Beiträge von Printus

    Naja - ist ein Model-Foto... da sieht es gut aus, aber wir reden ja hier über den Alltag.


    Zitat

    Ist Ihnen mal aufgefallen, daß Adelige immer sehr blaß sind? Das liegt daran, daß sie immer so schwer tragen müssen. An der Last einer jahrhundertealten Familiengeschichte und an dem Ring, der sie erzählt: der Siegelring, das traditionsreichste aller Schmuckstücke.


    Leider tragen inzwischen auch Bürgerliche Siegelring und weil sie kein Familienwappen vorzuweisen haben, tragen sie den Ring pur, also ungeschliffen. "Kalte Platte" wird das zu Recht etwas abfällig genannt. Ganz Schlaue lassen ihre Initialen auf die Ringplatte gravieren, weil sie glauben, daß das fast aussieht wie ein Wappen. Tut es nicht.


    Quelle: http://www.welt.de

    Aber nochmal: ein Spontantäter plant nicht lange. Der rastet durch irgendein Ereignis aus und greift nach dem erstbesten, was er in die Finger kriegt. Wenn dann Schußwaffen greifbar sind - weil sie in jedem Haushalt herumstehen - geht es entsprechend schlimmer aus als wenn er "nur" ein Schweizer Taschenmesserchen zur Hand hat.


    Wer lange plant kann sich natürlich langfristig eine illegale Waffe beschaffen. Bei diesen Leuten passiert es aber oft nicht "einfach so", sondern die sind vorher schon auffällig und wenn ein aufmerksames Umfeld das wahrnimmt kann darauf reagiert werden. Das war ja z. B. die große Diskussion nach dem zum Glück nicht ganz so schlimmen Amoklauf in Emsdetten im November.


    Also die einfache Verfügbarkeit und damit auch die Verbreitung von Waffen begünstigt durchaus wie leicht oder wie einfach jemand die Chance hat einen Amoklauf zu begehen.

    Stell' dich mal in eine Fußgängerzone einer beliebigen Großstadt. Von all den Menschen, die dann an Dir vorbei latschen - wievielen würdest Du eine Waffe in die Hand geben weil dir derjenige vertrauenswürdig genug erscheint damit nichts anzurichten?
    Ich würde überhaupt niemandem, den ich nicht überprüft hätte und bei dem ich nicht nach menschlichem Ermessen sicher sein kann dass er vertrauenswürdig ist, eine Schußwaffe aushändigen.
    Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, auch ein vordergründig verantwortlich erscheinender Mensch kann im Hirnkastl ein Psychopath sein - aber die Wahrscheinlichkeit ist zumindest nicht so ganz groß wenn die Kontrolle scharf war.


    So, und was machen sie in den USA? Sie drücken einfach so jedem Passanten der Fußgängerzone eine Waffe in die Hand. Also auch jedem Gestörten... und wundern sich dann und jammern herum wenn regelmäßig jemandem die Sicherungen durchbrennen und es zu derartigen Ereignissen wie jetzt wieder kommt.


    Sicher ist es zynisch so zu reden/schreiben. Aber das ist doch ein hausgemachtes, nahezu herausgefordertes Problem!


    Wenn man sich alleine schon die Sinnfrage stellt - wozu muß denn jeder Ami bewaffnet sein??? Dazu gibt es überhaupt keinen Grund!


    Diese Aussage "wer an eine Waffe kommen will schafft das auch" ist insofern realitätsfremd als jemand, dem spontan die Sicherungen durchbrennen, eben nicht so ohne weiteres Zugriff auf Schußwaffen hat wenn die nicht in jedem Haushalt verfügbar sind. Ihr geht bei sowas immer zu sehr von eurer "gesunden" Vorstellung aus dass solche Gestörten logisch überlegt handeln und lange planen. Oft folgen sie aber spontanen Ideen oder eingebildeten "Befehlen", die nicht mit gesunder Logik oder Überlegung entwickelt wurden.
    Und diejenigen, die über einen längeren Zeitraum hinweg auffällig sind, ihre Aktion tatsächlich von langer Hand planen, so wie wir das hier 2 Mal hatten (Emsdetten und Erfurt) - da muß eben rechtzeitig eine soziale Kontrolle greifen, denn solche Leute fallen schon im Vorfeld auf.


    Wenn Schußwaffen nicht frei verfügbar sind kann es Amokläufe mit über 30 Toten nicht so einfach geben. Nur mit einem Kartoffelmesser bewaffnet funktioniert sowas nämlich nicht.


    Und deswegen sehe ich auch dieses wieder nach meinem Lieblingsspruch: "Wer einen dicken Arsch hat braucht eine große Hose." Wenn die Amis sich solche Waffengesetze und Ansichten leisten müssen sie mit den Amokläufen leben. Sollen sie die Gesetze ändern, dann passiert sowas auch nicht mehr regelmäßig.


    Und deswegen ist meine Betroffenheit inzwischen begrenzt. Dieses lamoryante Herumgeheule können sie sich sparen wenn sie jedem Psychopathen Waffen zugänglich machen. Da wundert es einen nicht sonderlich wenn es in schöner Regelmäßigkeit schief geht...

    HappyDay989,


    ich glaube Du schießt mit deinem Ansinnen, dich als intellektueller Schlaumeier zu präsentieren, etwas über das Ziel hinaus. Du wirfst mir einerseits Oberflächlichkeit vor und kommst dann aber mit der Annahme bzw. Unterstellung dass ich glauben würde ein paar vergleichbare Umstände (totalitäre Strukturen im Staat) würden schon reichen um immer gleiche Folgen auszulösen.


    So einfach ist es natürlich nicht, und Du kannst auch nicht ernsthaft annehmen dass ich das so einfach sehen würde. Gerade hier liegt doch das Schlimme, das Unfaßbare am Dritten Reich, dass man eben nicht wirklich weiß warum es in dem Fall so dermaßen eskalieren konnte.


    Ein denkbarer, ein möglicher Erklärungsansatz könnte darin liegen dass sich gewisse faschistische Bestrebungen mit einem ganz unheilvollen Zeitgeist und einer Mentalität mischten - und dieses Empfinden ist eben nicht zu jeder Zeit in jedem Staat gleich, auch wenn die äußeren Umstände vergleichbar sind.


    Dass bestimmte Abläufe immer wieder funktionieren sehen wir sowohl am Genozid in Ex-Jugoslawien oder auch bei Hutus und Tutzi in Rwanda - und das passierte gerade vor ein paar Jahren, als man eigentlich schlauer hätte sein müssen weil es immerhin die Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg schon gab. Ergo - wenn ein gefährliches Gebräu aus entsprechenden Einpeitschern und der jeweiligen Stimmung im Volk zusammen kommen passiert es selbst heute noch.


    Zitat

    weil nämlich bei jedem von uns (sofern er deutscher Abstammung ist) der Nationalsozialismus auf die eine oder andere Weise Teil der Familiengeschichte, mithin also der ganz persönlichen historisch gewachsenen Identität ist. Und da reagieren Leute nun einmal empfindlich, wie u. a. Du mit Deinem Beitrag gerade bewiesen hast. ;)


    Du kennst meine Familiengeschichte nicht und kannst dann auch nicht pauschal unterstellen dass ich familiär geprägt irgendwelchen Nachwirkungen aus der Nazidiktatur unterliege.
    Tatsächlich gab es nämlich nie irgendeinen Einfluß und wenn ich auf etwas reagiere dann nur auf das, was heute an mich herangetragen wird - beispielsweise jetzt im Zuge der Oettinger-Berichterstattung. Meine Meinung wäre aber sicher nicht anders wenn ich aus Brasilien adoptiert worden wäre, dann würde ich über den aktuellen Zirkus genauso denken wie jetzt, wo ich nun mal hier geboren wurde.

    Wie man an dem schwachen Interesse hier sieht - es läßt einen einfach kalt. Kein Wunder... solange die Amis nicht kapieren dass die Waffengesetze geändert gehören und nicht jeder John Wayne-mäßig mit Schußwaffen herumrennen kann wird es immer wieder passieren. Maker, aber wahr: Die Amis bekommen was sie verdienen.
    Anstatt die Waffen zu verbannen baut man Sicherheitsschleusen an den Schultüren... :mad: Sie raffen es eben einfach nicht.