Berufsbedingt interessieren dich aber nur diejenigen, die die Möglichkeit haben anzusparen. Das ist OK so, mit denen verdienst du dein Geld.
Mir geht's aber um die Allgemeinheit. Wenn man sich den Armutsbericht und die Entwicklung der Einkommen anschaut zeigt sich dass die Mittelschicht wegbröckelt und sich auf der einen Seite eine kleine Gruppe besonders Reicher herausbildet, auf der anderen Seite eine schon jetzt erschreckend große - und wachsende - Gruppe von Leuten, die "gerade so irgendwie klarkommen", sei es mit kleinem eigenen Gehalt oder staatlichen Transfers. Wenn man nun auf private Vorsorge setzt ist ausgerechnet diese große und wachsende Gruppe am unteren Rand angeschmiert.
So, und jetzt ganz konkret: was soll mit denen in 30, 40 Jahren passieren? Lassen wir die verhungern oder schließen sie von der medizinischen Versorgung aus, damit sich das Problem von selbst erledigt und sich die Armen wegmendeln? Falls nicht werden sie von den anderen mit durchgezogen werden müssen.
Es ist dann aber weder erstrebenswert von knappen Almosen leben zu müssen, noch toll wenn man selber jahrelang gespart hat um im Alter viel davon für andere weggeben zu müssen - StebuEx spricht dieses Problem an.
Hier muss die Gesellschaft - und das ist letztlich die Politik - Lösungen finden weil so, wie es jetzt läuft, ist es auch nicht optimal. Einfach sagen "Leute, ihr müsst privat vorsorgen" obwohl sehr viele das gar nicht können, kann nicht die Lösung des Problems sein wenn das für große Bevölkerungsgruppen gar nicht zur Debatte steht.
Im Augenblick läuft es darauf hinaus dass jeder fürchten muss zum Verlierer zu werden, egal wo er in diesem Spiel steht, ob als Sparer oder Kopf-in-den-Sand-Stecker. Und das kann's ja nicht sein...