Es wird alles ein bisschen zu hoch gehängt.
Natürlich haben Schumachers keine "Pflicht", die Fans zu informieren. Aber der Mann ist als A-Promi eine Person der Zeitgeschichte und der Unfall war von Interesse für die Öffentlichkeit. Wenn Schumi in der Formel 1 ins Bild fuhr oder eine Szene im Rennen hatte gingen die Stimmen der RTL-Kommentatoren immer aufgeregt in die Höhe. Er war nicht einer unter vielen Rennfahrern, sondern er wurde immer als "unser Michael" präsentiert.
Nun passiert ein Unfall und weder die Fans noch die Finanziers bekommen überhaupt noch irgendeine Aussage, wie es dem Mann geht.
Ich finde das befremdlich. Man würde sich auch im privaten Umfeld wundern wenn sich jemand, den man über Jahre hinweg kennt und in Kontakt war, plötzlich nicht mehr meldet und keinerlei Lebenszeichen, Erklärungen, was los ist, etc. abgibt.
Wir reden nicht über zu persönliche Bilder und Details eines möglicherweise als Pflegefall hilflosen Menschen, aber eine grundsätzliche Information zum Stand der Dinge ist man langjährigen Wegbegleitern - dazu gehört die Öffentlichkeit - durchaus "schuldig". Einerseits Nutznießer des Prominentenstatus zu sein, dann aber in einer unangenehmen Situation nichts mehr davon wissen zu wollen, dass der eigene Marktwert (als Sportler, aber auch als Werbeträger und Merchandising-Verdiener) auch der Popularität geschuldet ist, passt nicht zusammen.
Das Interesse an Schumi ist durch die Nachrichtensperre nicht abgeebbt, sondern köchelt vor sich hin bis wieder irgendwas bekannt wird. Paparazzi z. B. würden nicht mehr auf Jagd nach Informationen und Bildern gehen wenn es die offiziell gäbe...
Das Schumi-Management agiert ungeschickt, wenig sensibel und dumm gegenüber den Fans, die gerne wissen möchten, wie es dem Mann geht. Es wäre kein Problem und würde die Privatsphäre nicht verletzen, sondern schützen, wenn man ein paar Takte sagen würde.