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Original geschrieben von Martin Reicher
Ich bin einmal Nürnberg-Dresden mit dem Fixbus gefahren
Hab gerade mal einen Routenplaner angeschmissen. Das sind demnach 316 Kilometer.
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Original geschrieben von Martin Reicher
Dresden erreichten wir 12 min verspätet, auch hier keinerlei Ansagen.
Soll ich darüber lachen oder weinen?
Ich verstehe, dass Du als Bahner den Bus schlecht finden musst. Aber dann bitte mit handfesten Argumenten.
Was ich lese sind Peanuts. Bus und Bahn sind verschiedene Verkehrsmittel und dann gibt es halt auch Unterschiede. Dass man im Bus weniger Bewegungsspielraum hat als in einem Zug ist klar. Das weiß man vorher. Dass der Bus im komplexen Straßenverkehr unterwegs ist (anders als die Bahn, die in ihrem eigenen Netz fährt und nicht tausende fremde Sonntagsfahrer im Gleis hat), ebenso.
Mit der Stoppuhr zu messen ob man bei 300+ Kilometern Entfernung auf die Minute genau ist, empfinde ich als bizarr. Ein Zug kann, wenn alles glatt geht, pünktlich sein. Aber der Straßenverkehr ist so heterogen, dass ich es schon beachtlich finde wenn man da bei solchen Strecken eine solche relative Pünktlichkeit schafft.
Ja richtig, ich mache hier einen Unterschied zwischen Bus und Bahn!
Der Bus ist in aller Regel sehr viel billiger - selbst mit Spartickets der Bahn kommt man nicht annähernd an den Preis ran. Außerdem nutzt es dem Otto Normalverbraucher nichts wenn es Bahncard-Spezial-Vorrausbuchungs-Trallala-Rabatte gibt, die ihm meist nicht geläufig oder zugänglich sind.
Wenn ich nur 1/3 bezahle kann ich dafür verschmerzen, dass der Bus nicht immer auf die Minute pünktlich sein wird (ist die Bahn auch oft nicht) und dass es dort etwas enger zugeht als im Zug ist systemimmanent, auch das weiß ich und kann mich entscheiden, Bus zu fahren oder es zu lassen. Nachher zu kritisieren empfinde ich als nicht fair. Wenn du fliegst kannst du auch nicht bemängeln, dass du durch die Sicherheitskontrolle musst, sowas ist zwangsläufig Teil der verschiedenen Verkehrsträger.
Thema WLAN: OK, wird beworben, dann möchte man es natürlich gerne benutzen. Soweit eine berechtigte Kritik. Aber auch hier vergleichst du Äpfel mit Birnen: in der Bahn bekommt der Normalkunde überhaupt keinen Internetzugang wenn er nicht Telekom-Kunde mit entsprechend teurem Vertrag ist. Was kostet es alle anderen nochmal? Waren das 7 EUR am Tag? Vor diesem Hintergrund ist das Angebot der Bahn ja wohl kaum ein guter Vergleich...
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Original geschrieben von Martin Reicher
Das Publikum (etwa 25-30 Leute jeden Alters) dachte gar nicht daran sich zu beschweren. Ich bin sicher, bei der Bahn wäre das anders gelaufen! Ein Stau kann passieren, aber die Überschreitung der Haltezeit in Chemnitz lag im Einflussbereich von FlixBus.
Weil den Leuten klar ist, dass man im Straßenverkehr unmöglich auf die Minuten genau fahren kann. Es ist nicht möglich, jede Ampelschaltung, jede Baustelle (mal hier und mal da), jeden Unfall und jede Straßensperrung perfekt so zu planen, dass man seine Ankunft auf die Minute genau einhalten kann. Dass man ein paar wenige Minuten länger an einer Raststätte stand - ok. Derartige Minutenverzögerungen regen auch bei der Bahn keinen normal geistesklaren Mitbürger auf solange er keinen Anschluss verpasst. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Bahn ihre Züge durchgeplant hat, man also berechnen konnte wie lange man für gewisse Strecken braucht. Auch der Bahn macht erstmal keiner einen Vorwurf wenn Verzögerungen entstehen, für die sie nichts kann. Du wirst das Gegenteil behaupten, aber ich sehe es bei aller Kritik so, auch die Bahn kann nicht für 100%ige Befahrbarkeit bundesweit auf tausenden Schienenkilometern garantieren und wer das erwartet ist ein querulantischer Dummkopf. Das Problem sind aber nicht Unfälle an Bahnübergangen etc., sondern vermeidbare Dinge wie Ausfälle durch schlechte Wartung etc.
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Original geschrieben von Martin Reicher
Auch bei den Fahrgastrechten sind Busreisende schlechter gestellt. Erst ab 1,5 h Verspätung erhält man kostenlos Getränke, um eine finanzielle Entschädigung zu erhalten müssen es sogar mehr als 2 h sein. Ein klarer Vorteil der Bahn.
Dafür sind die Tickets um den Faktor 2-3 teurer. Und man sollte die Kirche im Dorf lassen: wer verdurstet weil er 1,5 Std. nichts trinkt gehört ins Krankenhaus, der sollte nicht reisen. Die Bahn mag hier nominell bessere Konditionen bieten, aber wir sind in einem Bereich, wo es wirklich nicht so ernst ist. Und wer auf einem kleinen Regionalbahnhof strandet hat da keinen Ansprechpartner mehr. Speisen und Getränke gibt es dort gar nicht. Kein Vorwurf an die Bahn, das geht nicht anders. Es ist nur ein Hinweis darauf, dass deine Aufrechnerei nicht funktioniert. Man kann immer Fälle schaffen, in denen der eine oder andere besser dasteht.
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Original geschrieben von Martin Reicher
Zum Preissystem
Preissysteme versteht man als Kunde nie. Klar ist aber: ein Bahnticket hätte ein Vielfaches des Zugtickets gekostet.
Dass du aus Prinzip die Bahn präferierst ist ja ok. Kritik am Bus auch. Nur finde ich deine Argumente sehr kleinlich. Und ja, das empfände ich genauso wenn es gegen die Bahn ginge.