Re: Entscheidungshilfe (Arbeitsplatzwechsel)
ZitatOriginal geschrieben von Brainstorm
Nach ein paar Monaten dort, wurde er gekündigt. Grund war daß er an dem Tag zu viel mit einer Kollegin geplaudert hat, anstatt zu Arbeiten.
Und das hat er so einfach hingenommen? Ohne sich gegen eine so schwachsinnig begründete Kündigung zu wehren, was eine 1000000%ige Erfolgsaussicht gehabt hätte - zumindest wenn er nicht mehr in der Probezeit war?
Das kann ich nur verstehen wenn der Kumpel innerlich schon gekündigt hatte und froh war, dass es auf Betreiben des AG so gekommen ist, dass er den Betrieb verlassen konnte.
ZitatOriginal geschrieben von Brainstorm
Nach etwas über einem Monat Suche hat er dann in einem anderen Markt eine Stelle bekommen. Inzwischen auch dort Vollzeit. Ist jetzt seit Mitte Januar dort.
Wie gefällt es ihm dort? Wird er dort auf ewig als kleiner Angestellter Bierkästen schleppen oder gibt es die Aussicht, sich - zumindest ein wenig - vorzuarbeiten, also mehr Verantwortung und mehr Geld zu erlangen?
ZitatOriginal geschrieben von Brainstorm
Heute hat er einen Anruf von seinem alten Chef bekommen, daß er ihn gerne wieder anstellen würde. Gehalt wäre dann 1200 Netto, hat er jedenfalls versprochen. Bei der bisherigen Stelle kriegt er 1100-1150 im Monat. Arbeit wäre in beiden Fällen die gleiche. Der Hauptvorteil wenn er zurückwechseln würde, wäre er deutlich kürzere Weg für die Fahrt zur Arbeit. Jetzt ca 40km, dann nur noch ca 10km einfach.
Zeitlich und kostenmäßig sicherlich interessant, aber ich würde niemals zu einem AG zurückgehen, der mich schlecht behandelt hat. Mieser, als einem Mitarbeiter die (berufliche) Existenz zu nehmen, kann man jemanden nicht behandeln, wenn es keine schwerwiegenden Sachzwänge für die Kündigung gibt.
1200 EUR netto sind obendrein eine unseriöse Angabe. Gehälter werden immer Brutto genannt weil unterschiedliche Abgaben und Abzüge das Nettogehalt bei verschiedenen Mitarbeitern immer anders ausfallen lassen.
ZitatOriginal geschrieben von Brainstorm
Finanziell wäre der Wechsel also sinnvoll. Aber kann man von einem Chef der einen wegen (siehe oben) feuert, erwarten, daß man da dauerhaft bleibt.
Verbunden mit dem Zeitdruck, sich entscheiden zu müssen und der Erwartung, sofort dort einsteigen zu sollen, kann es über den Ex-Chef nur ein Urteil geben: hochgradig unseriös.
ZitatOriginal geschrieben von Brainstorm
Leider hat mein Freund keinen wirklichen Schulabschluss, und keine Ausbildung, so daß er sehen muss, wie er an seine Brötchen kommt.
Wie alt ist er denn? Ich verstehe, dass die Motivation, nochmal die Schulbank zu drücken, mit zunehmendem Alter abnimmt. Wenn man aber bisher keine Ausbildung hat, muss er sich an dieser Stelle vielleicht aus der Komfortzone begeben und es dennoch tun. Egal wie alt, es gibt immer Möglichkeiten, eine Ausbildung nachzuholen. Und das wäre dem Kumpel dringend zu raten.
Anfangs sicher nicht der leichteste Weg, schon nach kurzer Zeit aber gut für sein Selbstwertgefühl und langfristig der beste Weg um sich beruflich gut zu positionieren, wenn man nicht immer der ausbeutbare kleine Handlanger bleiben will.
ZitatOriginal geschrieben von Brainstorm
Wie ist es mit dem Urlaub? Eigentlich wollten wir Ende August zusammen Urlaub machen, meinen Urlaubstermin kann ich nicht mehr verschieben, kann mein Freund verlangen, daß er bei Wiedereinstellung dann in der zeit Urlaub bekommt? Sollte er das gleich jetzt sagen, oder lieber später bescheid sagen?
Das sollte jetzt wirklich das kleinste Problem sein. Natürlich kann dein Kumpel sagen, dass er zwischenzeitlich einen Urlaub geplant hat und zu diesem Datum frei haben möchte. Aber kann man sich auf einen so unseriösen Chef verlassen? Ich würde dem auch bei einer Zusage nichts abnehmen. Wer einmal so mies mit einem Mitarbeiter umspringt, wird es wieder tun. Auch jetzt glaubt er ja wieder, sein Ex-Mitarbeiter müsste gleich springen wenn er nur mit den Fingern schnippt.
Mit ziemlicher Sicherheit wird der Ex-Chef den Urlaub Ende August zusagen, das sei ja alles kein Problem blablabla - und wenn Ende August kommt und es mangelt an einer Vertretung gebe ich dir Brief und Siegel, dass der Kumpel keinen Urlaub bekommt, egal was ihm jetzt versprochen wird.
Ich würde unter gar keinen Umständen zu diesem alten Arbeitgeber zurückkehren. Das Vertrauensverhältnis wäre für mich nachhaltig gestört und das ist nie mehr zu beheben.