Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von Tha Masta
    Im Eingangsposting schreibt er aber das er seit Feb keinen Job mehr hatte - > ergo bis Februar gearbeitet hat.


    Wieist das denn mit Leuten, die ueber der BBG liegen und Privat versichert sind? zahlen die selber?


    Anspruch auf Leistungen durch das Arbeitsamt hat man erst wenn man in den letzten 3 Jahren länger als 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. D. h. wer z. B. innerhalb der Probezeit rausfliegt, vorher vielleicht Student, arbeitslos oder aus anderen Gründen nicht sozialversicherungspflichtig angestellt war, bekommt nix.


    Man muß sich dann an das Sozialamt wenden (heute umbenannt, heißt dann Hartz...), bekommt dann Leistungen zur Grundsicherung, also plump gesagt ein Dach überm Kopf, Wasser und Brot.


    Allerdings fallen viele hier schnell zwischen alle Stühle weil die meisten noch kleine finanzielle Reserven haben, und wenn es nur absolute Kleinigkeiten sind. Sei es ein Auto, und wenn's nur 500 EUR wert ist, sei es sonstwas - das wird erstmal angerechnet bevor es Geld vom Staat gibt. Oder die Bude ist zu groß, oder oder oder... es reicht daß Du 2 qm zu viel Wohnraum hast - und Du hast verloren.
    Die Realität ist einfach daß sehr viele Menschen wegen irgendwelcher "Besitztümer" keine Transferleistungen erhalten, de facto aber trotzdem nicht wirklich in der Lage sind von ihrem "Reichtum" zu leben - denn fast jeder hat ja mehr als nur absolut lebensnotwendige Dinge, da ist also jeder noch so bescheidene Besitz erstmal der Grund weshalb man nix bekommt.


    Insofern kann er bis Feb. gearbeitet haben, das sagt aber überhaupt nichts aus. Er kann sehr schnell in die Lage geraten sein daß die Krankenkasse, die er seinerzeit hatte, futsch ist und er mangels Job und mangels Unterstützung durch das AA plötzlich ohne Versicherung dasteht.


    Bei Privatversicherten und freiwillig Versicherten (z. B. alle Selbstständigen) ist die Sache ganz klar: kann man die Beiträge zur KK nicht mehr zahlen steht man auch bald ohne Krankenversicherung da.
    Das passiert schneller als man denkt und mehr Menschen, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. JEDER Selbstständige, der insolvent wird, gerät z. B. in diese Situation, jeder Privatversicherte, der seine KAssenbeiträge nicht mehr finanzieren kann ist schnell draussen - und alle kommen sie nicht mehr so einfach in eine Kasse zurück, eben weil das in den meisten Fällen wenn überhaupt dann bestenfalls über einen neuen sozialversicherungspflichtigen Job geht - den man aber ab einem gewissen Alter und bei 5 Millionen Arbeitslosen irgendwann nur noch äußerst schwer bekommen wird.

    Hmmm, also wenn Du den Job nur als "nettes Zubrot" machen würdest, würde ich mir überlegen ob ich für dieses Geld nachts arbeiten würde - denn offenbar ist es ja kein "Herumsitzen", sondern tatsächlich so beschaffen daß Du immer tätig bist. Dazu kommt daß Du offensichtlich eine hohe Verantwortung trägst, gerade im Bezug auf die Abrechnung.
    Um mal zu unken: der Nachtportier hat dann bestimmt auch am Wochenende frei, so daß Du dann auch noch ausgerechnet in diesen Nächten Dienst schieben sollst? Also nichts weiter als Lohndumping sowohl Dir als auch dem anderen Portier gegenüber.
    Ich würde dann eher dahin tendieren den Job nicht zu machen, weil da kannst Du anders mehr Geld einfacher verdienen.


    Wenn Du natürlich zwingend auf das Geld angewiesen bist hast Du ja kaum eine Wahl, ne? Dann kannst Du natürlich nur zugreifen wenn man sich für Dich entscheidet.

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    Original geschrieben von ecolo
    Leider NEIN, ohne Nachweis über KV brauche ich wirklich dort nicht zu erscheinen. Ist eine Job als Callagent mitten im Herzen von Köln.


    Nun, ich kenne die Einzelheiten nicht, aber was soll schon passieren? Du willst ja nicht Stuntman werden, sondern Callagent, ich denke nicht daß es da ein wirkliches Problem bringt wenn Du die Mitgliedsbescheinigung nicht morgen in der Hand hast.


    Wie gesagt, über den Job hast Du Zugang zu einer Krankenversicherung - am Ende ist es egal ob bei Deiner bisherigen Kasse oder einer neuen. Insofern ist es auch nur eine Formsache dem AG Deine Krankenkasse mitzuteilen und ich würde nicht, nur weil Du vielleicht noch keine Bescheinigung in der Hand hast, den Job sausen lassen.


    Üblicherweise kommt die Mitgliedsbescheinigung sowieso per Post zum AG. Sollte die also morgen nicht vorliegen, liegt das nicht an Dir, sondern daran daß die KK es nicht rechtzeitig abgeschickt hat.
    Dein Job ist einfach nur zu klären ob Du noch Mitglied der alten Kasse bist, ansonsten meldest Du dich bei einer neuen an - das ist alles.


    Selbst wenn Du heute nix mehr klären konntest - gehe da morgen auf jeden Fall hin! Du BIST ja jetzt wieder versichert bzw. hast Zugang zu einer Kasse, also kannst Du auch den Job antreten.


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    Original geschrieben von ecolo
    Printus ich danke dir für deine Mutmachenden Worte, in der letzten Zeit hatte ich kaum aufheiternde Worte gehört und das tut einfach der Seele gut. Danke euch allen.


    Danke für die Blumen! :) Ich weiß gut daß es schwer ist in die Gänge zu kommen und sich selber zu motivieren, gerade auch weil man in Deiner Situation immer wieder vor irgendwelche Wände rennt, sich im Kreis dreht weil es ständig Widerstände gibt oder Probleme auftauchen.
    Aber Du hast jetzt einen neuen Job in absolut greifbarer Nähe, und mit Job wird alles besser! Diese elende Krankenkassen-Geschichte ist nur eine Episode am Rande und Du BIST ja jetzt wieder "versicherungsfähig", insofern sollte Dich nichts abhalten den Job anzutreten, auch wenn Du morgen noch keine Unterlagen in der Hand hast. An so einer Nebensächlichkeit darf es nicht scheitern! Du hast jetzt eine sehr gute Chance - also nutze sie und wirf nicht hin weil irgendein läppsches Schriftstück vielleicht noch fehlt (noch dazu wo es in 1 oder 2 Tagen da sein wird).


    Alles Gute für morgen, das klappt schon!

    Ich kenne Dein Problem, hatte es selber seierzeit auch. Die Scheiße in Deutschland ist daß die KK in direkter Weise vom Job abhängt und man als Arbeitsloser nicht versichert ist wenn man nicht über Arbeitsamt/Sozialamt abgesichert wird.


    Selbstständige, oder Privatversicherte, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können, geraten regelmäßig in die Situation keine KK zu haben. Es trifft in Deutschland inzwischen mehr als 300.000 Menschen - was in der Öffentlichkeit gar nicht so präsent ist, daß hier tatsächlich viele Leete leben, die keine Krankenversicherung haben.


    Ich würde 2 Dinge raten: zuerst würde ich sofort mit der Kasse telefonieren. Ich weiß nicht ob die einen "einfach so" rauswerfen können, ohne einen darüber zu informieren. Du sagst ja daß Du überhaupt nur an den Kontoauszügen gemerkt hast daß Du offenbar ein Problem hast... Dann hat sich die KK bei Dir noch gar nicht gemeldet? Du hast demnach auch noch Deine Versichertenkarte...?


    Dann würde ich eher vermuten daß Dein Status ist: Du bist weiterhin versichert, liegst aber mit den Monatsbeiträgen im Rückstand. Ich würde das jetzt zuerst abklären damit Du weißt wie Dein Status bei der KK ist, denn immerhin kannst Du, wenn Du noch Mitglied bist, beim neuen Arbeitgeber Deine KK angeben und bist dadurch erstmal auf der sicheren Seite. Hinsichtlich der Beiträge müßte man dann im Gespräch mit der Kasse eine Lösung finden, aber mit einem Job kann man da ja vermutlich eine Einigung finden wie Du die Beiträge abstotterst oder so. Wichtig ist also in jedem Fall daß Du SOFORT das Gespräch suchst.


    Bist Du definitiv draussen, also wirklich ohne Kasse, sieht's folgendermaßen aus: mit Aufnahme eines neuen Beschäftigungsverhältnisses kannst Du wieder Mitglied einer KK werden. Vorraussetzung: das ist ein sozialversicherungspflichtiger Job, also Du bist nicht nur 400-EUR-Jobber oder so... Aber selbst dann gibt es eine Lösung...


    Nun, wenn das also ein sozialversicherungspflichtiger Job ist kannst Du dich darüber jetzt wieder neu versichern. Dazu suchst Du dir einfach eine Krankenkasse nach Deinem Geschmack und "meldest Dich an". Das geht sehr schnell und einfach, entweder persönlich in einer Filiale oder online. Natürlich bekommst Du die Papiere erst in den nächsten Tagen geschickt, aber das ist dann eine reine Formsache - Du bist dann erstmal wieder versichert.


    Ich würde in dem Fall einfach schauen welche KK Dir zusagt und mich dort online anmelden. Eine der in der letzten Zeit am besten getesteten Kassen ist, wenn man nichts dagegen hat bei einer Online-Versicherung zu sein, die BIGBIG weil sie geringe Kosten mit sehr gutem Service paart - so liest man jedenfalls immer in Testberichten. Soll aber keine Schleichwerbung sein, sondern nur eine Idee weil ich mich mit dem Thema kürzlich beschäftigt habe.


    Deinem neuen AG würde ich dann wahlweise Deine noch bestehenden Kasse, oder eben die neue Kasse nennen.
    Du mußt dem AG normalerweise eine Mitgliedsbescheinigung vorlegen, die aber eh ein paar Tage auf dem Postweg braucht. Direkt morgen haste die eh noch nicht. Egal ob bei der alten Kasse oder einer neuen, in jedem Fall bekommt der AG die Bescheinigung in ein paar Tagen. Bis dahin muß er Dir einfach glauben daß Du versichert bist, im einen wie im anderen Fall.


    Ich würde jetzt an Deiner Stelle keine Panik schieben, weil dadurch daß Du einen Job antrittst kannst Du dich selbst dann wieder versichern wenn Du bisher tatsächlich ohne Kasse gewesen wärst (aber wie gesagt, hab ich eh noch Zweifel dran weil Deine Kasse Dich nicht informiert hat daß Du draussen wärst...). So gesehen ist jetzt eh alles kein Problem, denn ob neue oder alte Kasse - in jedem Fall kannst Du dich jetzt versichern, es gibt also keinen Grund den Job nicht antreten zu können.


    Wenn Du jetzt schnell machst, wir haben gerade 14 Uhr, klärst Du es jetzt sofort, vielleicht ist die Mitgliedsbescheinigung sogar schon morgen beim AG - sonst eben in 1 oder 2 Tagen. Aber keine Sorge, Du kannst den Job morgen antreten!


    Alles Gute dafür! :D

    Ich war 2 oder 3 Mal in ****-Hotels und weiß zumindest 2x daß die Portiers Anzug trugen.


    Es gibt ja die alte Faustregel daß man sich zum Vorstellungsgespräch eine Stufe besser anzieht als später im Job alltäglich ist. Insofern würde ich hier - auch in Anbetracht meines ersten Satzes - auf jeden Fall im Anzug auflaufen.
    Hier geht's ja nicht um eine Stelle als Handwerker, nicht mal um einen Bürojob, sondern eine Position, in der man Publikumsverkehr hat und als Repräsentant, verschärfend: Ersteindruck, eines Hotels wahrgenommen wird. Und immerhin reden wir bei einem ****-Haus schon über ein Hotel mit gehobenem Anspruch, keine billige Absteige.


    Wenn jemand sich in einen Anzug "hineingezwängt" empfindet stellt sich schnell die Frage ob es für einen selber gut ist sich als Portier zu bewerben... denn da kann es schnell passieren daß der Anzug die erwartete Berufskleidung ist, da kommt es dann nicht gut wenn man schon im Vorstellungsgespräch vermittelt daß man sich in der Kleidung unwohl fühlt.
    Selbst wenn man dort am Empfang später keinen Anzug trägt finde ich es bei einem Vorstellungsgespräch für die Stelle des wichtigsten Repräsentanten des Hotels in jedem Fall angemessen einen Anzug anzuziehen!
    Hitze etc. sind schlechte "Ausreden", es gibt auch Sommeranzüge. Wenn Du keinen hast, na gut, aber wenn doch halte ich es für "Pflicht" ihn anzuziehen... würde ich jedenfalls so sehen.


    Zur Gehaltsfrage: Ich habe da keine Referenzen und kann deswegen nicht sagen was man da konkret antworten sollte. Ich denke nur daß Du die Sache folgendermaßen betrachten mußt: solche Fragen SIND blöd, aber sie werden nahezu standardmäßig gestellt - insofern muß man immer eine Antwort parat haben. Gab es in der Stellenausschreibung keine Angabe über den Verdienst?
    Finden sich im Netz Angaben über der Verdienst?


    Generell darfst Du nicht übertreiben - aber auch nicht untertreiben. Erstens weil man sich nicht unter Wert verkaufen sollte, insbesondere aber auch weil hier 2 wichtige Dinge mitspielen, die ich als "Plusfaktoren" betrachte: zum einen, ich erwähnte es schon, bist Du der wichtigste Repräsentant des Hotels. Von Deinem Verhalten hängt entscheidend ab wie willkommen sich ein neuer Gast fühlt, und wie gut er sich bei irgendwelchen Anliegen versorgt fühlt.Du bist also nicht irgendein unsichtbarer Hanswurst, sondern "das Gesicht" des Hotels, der wichtigste und oft einzige Kontakt und Eindruck, den Gäste haben.
    Daraus ergibt sich ein besonderer Anspruch an Dein Auftreten, an Dein Verhalten, gerade in einem ****-Haus, welches immerhin überdurchschnittliche Komfortansprüche befriedigt. (Das ist übrigens auch ein guter Text wenn's darum geht Deine Motivation / dein Selbstverständnis zu erklären - solche Aussagen kommen bestimmt gut an!) Und insofern Du also "überdurchschnittliche" Leistungen des Hotels repräsentierst darfst/mußt Du auch beim Gehalt nicht zu niedrig pokern. Denn das Hotel will einen wirklich guten Mann an der Front haben, Du bist ein solcher guter Mann - und da kannst Du auch ein ausreichendes Gehalt erwarten. Wenn Du ein schlechtes Gehalt wolltest könntest Du auch mißmutiger Türsteher eines Stundenhotels werden, aber immerhin geht's hier um eine anspruchsvolle Tätigkeit, da darf man dann auch eine gute Bezahlung erwarten.


    Klar, Du mußt natürlich im Rahmen der üblichen Tarife für einen solchen Job bleiben. Aber innerhalb des Spektrums würde ich mich im oberen Bereich ansiedeln. Den Anspruch darfst, "mußt" Du haben, auch ohne unverschämt zu sein. Kompromißbereit kannste dann immer noch sein... Es geht hier ja oft auch nur darum Deine Selbsteinschätzung zu testen, man wird Dir eh das bezahlen was man allen bezahlt. Deine Selbsteinschätzung "muß" hier aber gehobene Ansprüche erfüllen, denn die stellt sich das ****-Haus ja auch selber. Außerdem zeugt es von Selbstbewußtsein wenn man sich nicht schon von vorneherein unter Wert verkauft... Das darf nicht in Arroganz umschlagen, aber man kann/wird es Dir nicht negativ auslegen daß Du für gute Arbeit auch gutes Geld haben möchtest.


    Der andere Grund für ein nicht zu niedrig angesetztes Gehalt: Es ist Nachtarbeit. Auch wenn auf Stundenbasis abgerechnet werden sollte, das ist egal, Du leistest Nachtarbeit, also einen Dienst unter erschwerten Bedingungen. Auch das muß sich ja irgendwie niederschlagen.


    Lange Rede wenig Sinn: sei nicht unverschämt, aber untertreibe auch nicht. Du sollst einen anspruchsvollen Job machen - dann muß die Kohle stimmen. Die wollen schließlich einen guten Mann, und nicht irgendeinen unfreundlichen, demotivierten, unrepräsentativen, finsteren Schlüssel-Herausgeber, sondern einen freundlichen, um die Gäste bemühten, gepflegten und aufmerksamen Portier haben.


    Ach ja, eine ganz einfache Hilfe bei der Kleiderfrage wäre natürlich: mal abends/nachts an dem Hotel vorbeifahren und schauen was am Empfang getragen wird...:D (wobei, siehe oben, ich trotzdem in jedem Fall im Anzug zum Vorstellungsgespräch gehen würde).


    Als generellen Tip würde ich Dir für das Vorstellungsgespräch mitgeben: äußere Dich ganz deutlich in die Richtung, die ich Dir oben geschrieben habe, so von wegen wichtigster Repräsentant des Hotels, hoher Anspruch von ****-Buchern an die Leistungen des Hotels, Wichtigkeit des positiven Ersteindrucks ("Man hat nur eine Chance einen guten ersten Eindruck zu machen."), blablabla.
    Ich denke daß Du da Punkte sammeln kannst, denn auf sowas wird es der Unternehmensführung in so einem Haus sicher ankommen.
    Ansonsten denke ich wird Freundlichkeit, zuvorkommendes, aber unaufdringliches Verhalten und Aufmerksamkeit besonders wichtig sein, vielleicht in diesem Fall noch einen Tick mehr als bei anderen Vorstellungsgesprächen, wenn um andere Jobs geht. Halte also die Augen auf, sei hilfsbereit und immer und zu JEDEM freundlich, auch zur Putzfrau. Übertreibe es nicht, aber Höflichkeitsformeln, gewisse Umgangsformen usw. solltest Du drauf haben. Wenn Du da unsicher bist - mach Dich nochmal ein bißchen schlau wie man sich benimmt...


    Auch wenn ich sowas total affig finde: sei darauf gefaßt daß man Dich womöglich auch testet indem man irgendwelche Situationen schafft, um zu sehen wie Du reagierst. Vorstellbar wäre - so als spontane Idee - daß in Deiner Gegenwart irgendwelche Indiskretionen stattfinden und Du nachher in eine Situation kommst sie ausplaudern zu können. Das tust Du dann natürlich nicht!!!
    Oder, was weiß ich... Dir irgendwelche unfreundlichen, komischen Leute begegnen - bleibe freundlich, laß Dich nicht provozieren! Oder jemand schleppt einen schweren Koffer durch die Gegend - Du bietest natürlich sofort Hilfe an, hälst Türen auf, wünschst dem offensichtlich abreisenden Gast eine gute Reise... Vielleicht ist das nur ein Test - man weiß es nicht. In jedem Fall sind Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft die Schlüsselqualifikationen, die mit Sicherheit wahrgenommen und positiv gewertet werden.


    Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen - und schreibe bitte später wie es gelaufen ist!!!

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    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Naja, mich hat auch mal ein Kunde angeblafft, weil sein Insolvenzverwalter sein Konto gesperrt hat. Nur: Ich hab mir seine Insolvenz nicht ausgesucht, das war er ganz alleine.


    Wenn es hier um das Bankkonto geht ist das aber auch das Allerletzte.


    Ich war seinerzeit selber arbeitslos, hatte nur knappes Geld und umständehalber kein regelmäßiges Einkommen weil ich gar nix vom Staat bekommen habe. Da mir allmählich unwohl wurde war ich damals viel auf Beratungsseiten für Schuldner, Arbeitslose etc. unterwegs um mich zu informieren was auf mich zukommt wenn ich nicht bald die Kurve kriege oder was ich generell tun kann um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren.


    Egal wo Du nachliest, egal welches Schicksal die Leute haben, eins zieht sich durch wie ein roter Faden: ist erstmal das Bankkonto gesperrt ist das der Anfang vom Ende weil die Leute absolut jeder Möglichkeit beraubt sind sich finanziell noch in irgendeiner Weise bewegen zu können.
    Das geht damit los daß ihnen selbst die Grundsicherung zum Leben nicht mehr zugänglich ist und viele wirklich dastehen und nichts mehr zu essen kaufen können. Viele Banken versuchen selbst die Grundsicherung einzukassieren - ist zwar illegal, gemacht wird's aber trotzdem und es ist dann sehr schwer sich dagegen zu wehren, vor allem dauert es. Wenn man Kohldampf hat kann man nicht tagelang warten... Es gibt tatsächlich regelmäßig diese Abläufe, obwohl man das in Deutschland nicht für möglich halten würde.
    Ein anderer roter Faden ist daß selbst diejenigen, die wirklich bemüht sind ihre Finanzen irgendwie zu regeln keinen Bewegungsspielraum mehr haben, dadurch z. B. oft auch vereinbarte Kleinstüberweisungen nicht mehr getätigt werden können und die zugehörigen Gläubiger denken daß der Schuldner die Vereinbarung nicht mehr hält - mit allen katastrophalen Folgen weil dann alles zusammenbricht.


    Allein der Umgangston in der Bank ist in aller Regel unter aller Sau, und diese Erfahrung habe ich selber in Ansätzen gemacht. Allein die Tatsache daß wenig Geld oder unregelmäßige Eingänge da sind reicht um "von oben herab" behandelt zu werden, und das in vielen Beispielen selbst dann wenn diese Bank selber nicht mal betroffen ist. Ich hatte z. B. niemals irgendwelche Probleme, die die Bank tangiert haben - im Gegenteil, die haben sich an meinem meistens überzogenen Konto dumm und dusselig verdient und hätten mich gerade als guten Kunden sehen müssen: keinerlei Probleme mit der Bank, aber immer schön im Minus, woran sie verdienen...
    Es ist unglaublich wieviele arme Würstchen ihr kleines Ego damit aufwerten wollen wenn sie gerade nach denjenigen treten, von denen sie meinen sich das gerade leisten zu können weil der andere augenblicklich in einer prekären Lage ist, und das selbst dann wenn die Bank nicht mal in irgendeiner Weise betroffen ist.


    Man denkt da normalerweise nicht darüber nach, aber ohne Bankkonto ist man in Deutschland faktisch völlig aufgeschmissen: wie soll man eine Wohnung mieten, einen Job bekommen, Finanzielles regeln, wenn man kein Konto hat? Da steht man absolut ausgegrenzt da weil Barzahlung vollkommen unüblich ist und jeder Vermieter, jeder Chef sofort absagt wenn man keine Kontoverbindung vorweisen kann.
    Man kann dann nur hoffen bzw. sich im Internet schlau machen wie man an ein "Konto für Jedermann" kommt - sei es bei einer lokalen Bank, wo man ehrlich mit dem Berater persönlich redet und ggf. auf die gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung eines Jedermannkontos erinnert, oder über die Ethikbank, die bundesweit auf für Schuldner ein solches Konto eröffnet.


    Schulden und Insolvenz hin oder her, aber jemandem einfach das Konto zu sperren ist schlicht unter aller Sau, weil es den Leuten ganz einfach den Todesstoß gibt und dazu völlig sinnlos ist. Danach haben die gar keine Chance mehr überhaupt noch am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Im Gegenzug werden die Schulden aber nicht kleiner nur weil man jemandem das Konto sperrt, ein Nutzen entsteht daraus also nicht.
    Es ist sicher OK wenn Geschäftskonten etc. gesperrt werden, aber das persönliche Girokonto, über das jemand seine primären Lebensbedürfnisse abwickelt, MUSS auf jeden Fall verfügbar bleiben. Das sieht sogar der Gesetzgeber so - deswegen gibt es ja das "Konto für Jedermann".


    War off topic, muß ich aber bei dem Thema einfach anbringen weil ich selber zum Glück nicht runtergefallen bin, aber seinerzeit am Rande der Grube stand und mitbekommen habe wie scheiße mit den Leuten umgegangen wird - und das in vielen Fällen ohne daß das in irgendeiner Weise einen Sinn manchen würde. Im Gegenteil: Probleme hat derjenige genug, und mit noch mehr - in diesem Fall auch unsinnigem - Druck hilft man niemandem in irgendeiner Weise.


    Meine positive Meinung, die ich generell erstmal allem und jedem entgegenbringe, hat sich im Bezug auf Banken inzwischen entscheidend verändert...

    Ich auch nicht. Aber nur weil es diese Geräte einfach nicht mehr gibt.


    Es ist doch am Ende völlig egal wie lange ein Gerät am Markt ist, solange es technisch auf der Höhe der Zeit ist, sehr zuverlässig funktioniert und preiswert ist.


    Der Hype nach dem neuesten Modell ist sachlich gar nicht gerechtfertigt, das wird künstlich hochgezüchtet. Insofern als alle mitspielen hat der Kunde natürlich auch keine Wahl, aber würde sich ein Anbieter abspalten, der gute Produkte zu einem attraktiven Preis bietet und dazu technisch nicht hinter dem Mond lebt, hätte das IMHO durchaus gute Chancen am Markt.


    Im Automobilsegment ist das z. B. das Grund warum es den Dacia Logan gibt, der in manchen Ländern als junger Gebrauchtwagen teurer gehandelt wird als der Neuwagen, weil die Produktion der Nachfrage nicht standhält...

    Trotzdem, da wird der Bock zum Gärtner gemacht.


    Natürlich fragen Kunden nach dem neuesten Gerät - weil sie wissen daß es alle 2 Monate neue Ware gibt und man dann eben nicht zum fast noch gleichen Preis - oder nur geringfügig weniger - das vorletzte Modell kaufen will. Das ist beim Auto genauso, da will auch niemand das alte Modell wenn der Nachfolger zum fast gleichen Preis in den Startlöchern steht.


    Nur: würde das neue Modell im Halbjahres- oder Jahresrhythmus erscheinen, würden die Kunden auch ein seit 4 Monaten im Verkauf befindliches Gerät nachfragen, denn es ist das neuste Modell.


    Als Kunde kann ich nur das kaufen was mir angeboten wird. Wird alle 3 Tage ein neues Modell angeboten will ich natürlich tagesaktuell das Neueste, kommt aber erst in 1 Jahr ein neues Gerät werde ich das seit 6 Monaten verfügbare, aber immer noch Topprodukt haben wollen.


    Letztlich geht's ja auch nicht allein um das Modell oder den rasanten Modellwechsel, das ist sozusagen der Nebenkriegsschauplatz. Meinetwegen kommen alle 3 Tage neue Modelle. Es geht uns hier ja eigentlich um die Qualität und die Masche, neue Geräte auf den Markt zu werfen obwohl sie nicht ausgereift und qualitativ minderwertig sind. DAS will kein Kunde! Er hat nur leider nicht mehr die Wahl, weil nur noch Schrott angeboten wird - ansonsten gäbe es diesen ganzen Thread gar nicht.


    Bei mir war es so daß die letzten 3 Handys, die ich in ca. 2 Jahren gekauft habe, allesamt bewußt schon einige Wochen auf dem Markt waren. Ich will inzwischen nicht mehr die neuesten Modelle, weil ich keine Lust habe der Betatester zu sein und mich zu ärgern weil ich für horrendes Geld, das ich vor allem als Erstkäufer zahle, womöglich Schrott bekomme. Und diese Gefahr ist inzwischen so wahrscheinlich daß ich keine brandneuen Modelle mehr kaufe, sondern welche bei denen ich annehmen kann daß die schlimmsten Bugs inzwischen aufgefallen sein müßten.


    Ich frage mich da inzwischen auch immer mehr warum wir alle uns eigentlich zwingen dieses Tempo, den "Werteverfall" durch solche unsinnigen und übereilten Globalisierungs- oder was-weiß-ich-was-Folgen mitzumachen. Warum "muß" man Nummer 1 sein wenn man auch als Nummer 2 gut leben würde? Letztlich werden überall die Geschwindigkeiten schneller, der Kostendruck höher, der Druck allgemein immer schlimmer - aber ohne daß das wirklich einen Fortschritt/Vorteil für irgendwen bringt.


    Mein Handy soll nicht unbedingt erst 2 Tage auf dem Markt sein, es ist völlig wurscht wenn's schon seit 3 Monaten da ist. Da kann es immer noch das Spitzengerät sein. Es soll vor allem gut funktionieren und zuverlässig sein, weil ich zahle viel Geld dafür (ich zahle auch eine anfängliche Subvention zurück!!!) und dann möchte ich dafür eine entsprechende Gegenleistung haben.


    Mich bringt der ganze Zirkus eben eher dazu mich aus diesem unsinnigen Konsum bzw. der Geschwindigkeit auszuklinken. Ob irgendein Manager kapiert daß ihm dieses Konsumverhalten, da es immer mehr Leute zeigen, am Ende viel mehr die Bilanzen kaputt macht?