Beiträge von Printus

    Sollte es sich nicht wieder - wie schon oft - um eine fehlerhafte Meldung aus Malaysia handeln, brächte es trotzdem keinerlei sinnvolle Erkenntnisse. Ein eingeschaltet herumliegendes Handy könnte sich auch nur versucht haben im Mobilfunknetz anzumelden. Dass jemand zu telefonieren versuchte, ist Spekulation. Dass es ein tränenrührender Anrufversuch bei der Mutter gewesen sein könnte ist typische Bild-Schreibe ohne jeden Hintergrund.


    Auch über die Flughöhe der Maschine sagt es nicht wirklich etwas aus. In der Theorie müsste das Flugzeug niedrig gewesen sein damit es eine Verbindung zwischen Handy und Mobilfunkmast geben konnte. In der Praxis erleben Leute, die ihr Handy während des Fluges versehentlich nicht ausgeschaltet hatten, regelmäßig, dass sie Begrüßungs-SMS aus allen überflogenen Ländern auf dem Handy haben.


    Nachdem man zumindest eine der Black Boxes nun eingekreist haben will frage ich mich allerdings, warum man noch kein einziges Trümmerteil gefunden hat, welches eindeutig der verschwundenen Boeing zugeordnet werden konnte. Bei dieser massiven Suche rein gar nichts zu entdecken, auch wenn es in der Zwischenzeit weit von der Absturzstelle abgetrieben worden ist, überrascht mich.


    Zugleich setzt das Unwissen über den Absturzort und den Grund immer hahnebüchenere Verschwörungstheorien in die Welt... Es wäre nach all den Wochen gut, wenn man jetzt mal etwas Handfestes finden würde.

    Timba, nicht aufregen. Es gibt hier User, die man einfach ignorieren sollte.


    Ansonsten teile ich deine Meinung. Klassisch sozialdemokratische Wähler verorten ihre Ansichten inzwischen vielfach mehr bei der Linkspartei als bei den Genossen, die den Namen vor sich hertragen.

    Zitat

    Original geschrieben von Thomas201
    Ich wollte damit sagen, dass es mich ankotzt, dass man keine wirklichen Informationen über die Quellen erhält.
    Die müssen ja wissen, woher sie ihre Informationen haben.
    War wohl etwas missverständlich von mir formuliert.


    Die Lücke entdeckt haben finnische Sicherheitsexperten und zeitgleich ein Google-Mitarbeiter. Das erfährt man ja auch überall. Dieses Wissen hilft aber wenig weil man damit trotzdem nicht weiß, wer die Lücke wann ausgenutzt hat oder ausnutzen konnte.


    Ich denke, dass die Unruhe überall da aufkam - und spätestens jetzt auch noch den Letzten aufschreckt - wo Serverbetreiber sich darüber klar wurden, dass ihre Verschlüsselungen angesichts des Lecks nicht mehr sicher sind. Es bedarf keiner Geheiminformationen, jeder Serverbetreiber weiß ja, mit welcher Verschlüsselung er arbeitet.


    Betroffene IT-Fachleute sind jedenfalls seit gestern richtig am rotieren.


    Ich denke, dass die NSA und anderweitige Betrüger - ist fast dasselbe - mitunter auch parallel arbeiten. Wahrscheinlich gibt es nicht nur einen Nerd, der sich im Cyberwar befindet, sondern diverse Mitspieler mit ganz unterschiedlichen Motivationen: NSA und Co. um Daten auszuspionieren, Betrüger um Kohle zu machen, Nerds um Lücken im System zu finden oder sich die Genugtuung zu verschaffen, erfolgreich in irgendwelche Netzwerke eindringen zu können.


    Der Rücktritt des Vorsitzenden des NSA-Untersuchungsausschusses ist eine Lachnummer. Wie kann man darüber streiten, ob Snowden in dieser Sache befragt werden soll? In jedem Gerichtsverfahren wäre absolut sonnenklar, dass er der wichtigste Zeuge und selbstverständlich zu befragen ist. Ob er dann zur Vernehmung erscheinen würde oder nicht steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber ernsthaft zu diskutieren, ob er überhaupt gehört werden soll, ist vollkommen lächerlich.
    Insofern stimme ich dir, Frank, zu. Hier wird wieder mal in typischer Manier, wie die CDU und die Kanzlerin schon in der ganzen NSA-Affaire agieren, herumgeeiert um Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen und in der Sache absolut unbeweglich zu bleiben.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Ganz so einfach ist das nicht für die SPD. Nur einfach mit der Linken an einen Strang ziehen bringt da nicht viel und wird ihre Wahlchanchen kaum erhöhen.


    Es geht nicht um kurzfristige Prozentgewinne, sondern die langfristige Strategie. Die SPD hat spätestens seit Schröder begonnen ihr Wählerklientel zu verraten und sie wird erst dann wieder aus dem Tief herauskommen wenn sie ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnt. Dann wird sie auch für Wähler in der Mitte wieder wählbar, so wie sie es bis in die 1970er Jahre hinein auch immer war.


    Wähler mit bürgerlichen Anforderungen können gar nicht anders als CDU wählen, wahre Sozialdemokraten wählen inzwischen die Linken. Dabei wären die Verhältnisse in einer Welt, die sich zwischen einer kleinen Gruppe reicher Profiteure und einer wachsenden Bevölkerungsgruppe im Hamsterrad polarisiert, ideal für eine Partei, die sich auf diese große Wählergruppe spezialisiert. Nur darf man deren Interessen nicht verraten.


    Merkel macht es sehr geschickt, die agiert zwar so, redet aber nicht drüber.

    Zitat

    Original geschrieben von Thomas201
    Mich kotzt die ganze Geschichte auch in höchsten Maßen an. Wenn schon Paranoia gemacht wird, dann bitte auch begründet.


    Es ist begründet. Eine Sicherheitslücke im OpenSSL bedeutet, dass keine verschlüsselte Seite wirklich verschlüsselt ist bzw. dass man einen Hebel ansetzen konnte um die Verbindung dennoch zu knacken.


    Die "guten Jungs" haben das jetzt festgestellt, aber es weiß eben keiner, seit wann die "bösen Jungs" die Lücke nutzen. Denkbar wäre auch, dass letztere die Lücke nicht benutzt haben, aber den Traffic seit langem mitschneiden und die gewonnenen Informationen später in aller Ruhe ausnutzen.


    Mit Paranoia hat das nüscht zu tun, das ist schon ein ganz, ganz dickes Ding.


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    Ich habe eher den Eindruck, dass man der blassen Frau Merkel nichts negativ zuschreibt weil sie sich ja immer zu allem bedeckt hält. Wo ist sie denn bei den großen Themen, wo ein deutscher Regierungschef normalerweise Präsenz zeigen muss? Gerade bei den großen richtungsweisenden Themen schweigt sie regelmäßig und wenn sich jemand mit unangemessenen Aussagen blamiert, dann die betroffenen Fachminister. Frau Merkel werden also weniger "keine Erfolge zugerechnet", als vielmehr "keine Niederlagen angekreidet".


    Die SPD hingegen scheitert mit ihren Versprechungen und jeder hört und sieht es. Das gibt dann Minuspunkte.


    Ich finde auch, dass der Weg zwischen "Wahlversprechen in einer Koalition nicht zu 100% umsetzen können" und "den Wähler verarschen" schmal ist. Es mag ja sein, dass man bei bestimmten Themen Kompromisse machen muss. Die Frage ist, bei welchen Themen und wie vermittelt man es den Wählern.


    Die SPD macht permanent den Fehler, zentrale sozialdemokratische Grundideen anzupreisen während dem verständigen Publikum zugleich sonnenklar ist, dass Manches in einer Koalition mit einem anderen weltanschaulichen Lager nicht problemlos umsetzbar ist. Hätte man es von vorneherein nicht als Versprechen, was man ändern wird wenn man die Macht hat, sondern als Idee, was man versuchen kann umzusetzen, dargestellt, wäre es problemlos. Dann könnte man den Wählern später sagen, dass man das Maximale herausgeholt hat und mehr nicht ging. Die SPD-Taktik führt aber immer wieder dazu, dass sie erklären muss, warum sie Dinge nicht umgesetzt hat anstatt damit zu punkten, was sie geschafft hat.


    Und ein weiteres: die SPD schafft es seit Jahren nicht, ihre ökologische Nische zu definieren. Klassisches sozialdemokratisches Gedankengut mit eindeutigen Positionen verwässert zwischen verschiedenen Strömungen und Lagern, wobei der rechte Bereich (Seeheimer Kreis etc.) eine eindeutige Festlegung auf Themen früherer sozialdemokratischer Denkweisen behindert. Die SPD ist an vielen Stellen eine "CDU light", dabei müsste sie eigentlich längst mit der Linken zusammen eine starke Gegenströmung zum bürgerlichen Lager anbieten. Das ist nach dem Abschied der FDP und der mit sich selbst beschäftigten AfD nämlich durchaus angreifbar. Aber dann müssten SPD und Linke an einem Strang ziehen, was sie nicht tun. Die Grünen würden sich in ihrer Selbstfindung früher oder später auch dazugesellen.


    Aber so, wie es jetzt ausschaut, braucht eine sehr blasse Merkel eine noch blassere SPD nicht fürchten.

    Richtig, WD war auch unter Gottschalk zuletzt schon langweilig. Man hatte das Gefühl, man würde sogar nur noch 1 spannende Wette am Abend bringen während der Rest langweilig sein durfte. Das übertriebene Drumherum gab es auch da schon.


    Es wurde nur nicht über die Sendung diskutiert weil WD und Gottschalk unangreifbar waren und niemand das alles in Frage stellte.


    Nachdem Gottschalk weg war, es eine Pause gegeben hatte und Lanz kam, war der Bann gebrochen und alle hakten nur noch auf WD rum. Elstner sagte gestern treffend, zuletzt wurde nur noch geschaut, was schlecht ist - und nicht mehr, was vielleicht gut ist.

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ehrliche Wetten, die nicht der Erzeugung von Häme dienen, gepaart mit kurzweiligem Talk. Dass letzterer nicht gerade unwichtig ist, wird doch durch das Scheitern von Lanz belegt. Die Wetten sind wie zuvor - auch wenn ich mich manchmal frage, wie überhaupt noch "freie" Wetten übrig sein können.


    Woran Lanz m.E. gescheitert ist, suche ich im Umgang mit seinen Gästen. Würden nur die Wetten interessieren, wären die Einschaltquoten nicht so erheblich gesunken!


    Das sehe ich ganz anders.


    Im Gegensatz zu den Anfängen mit Elstner, wo um 21.45 Uhr Schluss war, wurde die Sendung immer länger. Demgegenüber die Wetten immer lächerlicher und einfacher. Natürlich leistet jemand was, wenn er 5 aus 100 Tiefkühlpitzen, Deos, Fahrräder, Autotüren etc. am Geräusch/Geschmack usw. usw. erkennt, aber sowas trägt nicht über 30 Jahre weil es langweilig wird, irgendwo ist es immer dasselbe. Außergewöhnliche Wetten hätten hergemusst. Spätestens nach dem Unfall von Samuel Koch wurde umso mehr auf harmlose Wetten geschaut - grundsätzlich richtig, nur darf harmlos nicht gleich unspektakulär bedeuten.


    Unter dem Strich eine längere Sendung mit immer langweiligeren Wetten. Und immer langweiligeren Wetteinsätzen. Früher war man gespannt, was die Wettpaten anbieten und wie die in andere Rollen schlüpfen, einen wirklich witzigen oder guten, in jedem Fall umfangreichen Wetteinsatz bringen. Und nebenbei hatten sie keine Werbung für ihr neues Produkt dabei.


    In den vergangenen Jahren hat man den eigentlichen Sinn der Sendung immer mehr verloren. Die Wetten wurden immer banaler in einer Welt von Youtube, Smartphones und Privatfernsehen, in der das Spektakel und das Außergewöhnliche immer wichtiger wird und jeder die Filmchen kennt, die die Runde machen. Hier hätte WD mit Wetten, die spannend sind und über die man danach spricht, gegenhalten müssen.


    Dann hätte man die ganzen Werbe-Labertaschen verbannen müssen: auf's Sofa darf, wer unterhaltsam ist, wer im Gespräch ist - aber nicht Trantüten, die nur wegen des neuen Films, der am Montag erscheint, da sind.


    Zusammengefasst in einem Satz: die ganze Show hätte zu den Wurzeln zurückkehren müssen! Man hat aus den Augen verloren, dass es um Wetten und Wetteinsätze ging! Das Konzept wurde immer mehr verwässert, langweilige Wetten, langweilige Gäste und dafür auch noch zu lange Sendezeit.


    Und ein weiterer Sargnagel: mit erkennbar immer mehr Geld wurde da etwas präsentiert, was ich als Zuschauer auch im Detail nicht sehen will. Wenn da irgendwelche rotzfrechen Hollywood-Schauspieler mit Privatjet eingeflogen und mit der S-Klasse aus dem Athlon-Hotel geholt werden, um nach 10 Minuten in der Show angeblich zum Flieger nach nirgendwo zu müssen, versehen mit einem opulenten Orchideen-Blumenstrauß, den es nicht unter 100 EUR geben dürfte - natürlich bekommt am Ende der Show jede Frau auf der Bühne einen solchen Strauß und zack, mal eben 1000 EUR für Blumen weg - wenn da Autos verlost werden oder die Familie der Kinderwette mit 5 Personen 2 Wochen nach Mauritius in Urlaub geschickt wird, dann widerstrebt mit das als Zwangs-GEZ-Zahler. Mich wundert das mit den 2-2,5 Millionen EUR pro Sendung nicht, wenn man so mit dem Geld um sich schmeißt oder zu jeder Wette, jedem Musiker eine eigene riesige Kulisse baut. Musste das sein? Nein! Da verprasst man das Geld, weil "man hat es ja", der Zuschauer zahlt...


    Dass Lanz auch kein Witzbold ist, den sich die Leute gerne den ganzen Abend lang ansehen, kam dazu. Vom WD-Moderator erwartet der Zuschauer, dass das eine Art Comedian ist, der durch die Show führt, zugleich aber auch seine eigenen Gags reißt und für Stimmung sorgt. Das ist nicht Lanz und deswegen scheiterte er bei dieser Sendung.


    Unter dem Strich war das Problem, dass zu unspektakuläre Wetten und zu viel Gerede mit uninteressanten Werbegästen von einem unpassenden Moderator kamen. Der eigentliche Sinn der Sendung war verloren gegangen. Standen die Wetten so im Vordergrund, wie das bei WD hätte sein müssen? Schon lange nicht mehr. Auch nicht unter dem späten Gottschalk. Der war aber noch halbwegs witzig und riss es damit oft raus.