Beiträge von Printus

    Amerikaner:


    Nee, klappt nicht. Das kann man bedauern, aber viele Menschen ticken einfach so dass sie mit Freiheiten nicht umgehen können.


    Es gibt sicher viele, die können es, die übernehmen Verantwortung, wissen, wo ihre Grenzen sind und sehen sich im Verhältnis zur Umwelt. Aber es gibt eben immer zu viele Quertreiber, die mit der Verantwortung von Freiheiten nicht umgehen können und diese als Freibrief nehmen zu tun und zu lassen was sie wollen.


    Bezogen auf das Autobahnbeispiel: würden die Schnellen einfach akzeptieren dass sich auch mal ein Sonntagsfahrer oder Linksfahrer auf die linke Spur verirrt, weil manche Menschen nun mal Oberlehrer oder Raffnixe sind, und umgekehrt die Langsamen akzeptieren dass andere maximal schnell auf der linken Spur weiterkommen wollen, könnte es funktionieren.


    Die Realität ist aber dass die einen die anderen behindern und sich jeder provoziert fühlt. Die einen fahren extra lange links und bremsen noch weiter ab, die anderen drängeln und blenden auf.


    Also funktioniert es nicht weil die Leute mit den Freiheiten nicht umgehen können.

    Die Zollsätze sieht man auch nicht auf der Zollseite, sondern in der Elektronischen Zolltarifauskunft (EZT). "Kleidung" gibt es dort aber auch nicht, Du mußt schon haargenau und bis ins kleinste Detail genau bestimmen welche Kleidung da kommt.


    Ist sie gewirkt oder gewebt/gestrickt? Für Männer? Für Frauen? Aus welchem Material? usw. usw.


    Generell hat Kleidung sehr hohe Zollsätze, meistens sind es 12%. 19% Einfuhrumsatzsteuer kommen auch noch dazu - jeweils auch auf die Versandkosten, und der Zollbetrag wird zusätzlich auch noch versteuert...


    Kleidung zu importieren ist sauteuer.

    Zitat

    Original geschrieben von Ochsenkopf
    Die Frage ist also: Wieviele Tote nehmen wir in Kauf? Am besten natürlich überhaupt keinen - aber dann müssen wir zu Fuß gehen. Wo also die Grenze ziehen?


    Die Frage ist absolut berechtigt. Man kann natürlich immer darüber nachdenken ob man noch ein paar mehr gerettet hätte wenn man mit dem Tempolimit noch etwas tiefer gegangen wäre...


    Letztlich gibt es dazu keine befriedigende Endlösung weil ein Tempolimit immer ein Kompromiss ist, dem eine Güterabwägung zugrunde liegt.


    Weil Mobilität aus unserer Welt nicht wegzudenken ist wird es nie eine befriedigende Antwort geben, dein Argument bzw. die Frage, ob jemand bei noch geringerem Tempo bessere Chancen gehabt hätte, wird immer bestehen bleiben.


    Allerdings: auch wenn man diese Frage nie beantworten können wird bzw. immer zustimmen muß - es ist ja kein Gegenargument dass man nicht zumindest schon mal ein bisschen entgegen kommt.

    Ihr versucht mir die Worte im Mund rumzudrehen. Ich habe das WTC-Beispiel nicht gebracht um den Terrorismus in die Diskussion zu werfen, denn das hat mit Tempolimit nichts zu tun. Mir ging es um die moralische Dimension, wie man "Tote hier oder da" betrachtet und in einem Fall schulterzuckend hinnimmt dass es eben passiert, und im anderen Fall ein großes gesellschaftliches Problem daraus macht, wenn man sich anschaut was die Politik inzwischen veranstaltet um dem einen Übel zu Leibe zu rücken, dem anderen aber nicht.


    Das Beispiel der Gurtpflicht zeigt eigentlich eher genau das Gegenteil: nämlich dass immer noch jeder 10. nicht angeschnallt durch die Gegend fährt.


    Die Idee, an die Vernunft der Menschen zu appelieren, funktioniert beim Autofahren nicht wie bei der Mülltrennung. Weil wenn es so wäre würden die Leute ja langsam fahren... Sie würden Treibstoff sparen, ihren Geldbeutel und das Material schonen, wären streßfreier und sicherer unterwegs. All das tun sie aber nicht.


    Eher wird es so gesehen dass die Autobahn der einzige Ort ist, an dem der freie Bürger noch vermeintlich selbstbestimmt unterwegs sein darf (was eine unsinnige Denkweise ist weil die Straßensituation, die Verkehrslage, Baustellen, Beschränkungen, generelle Verkehrsregeln auch ohne Tempolimit Spielregeln vorgeben). Es gilt vielen also als der letzte Ort, an dem man in gewisser Weise tun und lassen kann was man will.


    Aus Studien weiß man die Menschen sich in ihren Autos abgeschottet von der Umwelt erleben, sich fast jeder für einen guten Fahrer hält, Rücksichtnahme gerade in Deutschland fast nicht stattfindet weil jeder mit steigender Autogröße oder PS-Zahl denkt dass man ihm freie Bahn zu schaffen hat. Die "Rechthaberei" ist systemimmanent.


    Neben den Oberlehrern, die tatsächlich absichtlich links fahren um andere abzubremsen, gibt es aber eben auch viele Verlekrsteilnehmer, die nicht aus böser Absicht falsch fahren, sondern weil ihnen der Überblick fehlt. Das kann man zwar kritisieren, dem ist aber mit Gesetzen und Appellen an den Menschenverstand nicht beizukommen weil die Leute weniger in der Vernunft, als vielmehr ihren Möglichkeiten beschränkt sind.


    Appelle an den "guten Willen" wird weder bei Rechthabern, noch den freien Raser-Bürgern noch den Überforderten zum Erfolg führen. Wenn es funktionieren soll dann immer nur durch gesetzliche Maßnahmen.


    Auch bei der Mülltrennung oder anderen Umweltthemen klappt es deswegen weil die entsprechenden Maßnahmen entweder einfach vorgegeben wurden oder Abweichungen unendlich teuer wurden. Man zwang die Leute zum Umweltschutz, und nach einer Weile waren sie daran gewöhnt und dann war es in ihrer Welt etabliert.


    Beim Tempolimit ist das ebenso. Wenn das einfach beschlossen würde - was ich allerdings nicht annehme, obwohl ich dafür wäre - würde sich in den Köpfen festsetzen dass das einfach so zu sein hat und in ein paar Jahren würde keiner mehr daran denken. Es wäre ganz normal und akzeptiert dass man auf der BAB max. 130 fährt. Es käme niemand auf die Idee zu rechnen ob es schneller oder langsamer ginge, so wie jetzt niemand darüber nachdenkt wie lange man braucht wenn alle mit 250 oder alle mit 80 km/h führen. Die Fragen stellen sich gar nicht, so wie auch heute keiner mehr ernsthaft über die Gurtpflicht diskutiert.


    So wäre es auch mit dem Tempolimit. Es wäre einfach da und fertig...

    Zitat

    Original geschrieben von brasax
    @ printus


    was hat denn das wtc hier zu suchen? irgendwie verstehe ich die argumentation nicht, dass da 3000 leute gestorben sind. was hat das mit tempolimit zu tun?


    Es zeigt wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Wegen 3000 WTC-Toten wird ein riesiges Spektakel gemacht, nicht nur seitens der Amis, sondern auch hier bei uns.


    Zugleich nehmen wir es aber als gegeben hin dass jedes Jahr mehr als doppelt so viele Menschen im Straßenverkehr sterben, ohne dass ein Hahn danach kräht. Es wird einfach so akzeptiert.


    Die Haupt-Unfallursache ist übrigens überhöhte Geschwindigkeit. Und jetzt kommt nicht mit dem Argument dass ja nur schnell gefahren wird wo es geht oder dass man sich auch mit 130 totfahren kann. Die Wahrscheinlichkeit glimpflicher Unfallfolgen steigt bei niedrigeren Geschwindigkeiten.

    Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Und die neben den üblich Temposchwankungen zwischen 120 und 150 der meisten Fahrer, fallen die Schleicher wieder auf, die dann wegen der Begrenzung 100 fahren. Auf vergleichbaren Strecken wieder A63 sind die dann wenigstens mit 120 bis 130 unterwegs, weil der Rest auch schneller fährt. Einen besseren Verkehrsfluß kriegt man egal mit welchem Limit auf den vierspurigen Autobahnen nicht hin.


    Das liegt aber nur daran dass in den Köpfen eben auch auf begrenzten Streckenabschnitten weiter so gedacht - und somit auch gefahren - wird wie auf unlimitierten Autobahnabschnitten.


    Manchen geht auch auf limitierten Autobahnabschnitten kein Licht auf dass Mitschwimmen im Verkehrsfluss ein ruhigeres Reisen und sogar schnelleres Vorrankommen bedeutet, während ständige Spurwechsel und schnelles Auffahren einen nicht wirklich vorwärts bringen.


    Das könnte sich aber bessern wenn es ein generelles Tempolimit gäbe und auch die letzten deutschen Pisa-Versager verstanden haben dass "Reisen statt Rasen" der angenehmere Weg ist.


    Jopi, that's life. Manche Themen wecken mehr Interesse, andere weniger. Blöd für dich bei diesem Thema viele Seiten lesen zu müssen... Aber bisher läuft es doch ganz gesittet und wir diskutieren mit Argumenten. Dass engagierte Diskussionen auch polemisch geführt werden - tja, das ist nun mal so und das find' ich nicht schlimm. Das ist eben das Salz in der Suppe. Den Streichelzoo gibt's neben dem Kindergarten, aber wir sind hier nicht im Kindergarten... ;)

    Ich sehe noch nicht dass neue, revolutionäre Sicherheitssysteme eingeführt werden, und flächendeckend schon gar nicht. Viele Menschen fahren, weil sie nicht das Geld für ein modernes Auto haben, Wagen, die 15-20 Jahre alt sind. Selbst wenn jetzt sofort eine neue, narrensichere Technik zur Verfügung stünde, würden viele Menschen sie nicht nutzen können sondern erst in 20 Jahren teilhaben.


    Ich sag's mal so: du bist früher 73 und gibst die Pappe ab als dass auf Autobahnen niemand mehr ums Leben kommt.


    600km in 4 Stunden, und das in "bequemer Fahrt"? Nehme ich dir nicht ab.


    Außerdem ist es eben doch genau so wie du es abstreitest: der zeitliche Verlust, wenn man mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs ist, ist relativ gering. Wenn Du auf die Tube drückst und Spitzen von 200 km/h fährst schaffst du wegen der Geschwindigkeitsdifferenzen letztlich doch nur eine wesentlich geringere Durchschnittsgeschwindigkeit, denn du wirst immer wieder ausgebremst - um dann neu zu beschleunigen, die Umwelt bedankt sich dafür...


    Bei gleichmäßigerem Verkehrsfluß, der sich vermutlich im Bereich 130-150km/h einpegeln würde wenn es ein generelles Tempolimit auf 130 gäbe weil ja doch immer etwas schneller gefahren wird, würdest du garantiert nicht so sehr viel später ankommen. Wir reden über maximal 30 Minuten, wenn überhaupt.


    Nach wie vor kommen keine fundierten Gegenargumente wenn es um Umweltaspekte und die Sicherheit geht. Was heute im Vergleich zu früher war oder in 10 Jahren sein wird, oder wäre wenn alle moderne Autos hätten - das ist zu viel "hätte, wäre, wenn und aber", zu viel Theorie. Fakten, Fakten, Fakten!


    Fakt ist dass man bei höherem Tempo weit mehr in die Luft bläst als bei reduzierter Geschwindigkeit. Das ist ein Naturgesetz, auch das modernste Auto verbraucht mehr Treibstoff wenn es schneller fährt. Es ist wurscht ob es selbst dann weniger ausstößt als irgendeine alte Karre - es ist immer noch mehr als nötig.


    Fakt ist auch dass nun mal auch Drängler, Schnarchnasen, Linksfahrer, Omas, Opas, Hausfrauen und Überforderte unterwegs sind, denen kannst du 1000 Mal sagen dass es ein Rechtsfahrgebot gibt. Wenn sie doch links fahren, fahren sie links. Was theoretisch passieren sollte interessiert nur am Rande, maßgeblich ist die Realität - und die ist eben nicht so perfekt wie du es wünschst.


    Ach ja, bambi: Zu sagen dass man das Auto ja auch ganz abschaffen könnte ist einfach nur ein völlig unbeholfenes Totschlags"argument"; aber alles in Lächerliche zu ziehen wenn schlaue Argumente fehlen bringt dir nicht viel...
    Natürlich muß es eine vernünftige Abwägung geben zwischen Umwelt- und Sicherheitsaspekten und dem Nutzen, den Autos zweifellos auch haben. Es will ja auch keiner das Auto ganz abschaffen, aber seine Nutzung in Bahnen zu lenken, die sicherer und sauberer sind als bisher kann ja wohl nicht schaden. Ob das Limit dann 100 oder 130 km/h sind kann man unterschiedlich sehen; wichtig ist der Grundgedanke, dass man völlig unnötige Belastungen möglichst reduziert.

    Johnson, deine Beispiele sind aber die besten Argumente für das Tempolimit. Offensichtlich ist es trotz bestehender Gesetze nicht möglich einen ungefährlichen, einfachen, jedem nachvollziehbaren und teilnehmbaren Verkehrsfluß sicherzustellen. Es klappt eben nicht.


    Es ist am Ende egal ob es an Sonntagsfahrern, Rasern, Dränglern, Linksfahrern liegt. Fakt ist einfach nur dass das Fahren in Deutschland für die meisten Leute unangenehm und gefährlich ist weil sich sowohl die Schnell- wie auch die Langsamfahrer im bestehenden deutschen Straßenverkehr unwohl fühlen. Du ja auch, wie du schreibst.


    Wir haben relativ wenige Verkehrstote? Ja. Aber immer noch 7000 zu viel! Was spricht dagegen das weiter zu senken? Beim Einsturz der WTC-Türme starben ca. 3000 Menschen, wir leisten es uns dass mehr als doppelt so viele Menschen sterben, jedes Jahr, und niemand kommt auf die Idee daran etwas zu verändern? Das ist absurd!


    Also brauchen wir gar nicht kompliziert argumentieren, sondern die Quintessenz ist dann einfach: so wie es ist, funktioniert es nicht gut. Also muß etwas geändert werden. Ergo: Tempolimit.
    Funktioniert in allen anderen Ländern sehr gut. Was gibt es da noch zu diskutieren?


    Das ist eine reine "Es kann nicht sein was nicht sein darf"-Debatte weil "Freie Fahrt für freie Bürger" hier zur goldenen Kuh gemacht wird. Wenn man das mal hinterfragt, überlegt, wieso aus einem Tempolimit so ein Tabu gemacht wird, dann stellt man schnell fest dass null dahinter ist. Die Bürger sind trotz Tempolimit noch genauso frei und alle schlauen "Argumente" gegen das Tempolimit sind so unsäglich schlecht und schlimm dass es echt weh tut.


    Das alleine ist schon kaum auszuhalten. Es wäre ja halb so schlimm wenn es gute Pro- und Kontra-Argumente gäbe und man schließt sich einer Sichtweise an. Aber alles, was an Kontra kommt ist so unsäglich, dass mir Blut aus den Ohren fließt wenn sowas höre, und ich mir erstmal die Kräusel aus den Fussnägeln bügeln muß wenn ich es lese...