Beiträge von Printus
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Original geschrieben von Christian
Du solltest meine Postings besser lesen. Ich entnehme das nicht der Presse, ich bin Journalist und damit Angehöriger der Presse.Journalisten sind wir alle. Es ist keine geschützte Berufsbezeichnung, jeder darf sich als Journalist ausgeben.
Du wirst es kaum glauben, ich bin auch Journalist.
ZitatOriginal geschrieben von Christian
Das heißt, ich brauche keine Umfrage, sondern ich muss einfach nur einen Blick in unser überquellendes eMail-und Facebook-Postfach werfen oder mir anzuhören, was Kollegen auf diesen Demonstrationen (Verzeihung - "Abendspaziergängen) zu hören bekommen.Ach so, du bist per definitionem weltanschaulich-politisch neutral weil du Journalist bist und die repräsentativen Ergebisse der Zuschriften, die du liest und Aussagen der Leute, mit denen du sprichst, begründen dein neutrales Über-den-Dingen-stehen?
Dann kann ich jetzt auch einordnen warum du mir erklärt hast, wie man die Zeitung zu lesen hat.
Es wurmt die Journalistenzunft wahrscheinlich auch gar nicht, dass die Pegida-Verbrecher nicht mit der Presse reden möchten, oder?
ZitatOriginal geschrieben von Christian
Tut mir sehr leid, dass das Polemik-Argument in meinem Fall nicht zieht.Das braucht dir doch nicht leid tun, wo es doch stimmt, dass du im Gegensatz zum rechtsradikalen Mopp, der sich rechts neben den Grünen und der Linkspartei tummelt, ganz unpolemisch bist.
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Original geschrieben von Robert Beloe
Nun hat der Imam in der Moschee in Neukölln nichts dazu gesagt. Dagegen stehen aber nun wirklich etliche andere Äußerungen, in Deutschland, in Europa, ja, wenn ich das richtig gehört habe, auch im Nahen Osten haben sich muslimische Geistliche davon distanziert und den Anschlag scharf verurteilt. Aber in mir wächst die Überzeugung, dass es hier Diskutanten gibt, denen egal was immer Muslime unternehmen, es wird für sie nie genug sein.Ein uralter Grundsatz besagt, dass man die Taten und nicht die Worte beachten soll. Die Solidaritätsnoten in allen Ehren, die werden wahrscheinlich auch wirklich ehrlich gemeint sein. Nur sind sie auch ein "Muss" in diesem Moment. Schweigen würde wie stillschweigende Zustimmung gewertet.
Die eigentliche Nagelprobe wird sein, ob die Führungspersönlichkeiten auch Verantwortung für ein Umdenken und ein anderes Verhalten übernehmen und tatsächlich dafür sorgen, dass Radikale ausgebremst werden.
Das hat nichts mit einem "es wird nie genug sein" zu tun, sondern mit der Lebensrealität, dass bisher trotz aller anderslautender Aussagen vom friedliebenden Islam, überall auf der Welt Islamisten morden, vergewaltigen und Menschen vertreiben.
Wenn erkennbar wird, dass sich Muslime tatsächlich integrieren und aktiv gegen Radikale in den eigenen Reihen aufstehen, wenn es nicht bei Lippenbekenntniossen bleibt, nimmt man ihnen auch die Aussagen ab.
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Original geschrieben von Christian
Aber eine "Du hast Recht und ich meine Ruhe"-Argumentation ist ist eine? Faszinierend. Aber egal.Du versuchst nur auf plumpe Weise, mit Sprüchen einen Punktsieg zu erringen und dich als schlauer hinzustellen als deine Diskussionspartner. Ich bin aber nicht dein Ansprechpartner für diese Artr der Ego-Aufwertung und andere lassen sich ja auf diese Weise auch nicht von dir provozieren.
ZitatOriginal geschrieben von Christian
Und das ist wirklich schizophren: Einerseits gehört ja mittlerweile so ziemlich jedes halbwegs etablierte Medium zur "Lügenpresse", andererseits schreien jetzt alle wegen der Pressefreiheit. Absurder geht es eigentlich kaum.Pressefreiheit bedeutet nur, dass Medien kritisch und frei agieren dürfen. Ob sie es aber tatsächlich auch tun steht auf einem ganz anderen Blatt.
Bei einer Führung im WDR erfuhr ich letztens, dass es dort keine beim Sender fest beschäftigten Moderatoren mehr gibt. Das sind allesamt freischaffende Künstler, denen jederzeit ihr Vertrag zur Moderation einer bestimmten Sendung entzogen oder nicht verlängert werden könnte. Obwohl der WDR als öffentlich-rechtlicher Sender fürstliche Einnahmen aus der GEZ-"Steuer" kassiert, bietet man selbst wesentlichen Mitarbeitern nicht die Sicherheit einer Festanstellung.
Was glaubst du, wie es um die Kritikfreudigkeit der Moderatoren gegenüber dem WDR, der ARD oder dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk bestellt ist? Wie mutig berichten sie die ungeschminkte Wahrheit wenn sie wissen, dass ihr Auftraggeber eine bestimmte Darstellung präferiert, die aber womöglich von der eigenen Überzeugung abweicht?
Man braucht keine Phantasie um zu vermuten, dass in vielen Moderatoren-Köpfen eine Selbstzensur stattfindet, denn die meisten Betroffenen werden auch morgen noch vor einem WDR-Mikrofon sitzen und ihre Brötchen verdienen wollen...
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Original geschrieben von Christian
Schon am Ende der Argumentationskette? Das ging erstaunlich schnell.Ich empfinde deinen Tonfall wiederholt als arrogant und herablassend. Eine solche Schieflage ist für mich keine Diskussionsgrundlage.
ZitatOriginal geschrieben von Benz-Driver
Das ist gut, aber viel zu wenig. Mit einer solchen Kundgebung ist es nicht getan. Es kann nicht sein, dass die Bekämpfung islamistische Extremisten dem Westen überlassen wird. Da lehnt man sich schön zurück. Macht auch kein gutes Bild.Ich finde die Aktion gut. Zugleich ist sie unumgänglich weil Taten zählen, nicht Gelaber. Würde der Islam jetzt weiterhin nicht Farbe bekennen und nur palavern, wäre er komplett unten durch.
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Ja, du hast die Wahrheit und weißt um meine Blödheit. Glückwunsch dazu.
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Original geschrieben von Christian
Falsch. Das ist die einzige Möglichkeit, das Ganze journalistisch sauber wiederzugeben - indem man sich die Meinung eben NICHT zu eigen macht. Überfremdung ist ein subjektiver Begriff, den die Journalisten ohne die von Dir bemängelten Formulierungen als Tatsache darstellen würden.Die von Dir beschriebene Wahrnehmung findet in Deinem Kopf statt, mehr nicht.
"Vermeintlich" bedeutet laut Duden "(irrtümlich, fälschlich) vermutet, angenommen; scheinbar". Wenn man dieses Wort benutzt sagt man damit, dass jemand falsch liegt - und damit beurteilt man seine Aussage.
Das geht so nicht wenn man sauberen Journalismus bieten will. Richtig wäre: über die Meinung, das Land sei überfremdet, zu berichten, ohne diese Meinung zu beurteilen.
Ein Journalist, der diese Aussage einordnen möchte, kann das in einem Kommentar tun, der als solcher aber erkennbar sein muss.
Gerade weil "Überfremdung" ein rein subjektiver Begriff ist, wird es nicht besser wenn der Journalist ein "vermeintlich" dazusetzt und damit nur das Gegenteil behauptet, aber genauso eine Aussage dazu macht.
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Original geschrieben von Robert Beloe
Na ja, Printus. Neutral wäre es ja nun wohl wirklich ebenfalls nicht, wenn statt von 'vermeintlicher Überfremdung' nur von 'Überfremdung' gesprochen worden wäre. Hier ein Adjektiv hinzuzufügen, das deutlich macht, dass man über Annahmen anderer und nicht über die eigenen Befindlichkeiten berichtet, ist eigentlich sogar absolut angezeigt.Dass man sich Ansichten nicht zueigen macht sondern nur darüber berichtet gehört eigentlich zum kleinen Einmaleins im Journalismus. Gerade in diesem Fall dient das "vermeintlich" aber nicht dazu die Aussage als Meinung Dritter zu kennzeichnen, sondern die Formulierung suggeriert hier unterschwellig, dass ein paar Verwirrte nur eine abstruse, aber falsche Wahrnemung haben.
Üblicherweise kennzeichnet man derartige Passagen dadurch, dass man sie als Zitate oder im Konjunktiv wiedergibt. Hier wurden Adjektive benutzt, die immer eine Wertung (im weitesten Sinne) mit sich bringen.
"Vermeintlich" bedeutet im Übrigen, dass jemand es nur so wahrnimmt, obwohl es tatsächlich gar nicht so ist.Insofern ist diese Ausdrucksweise deutlich negativ wertend.
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Original geschrieben von Robert Beloe
Aha. Wie viele Menschen sind in Deutschland eigentlich bisher durch islamistischen Terrorismus umgekommen, und wie viele durch rechtsextremistischen Terror?Wieviele wären denn umgekommen wenn die Sauerlandzelle nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre, wenn die Kofferbomben in Köln und Bonn explodiert wären? Es war nur Zufall, dass es gerade nochmal gut gegangen ist.
Insofern täuschst du hier eine Schieflage vor weil du nur Zahlenvergleiche anstellst und ignorierst, was um Haaresbreite passiert wäre. Nach der Taktik kannst du das Mordpotential der NSU auch verdoppeln, verdreifachen oder verhundertfachen indem du in den Raum stellst, dass die Morde weitergegangen wären wenn die Täter nicht entdeckt worden wären.
ZitatOriginal geschrieben von Robert Beloe
Wenn mit Argumenten wie 'Systemmedien' oder 'Lügenpresse' Stimmung gemacht wird, ist das rechts. Gehörte zu dieser Lügenpresse eigentlich auch das Satiremagazin, das jetzt Ziel des Anschlags war?Gerade in der Pegida-Berichterstattung konnte man wieder sehr gut erleben, wie wenig neutral und wie gefärbt die Darstellung der allermeisten Medien war.
Anstatt über die 18000 Demonstranten in Dresden zu informieren lag der Schwerpunkt der Darstellungen in sehr vielen Medien in Köln, wo eine kleine Pegida-Gruppe auf eine zahlenmäßig deutlich überlegene Gruppe Gegendemonstranten traf und wo der Dom das Licht abgeschaltet hat. In Köln waren auch weit weniger Menschen auf der Straße als in Dresden, wo offensichtlich der Schwerpunkt des Pegida-Phänomens liegt.
Da stimmt die Gewichtung gleich doppelt nicht, denn man berichtet von den eher wenigen Menschen in Köln anstatt der Masse in Dresden, und man vermeidet eine nähere Auseinandersetzung mit den Ursachen des Protestes: es wird die plakative und falsche Behauptung in den Raum gestellt, die Leute würden gegen Asylsuchende und Ausländer demonstrieren.
Tatsächlich geht es vielen Demonstranten aber um Sorge vor islamistischer Dominanz, mangelnde Integration, soziale Probleme, Kriminalität (exorbitant höherer Ausländeranteil als Ausländer in der Gesamtbevölkerung - und das nicht nur bei Straftaten wie illegalem Aufenthalt, die naturgemäß nur Ausländer begehen können, sondern auch und besondern bei Raub- und Gewaltdelikten) sowie Spielregeln bzw. Gesetzen wie ein Zuwanderungsgesetz.Anderes Beispiel: ich hörte in mehreren Radiosendern und bei Fernsehsendern Formulierungen wie "... Pegida würde gegen "vermeintliche", gegen "angebliche" oder "unterstellte" Überfremdung" demonstrieren. Allein diese Adjektive sind alles andere als neutral. Sie sind eindeutig wertend, und zwar allesamt in eine bestimmte Richtung: Pegida = rechtsradikale Idioten und Bürger, die es nicht durchschaut haben und von den Erstgenannten verführt werden - das ist so ungefähr die Quintessenz der Berichterstattung.
Ich hatte gedacht, gerade wegen des Vorwurfs "Lügenpresse" würden die Medien besonders vorsichtig und um Neutralität bemüht berichten, aber eher war genau das Gegenteil der Fall. An anderer Stelle ist man seit einiger Zeit immer peinlichst darum bemüht, immer nur von "mutmaßlichen" Tätern zu sprechen, selbst wenn die Täterschaft sonnenklar ist. Da geht die Political correctness dann soweit, dass die noch nicht erfolgte Verurteilung das "mutmaßlich" unverzichtbar zu machen scheint.
Man kann sich jetzt wieder mal politisch oberkorrekt um den Begriff "Lügenpresse" streiten und ob man das sagen darf weil das Wort historisch belastet ist. Man kann aber auch auf Nebenkriegsschauplätze verzichten und das eigentliche Problem dahinter sehen, nämlich dass die Presse in Deutschland in vielen Fällen ihre kritische Distanz, ihre weltanschauliche Neutralität verloren hat und Dinge in dem Licht darstellt, das aus irgendwelchen Gründen opportun zu sein scheint.
Ein weiteres Beispiel eklatanten medialen Versagens: wo blieb der mediale Aufschrei nach den Veröffentlichungen von Edward Snowden, auf die kaum eine Reaktion unserer Regierung erfolgte? Dass Bürger flächendeckend unter Generalverdacht ausspioniert werden, ist eine Ungeheuerlichkeit, die zudem gegen Grundprinzipien unserer Rechts- und Werteordnung verstößt. Reaktion der Regierung Merkel: nahezu null. Nur als sie selber abgehört wurde kam etwas Protest.
Wo war die 4. Gewalt, die hier angemessene Reaktionen der Regierung einfordert, kritisch fragt und am Ball bleibt wenn die Politik das Thema einschlafen lassen will? Ich habe nicht erlebt, dass sich die Medien engagiert an dem Thema festgebissen haben.Und dann wundern sich Journalisten, dass die Menschen sie nicht mehr ernstnehmen und zunehmend auf das eigene Meinungsbild aus sozialen Netzwerken setzen...
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Original geschrieben von rmol
Sehr bewegende Details aus dem Redaktionsleben von Charlie Hebdo werden bei Le Monde publiziert, von einer Marokkanerin. Eines der Opfer (Mustapha) war Algerier und hatte erst seit ein paar Wochen die französische Staatsbürgerschaft. Der getötete Fahrrad-Polizist hieß Ahmed - der Terror kannte keine Religionsgrenzen, auch wenn er sich auf Religion berief...
Es ist ja OK wenn man mit einer Marokkanerin und dem Verweis auf den Polizisten demonstrieren will, dass auch Menschen mit mutmaßlich arabischem oder nordafrikanischem Hintergrund zu den "Guten" oder den Opfern gehören.
Der Denkfehler dabei ist, dass islamistische Terroristen nicht nach Nationalitäten oder Herkunft unterscheiden, sondern zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Der Polizist stand aus Sicht der Mörder auf der falschen Seite, deswegen wurde er umgebracht.