Beiträge von Printus

    Zitat

    Original geschrieben von ocb
    Grandioses Zitat von Monika Lierhaus:
    (über McCain) "...er ist auch gegen die Folter, obwohl er selber gefoltert wurde".


    Ohne Worte!


    Was hast du anderes erwartet? Man weiß dass seriöse Ergebnisse erst so um 3, 4 Uhr eintrudeln, gesendet wird aber auf allen Kanälen spätestens seit Mitternacht.


    Was soll dabei anderes rauskommen als totaler Müll? Es ist sofort ersichtlich dass die ersten 3-4 Stunden der Sendungen mit nichts als heißer Luft gefüllt werden können, und klar ist auch dass keiner etwas präsentieren kann, was die anderen nicht genauso bieten. Es muss also zwangsläufig zu stundenlangem, unerträglichen Nonsens und Dauer-Gelaber über das völlige "Nichts" kommen...

    Ich kenne Obama nicht persönlich, aber kann mir nicht vorstellen dass er lebensmüde ist. Jeder Präsident ist sehr gefährdet und der Secret Service sorgt dafür dass möglichst nichts passiert. Ich verstehe nicht so ganz wie man sicher sein kann dass der Präsident (äh, also in ein paar Stunden... :)) umgebracht wird.


    Nebenbei: die Berichterstattung regt mich erwartungsgemäß auf. Das ZDF hat sogar in einer Halle eine riesige, komplette Bühne in Beschlag, die Nachrichtenredaktionen scheinen geschlossen einen netten kleinen Betriebsausflug auf Kosten der GEZ-Zahler in die Staaten zu machen. Da wird ein Hype veranstaltet, der jede Bundestagswahl in den Schatten stellt... Spinnen die eigentlich alle???

    Wieso? Man kann sich doch über solche Dinge unterhalten...?


    Zitat

    Original geschrieben von paul.tt
    (25 °C Jahresmittel)


    Also auch regelmäßig deutlich wärmer... und an den anderen, kälteren Tagen würde man in den echten Tropen nicht stundenlang baden gehen. Aber ob es den Betreibern des Bades gefallen würde wenn sich die Kunden in dieser Hinsicht so verhalten wie im echten Urwald? :p

    Die DDR hat vor 19 Jahren abgedankt - ich weiß ja nicht ob manche hier seitdem in Narkose waren, aber das ist eine ziemlich lange Zeit schon Vergangenheit.


    Darüber hinaus, auch das wurde mehrfach schon gesagt, besteht die Linke im Westen vor allem aus abtrünnigen SPD-Leuten, das sind keine Kolonnen von Stasi-Offizieren, die zum Zwecke der Okkupation Hessens rübergemacht haben. Diese Gleichsetzung von der Linken mit der DDR-SED und das wiederum in einem Topf mit den Rechten, das funktioniert einfach nicht.


    Also hängt euch doch bitte nicht immer wieder daran auf, denn es wird nicht richtiger indem man es noch so oft wiederholt. Die Linken sind eine regulär in den hessischen Landtags gewählte Partei und von mehr als 5% der Wähler dorthin votiert worden. Das ist Fakt und damit basta.


    Es geht jetzt darum wie es politisch in Hessen weiter geht, und nicht darum was die SED in der DDR veranstaltet hat.


    Auch wenn ich ihn ansonsten immer etwas zu schnell bei den Schlössern finde, aber allmählich hat Jochen Recht. Es geht darum was in Hessen läuft und nicht darum was die Linken sind oder nicht sind, vor allem da sie das nicht sind, was einige Unverbesserliche immer wieder hier hereintragen wollen.

    Diese Extremismus-Debatte geht insofern am Thema vorbei als die Linken in Hessen schlicht und einfach im Parlament sind, genauso wie im Bund. Wären sie eine Partei, die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht, wären sie nicht zugelassen und hätten nicht gewählt werden können. Sie wurden aber gewählt, und das auch in ausreichender Weise um Mandate im hessischen Landtag zu erringen.


    Insofern ist es eine unsinnige Diskussion im Nachhinein darüber zu lamentieren ob sie da hingehören oder nicht - denn sie sind da und vom Wähler legitimiert. Sich darüber zu pikieren bringt nicht nur nichts, sondern ist irgendwie auch ein komisches Demokratieverständnis.


    Wer die Y-lanti jetzt kritisiert weil sie mit einer Duldung durch die Linkspartei liebäugelte, muss zugleich erklären warum er sämtliche Parteien nicht genauso dafür kritisiert, dass sie nicht in der Lage sind andere regierungsfähige Koalitionen zu bilden. Einerseits über das angedachte Linksbündnis schimpfen, andererseits aber keine Alternative hinkriegen, passt irgendwie nicht zusammen...


    Jochen, wir sind die ganze Zeit schon beim falschen Thema, eigentlich geht's hier laut Titel um die Y-lanti-Telefon-Verlade... ;)

    Es ist spannend - und beschämend zugleich - zu lesen was hier abgeht.


    "Sympathie" ist einer der unwichtigsten Faktoren wenn es darum geht einen Politiker zu beurteilen - und dennoch ist das das Hauptkriterium der Meinungsbildung, wie man hier auch wieder beobachten kann. Dabei sollte es eher um die Inhalte gehen, die Politiker vertreten.


    Und da sieht es doch so aus: diese hier zu spürende "Ja, der Koch ist ein Unsympath, aber eigentlich ist der ja doch noch besser als ne Ypsilanti!"-Denke vergisst warum das Wahlergebnis in Hessen so ausfiel, wie es ausfiel: nämlich weil der Koch einen ekelerregenden Wahlkampf um das Thema "kriminelle Ausländer" geführt hat und nach dem Überfall in der Münchener U-Bahn opportun die Empörung der Leute ausnutzen wollte. Vor allem für diese schlechte Show ist er bei der Wahl abgestraft worden. Und jetzt auf einmal wird er wieder aufgewertet weil man der Ypsylanti übel nimmt dass sie die Linken braucht um MP zu werden? Ganz ehrlich, was hat das miteinander zu tun?


    Ansonsten wollte Y-lanti eine klassische Rot-Grün-Regierung bilden - was wäre daran verwerflich gewesen? OK, sie hätte die Duldung der Linken gebraucht, und man kann jetzt sagen dass man sich von denen nicht abhängig machen sollte... das wär's aber auch gewesen. Es ging nicht um eine wirkliche Koalition mit den Linken - es wird aber immer überall so getan als sei das so...


    Man wirft Y-lanti Machtversessenheit vor... wieso klebt Koch an seinem Stuhl, was war damals mit Simonis, und ich könnte jetzt eine ganze Litanei - parteiübergreifend - auflisten, wo Politiker versuchen ihre Ämter zu sichern. Aber wenn man mal einen Schritt weiter denkt: was wirft man ihnen denn vor? Ist es nicht in gewissem Maße auch OK und normal dass Leute so ticken? Hängen wir alle nicht auch an unseren Jobs? Mag sein dass Spitzenpolitiker noch ein bisschen mehr Machtgeilheit haben als wir Otto Normalverbraucher, aber vielleicht gehört das dazu wenn man nach solchen Ämtern strebt...


    Und was das "Y-lanti schadet der SPD"-Thema angeht: Ich glaube dass die SPD deswegen vor die Hunde geht weil sie ihr klassisches Wählerklientel, Angestellte und Arbeiter, die "kleinen Leute", nicht mehr vertritt. Fast kann man sagen dass die Linken diese Rolle übernommen haben. Wenn man das mal nicht in klein-klein betrachtet würde es der SPD langfristig gut tun entweder Positionen zu übernehmen, für die jetzt die Linken stehen, oder, wenn man sie nicht verdrängen kann, mit ihnen zusammen zu arbeiten, nachdem man das Ex-SED-Schmuddel-Image bekämpft hat, denn wenn es die SPD nicht schafft sich am linken Flügel breit zu machen geht sie unter.


    Ich glaube dass die Frau Y-lanti eigentlich genau richtig lag, nämlich eine rot-grüne Politik unter Einbeziehung der Linken zu versuchen. Sie hatte nur das Pech im politischen System aufgerieben zu werden, vielleicht auch einfach zu früh gewesen zu sein, in 10 Jahren wäre das alles kein Thema gewesen...

    Was mich immer und immer wieder erstaunt und zugleich frösteln lässt ist dass offenbar keiner die Zeichen der Zeit erkennt oder gar wahr haben will.


    Ist unsere Politik und sind unsere Unternehmer allesamt verblödet, oder haben die alle eine "Nach mir die Sintflut"-Einstellung? Denen muss doch eigentlich klar sein dass das ganze System auf tönernen Füßen steht. Wie lange lassen sich Leute als Leiharbeits-Sklaven für dumm verkaufen, nehmen stillschweigend 5 EUR brutto für schwere Drecksarbeit an ohne aufzubegehren? Was passiert wenn diese Menschen hinschmeißen weil sie als Transferleistungsbezieher doppelt so viel Geld für's Nichtstun bekommen als für hartes Schuften und obendrein trotzdem soziale Ächtung wie bei Opel? Was passiert wenn die Stimmung in der Bevölkerung weiter abwärts sinkt und die Leute nicht mehr brav mitspielen?


    Was tut die Politik und was tun Unternehmen in Deutschland gegen Brain-Drain und gegen die immer größer werdende soziale Kluft, dieser Kessel steht immer mehr unter Druck und wenn er nicht explodieren soll müssen doch Maßnahmen ergriffen werden - und zwar andere als nur Gerede, das keiner glaubt weil es oft völlig unglaubwürdig ist...


    Wird das nicht verstanden oder ist es den Entscheidungsträgern egal weil sie ihre Schäfchen im Trockenen haben und denken dass sie sich ja im Villenviertel abschotten können vom restlichen Mob?

    Ist ja auch kein Wunder, relativ viele Politiker sitzen nebenher in Aufsichtsräten und Verbänden, man muss sich ja nur mal die Litanei der Nebentätigkeiten eines Friedrich Merz ansehen.


    Oder die Sozialdemokraten Clement als Lobbyist der Energiebranche (RWE) und Mitglied des neoliberalen "Konvent für Deutschland", Gerhard Fritz Kurt Schröder, der Ex-Bundeskanzler und "Genosse der Bosse" im Dienste russischer Gaslieferanten, der ehemalige Arbeitsagentur-Chef Florian Gerster als Präsident des neu gegründeten Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste, wo er permanent die unsäglichen Hungerlöhne dieser Branche schönredet - nachdem er zuvor als Arbeitsagentur-Chef dafür sorgen sollte dass Leute mit guten Einkommen in Lohn und Brot kommen... Entweder ein Wendehals - oder einer, der einen von beiden Jobs nicht mit voller Überzeugung gemacht haben kann.


    Wie kann man von solchen Leuten erwarten dass sie sich tatsächlich für das Volk einsetzen? Das geht doch gar nicht, allein schon wegen der diversen Interessenkonflikte. Wer im oberen Management von Unternehmen Posten bekleidet kann schlechterdings unmöglich zugleich Interessen der Arbeitnehmer und auch noch als Politiker Interessen des Staates vertreten.

    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Angesichts dessen ist es aus Sicht der Unternehmen von der reinen wirtschaftlichen Seite sicher auch verständlich, verstärkt auf Leiharbeit zurückzugreifen, da ansonsten viele Standorte in Deutschland möglicherweise nicht mehr wirtschaftlich wären und ganz dicht gemacht würden.


    Nein, das ist eine Milchmädchenrechnung. Wir sind zwar Exportweltmeister, der im Vergleich zum Euro massiv gestiegene Dollar unterstützt das auch, aber das deutsche Problem ist die sowieso fehlende Binnennachfrage, die sich bei einer Rezession noch extremer verschlechtern wird. Im Klartext: die Leute hier haben zu wenig in der Tasche weil sie nicht ausreichend bezahlt werden um zu konsumieren.
    Wer nur Geld hat um nicht zu verhungern hält damit zwar den Aldi am leben, aber alle anderen Konsumbranchen verdienen nichts mehr. Gerade die Automobilbranche ist hier ganz vorne dabei: wovon sollen die Leute denn noch Autos kaufen wenn sie froh sind überhaupt satt in einer warmen Wohnung zu sitzen?


    Insofern ist das ein Hamsterrad, in dem es sich totläuft: Die Autobranche jammert dass die Umsätze einbrechen, aber die Umsätze brechen ein weil die im Unternehmen tätigen Leiharbeiter kein Geld haben um Autos zu kaufen...


    Wer in Deutschland wirtschaftlich und qualitativ hochwertig produzieren will muss seine Arbeitnehmer auch zu fairen Konditionen beschäftigen und ausreichend bezahlen, sonst funktioniert das ganze System nicht.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Natürlich könnten die Automobilhersteller sicher auch mit den Gewerkschaften Regelungen vereinbaren, nach denen neu eingestellte Mitarbeiter nicht mehr zu diesen Konditionen beschäftigt werden müssen, aber dann hat man wiederum die Neid- und Zweilklassenproblematik direkt im Unternehmen. Durch die Leiharbeit kann man diese Problematik und heikle Frage "outsourcen".


    Also zum einen kann outsourcen keine Lösung sein weil das Problem damit ja nur zu verlagern versucht wird, aber es ist ja nicht weg. Und es ist schon dreimal nicht weg weil die Arbeitnehmer ja nicht aus dem Unternehmen verschwinden, sondern weiterhin an denselben Fließbändern stehen, die gleiche Arbeit machen. Sie stehen nur in einem schlechteren und unsichereren Beschäftigungsverhältnis und bekommen weniger Geld.