergleich: Leiharbeiter = Inventar?


    Genau das. Wenn du einen Mitarbeiter Michael Müller unbefristet einstellst, hast du das Risko dass er krank wird, dass er in seiner Motivation nachlässt, dass du Kündigungsfristen einhalten musst wenn du ihn los werden willst, dass du eine Abfindung zahlen musst, und Urlaub will er auch machen.
    Wenn du eine Mitarbeiterin Michaela Müller eingestellt hast kann sie auch noch schwanger werden, darf dann in bestimmten Bereichen nicht mehr eingesetzt werden und du musst ihren Arbeitsplatz während der Elternzeit reservieren.


    Kaufst du stattdessen einen namenlosen Leiharbeiter ein, hast du all diese Schwierigkeiten nicht. Die Leiharbeitsfirma liefert dir täglich einen Roboter, der die Arbeit erledigt. Wenn er es nicht gut macht, krank wird etc., liefert sie dir morgen einen neuen Roboter.


    Somit sind Leiharbeiter immer funktionierende Arbeitsmaschinen, völlig egal ob dahinter derselbe oder ein anderer Mensch steckt. Du kaufst nur eine Arbeitskraft, aber musst dich nicht mehr um die Bedürfnisse kümmern, die ein Mensch hat.


    So hast du keinen teuren menschlichen Mitarbeiter mehr, sondern nur noch Humankapital, das einen gewissen Preis hat - und der ist eben kleiner als der eines Menschen.


    Der Irrsinn und Denkfehler ist nur dass es eben doch ein Mensch bleibt, auch wenn man ihn nicht so behandelt und bezahlt.

    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Der Untergang eines eigentlich profitablen Autobauers in dieser Größe wäre eine Katastrophe für DIE deutsche Schlüsselindustrie. Etliche Zulieferer würden mit in die Pleite gerissen, die ganze Branche würde massiv an Kreditwürdigkeit einbüßen und schon allein das würde weitere Zulieferer dem sicheren Tod nahebringen. Das wiederum hätte fatale Auswirkungen für die anderen Autohersteller, die auf ihre Zulieferer angewiesen sind und die für ein laufendes Produkt nicht mal eben beliebig austauschen können.


    Nur stellen sich hier auch folgende Fragen:


    1) wenn man für den einen - Opel - bürgt, fragen morgen Daimler, BMW, Ford, VW, Audi und Porsche, Aldi, Lidl, KiK, der Kaufhof, o2, E Plus, Hans und Franz auch nach Bürgschaften. Es geht mir jetzt weniger darum wer von denen eine Bürgschaft braucht, sondern um das Prinzip: das man nicht dem einen sagen kann "OK, wir wollen dich retten, wegen all der Arbeitsplätze", und dem nächsten dann antworten "Äh, für dich gibt's aber nichts mehr, wir können ja nicht für jedes marode Unternehmen haften." Wie meint Opel denn begründen zu können dass sie eine Bürgschaft bekommen sollen, während andere, die sie vielleicht auch brauchen, diese nicht erhalten? Weil eins ist klar: der Staat kann jetzt nicht jedes Unternehmen retten...


    2) Wir leben hier nicht im Kommunismus mit Staatsbetrieben, sondern im Turbokapitalismus. Seit Jahren wird der Privatisierung das Wort geredet, jeder ist seines Glückes Schmied, und im Klartext bedeutete das für die große Mehrheit der Bürger Reallohnverluste und soziale Einschnitte. Unternehmen haben sich währenddessen bereichert und satte Gewinne eingefahren, und zwar vom Geld, das bei den Menschen im Land abgezogen wurde.


    Wie schon bei den Banken, die wir stützen müssen damit das Weltfinanzsystem nicht kippt - und wo nach wie vor Leute ihre Spielchen treiben - sollen nun aber ausgerechnet diese Bürger, die selber wenig in der Tasche haben, erneut und zunehmend Unternehmen retten, die sich alleine nicht am Markt halten können.


    Da stellt sich dann einfach die Grundsatzfrage, was für ein Spiel wir hier eigentlich spielen. Wer vor ein paar Jahren ohne Rücksicht auf Verluste Turbokapitalismus gelebt hat, der soll jetzt nicht jammern wenn er die Geister, die er rief, nicht mehr los wird und selber unter die Räder des Systems kommt. Man kann nicht fette Gewinne kassieren und sich an der Gesellschaft bereichern um dann, wenn man die Kurve nicht mehr kriegt, aber zu jammern dass einen diese Gesellschaft mit sozialen Wohltaten retten soll.


    Insofern wird es wirklich höchste Zeit dass eine Grundsatzdebatte losgetreten wird, wie wir uns eigentlich ausrichten wollen. Wie Unternehmen, die jetzt nach Solidarität rufen, zu derselben standen als es um ihre Mitarbeiter ging. Es kann nicht sein dass Opel Leiharbeiter unter miesesten Bedingungen verheizt, diese jetzt rücksichtslos auf die Straße setzt, um dann aber zu erwarten dass die gebeutelten Arbeitnehmer dieses Unternehmen mit ihrem teuren Steuergeld retten sollen.


    Nichts gegen den Willen, Arbeitsplätze bei Opel, Zulieferern und in der deutschen Automobilindustrie generell retten zu wollen, aber dann sollen diese Betriebe auch bitte mal erklären wie sie sich das so vorstellen, woher die Bürger das Geld dafür hernehmen sollen. Denn man hat ihnen ja während des Aufschwungs keine Gewinnbeteiligung ausgeschüttet...

    Es ist ja schon mal gut dass es bei ihr so gut läuft, auch wenn das eine Ausnahme sein dürfte.


    Dass sie nicht ins Stammpersonal integriert wird, liegt daran dass der Auftraggeber so einen flexibleren Mitarbeiterstamm hat: Leiharbeiter werden nicht krank und nicht schwanger, und sie tun was ihnen gesagt wird und geben keine Widerworte - weil man sie in solchen Fällen ruckzuck gegen jemand anderen austauschen kann. Man muss sich mit ihnen über nichts einigen und es gibt keine Mitarbeitervertretung, die Arbeitnehmerinteressen vertritt.


    Was ich nicht verstehe ist, dass die Politik hier nicht eingreift und dem Treiben zuschaut. Da werden grundsätzliche Arbeitnehmerrechte völlig schamlos ausgehöhlt, und die Politik tut nichts außer sich dafür zu beweihräuchern zuletzt so niedrige Arbeitslosenzahlen geschafft zu haben.


    Manchmal frage ich mich ob die ihr eigenes Gerede glauben und gar nicht sehen in welchen Arbeitsverhältnissen die Menschen gelandet sind, oder ob die uns und sich selbst für dumm verkaufen wollen.


    Passt aber ins Bild, im aktuellen Konjunkturprogramm gibt es ja auch Zückerchen für Leute, die einen modernen Neuwagen kaufen - weil das ja auch ein Klientel ist, das auf Steuervergünstigungen angewiesen ist... :mad:


    Ich sage es immer wieder: bei der Bundestagswahl wird die Quittung kommen. Es wird so viele Nicht- und Linkswähler wie nie geben. Aber vielleicht muss es auch so sein weil anders bewegt sich nichts.

    So kann man das nun auch nicht hindrehen. Natürlich ist das legitim wenn sich Leute gegen unverschämte Arbeitsbedingungen und Bezahlung wehren. Aber das sollten sie dann tunlichst so gestalten, dass sie relativ unangreifbar bleiben. Es spricht ja nichts gegen einen Streik - aber viel gegen einen wilden Streik, mit dem man sich in eine eher schlechte Situation bringt.


    Ich weiß auch nicht ob es Konsequenzen seitens des Arbeitslosenamtes hat, wenn man seinen Job aufgrund eines solchen rechtlichen Fehlverhaltens verliert...


    Zumindest im Zeugnis wird es sich niederschlagen - und warum sollte man sich da so unnötig dumme Kommentare einhandeln?


    Dass ein arbeitender Aufstocker dasselbe verdient wie ein nicht arbeitender Hartz-Empfänger mag auf dem Konto so sein. Im Selbstwertgefühl macht es aber für manche einen Unterschied ob sie "gebraucht" werden oder nutzlos zuhause sitzen. Und eine Menge Rennerei hat man auch am Hals, wenn man gekündigt wird.


    Also so ganz egal ist es nicht ob und wie man den Job verliert...

    Am kürzesten genutzt: mein allererstes Handy, ein Motorola Timeport P 7389. Das war damals (2000 oder so...) Testsieger in vielen Vergleichen, aber ich kam damit überhaupt nicht zurecht. Zu kompliziert... ich dachte erst ich wäre zu blöd und zu unerfahren, aber als ich dann das Nokia 6150 meines Bruders sah, war klar: das Motorola ist "Bedien-Schrott". Also habe ich es nach ein paar Tagen im Laden gegen ein Nokia getauscht, mit dem ich lange sehr glücklich war.


    Am längsten genutzt: SE W800i und bald das K800i. Die habe ich mindestens 1 Jahr benutzt, Tendenz geht sogar noch weiter nach oben.


    Die Zeiten, in denen ich alle paar Wochen das Handy wechselte, sind lange vorbei. Es mangelt am Geld und an guten Geräten. Früher reichten 2 Verträge und man konnte sich jedes Jahr ein neues, subventioniertes Handy holen - und wenn man das Nokia- und das Siemens-Spitzenmodell sein eigen nannte, war man für lange Zeit ganz vorne dabei.


    Heute werden die Geräte nicht mehr subventioniert, der Markt ist zu groß, keine wirklichen Flagschiffe mehr, und die Verarbeitung ist mangelhaft geworden.


    Mein nächstens Handy muss gut verarbeitet sein, einen niedrigen SAR-Wert haben, eine gute 5MP-Kamera, GPS und selbstredend gute Telefonier- und SMS-Eigenschaften mit einem vernünftigen Menü bieten. Aber das gibt es schlichtweg nicht. Kein Handyhersteller ist in der Lage das zu bieten, entweder mangelt es an der Ausstattung, oder die Verarbeitung ist grottig. Und solange man nicht in der Lage ist ein solches ordentliches Gerät zu bauen, zahle ich keine hunderte von Euro für ein neues Gerät.


    Wenn wir uns in 1 Jahr wieder hier treffen wird wohl das K800i immer noch aktuell sein... :rolleyes:

    Das hat ja nichts zu sagen. Die Leiharbeitsfirma bekommt durch eine solche unüberlegten Aktion auf einem Präsentierteller eine Handhabe geliefert, um die Beteiligten abzumahnen oder gar zu kündigen.


    Wenn man so eine Aktion plant dann nur mit Rückendeckung und nach rechtlicher Absicherung. Ich begrüße dass Leute aufstehen und sich wehren, aber es bringt nichts wenn sie sich damit ins Abseits manövrieren.

    Re: Leiharbeit



    Was absolut hirnrissig war, denn ein wilder Streik ist das allerbeste Argument um Mitarbeiter vor die Tür zu setzen - damit meine ich nicht die aktuelle Situation, sondern eine Kündigung!


    Die Betroffenen sollten sich also ganz, ganz schnell darum bemühen diese Aktion nachträglich zu legitimieren, ansonsten haben sie sich womöglich ihr eigenes Grab geschaufelt... :mad: