Bernbayer, willst du trollen oder kannst du etwas Sinnvolles bringen um die vorgetragenen Pro-Mindestlohn-Argumente zu entkräften?
Ich hätte übrigens gerne mal die Telefonnummer oder Emailadresse deines Chefs. Wenn der wüßte was du hier verzapfst kann er dich ja ab morgen auf einen Stundenlohn von 1 Cent setzen, und den Rest, damit du leben kannst, kannste beim Arbeitsamt holen - oder auch nicht, denn das hat auch keine Gelddruckmaschine im Keller stehen.
Wo ziehst du denn die Grenze, was ist das Mindeste, was jemand verdienen soll? Wer zahlt für den Lebensunterhalt derjenigen, die selber nicht genügend Geld bekommen? Was sagst du dazu dass der Steuerzahler die auf Dumpinglöhnen basierenden, eigentlich sonst nicht funktionierenden Geschäftsmodelle windiger Unternehmer bezahlt? Wie erklärst du einem Arbeitnehmer, ja der Gesellschaft überhaupt, dass da jemand arbeiten geht und weniger Geld hat als ein anderer, der nichts tut und über die sozialen Sicherungssysteme allein schon wesentlich mehr zur Verfügung hat?
Das, was Aufstockern und Extrem-Geringverdienern zugezahlt werden muß, muß irgendwer erwirtschaften. Also im Klartext: die meisten von uns hier schuften als Steuerzahler für andere mit, und zwar nicht für wirklich Bedürftige, die wirklich nichts haben, sondern dafür dass Springer und andere sich noch mehr Kohle in die Taschen stopfen können anstatt ihre Mitarbeiter, also z. B. die PIN-Briefträger, korrekt zu bezahlen... Das ist weder gerecht noch kann das Sinn der Sache sein. Ich würde das von mir verdiente Geld ganz gerne alleine verprassen und der geringverdienende Arbeitnehmer möchte für das, was er geschuftet hat, auch gerne ausreichend bezahlt werden und nicht weiter als Bedürftiger dastehen, der bei anderen betteln muß um leben zu können.
Dieses Gespenst des Arbeitsplatzabbaus ist blanker Unsinn, weil selbst wenn das passiert war es eben unumgänglich weil eine Dienstleistung, ein Geschäftsmodell, nicht rentabel war - und dann mußte es sowieso vom Markt verschwinden.
Mir geht es in der ganzen Diskussion nicht darum wie hoch der Mindestlohn nun sein soll, ob es 10 Cent mehr oder weniger sind. Es geht ums Prinzip, das da lautet dass in einer Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage regulieren.
Ein Job, der sich selber nicht trägt, MUSS verschwinden weil ansonsten das ganze System über den Haufen geschmissen wird und pleite gehen wird.
Die immer diskutierten Jobs werden aber nicht einfach so verschwinden weil es nicht so kommen wird dass sich keiner mehr die Haare schneiden läßt, nichts mehr bewacht wird oder Aufgaben massenweise auf andere Kontinente verlagert werden können.
Mal abgesehen davon dass sowieso nicht alle Branchen mal eben so in die Schwarzarbeit abwandern können müßte es allerdings flankierende Maßnahmen geben um derartige Versuche von vorneherein zu unterbinden.
Jedes Kind weiß dass die Lohnnebenkosten hierzulande zu teuer sind, schon jetzt zuviel Schwarzarbeit stattfindet, und dann muß die Politik darauf endlich reagieren und die Lohnnebenkosten senken. Das sorgt nebenbei für mehr Kaufkraft aller Arbeitnehmer, bessere Stimmung im Land (die ist nämlich sehr mies, die Leute machen sich trotz Aufschwungs, der nicht bei ihnen ankommt, Zukunftssorgen) und macht es für Unternehmer interessant Mitarbeiter einzustellen.
Abgesehen davon muß einfach der Wert von Arbeit neu definiert werden. Einen Straßenfeger schief anzusehen und als minderwertigen Hilfsarbeiter zu definieren ist schlichtweg menschenverachtend - und auch total unnötig. Man könnte ihn auch als Fachmann auf seinem Gebiet betrachten, der in seinem Bereich einen guten Job macht, und der auch stolz darauf sein kann dass er in seinen 40 wöchentlichen Arbeitsstunden genauso Leistung erbringt wie jeder andere auch in seiner Arbeitswoche.