Beiträge von Printus

    Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Dieser Thread gehört ja wohl mal mit zum Plattesten, das ich je gelesen habe.


    Seid ihr auch für die Abschaffung der Bundeswehr? Die Bundeswehr beschäftigt über 200.000 Menschen, deren einzige Aufgabe es im Ernstfall ist, andere Menschen umzubringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg liefen in Deutschland mehrere Millionen Menschen frei rum, die mindestens ein Leben auf dem Gewissen hatten, obgleich ihr Opfer ihnen nie etwas getan hatte oder sie auch nur das Gesicht kannten. Wieviele Leben hat bitteschön damals die deutsche Armee zerstört? Und wer wurde dafür bestraft, wie manche es jetzt hier vorschlagen?


    Du kritisierst "Plattheit" und kommst dann selber mit so einem Schmarrn? :mad:


    Die Bundeswehr darf nur zur Verteidigung eingesetzt werden und wenn sie jemanden tötet, dann sozusagen aus Notwehr. Das ist ein weiter Unterschied zum "umbringen" im Sinne eines Mordes.


    Das gleiche gilt für dein 2. Beispiel. Die Situation im und nach dem 2. Weltkrieg ist ganz anders gewesen als in den 1970er Jahren. Nur weil Mensch A einen Menschen B tötet kann man das nicht immer in den gleichen Topf werfen und jeden Fall mit jedem anderen gleichsetzen. Man muß schon hinterfragen wer etwas warum gemacht hat. Außerdem bewertet unser Rechtssystem nicht allein die Schwere einer Tat, sondern die individuelle Schuld des Angeklagten.
    Heißt im Klartext: wer sich aus irgendwelchen Gründen nicht wirklich unter Kontrolle hat und vermindert schuldfähig ist wird weniger hart bestraft als jemand, der ganz bewußt und geplant die vielleicht selbe Aktion durchführt.


    Und diese letzte Komponente trifft auf die Terroristen zu. Das waren eben keine geistig Behinderten, die aus Dummheit mit einer Waffe "gespielt" und dabei blöderweise jemanden getroffen haben. Sondern die haben ganz gezielt geplant und konsequent getötet.
    Das ist schon unterschiedlich zu bewerten...

    Zitat

    Original geschrieben von laudanum
    Wolfgang Deuschl, Leiter der JVA Aichach, in der sich Brigritte Mohnhaupt derzeit befindet, auf die Frage, ob Frau Monhaupt Reue zeigen würde:


    Ich war bei diesen Anhörungen nicht dabei. Aber für jemanden, der seit seinem 19.Lebensjahr einen solchen Weg gegangen ist - mit allen Konsequenzen wie Haft und Leben im Untergrund - für so jemanden wird es sicher schwierig sein, zu sagen, es war alles falsch......Es heißt immer wieder, sie hat sich nicht distanziert, hat keine Reue gezeigt. Sie können sich vorstellen, dass jemand nicht entlassen wird, ohne dass solche Dinge vorher in den Anhörungen deutlich angesprochen werden

    Vielleicht könnte sich ein Psychologe mal zu dieser Problematik äußern, ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die Erkenntnis, man habe quasi sein ganzes Leben lang falsch geführt, zu einem Trauma führen könnte!


    Aber von einem mindestens mittelmäßig intelligenten Menschen ist doch zu erwarten daß er sich und sein Leben reflektiert und Ereignisse der Vergangenheit bewertet. Daß tut doch jeder automatisch. Denkst Du nicht über irgendwelche Dinge in Deiner Vergangenheit nach und hast bei manchen das Gefühl daß es gut war, bei anderen daß es schlecht gelaufen ist? Das sind doch normale Abläufe...


    Wenn ich seit Jahren im Knast sitze habe ich doch gerade Zeit mich damit auseinander zu setzen warum ich in diesem Käfig lebe anstatt in Freiheit. Es ist schon klar daß man im gegenwärtigen Moment immer das tut, was man gerade für richtig hält. Im Nachhinein muß man aber auch feststellen daß man Dinge manchmal falsch waren, und nichts anderes als das wird erwartet. Ich finde nicht daß das zuviel verlangt ist.


    Zu der Diskussion daß jeden Tag auch andere Straftäter freigelassen werden: Natürlich ist das oft nicht so im Mittelpunkt des Interesses weil die Täter nicht so prominent sind wie RAF-Terroristen und weil ihre Taten gesellschaftlich keine große Bedeutung hatten. Die haben 1 oder 2 Menschen umgebracht, aber nicht die ganze Republik bedroht. Deswegen gibt es da weniger Medieninteresse.
    Würden diese Fälle aber entsprechend publiziert würden viele Bürger auch da immer wieder empört sein wie relativ schnell irgendwelche Gewaltverbrecher wieder auf freiem Fuß sind.


    Der Vergleich mit den USA, selbst Vergleiche mit Bananenrepubliken (wobei die USA unter Bush wohl auch eine sind...) ist sicherlich nicht in dem Sinne von Beduetung daß wir uns an denen orientieren müssen. Wer Leute ohne rechtsstaatliche Grundlagen nach Guantanamo verfrachtet, wer als "zivilisiertes" (ein Anachronismus) westliches Land weiter die Todesstrafe anwendet kann kein ernstzunehmendes Beispiel für uns sein.


    Trotzdem ist es interessant zu vergleichen. Denn man bekommt einen Eindruck davon wie in anderen Ländern über Straftäter und Mörder gedacht und wie mit ihnen umgegangen wird. Und demgegenüber hat jemand, der hierzulande straffällig wird, geradezu luxuriöse und lächerliche Aussichten im Bezug auf die Härte und die Dauer seines Aufenthaltes im Knast.


    All das sind aber völlig irrelevante Gründe. Sie ist keine politische Gefangene (auch wenn sich diese Leute selber vielleicht so sehen...) sondern verurteilt wegen mehrfachen Mordes und (vermutlich) Mitgliedschaft in einer Terroristischen Vereinigung.


    Demnach zu...


    1) Korrekt, aber wer definiert wann die Zeit reif ist? Es gibt offensichtlich weite Teile in der Bevölkerung, die eine deutliche Äußerung von Reue vermissen. Da Urteile "im Namen des Volkes" gesprochen werden stellt sich die Frage ob das Vorgehen, zwingend erforderlich ist. Mal ganz platt gesagt: man kann auch finden daß die Zeit für sie erst in 10 oder 20 Jahren reif ist. Eine Perspektive hat sie dann auch, sooooo alt isse nämlich noch nicht. Und wenn sie doch im Knast abnippeln würde - da hat sie sich selber hinbugsiert. Es waren nicht Schleyer, Ponto, Buback, die sie in den Knast gesteckt haben.


    2) Tut nichts zur Sache. Ob es eine RAF gibt oder nicht gibt spielt keine Rolle, sie ist als Mörderin verurteilt. Oder würde es doch eine Rolle spielen - dann müßte man ja unterstellen daß sie eben gerade nicht "abgeschworen" hat.


    3) Verstehe ich nicht. Ja und? Bewährung hin oder her, das ist ja keine spürbare Strafe, oder?


    Zitat

    Original geschrieben von VFBler
    Nicht Begnadigung, sondern das Recht auf eine Chance (ggf. unter Bewährung) wieder in die Freiheit entalssen zu werden (unter bestimmten Bedingungen).


    Das ist ja OK, aber wenn man nicht wie ein Mielke mit 80 Jahren ins Kittchen wandert hat man auch bei längeren Haftstrafen eine Chance auf Freiheit. Ich hatte das ja oben schon mal gesagt - wenn ich mit 30 jemanden umbringe und mit 45 wieder draussen rumspringen kann ist das in Anbetracht der Schwere der Tat irgendwie unangemessen. Wenn ich doppelt so lange einsitze und mit 60 rauskomme habe ich immer noch eine recht gute Chance auf 10-15, womöglich satte 20 Jahre schönen Lebensabend. Das dürfte ja wohl auch ausreichend Perspektive sein...


    Wenn man eine Strafe "lebenslang" nennt (hier erschwerend mehrfach verhängt!) ist es ein Witz gegenüber einer realistischen Lebenserwartung, die 5-6 Mal so lang ist, wenn man nach 15 Jahren entlassen werden kann!

    Das liest sich aber trotzdem noch so als müßten wir der RAF irgendwie dankbar sein... Man kann natürlich jedem Schlechten noch irgend etwas Positives abgewinnen, vor allem bietet sich immer an "Erfahrungsgewinn" anzuführen.
    Das kann aber trotzdem nicht den Blick darauf verstellen daß man sich das Schlechte - und dann auch die Erfahrungen - am liebsten beide zusammen erspart hätte. Und was werden wohl die Hinterbliebenen der RAF-Opfer dazu sagen wenn man denen damit kommt daß die RAF-Morde schließlich den Horizont und die Diskussionskultur dieses Landes erweitert/angestossen hätten?

    Dieses Geld-"Argument" ist Unsinn weil was ist die Alternative? Keinen Straftäter mehr in einen Knast stecken weil die Unterhaltung eines Knastes Geld kostet? Das kann ja nun nicht sein.


    Ich sehe das aber auch so daß "lebenslänglich = normalerweise 15 Jahre" eigentlich nicht sein kann. "Lebenslänglich" ist bei einer normalen Lebenserwartung von 75 oder 80 Jahren je nach Alter während der Tatbegehung mehrere Jahrzehnte. Wenn Lebenslängliche bei guter Führung dann nach 15 Jahren frei kommen ist das IMHO wesentlich zu früh. Es sollte doch schon so sein daß das locker doppelt so lange dauert, wenn nicht gar länger, und man dann über eine Begnadigung nachdenken kann...
    Wer mit 70 aus dem Knast kommt hat immer noch gute 5-10 Jahre "lustigen Lebensabend" vor sich (im Normalfall). Vielleicht ein doofer Vergleich, aber um trotzdem mal eine Relation zu geben: der normale Werktätige wird sich demnächst bis 67 verdingen...
    Wo ist denn da noch eine Relation zum "lebenslänglichen" wenn ich mit 30 jemanden abmurkse und mit 45, im besten Alter, wieder draussen herumturne?


    Bei den RAF-Tätern ist das Problem daß sie seinerzeit zwar wie normale Kriminelle verurteilt wurden, de facto aber als höchstgefährliche Bedrohung unserer Demokratie empfunden wurden. Das waren 1977 keine "normalen Kriminellen", sondern die wurden gesehen als Bedrohung unseres Staatsgefüges.
    Das hat sicher dazu geführt daß man sie damals satanischer fand als sie tatsächlich waren, denn realistisch konnte nicht die Rede davon sein daß die tatsächlich einen Umsturz hätten herbeiführen können. Das sind nicht mehr und nicht weniger als Mehrfachmörder aus niederen Beweggründen.


    Aber genauso wie man sie damals überschätzt hat, werden sie jetzt unterschätzt. Man tut jetzt so als seien das eigentlich harmlose, zu belächelnde Deppen, die damals eine etwas irregeleitete Philosophie hatten, dieses inzwischen aber obsolet ist weil sich die Welt verändert hat und die Terroristen / die RAF heute kein Thema mehr sind, die Leute auch älter geworden sind und deswegen freigelassen werden können. So nach dem Motto "RAF ist Geschichte, die Welt hat sich verändert - also können wir auch die zugehörigen Leute vergessen, sprich aus der Haft entlassen".


    Ich bin allerdings ganz klar gegen diese Freilassungen, weil das sind immerhin Terroristen, die diverse Menschen ermordet haben und mehrfach zur Höchstrafe verurteilt worden sind. Es kommt jetzt nicht mal eine Entschuldigung oder ein öffentliches Bekenntnis von Reue. Und das ist ja wohl das Mindeste wenn man begnadigt werden will, das Mindeste gegenüber den Angehörigen der direkten Opfer, aber auch gegenüber der Gesellschaft, die diese Leute in Angst und Schrecken versetzt haben und von der sie nun Gnade erwarten.


    Sicher sind 24 Jahre eine lange Zeit, aber wir reden hier nicht über ein paar depperte Eierdiebe, sondern Terroristen, die zahlreiche Menschen kaltblütig getötet haben. Und wenn man dann zu mehrfach lebenslangen Strafen verurteilt wird, aber immer noch keine Reue zeigt und sich nicht entschuldigt, dann hat man eben weiter im Knast sitzen zu bleiben.


    Nach normalem Menschenverstand heißt "lebenslang" lebenslang - und nicht 15 Jahre. Das ist doch eine lächerlich kleine Zeitspanne angesichts der Ungeheuerlichkeit der Taten, für die diese Strafe ausgesprochen wird. Für mich ist diese Begnadigung wieder ein Teil der manchmal zu laschen Justiz gegen Schwerkriminelle.

    Mich hat übrigens gewundert daß da so gar keine Dokumentation bezüglich CallYa dabei war. Wenn ich z. B. die Karte aufladen wollte - kann ich dann originales CallYa-Guthaben aufladen oder muß ich das bei TPH kaufen?


    Ach ja, kann mir bitte mal jemand sagen wie es sich bei euch anfühlt wenn ihr mit dem Finger sanft über die Tastatur streicht? Mir kommt es so vor als wären die "Anrufen"- und die "Auflegen"-Tasten sowie das "C" dazwischen ein bißchen versenkt gegenüber den darüber liegenden Funktionstasten mit den Punkten. Die linke Funktionstaste hakelt mitunter auch leicht am Gehäuse...


    Ist das bei euch auch so oder habe ich eine schrottige Tastaturmatte erwischt?

    Ich war gegen 17.45 Uhr da, also 15 Minuten vor Zapfenstreich... sie wußte sofort Bescheid als ich meinen Begehr vorbrachte, sehr wahrscheinlich hattest Du die entsprechende Vorarbeit geleistet. :D


    BTW, das Tastaturfeld ist bei mir etwas "uneinheitlich", wenn man mit den Fingern darüber streicht sitzen manche Tasten einen Tick tiefer im Gehäuse als andere. Vor allem bei den menüabhängigen Funktionstasten fällt mir das auf... Was soll ich davon halten? :confused:

    Ich habe heute Nachmittag in der Poststraße in Bonn zugeschlagen. Volltreffer!


    Junge, hübsche, charmante Verkäuferin :D:D:D, Handy mit Branding aber ohne Simlock, richtig (!) gute Nummer - eigentlich viiiiiel zu schade für die Schublade - und ein Altgerät eingetauscht.


    Sie meinte daß es nicht interessiert ob das eingereichte Altgerät funktioniert, aber das Ladegerät soll dabei sein. Man unterschreibt ein Blatt daß man die Besitz- und sonstige Ansprüche an dem Handy an TPH abtritt, dazu wird die IMEI des eingreichten Handys erfaßt.


    Ich habe nur den silbernen Karton bekommen, ohne Vodafone-Umverpackung. Unter dem Akku klebt kein "SP1"-Aufkleber - würde passen denn das Ding ist ja tatsächlich ein freies Gerät.
    Ansonsten wie beschrieben: im Karton lag obenauf das CallYa-Blättchen, der davon abgezogene Aufkleber pappte allerdings nicht schief an der Seite, sondern wie eine Art Siegel vorne drüber, so daß Miss PhoneHouse ihn durchtrennen mußte um den Karton zu öffnen.


    Wenn ich jetzt noch das Branding los werde (boah, watt für ein Krampf! Ich hatte noch nie ein VF-Gerät und kenne nur die Beschreibungen anderer... und das ist ja echt grottig!) eine ganz und gar gelungene Sache! Vielen Dank an den Thread-Ersteller - und Miss PhoneHouse! :top:

    Ist Charles M. Huber auch von uns gegangen? Habe ich gar nicht mitbekommen...


    Ansonsten gibt es sicher Leute, deren Tod einen mehr, andere, bei denen es einem weniger nahe geht. Deswegen muß man aber trotzdem nicht abfällig darüber reden.


    Es mag ja sein daß sie in einer Szene lebte, in der Drogen, Geld, Suche nach Aufmerksamkeit und Schlagzeilen bestimmende Faktoren waren. Es ist aber immer auch ein Mensch, hier ein relativ junger Mensch und eine Mutter, der stirbt. Man muß sich ja hier nicht äußern, aber wenn man es tut wäre es vielleicht doch fair nicht so abfällig zu reden als wäre der Tod anderer völlig egal.

    Ich kann das nur nochmal unterstreichen. Es geistern viele Halbwahrheiten hier herum und es gilt irgendwie als sportlich wenn man es schafft den Zoll zu überrumpeln. Hat ja in diesem Fall auch ganz gut funktioniert, hat bei vielen schon mal funktioniert und weil den meisten auch nicht ganz klar ist auf welchen rechtlichen Grundlagen sie sich bewegen stellt man sich dumm und glaubt dass das im Notfall hilft.


    Nur ist das wie Schwarzfahren. Es geht 99 mal gut, beim 100. Mal kommt der Kontrolleur und dann zieht er einem das Fell über die Ohren. Hier dasselbe. Eine Jeans, von der man weiß dass sie 90 USD wert ist, auch die Dokumentation bei sich hat, dann aber erzählt "jaja, kostet 25 USD..." - das gibt richtig Ärger wenn der Zöllner sich die Dokumente doch anschaut oder einem die Anweisung "Paket öffnen und Inhalt darlegen" gibt.


    Ich würde bei solchen Dingen also vorsichtig sein und das nicht immer auf die leichte Schulter nehmen nur weil man mit seinem Halbwissen denkt dass es hier um eine Lappalie geht und man irgendwo liest dass es ab und zu gut geht.