Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Selbst wenn der Tata Nano sicher wäre und bei Crashtests auf der Höhe der Zeit wäre, und wenn er statt 4 Litern mit ausgefeilter Technik nur noch 3 Liter brauchen würde, dann würde er sich nur schleppend bis gar nicht verkaufen. Für die 500 Enthusiasten und Sparfüchse baut keine Autofirma sowas. Der Kunde in Deutschland hat ganz genaue Vorstellungen, wie das ideale Auto auszusehen hat, und das bietet der Nano, der Lupo 3L, der A2 1,2TDI, der Fox und der Smart CDI nicht.


    Der Kunde verlangt einen A4 Avant quattro mit Leder, Navi, Xenon, S-Line-Paket, Sitzheizung und Bose-Paket, mit mindestens 200PS.


    Du kannst sowas aber nicht auf den kleinen deutschen Markt beschränken - und selbst da stimmt diese Analyse nicht. Autokonzerne müssen global denken. Die Idee ist China und Indien mobil zu machen, die sind lange genug mit dem Fahrrad gefahren und drängen jetzt in eine automobile Zukunft, also gibt es dort ein unglaubliches Potential für Hersteller, die die Zeichen der Zeit erkennen. Die deutschen Autobauer erkennen sie allerdings allesamt nicht.


    Anstatt selber ein Auto nach den Anforderungen des asiatischen Marktes zu konstruieren überläßt man das Feld No-Names wie Tata. Wirklich sehr schlau! :flop: Es geht nicht um ein Produkt für 500 Freaks, sondern um "das" Massenprodukt für einen riesigen Markt, wo Millionen Einheiten an den Mann und die Frau gebracht werden können. Anstatt mitzumischen sitzen die Leute hier im Sessel und diskutieren warum es angeblich nicht funktionieren kann... Echt clever!


    Ansonsten will so ein Mini-Auto gar nicht mit dem aktuellen Golf konkurieren, sondern das ist ein Konkurrent gegen Fahrrad und Roller - und diesen weit überlegen, deswegen wird das der Knüller in den genannten Ländern werden. Das Schlechtmachen des Fahrzeugs verkennt also völlig was der Sinn der ganzen Sache ist und welches Potential darin liegt.


    Und ein weiteres: nicht mal hier in Deutschland kann sich die Masse der Leute Autos leisten, wie sie von den Herstellern angeboten werden. Einen Neuwagen zu kaufen können heute viele Menschen nicht mehr, und das sind nicht etwa nur ein paar Pechvögel, sondern selbst für normal arbeitende Menschen sind die hier feilgebotenen Neuwagen kaum noch bezahlbar.


    Das schlägt in Deutschland noch nicht so deutlich durch weil die Autofahrer hier völlig verrückt sind, da wird bei minimalsten Kratzern ein riesiger Weltuntergang gemacht. Die 99% der restlichen Weltbevölkerung denken wahrscheinlich dass deutsche Autobesitzer nicht ganz sauber ticken - und sie haben auch Recht damit. Autos sind für viele Leute die zweitteuerste Anschaffung, die sie je in ihrem Leben machen - und das auch nur wenn sie ein Haus bauen oder eins kaufen. Für viele ist das Auto die teuerste Anschaffung ihres Lebens und es gibt genügend Menschen, die sich das Auto im Monat mehr kosten lassen als ihre Wohnung oder Lebensmittel. Sicher, jeder kann sein Geld ausgeben wie er will, aber krank ist das schon.


    Nur wird die wirtschaftliche Situation auch hier auf lange Sicht erzwingen dass die Leute Autos fahren, die sie sich leisten können. Sehr viele Menschen leben hier über ihre Verhältnisse, und Autos sind da sicher ein wichtiger Faktor. Aber je knapper die Reserven im Geldbeutel werden um so mehr werden die Leute auch hier vernünftig und verstehen dass es primär darauf ankommt überhaupt einen zuverlässigen, bezahlbaren und unterhaltbaren Wagen zu haben, und diese Paranioa um den größten, schnellsten, neuesten Wagen, für den man sich fast umbringt wenn er ein Kratzerchen abbekommen hat, da wird auch der Deutsche irgendwann mal auf den Boden der Tatsachen zurückkommen müssen. Und so schlecht ist das auch gar nicht, damit die Leute mal wieder den Blick für's Wesentliche bekommen.


    Klar will jeder gerne einen A4 fahren, nur können sich die meisten den gar nicht leisten.


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    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Oder einen Roadster, oder einen SUV, oder eben ein schnelles Coupe, mit o.g. Austattungen. Und solange man sich sowas noch leisten kann (Leasing, Finanzierung etc), fährt man es auch, und wenn man nur auf 30qm wohnt, Primana-Spaghettimischung von Aldi frisst und die Kinder in Gummistiefeln rumlaufen müssen, weil für richtige Schuhe kein Geld mehr übrig ist.


    Der Deutsche schämt sich in Grund und Boden, würde er mit einem Nano gesehen. Weil Auto=Status, Freiheit, Anerkennung, Potenzersatz, was man gerade so will.


    Zu spät gelesen - du schreibst es ja selber!


    Vielleicht ist es deswegen aber durchaus gut wenn die teuren Autos für die Masse unbezahlbar werden, damit auch die Deutschen sich mal eine Landebahn suchen und wieder auf den Boden kommen...

    Mich wundert einfach dass die etablierten Hersteller diesen Markt völlig ignorieren. China und Indien würden explosionsartige Gewinnchancen bieten wenn man sich dort mit Autos in den Markt einbrächte, die den dortigen Anforderungen entsprechen. Und wenn man dann noch Motoren mit modernster, umweltschonender Technik einbaut wäre dem Umweltschutzgedanken auch mehr Rechnung getragen als wenn man den Verbrauch eines Cayenne um irgendwelche rechnerischen Durchschnittswerte senkt oder völlig bescheuerte Umweltzonen einführt!


    Hier verpennt die Industrie mal wieder völlig einen Trend und eine Chance tatsächlich etwas für die Umwelt zu tun.

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    Original geschrieben von seb99
    Das könnte ich aber auch nicht verstehen. 8500,- würde ich für keine der beiden Beulen ausgeben. Für 8500,- bekomm ich doch was 1A gebrauchtes, mit dem ich mich nicht auf der Straße schämen muss.


    Das ist die immer gleiche Diskussion. Für 8500 EUR bekommst du aber mit dem Dacia Logan einen Neuwagen, an dem weder Verschleißteile fällig sind, noch hat der irgendwelche sonstigen Macken, sondern das ist ein sehr einfaches, sonst aber solides und zuverlässiges, dazu im Unterhalt absolut sparsames Auto. Gerade im Posten "Unterhalt" wirst du wenige Gebrauchte finden, die mithalten können - und eine alte Schüssel hast du dann noch dazu, für teurere laufende Kosten.


    Du kannst zwar für den gleichen Anschaffungspreis Geld einen Gebrauchten bekommen, der ist dann aber mindestens 10 Jahre alt und entsprechend Verschleißteile- und Reparaturanfällig. Das um so mehr als in den meisten Autos eigentlich überflüssige Technik werkelt, während im Logan nichts kaputt gehen kann, was nicht da ist. Und manche Dinge braucht man nicht wirklich, sie sind zwar vielleicht bequem, aber man muß sie nicht haben. Aber sie können Defekte bekommen und ihr Gewicht muß bewegt werden, was sich letztlich im Verbrauch wiederspiegelt.


    Auch wenn der Wagen in Rumänien gebaut wird, man liest bei Motor-Talk und anderswo immer wieder dass das ein absolut zuverlässiges Auto mit viel Platz ist, das keinen Luxus bietet, aber alles an Bord hat, was man zum ordentlichen Fahren braucht. Aber es klappert nichts und die Verarbeitung stimmt.


    Wenn man sich die Preisentwiclung anschaut versteht man auch warum sich das Auto verkauft wie geschnitten Brot: weil die Mehrzahl der Menschen sich heute kein neues Auto mehr leisten kann, es ist ein Preisniveau erreicht, das für viele nicht mehr realistisch ist und nicht jeder sieht ein sich für Alltagsgegenstände wie ein Auto jahrelange Kredite ans Bein zu hängen.


    Sicherheitstechnisch kommt der Wagen nicht an die modernen Spitzenreiter heran, das ist der eigentlich kritische Punkt. Wobei man auch hier sagen muß: der Vergleich sind nicht aktuelle Neuwagen gleicher Größe, weil wer einen Dacia Logan kauft hat als Vergleichsalternative nur den 10 Jahre alten gebrauchten Kleinwagen - und der wird im Crashtest kaum besser dastehen. Insofern ist das auch immer relativ zu sehen.
    Es zeigt sich dass diejenigen, die bei Dacia zuschlagen, ansonsten kleine Gebrauchte im Bereich 2000-3000 EUR kaufen würden, nun aber lieber einen Neuwagen für 8500 EUR finanzieren. Ich glaube nicht dass man in einem mindestens 10 Jahre alten 2000-EUR-Kleinwagen besser wegkommt wenn es kracht.


    Ansonsten beweisen die Berichte der Besitzer und die Verkaufszahlen dass Renault hier absolut ins Schwarze getroffen hat weil es einen riesigen Markt für das Auto gibt. In manchen Ländern wurde er zeitweise gebraucht teurer gehandelt als neu weil die Produktion an Neuwagen nicht mehr nachkam...


    Und schämen braucht man sich generell sicher nicht, erstmal aus Prinzip nicht und zum anderen auch deswegen nicht weil wir reden hier über einen Neuwagen!

    Ich habe eine Speicherkarte über Amazon gekauft, geliefert wurde aber über einen anderen Shop (namens Avides...).


    Blöderweise beherrscht die Karte nicht das Fiormat, welches ich brauche (da gibt's wohl einen neuen Standard :()


    Wie geht das jetzt mit der Rücksendung, läuft das über Amazon oder muß ich mich direkt an diesen Händler wenden? Auf dessen HP finde ich keine genaueren Angaben zu Rücksendungen. Die Frage ist auch ob die sich so kulant zeigen wie Amazon selber. Was ist das eigentlich für ein Konstrukt, dass da Dritte Waren über die Amazon-HP anbieten? Bei wem kaufe ich dann eigentlich? Die Rechnung ist von Avides ausgestellt, demnach bin ich wohl deren, und nicht Amazon-Kunde bei diesem Kauf...?

    Naja, die Leute werden nicht nach Intelligenz ausgesucht - bzw. doch, aber in dem Sinne dass "zu schlau" der Quote schadet.
    Ich denke dass man Typen will, die optisch auffallen - möglichst schöne Körper plus 1, 2 "Quoten-Dicke" und ansonsten "Hauptsache auffällig" - z. B. durch Tattoos. Damit meine ich nicht den einen besonders auffällig Tätowierten, sondern dass die Kandidaten überproportional oft bemalt sind.
    Außerdem nicht allzu schlau, aber dafür Selbstdarsteller mit großem Maul, weil nur dann ist garantiert dass ausreichend dumme Sprüche rauskommen, die das Publikum unterhalten.

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    Original geschrieben von Siemensanier
    Und hierzu zählt nunmal auch das FriseurHandwerk. Es gab auch hier Aldis die es dem Verbraucher ermöglichten an dieser Ausgabenseite zugunsten beispielweise der steigenden Medienausgaben zu sparen.


    OK, nur an der Stelle, wo etwas nicht mehr ausreichend produktiv ist, müßte der Dienstleister doch aus eigenem Interesse gegensteuern. Das heißt: wenn Friseur Meyer erkennt dass es nicht mehr funktioniert kann die Konsequenz doch nur sein dass der Preis seiner Dienstleistung steigt - und nicht dass er auf der eigenen Seite bis zur Selbstaufgabe Kosten drückt und seine Mitarbeiter mit Dumpinglöhnen verarscht.


    Gerade in dieser Branche wäre gut zu vermitteln dass es weder Verlagerung nach Asien noch "Maschine ersetzt Mensch" gibt, es wird auch niemand einen ungelernten Polen/Rumänen/Tschechen an seinen Kopf lassen, sondern hier muß ein gut ausgebildeter, kompetenter Facharbeiter auf deutschem Handwerkslohn-Niveau bezahlt werden und deswegen kostet eine Haarschnitt einfach einen bestimmten Preis.
    Wenn diesen Preis nicht nur ein Betrieb nimmt, sondern die Friseurinnung Sachsen Süd und auch alle anderen dafür sorgen dass alle Betriebe ihres Gebietes realistische Preise verlangen - wo wäre das Problem? Die Friseure müßten es einfach nur tun.


    Es ist ja "nett" wenn man den Verbrauchern niedrige Preise beschwert, aber das kann ja nicht endlos gehen. In jeder anderen Branche tun Betriebe auch das ganz Normale, nämlich dem Kunden die tatsächlich entstandenen Kosten selbstverständlich in Rechnung stellen.


    Ob man dabei eine ganz individuelle Abrechnung durchführt, also die Zeit des Haarschnitts mit der Stoppuhr mißt und abrechnet, oder Pauschalpreise verlangt - Herrenhaarschnitt X EUR - ist ja am Ende egal wenn der Pauschalpreis im Durchschnitt genauso kostendeckend ist.


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    Original geschrieben von Siemensanier
    Kleine Ahnung wielange dein Haarschnitt durchschnittlich im Monat dauert. Aber im Grunde müßte man bereit sein, wenn der Haarschnitt z.B. eine halbe Stunde dauert, für diesen auch den Gegenwert einer durchschittlich halbstündigen Produktivitätsstunde hinzulegen. Und hier wären nun unsere Statistiker gefragt, abzuklären was die Volkswirtschaft durchschnittlich in einer halben Produktionsmann- bzw. Frau- Stunde erwirtschaftet. Leider berücksichtigt die Marktwirtschaft keinen Ausgleichsfaktor zwischen überlebensnotwendigen Bedürfnissen und solchen des persönlichen Statuszuwachses.


    Letztlich ist es aber egal was eine halbstündige Produktion anderswo kostet weil der Friseur individuell für seinen Laden kostendeckend arbeiten muß. Da wird es dann ein gewisses Preisniveau geben in dem sich, mit gewissen Toleranzen, jeder ordentlich geführte Betrieb bewegen wird.


    Der Verbraucher kann das doch nur bezahlen, sich Zotteln wachsen lassen oder selber schneiden. Die beiden letztgenannten Varianten sind für die Masse untauglich, also würden die Leute bezahlen was verlangt wird. Sie tun es überall sonst ja auch, man zahlt an jeder anderen Stelle auch das, was Anbieter von einem verlangen...

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    Original geschrieben von Siemensanier
    Eine Gesellschaft ohne Frisöre würde sehr zottelig aussehen. Daher scheint eine Produktivität dieses Berufsstammes nachweislich zu bestehen.


    Ja, und ich frage mich immer wieso Friseure das nicht schaffen, was andere Handwerker eben doch schaffen: nämlich ihre Preise so zu justieren dass damit genügend Marge erwirtschaftet wird.


    Wenn der Klempner kommt oder mein Auto in der Werkstatt steht zahle ich später auch eine Rechnung, die zum einen den Zeitfaktor der Arbeit und somit die Unkosten des Mitarbeiters wiedergibt, zum anderen Materialkosten und zum dritten anteilig diverse Vorhaltekosten wie Werkzeug, Ladenmiete, etc. abdecken muß.
    In anderen Branchen geht es. Warum nicht bei den Friseuren? Wenn ein Herrenhaarschnitt gewisse Unkosten verursacht muß die Rechnung entsprechend ausfallen, wenn's mit 15 EUR nicht machbar ist kostet der Friseurbesuch eben 20 EUR. Das muß der Kunde hinnehmen, er zahlt in jeder anderen Branche ja auch angemessene Rechnungen.


    Wenn ein paar Leute dann tatsächlich seltener zum Friseur gehen - OK, dann sollen sie das tun. Vielleicht stehen dadurch auch ein paar Friseure auf der Straße, aber dafür verdienen diejenigen, die arbeiten, ein angemessenes Gehalt. Und so gehört es sich auch.
    Ich glaube aber nicht dass dann die Anzahl der Friseurbesuche einbricht, denn die Eitelkeit der Leute ist prinzipiell hoch und wegen etwas höheren Kosten wird kaum jemand ungepflegter herumlaufen wollen. Es wird zwar vielleicht anfangs über die deutlich gestiegenen Preise geschimpft, aber bezahlt werden sie dennoch.


    Ich kenne nun nicht die speziellen Unkosten eines Friseurbetriebs, aber verglichen mit diversen anderen Branchen scheint es mir tatsächlich schwer machbar einen Herrenhaarschnitt, der 10 Minuten Zeit eines Handwerksgesellen erfordert, wo zudem Werkzeug (Scheren, Kämme, et.) erforderlich ist und der Laden unterhalten werden muß, für 15 EUR anzubieten. Eine solche Kalkulation erscheint mir schon auf den ersten Blick kaum realistisch wenn der Mitarbeiter fair bezahlt wird und die üblichen Lohnnebenkosten anfallen.

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    Original geschrieben von bernbayer
    Es wird hier so getan, als würden in Deutschland nur Hungerlöhne gezahlt. Die meisten Arbeitnehmer haben einen ordentlich bezahlten Arbeitsplatz und das ist auch gut so.


    Das sehe ich nicht so. Sicher gibt es auch diejenigen mit ordentlichem Verdienst, aber der Trend geht seit langem zu den Extremen. Die klassische Mittelschicht der Gesellschaft wird kleiner, wärend die Superreichen und die prekär lebenden Bevölkerungsgruppen zunehmen.


    Dazu kommt dass die Gefahr des Absturzes heute viel größer ist als früher. Wer seinen Job verliert, nach einer Scheidung Unterhalt zahlen muß oder alleinerziehend ist, wer krank wird, wer bei Arbeitsplatzverlust nicht mehr ganz jung ist, läuft große Gefahr rasend schnell auf die unterste Ebene zu fallen. Man fällt nicht ein bisschen zurück, sondern es geht ruckzuck ganz abwärts.
    Vielen Menschen macht das Angst weil niemand kann garantieren dass er nicht krank wird, dass er seinen Job nicht verlieren wird, dass seine Ehe gut geht. Selbst wenn alles gut geht - allein schon Kinder zu haben ist ein Armutsrisiko. Das ist pervers, um so mehr als gerade dieses Land sehr dringend auf Kinder angewiesen ist.


    Es gibt Menschen, die in irgendwelchen Fortbildungs-, Umschulungs- oder anderen Maßnahmen stecken und die somit nicht in den üblichen Arbeitsmarktzahlen erscheinen. Manche beantragen aus Scham keine zusätzlichen Leistungen obwohl sie anspruchsberechtigt wären. Manche Menschen (beispielsweise Mütter, deren Kinder inzwischen zur Schule gehen) würden arbeiten wenn sie einen adäquaten Job finden würden, da sie aber keine Stelle finden muß zwangsläufig das Gehalt des Mannes reichen - auch die sind in keiner Statistik repräsentiert, werden nicht erfaßt, aber es gibt sie. Oder manche Alten, die eigentlich noch ein paar Jährchen berufstätig wären wenn sie eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten - da sie aber keine Chance haben verschwinden sie in der Rente oder Überhangslösungen, um bis dahin irgendwie zu überbrücken. Oder Lebenspartner, die als Hausfrauen/Hausmänner/"Privatiers" vom Partner mitgeschleppt werden, eigentlich aber gerne selber etwas verdienen würden wenn sie ein Jobangebot wahrnehmen könnten...


    Beachtet man diese Dunkelziffer kommt eine beträchtliche Gruppe an Menschen zusammen, die alleine nicht klarkommen können und eigentlich auch arbeitslos und auf Unterstützung durch Dritte angewiesen sind, aber aufgrund ihrer Lebensumstände nicht als solche erfaßt werden. Die gelten theoretisch als "gut versorgt", aber auch nur deswegen weil sie an irgendjemandes Tropf hängen. Verlieren sie diesen Bezug sind sie ruckzuck in einer ganz dummen Lage weil sie alleine keineswegs mehr zu der von dir genannten gutbürgerlichen Gruppe gehören...


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    Original geschrieben von bernbayer
    Es gibt aber auch Arbeit dich sich nur bis zu einer bestimmten Höhe des Lohnes rechnet, da kann man nicht einfach diesen Lohn durch den Staat künstlich hochsetzen.


    Aber der Staat kann dann auch nicht durch Steuergelder, nämlich ALG-Zuschuß, derartige Arbeit am Leben halten obwohl diese Jobs sich nicht tragen. Das ist doch genauso ein Eingriff ins Wirtschaftssystem, nur von der anderen Seite her...


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    Original geschrieben von bernbayer
    So ein Arbeitsplatz verschwindet oder die Arbeit wird schwarz verrichtet oder der Mindestlohn wird durch Umgehungstatbestände ausgehebelt.


    Ja - aber dann muß der Arbeitsplatz angemessen bezahlt werden. Oder er fällt weg, aber dann war er auch nicht wirtschaftlich und es ist korrekt dass er wegfällt. So funktioniert Marktwirtschaft nun mal.


    Mißbrauch jeder Art ist illegal und deswegen ist das kein faires Argument. Sicher ist diese Gefahr gegeben, da liegt es an der Politik sowas durch konsequente Anwendung der dafür vorgesehenen Gesetze zu vermeiden.


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    Original geschrieben von bernbayer
    Nur hier sollen doch dann Kombilöhne greifen Niemand will doch z.B. Kombilöhne für Branchen,wo bereits durch Tarifverträge gut bezahlte Löhne existieren, wie zB in der Metallindusrie. Die können auch gute Löhne bezahlen, weil die Produktivität entsprechend ist. Das gilt für viele weitere Branchen.


    Um die geht's ja nicht, wo eh schon ausreichend bezahlt wird stellt sich die Frage nach dem Mindestlohn nicht mehr.


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    Original geschrieben von bernbayer
    Es sagen doch auch die führenden Wirtschaftsinstitute, daß ein Mindestlohn kontraproduktiv ist. (z.B. Prof. Sinn) Manche wissen es halt besser, als die Experten.


    Sinn ist kein Papst, der den Anspruch auf Unfehlbarkeit haben kann, vor allem ist er sehr ideologisch unterwegs. Mir ist Prof. Hickel aus Bremen wesentlich sympathischer, und was der sagt klingt komplett anders und ist viel näher an der gefühlten Wahrnehmung der Menschen als das, was der Sinn verzapft.