Ich wohne in der Nähe einer Großstadt und bin seit 1 Jahr auch ohne Auto. Es klappt problemlos - obwohl ich nicht mitten in der Innenstadt, sondern sogar 10km außerhalb (aber mit relativ guter ÖPNV-Anbindung) lebe.
Solange ich noch einen Wagen hatte fand ich es unvorstellbar mal kein Auto mehr zu haben. Die Freiheit, jederzeit überall hin zu kommen, und auch weil das Auto ja sowas wie ein 2. Wohnzimmer ist, fand ich prima und hatte deswegen auch eine Bindung zu dem Auto.
Als der TÜV dann fällig wurde, dazu ziemlich teure Reparaturen hätten gemacht werden müssen und zugleich auch die Steuer bezahlt werden musste, war der Wagen wegen klammer Finanzlage nicht mehr zu halten. Ich habe dann lange nach einem alten Kleinwagen als Alternative gesucht um wenigstens überhaupt weiter mobil zu sein. Leider ging dann keine Rechnung so auf, wie ich das gerne gehabt hätte, und so stand ich dann ohne Auto da.
Jetzt, 1 Jahr später, bedauere ich zwar manchmal dass die totale Freiheit, die ich mit einem Auto hätte, etwas eingeschränkt wurde. Das ist aber nur ein Gefühl und sachlich nicht zu halten. Klar kann ich nicht jetzt und hier vor der Haustür einsteigen. Aber realistisch: würde ich das denn überhaupt tun wenn ich ein Auto hätte? Nein... insofern ist es kein wirkliches Argument.
Handfeste Argumente sind aber dass mir kein Großstadt-Assi vor der Tür den Wagen beschädigt und ich ohne Ende Geld spare. Die Unterhaltskosten sind heutzutage horrend. Ein paar hundert Euro jeden Monat, nur um ein Auto zu haben... obwohl man es nicht wirklich braucht, es auch beim Herumstehen Geld kostet und mit der Zeit nur Wert verliert? Nee, das bringt nix. Es sei denn man hat Geld zu verschenken...
Auf einen alten Japaner würde ich gar nicht umsteigen, weil dann büßt du dein geiles Auto gegen eine Schrottkiste ein und zahlst weiter teures Geld für ein Auto, das du nicht brauchst, und gurkst aber schlechter herum als bisher. Also wenn Auto - dann den A2 behalten.
Wenn kein Auto, dann entweder einen guten und im Unterhalt preiswerten Roller kaufen, oder du nutzt die sonstigen Alternativen. Es ist durchaus spaßig ab und zu im Taxi zu fahren, oder am WE irgendein schönes Auto zu mieten und sich ein spannendes Auto zu gönnen.
Diesen leichten Anflug von "wär' aus Prinzip schön ein eigenes Auto vor der Tür zu haben" vergesse ich jedes Mal ganz schnell wieder wenn ich mir vor Augen halte wie viel preiswerter und sorgenfreier das Leben ohne Auto jetzt ist. Das hat schon was... und man gewöhnt sich wirklich dran.
Also wenn du eh schon drüber nachdenkst und nicht so drauf bist dass "kein Auto haben" ein totales No-go für dich wäre - dann würde ich mir ernsthaft überlegen den A2 zu verkaufen und es ohne Auto zu probieren. Man gewöhnt sich schnell dran und du sparst echt viel Geld und "Sorgen" wie Parkplatz, "Sicherheit", TÜV, Werkstatt, Knöllchen, Ärger über Benzinpreise, Wertverlust etc.
Aber steig' nicht um auf eine alte Karre, weil das ist sinnfrei.