ZitatOriginal geschrieben von jer81
an Borderline hatte ich ja auch schon gedacht und grundsätzlich würde ich dies als Möglichkeit in Betracht ziehen. Wenn ich jetzt einfach mal selbstverletzendes Verhalten mit plötzlichen Ohnmachtsanfällen gleichsetzte wäre dieser Punkt auch gegeben. Sie hat eben diese Ohnmachtsanfälle in unregelmäßigen, aber nur i.V.m Alkohol, meistens abends in der „Kneipe“ nach irgendwelchen Familienfesten bzw. Hochfesten.
Es bringt nichts einfache Ursache-Wirkung-Relationen zu suchen. Im Einzelfall kann sowas hinkommen oder nicht hinkommen, das wirst du nie genau zuordnen können, Ferndiagnosen im Schnellverfahren über's Netz gehen auch nicht, also versuche erst gar nicht den Sinn in irgendwelchen Einzelsituationen zu suchen. Es geht vielmehr um "das große Ganze".
ZitatOriginal geschrieben von jer81
wenn ich deinen Text richtig gelesen habe, meinst du dass von ihr eigentlich gar keine wirkliche Trennung gewollt ist? Oder ist es von ihr vielmehr ein testen zwischen mir und dem „anderen“? Nur dann stellt sich mir eben die Frage, warum dieses abweisende Verhalten?
OK, OK, du suchst verständlicherweise nach Gründen, die "dafür" sprechen und Hoffnung machen dass man doch noch etwas retten könne. Das geht sicher jedem so, der in deiner Situation steckt. Von außen betrachtet, mit nüchternem Blick, sieht man auch die weniger guten Dinge, die du gerne ignorieren würdest...
Ich weiß nicht ob von ihr eine Trennung gewollt ist. Es ist aber auch unwichtig denn du solltest dich nicht ihrem Willen unterwerfen. Du scheinst eh ein Typ zu sein, der 10 Mal "ja" sagt, wo man schon mindestens 5 Mal hätte "nein" sagen müssen. Das ehrt dich, aber in dieser Sache hier gewinnst du durch "nett sein" keinen Blumenstrauß, sondern jetzt zählt nur wie du gut mit der Sache umgehst - und du kommst nicht gut weg wenn du weiter machst wie bisher, indem du das unmögliche Verhalten akzeptierst, weiter jeden Mist schluckst und bereinigst, den sich gegen dich veranstaltet.
Ich bin gar nicht sicher ob es den anderen überhaupt gibt (und wenn doch, ob es von Bedeutung ist) und auch nicht was an der Geschichte mit der Dicken wirklich dran ist. Für mich sind das kleine Mosaikstückchen in einem großen Puzzle, die eigentliche Überschrift ist auch hier dass sie dich mit diesen Aktionen wegstößt und düpiert, um dich anschließend wieder an sich zu ziehen.
Du spielst das Spiel mit. Du lässt dich von ihr versetzen wenn sie nicht zum Essen erscheint, du lässt dich immer wieder vertrösten, du nimmst hin dass sie schließlich gar nicht mehr erscheint und sich nicht mal mehr meldet, du nimmst hin dass sie dich dann aber später abends aus dem Bett klingelt, du zahlst auch noch das Taxi um sie abzuholen.
Sag' jetzt nicht "aber ich kann sie doch nicht nachts irgendwo sitzen lassen"! Es geht einfach um das Muster, was da abläuft... Sie haut dir auf die Fresse und zwingt dich dann, dich dennoch wieder um sie zu kümmern, obwohl du eigentlich genau das Gegenteil tun solltest. Wenn du nicht "springst" wird sie es dramatisieren, dann sind böse Männer hinter ihr her etc. Sie setzt immer wieder noch einen drauf damit du "im Spiel bleibst" und wieder darauf eingehst...
Warum dieses Verhalten? Das kann man wohl nur allgemein beantworten, weil es Teil ihrer gestörten Persönlichkeit ist. Weil sie immer wieder dieses Muster bedient... Ich denke nicht dass da bewusste Überlegungen hinter stehen, das ist kein Schachspiel, in dem sie wohl überlegte Spielzüge ausführt um bei dir bestimmte Verhaltensweisen auszulösen. Es ist weniger "böse Absicht" als vielmehr ihr fatales (unbewußtes) inneres Funktionsprinzip.
Du bist nun seit 3 Jahren derjenige, der das immer wieder ausbadet. Du rettest sie aus der Familie und zahlst für die Wohnung - um jetzt gesagt zu bekommen dass du sie einengst. Du zahlst das Handy - sie simst dich in die Pleite und fühlt sich überwacht wenn du gerne wissen möchtest wie der Kontostand ist. Sie versetzt dich beim Essen - du musst das Taxi organisieren um sie abzuholen. Dieses Pingpong-Spielchen zieht sich durch wie ein roter Faden, und da passen alle geschilderten Sachen, und noch 1000 andere, die du hier noch nicht erzählst hast sicher auch, genau rein.
ZitatOriginal geschrieben von jer81
Ich frage das primär, um mich (sollte ich mich wirklich gegen die Beziehung entscheiden) halt auf das folgende Verhalten einstellen zu können, was ja dann bedeuten würde, dass sie mich unbedingt zurückhaben will und ich im Vorfeld schon „Maßnahmen“ ergreifen müsste um die Kontaktmöglichkeiten so gut wie möglich einzuschränken.
Nicht "so gut wie möglich", sondern komplett! Überlegungen, wie sie damit umgeht, dürfen keine Rolle spielen, entscheidend ist was du tun musst um selber heil aus der Sache herauszukommen, also konsequenter - in diesem Fall notwendiger - Egoismus. Nicht um ihr zu schaden, sondern um erstmal für dich selber die bestmögliche Lösung zu finden. Sie muss dann für sich selber schauen.
Mit jedem Entgegenkommen tust du weder dir, noch ihr, etwas Gutes, sondern bastelst nur weiter an der ganzen verqueren Geschichte herum.
ZitatOriginal geschrieben von jer81
Wobei mir in diesem (oder ähnlichen) Zusammenhang noch eine Anekdote von vor drei? Wochen einfällt (war die Wochenende bevor sie mich unbedingt aus der Wohnung haben wollte):
Das Ereignis selber ist relativ unbedeutend, wichtig ist im Nachhinein nur dass es wieder das übliche Schema war. Sie benimmt sich daneben, provoziert so lange bis du tatsächlich sauer bist (was schon lange genug dauerte...), um dann wieder den Kontakt zu suchen, und das auch so dramatisch dass du meinst kaum anders zu können als ihr wieder aus der Patsche zu helfen.
Du hättest konsequenterweise nach der ersten (vielleicht noch verständlichen, kann ja wirklich mal passieren) Verspätung selber derjenige sein müssen, der den Kontakt abbricht, also nicht mehr erreichbar ist, sie mit einer SMS "Scher dich zum Teufel!" sitzen lässt - für die nächsten 5 Tage!
Und wenn du schon ans Telefon gehst, wo sie dich mitten in der Nacht wach klingelt, hättest du sagen müssen dass sie sehen soll wie sie mit dem Typen fertig wird: ""Ruf die Bullen an wenn du Probleme hast!" und auflegen...
Ich fürchte nur dass du das schlicht nicht hinkriegst - was auch verständlich ist, wer kann das schon so durchziehen... Vor allem wird sie dir dann nur noch mit weiterer Dramatik kommen; ich würde dir Brief und Siegel geben dass sie dann eine noch schlimmere Geschichte erfindet und am nächsten Tag sagt dass sie von dem Kerl vergewaltigt wurde weil du ihr nicht geholfen hast...
Du hast keine Chance weil sie immer wieder noch einen draufsetzen wird. Es ist ja jetzt schon so dass sie dich weit mehr, als Außenstehende in kühnsten Vorstellungen nachvollziehen können, zum Hampelmann macht...
Wie andere auch schon schrieben: Erst wenn dir das klar wird, wirst du irgendwann die Kraft haben einen Schlussstrich zu ziehen. Noch spielst du das fatale Spiel mit und suchst nach Entschuldigungen oder Erklärungen, warum sie es gar nicht so meint.
So blöd das klingt, aber es ist tatsächlich so dass es dir auch erst richtig schlecht mit ihr gehen muss bevor du merkst dass du dringend aus der Beziehung raus und den Kontakt konsequent komplett beenden musst... Versuche zu verstehen dass du kein neutraler Helfer sein kannst, der ihr unter die Arme greifen kann, weil du selber Teil des Problems bist. Du steckst selber zu sehr in der Geschichte drin und bist einer der wichtigsten Spieler auf dem Feld, da kannst du unmöglich zugleich der von außen einwirkende Stratege sein, der das Spiel objektiv betrachten und leiten kann. Das wird nicht funktionieren.
Du hast nur die Chance das Spielfeld zu räumen, so bitter das ist. Früher oder später, wobei ich hoffe dass die Erkenntnis schnell kommt weil es bis dahin nach üblichem Strickmuster weiter gehen wird. Sie wird dir immer wieder und immer kräftiger ins Gesicht schlagen, und du wirst immer wieder verständnislos da stehen und fragen was das soll, vielleicht dich zu wehren versuchen, aber immer nur so dass sie anschließend einen noch dickeren Knaller zündet.
Lass' es nicht so weit kommen dass sie dich in emotionaler und finanzieller Hinsicht vollend ruiniert, sondern greife lieber zum vielzitierten "Ende mit Schrecken"...
Tut mir leid für dich, aber ich sehe keine andere Chance...