Beiträge von Printus

    Wobei man den Kaufvertrag mit dem Händler geschlossen hat und somit ist der auch Ansprechpartner für den Kunden. Dieses "An-den-Hersteller-verweisen" machen Händler gerne um sich nicht selber mit den Retouren beschäftigen zu müssen, denn das kostet Zeit und Geld und sehr viel Mühe.


    Wenn ich aber dem Händler mit seiner Rechnung komme und auch in seinem System erfasst bin kann er mich nicht zurückweisen, Garantiekarte hin oder her.


    Das Problem ist hier eher dass die besonders preiswerten Anbieter, z. B. die in den Preissuchmaschinen gelisteten, gewöhnlich so wenig Marge haben dass zurückgesandte Artikel den ganzen Verkauf zum extremen Minusgeschäft machen. Die "Lust" sich kosten- und zeitintensiv mit Reklamationen zu beschäftigen ist daher naturgemäß geringer als wenn entsprechende Reserven in den Preisen steckten.


    Insofern sollte man sich nicht nur nach dem Preis richten, sondern auch überlegen wie man bei Problemen wohl da steht.

    Zitat

    Original geschrieben von Bomfunk99
    Printus: Ich denke ich werde mal beim deutschen Zoll Nachfragen wie die es sehen. Das andere Problem wäre ja auch die Einfuhr in die Schweiz aus Italien. Da gilt doch bestimmt auch eine recht niedrige Grenze was den Warenwert angeht. Was muss ich also dem Schweizer Zoll sagen?


    Am besten fragst du auch beim Schweizer Zoll direkt nach. Von deren Importbestimmungen habe ich keine Ahnung... zwar sind viele Regeln recht ähnlich zu denen in der EU, aber das nützt wenig wenn es in deinem konkreten Fall vielleicht nicht so ist.


    Könnt ihr alle vielleicht etwas weniger im Reiseverkehr mitschleppen und dafür mehr Pakete bestellen? Damit kenne ich mich nämlich sehr viel besser aus als mit der Reisenden-Abfertigung... ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Bomfunk99
    Mal ein Frage an die Experten!


    Ich mache demnächst Urlaub in Italien, fliege dann aber von Zürich wieder zurück nach Deutschland. Nun möchte ich gerne 2 Iphones in Italien kaufen und dann mitnehmen.


    Wie ist es nun mit dem Zoll wenn ich in die Schweiz einreise aus Italien und noch am gleichen Tag wieder von Zürich ausreise? Muss man die Waren anmelden etc..? Ich möchte natürlich ungern Zoll zahlen da ich ja die Ware in der EU kaufe und nur den "Umweg" über die Schweiz machen muss.


    In der Tat eine knifflige Frage und zu 100% sicher bin ich nicht.


    Ich argumentiere jetzt allerdings mal zu deinen Gunsten: Du hast die Ware in der EU gekauft und damit war sie auch im freien Verkehr der EU. Die Routenführung über Zürich ändert nichts daran dass du die iPhones als persönliche Reiseutensilien mitführst, so dass sie genauso wie das Handy eines jeden anderen Reisenden kein Problem beim Zoll sein sollten. Bei einer Zollkontrolle hättest du anhand der italienischen Rechnung einen Beweis dafür dass die Ware sich bereits im freien Verkehr der EU befand und nicht zollpflichtig in der Schweiz erworben wurde.


    Ein Zöllner könnte allerdings auch argumentieren dass die Ware durch die Fahrt in die Schweiz ihren Status als Gemeinschaftsware verloren hat und deswegen bei der Einreise nach Deutschland angemeldet und verzollt werden muss, sofern der Wert über 175 EUR liegt (was bei 2 iPhones in jedem Fall gegeben ist).
    Man könnte weiterhin unterstellen dass du dein privates Handy sowieso schon in der Tasche hast und 2 weitere Geräte, die iPhones, demnach eine gewerbliche Einfuhr darstellen, denn sie gehören angesichts deines wirklich benutzten Handys offensichtlich nicht mehr zum persönlichen, benutzten Reisebedarf. Vor allem wenn sie jungfräulich in der Packung liegen, während du das tatsächlich benutzte Handy in der Hosentasche hast, zieht die Argumentation mit dem privaten Reisebedarfs nicht mehr.


    Ich bin allerdings nicht ganz sicher welche Argumentation hier richtig ist bzw. ob es am Ende vom Wohlwollen des Zöllners abhängt. Ich würde mich deswegen an deiner Stelle mal an die Helpdesk vom Zoll wenden und fragen wie die die Sache sehen.

    Versuche nicht es zu verstehen... Zollangelegenheiten sind ein riesiger Spielplatz für EU- und Finanzbeamte, hier können sie sich nach Herzenslust austoben.


    Ab Dezember steigt der Freibetrag, wo man gar keine Einfuhrgebühren zahlen muss, von 22 auf 150 EUR. Wenn du also danach bestellst fallen auch die 19% Einfuhrumsatzsteuer (neben den 80 Cent Zollbetrag) nicht mehr an.

    Im ersten Posting steht dass der Händler die Rücknahme angeboten hat.


    Also erstmal: Fehler passieren, auch wenn's ärgerlich ist, aber das ist menschlich. Es geht nur um ein Auto, schlimmer ist wenn ein Chirurg einen Fehler macht. Also mach' dich jetzt nicht fertig sondern rücke im Kopf die Relationen zurecht. Es ist ärgerlich, aber es gibt Schlimmeres.


    Ansonsten spricht für den Händler dass er den Fehler gleich zugegeben und die Rücknahme des Wagens angeboten hat. Das finde ich fair von ihm. Man unterstellt Autohändlern normalerweise weit weniger seriöses Verhalten...


    Wenn du mal eine Nacht drüber geschlafen hast würde ich mich vom Gefühl leiten lassen. Wirst du in Zukunft immer den Hintergedanken eines womöglich beschädigten Motors haben? Dann gib' den Wagen jetzt lieber gleich zurück. Wenn du Vertrauen in eine fachmännische Reparatur hast und dann beruhigt mit dem Auto leben kannst - warum nicht reparieren lassen...?


    Ich persönlich würde den Wagen zurückgeben und auf "Nummer Sicher" gehen, mir wäre das Risiko zu groß mich später mit Scherereien herumzuschlagen. Wenn du nach ein paar Monaten oder ein paar tausend km Nutzung Probleme bekommst, hast du im Zweifel den schwarzen Peter nachzuweisen dass die Fehlbetankung die Ursache ist. Wenn die Gegenseite dann einfach mal die Schutzbehauptung aufstellt dass dein Fahrverhalten ursächlich sei, bist du der Dumme, der den Nachweis führen muss...

    Zitat

    Original geschrieben von Kanalratte
    Wobei man noch erwähnen muss, dass die Zöllner das auch schätzen können. Das die dann höher schätzen versteht sich von selbst....


    Schätzung ist aber nur die letzte Möglichkeit der Zollwertermittlung, vor deren Anwendung alle anderen Varianten erfolglos gewesen sein müssen und keinen Zollwert hergegeben haben:


    1. Transaktionswert der importierten Ware
    2. Transaktionswert gleicher Waren
    3. Transaktionswert vergleichbarer Waren
    4. Rückschluss aus dem Verkaufspreis im Importland (deduktive Methode)
    5. Rückschluss aus den Produktionskosten der Ware
    6. Schätzung


    Die Wahrscheinlichkeit dass es zur Schätzung kommt ist bei gängigen Waren eher klein weil es ausreichend Vergleichsmöglichkeiten gibt und damit eine der vorausgehenden Methoden erfolgreich sein dürfte.

    Maßgeblich ist der Wert der Ware. Normalerweise muss dem Paket eine Rechnung beiliegen und was da ausgewiesen wird ist der Warenwert - sofern er nicht völlig unrealistisch ist.


    Wenn keine Rechnung dabei ist stehen die Chancen gut - oder eher schlecht - dass du doch zum Zoll musst weil das Paket dann vielleicht nicht abgefertigt wird. Vielleicht hast du Glück und sie schieben es doch durch...


    Ohne Rechnung musst du den Warenwert nachweisen, wobei einfache Behauptungen eher schlecht sind. Am Besten hast du Ausdrucke deines Email-Verkehrs oder Ebay-Ausdrucke dabei. Der Zoll hat ggf. auch mal schnell ins Netz geschaut um den Wert dieses Gerätes zu ermitteln, ich würde da also nicht irgendwelche Summen angeben, die jeder mit 3 Klicks als unwahr entlarven kann. Andererseits wollen die eben wissen was du konkret bezahlt hast, also dem Zöllner sagen "schau doch gleich ins Internet" um selber keine Ausdrucke mitbringen zu müssen, wird nicht funktionieren.


    Bei Sendungen von einer an eine andere Privatperson wird man das immer als private Kleinsendung ("Geschenk") sehen, egal ob es tatsächlich eins ist oder nicht. Es sei denn es wird aufgrund von Kaufunterlagen klar dass man keine Geschenksendung daraus machen kann.


    Was ja schon gesagt wurde: du zahlst keinen Zoll, aber 19% Einfuhrumsatzsteuer (auf Warenwert UND Transportkosten) - wenn es als gewerbliche Sendung betrachtet wird. Wenn es als Geschenksendung durchgeht: bis 45 EUR Warenwert ganz ohne Abgaben, zwischen 45 und 350 EUR Wert 13,5% Abgabe nur auf den Warenwert.

    Ich wohne in der Nähe einer Großstadt und bin seit 1 Jahr auch ohne Auto. Es klappt problemlos - obwohl ich nicht mitten in der Innenstadt, sondern sogar 10km außerhalb (aber mit relativ guter ÖPNV-Anbindung) lebe.


    Solange ich noch einen Wagen hatte fand ich es unvorstellbar mal kein Auto mehr zu haben. Die Freiheit, jederzeit überall hin zu kommen, und auch weil das Auto ja sowas wie ein 2. Wohnzimmer ist, fand ich prima und hatte deswegen auch eine Bindung zu dem Auto.


    Als der TÜV dann fällig wurde, dazu ziemlich teure Reparaturen hätten gemacht werden müssen und zugleich auch die Steuer bezahlt werden musste, war der Wagen wegen klammer Finanzlage nicht mehr zu halten. Ich habe dann lange nach einem alten Kleinwagen als Alternative gesucht um wenigstens überhaupt weiter mobil zu sein. Leider ging dann keine Rechnung so auf, wie ich das gerne gehabt hätte, und so stand ich dann ohne Auto da.


    Jetzt, 1 Jahr später, bedauere ich zwar manchmal dass die totale Freiheit, die ich mit einem Auto hätte, etwas eingeschränkt wurde. Das ist aber nur ein Gefühl und sachlich nicht zu halten. Klar kann ich nicht jetzt und hier vor der Haustür einsteigen. Aber realistisch: würde ich das denn überhaupt tun wenn ich ein Auto hätte? Nein... insofern ist es kein wirkliches Argument.


    Handfeste Argumente sind aber dass mir kein Großstadt-Assi vor der Tür den Wagen beschädigt und ich ohne Ende Geld spare. Die Unterhaltskosten sind heutzutage horrend. Ein paar hundert Euro jeden Monat, nur um ein Auto zu haben... obwohl man es nicht wirklich braucht, es auch beim Herumstehen Geld kostet und mit der Zeit nur Wert verliert? Nee, das bringt nix. Es sei denn man hat Geld zu verschenken...


    Auf einen alten Japaner würde ich gar nicht umsteigen, weil dann büßt du dein geiles Auto gegen eine Schrottkiste ein und zahlst weiter teures Geld für ein Auto, das du nicht brauchst, und gurkst aber schlechter herum als bisher. Also wenn Auto - dann den A2 behalten.


    Wenn kein Auto, dann entweder einen guten und im Unterhalt preiswerten Roller kaufen, oder du nutzt die sonstigen Alternativen. Es ist durchaus spaßig ab und zu im Taxi zu fahren, oder am WE irgendein schönes Auto zu mieten und sich ein spannendes Auto zu gönnen.


    Diesen leichten Anflug von "wär' aus Prinzip schön ein eigenes Auto vor der Tür zu haben" vergesse ich jedes Mal ganz schnell wieder wenn ich mir vor Augen halte wie viel preiswerter und sorgenfreier das Leben ohne Auto jetzt ist. Das hat schon was... und man gewöhnt sich wirklich dran.


    Also wenn du eh schon drüber nachdenkst und nicht so drauf bist dass "kein Auto haben" ein totales No-go für dich wäre - dann würde ich mir ernsthaft überlegen den A2 zu verkaufen und es ohne Auto zu probieren. Man gewöhnt sich schnell dran und du sparst echt viel Geld und "Sorgen" wie Parkplatz, "Sicherheit", TÜV, Werkstatt, Knöllchen, Ärger über Benzinpreise, Wertverlust etc.


    Aber steig' nicht um auf eine alte Karre, weil das ist sinnfrei.

    Ich kenne die Beamten und Abläufe der UPS-Gruppe am Flughafen Köln/Bonn. Da CGN der UPS-Europa-Hub ist geht dort auch die Post ab. Wer dort als Zöllner in der Abfertigung sitzt wird permanent mit elektronischen Anträgen zugeballert. 3, 4 Zöllner, die die Anträge von 70 Zolldeklaranten auf den Schirm bekommen, kurz drüberschauen und entscheiden müssen ob die Sendung freigegeben wird oder nicht. In Sekunden zu erfassen ob der Antrag ok ist und die Ware korrekt deklariert, dazu alle BEstimmungen eingehalten... das ist kein Job zum Füße-hochlegen, sondern die müssen richtig ackern.


    DHL hatte dort auch lange eine - wenn auch kleinere - Dependance, aber die sind nach Leipzig/Halle abgewandert.


    FedEx ist noch in Frankfurt, startet demnächst aber auch eine Importabteilung in Köln.


    Wer als Zöllner aber nicht die A-Karte zieht und in einer anderen Abteilung der Postabfertigung landet (VuB-Gruppe etc.), hat sicher einen lockeren Job beim Zoll.

    Zitat

    Original geschrieben von IceAce
    Moin
    Die Pauschalisierung der Abgaben gilt durchaus für den Reiseverkehr.


    Das freut mich für den Fragensteller - und mich auch, denn der Zoll schafft es durch die Vielzahl der Bestimmungen immer wieder einem bisher unbekannte Regeln nahe zu bringen. So wird es niemals langweilig da das Potential an Regeln unerschöpflich ist... :top: