ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von Cracker
Hallo,
ich hätte zu diesem Thema auch mal ne Frage:
ich möchte geschäftlich Waren aus den USA importieren, um sie in Deutschland zu verkaufen. Das Volumen liegt bei ca. 5.000$ je Sendung. Der Hersteller schickt mir die Sachen per USPS zu.
Wie gehe ich nun am besten vor, um die Waren zu erhalten? Einfach abwarten und hoffen, dass DHL die Verzollung übernimmt? Oder kann es sein, dass ein anderer Anbieter (UPS, GLS,...) das übernimmt und nicht DHL?
Was sage ich dem Hersteller, wie er die Ware am besten deklariert? Die Codelinien laut EZT habe ich rausgesucht, also dort sollte das Problem nicht liegen.
Wer weiß Rat??
Vielen Dank!!
Hi,
erstmal willkommen bei TT! ![]()
Zuerst brauchst Du eine ATLAS-Zollnummer, die Du bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe bekommst. Das ist eine Art Kundennummer beim Zoll, die bei mehr als 3 gewerblichen Einfuhren/Jahr notwendig ist. Geh einfach mal auf Zoll.de und such den "Vordruck 870" sowie die anderen zur Verfügung gestellten Hilfen und Infos. Ansonsten findest Du auch bei den Industrie- und Handelskammern Hilfe, beispielsweise hier .
Wer die Verzollung in Deutschland übernimmt hängt davon ab wer die Ware liefert. USPS arbeitet AFAIK mit DHL zusammen, d. h. die müssen sich mit dir kurzschliessen. Falls größere Summen als Einfuhrabgabe fällig werden und auch wenn regelmäßig Sendungen für dich kommen wird DHL vermutlich einen schriftlichen Verzollungsauftrag von dir haben wollen, d. h. Du mußt sie ermächtigen die Zollabwicklung für dich zu machen und natürlich bestätigen daß Du die Einfuhrabgaben zahlst. Normalerweise kommt dann monatlich eine Rechnung, über die Du diese Gebühren an DHL zahlst, denn die haben es ja für dich beim Zoll vorgestreckt.
Normalerweise ist es auch sinnvoll daß Du eine generelle Verzollungsvollmacht ausstellst, dann kann das vermerkt werden und jede Sendung wird abgefertigt ohne daß immer erstmal rückgefragt werden muß. Das macht es für beide Seiten wesentlich einfacher.
Wie das aber bei DHL genau gehandhabt wird kann ich dir nicht sagen weil ich seinerzeit für UPS gearbeitet habe.
Theoretisch kannst Du auch eine T1-Abwicklung über eine Spedition anleiern. Dann übergibt der Frachtführer die Ware und die Zollabwicklung an die von dir beauftragte Spedition. Wenn Du eine entsprechende Bewilligung des Zolls bekommst (ist aber an Bedingungen gebunden) kannst Du sogar selber verzollen.
Sinnvoll ist das in der Regel aber nicht, weil mit Kosten und Umständen verbunden. Die Erstellung des T1 kostet schon Geld, die Spedition nochmal, selbst wenn Du es selber machst weil Du alle Formalitäten einhalten kannst - es kostet nur Geld und macht Mühe. Also laß es lieber gleich den Lieferdienst machen.
Was sollst Du dem Absender nun sagen?
Der soll zum einen sehr genaue, sehr detaillierte Invoices als Begleitpapier beifügen, also mit eindeutiger Absender- und Empfänger-Adresse, dazu deinen Namen + Tel.Nr. als Ansprechpartner.
Dazu eine sehr genaue Warenbeschreibung inklusive Angabe des Herkunftslandes der Ware (Schuhe aus China sind auch dann Schuhe aus China wenn das Paket aus den USA kommt...) und natürlich den Wert der Ware.
Sind verschiedene Artikel im Paket sollten die einzeln aufgelistet werden, also keine Sammelbegriffe wie "Damenunterbekleidung", stattdessen "5 rote BH's aus Seide, Herkunft China, Wert 10 USD each".
Außerdem müssen die Frachtkosten aufgeführt sein und es sollte erkennbar sein ob die Frachtkosten gesondert berechnet werden oder zur Gesamtsumme der Rechnung gehören. Stempel, Datum, Unterschrift. Das Schreiben sollte eine Rechnungsnummer haben damit es einen Bezug gibt. Ein gutes Beispiel gibt es hier. Der Versender kann natürlich sein eigenes Papier nutzen, aber der Vordruck gibt einen ganz guten Überblick welche Daten auf der Commercial Invoice stehen sollten.
Wenn es nicht zeitkritisch ist empfiehlt sich eine möglichst preiswerte (damit oft auch länger dauernde) Versandart, da die Transportkosten anteilig in die Einfuhrabgaben einfliessen. Preiswerte Lieferkosten = geringere Einfuhrabgaben.
Bezüglich der Warentarifnummern: hast Du die selber herausgesucht? In vielen Fällen kommen Laien mit dem EZT nicht klar und finden Nummern, die auf den ersten Blick passen könnten, tatsächlich aber falsch sind. Mitunter führt es dazu daß man zu viele Abgaben zahlt - oder bekommt Ärger wenn irgendwann mal eine Steuerprüfung kommt und festgestellt wird daß deine gezahlten Abgaben nicht wirklich zu der Ware passen, die Du laut Buchhaltung bezogen hast. Insofern: ggf. gegenchecken lassen damit wirklich die richtige Warentarifnummer benutzt wird.