Beiträge von Printus

    Zitat

    Original geschrieben von lart
    was ist von einem 3er bj12/94 140tkm, 90ps für 3,5 t€ zu halten? (von nem händler)


    oder doch lieber zumälteren modell, bj 11/90 mit 165 tkm für 2350€ greifen (von privat)?


    danke schon mal & grüße aus bonn


    Ich hab' mich in der letzten Zeit nach denselben Wagen als Limousinen umgeschaut und mal abgesehen von Cabrio-spezifischen Aspekten:


    3500 Teuro scheinen mir für einen 3er ein guter Preis zu sein, wobei ich das aber generell auch stark vom Zustand des Wagens abhängig machen würde.
    Ist er technisch und optisch gut erhalten, das Verdeck dicht und neuwertig? Wie lange hat der Wagen TÜV, in welchem Abnutzungsstadium sind die Reifen? Unfallschäden, Rost, Zustand von Bremsen und Auspuff? Scheckheftgepflegt, viele Vorbesitzer, Frauenauto, Tuning? Sowas sind Details, die man überprüfen und in seine Überlegungen einbeziehen muß, denn da kommen ggf. "tröpfchenweise" zusätzliche Kosten auf Dich zu (oder bleiben Dir erspart), die sich immer mehr summieren. Da ist ein Wagen mit höherem Kaufpreis manchmal der bessere Kauf wenn die Verschleißteile in einem relativ guten Zustand sind.


    2350 Teuro empfinde ich als relativ teuer für einen Golf II mit 165 tkm, angesichts des Alters und dann auch noch von privat. Der Wagen ist immerhin 4 Jahre älter und hat 25 tkm mehr auf der Uhr, dazu keine Airbags (hat der IIIer von 94 die schon an Bord?) Allgemein gilt der Golf II als sehr zuverlässiger, echter "Volkswagen", als einen Tick zuverlässiger/ weniger anfällig für Werkstattaufenthalte als der Golf III. Trotzdem, der Wagen ist 16 Jahre als, das ist eine ganze Ecke mehr als der Konkurrent.


    Hier würde ich anhand Deiner Beschreibung zum IIIer vom Händler tendieren. Sollte der technische und optische Zustand des Wagens in Ordnung sein ist das das jüngere Auto mit geringerer Laufleistung. Der Händler gibt Dir vielleicht eine Gebrauchtwagen garantie, die Du von privat nie hast, und ich würde mir TÜV und AU ganz frisch machen lassen, sodaß diesbezüglich 2 Jahre Ruhe ist.


    Was ich Dir oben genannt habe (Zustand der Verschleißteile, Alter der Wagen, Airbags usw.) würde ich in jedem Fall nutzen um die Autos in Preisverhandlungen "schlecht zu machen" und den Preis entsprechend zu reduzieren... ;) Aber das sind natürlich auch wirklich Argumente, die für Deine Überlegungen eine Rolle spielen, denn davon hängen die Folgekosten ab.

    Ich gehöre auch zum arbeitenden Teil der Bevölkerung und argumentiere, eben auch um diesem "wir auf der einen Seite, "die" auf der anderen" zu begegnen, gegen die Ansicht daß ALGler locker flockig von "unserem" Geld leben. Ich war selber ebenfalls 2x arbeitslos und weiß deswegen wie schnell es gehen kann daß man ohne Job dasteht, und das auch ganz ohne eigene Dummheit oder Schuld. Gerade deswegen bin ich eben auch daran interessiert daran daß hier kein Keil zwischen die Menschen getrieben wird, denn man kann ganz schnell ins andere Lager geraten.


    Die Umsatzsteuererhöhung ist natürlich in der Theorie fair weil sie sich immer an den Ausgaben orientiert, die man tätigt. Kaufste viel, zahlste viele Steuern, kaufste wenig, zahlste wenig Steuern.
    Blöderweise gibt es aber viele Menschen, die am Existenzminimum leben und sich nicht so einfach leisten können daß demnächst nahezu alles außer Lebensmitteln und Literatur teurer wird. Wenn alle genug Kohle hätten wäre es ja kein Problem, aber manche kommen schon jetzt mehr schlecht als recht über die Runden.


    Wer soviel hat daß er gut klar kommt hat natürlich die Wahl ob er mehr ausgeben oder sparen möchte - derjenige kauft eben mal ein Handy weniger, oder auch nicht, je nach Lust und Laune.
    Aber ab einer gewissen Untergrenze kannst Du nicht mehr sparen weil Du eh nur das kaufen kannst, was Du zum Leben brauchst und alle Ausgaben "notwendig" sind, also keine optionalen "Spaßkäufe". Wenn es um Seife, Deo, notwendige Bekleidung oder defekte Küchengeräte oder Möbel etc. geht - da kannst Du nicht einfach sagen "OK, dann kaufe ich eben nicht, weil ich auch ohne Waschmaschine oder Wintermantel leben kann und anstatt im Bett zu schlafen kann ich mich auf ne Isomatte legen..."
    Mir geht es hier nicht um Neidgedanken, und für die, die "oben" sind, ist das mit der MwSt-Erhöhung auch kein Problem, da stimme ich Dir voll zu. Mein Focus liegt auf der Betrachtung der sehr kleinen Einkommen. Weil da stellt sich die Frage wie sich eine Preissteigerung auswirkt.


    Und mich regt eben immer auf wenn Politiker argumentieren, wie ich das weiter oben schon geschrieben habe, daß Lebensmittel ja nicht teurer würden. Das stimmt zwar, aber für wie blöd verkauft man denn die Bevölkerung wenn man so tut als würden die Menschen nur Lebensmittel kaufen?
    Oder immer der Vergleich mit dem Ausland - da krieg' ich auch immer zuviel. Dort sind die Strukturen doch völlig anders als bei uns, man vergleicht doch da Äpfel und Birnen! Klar sind die Steuern in Skandinavien wesentlich höher - aber dafür ist die Vorsorge staatlicherseits auch wesentlich umfangreicher als bei uns...


    Das Bild vom Manager oder vom Arzt, die Spargel stechen sollen, empfinde ich auch als reine Augenwischerei, als Polemik um vordergründig zu "beweisen" daß es jeden treffen kann. In der Realität wird nie ein Arzt oder Manager Spargel stechen weil die immer Atteste beschaffen werden daß ihnen diese Arbeit unzumutbar ist. Und abgesehen davon kann man die Leute ja auch wirklich viel sinnvoller einsetzen als ihre Ressourcen in Jobs zu verschwenden, die auch weniger Qualifizierte ausüben können.
    Ein arbeitsloser Arzt packt in der Realität die Koffer und verschwindet ins Ausland. Das ist die Realität! Selbst wer noch einen Job hat ist oft so unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen daß es die Menschen nicht hier hält. Man muß sich ja nur mal mit dem Ärztestreik und den wahren Lebensbedingungen eines Arztes in Deutschland auseinandersetzen...

    Ich will mich jetzt nicht zu unpassenden Vergleichen mit bestimmten Ansichten besonders unangenehmer Persönlichkeiten der jüngeren deutschen Geschichte, vor etwa 60 Jahren, hinreissen lassen.


    Aber mich erschreckt das Menschenbild, das hinter solchen Aussagen steht, die ich hier teilweise lese. Ein Mensch ist keine Maschine, die funktioniert wenn Öl und Kühlwasser eingefüllt werden. Menschen haben auch emotionale Bedürfnisse.
    Man "muß" sicher kein Auto haben und man "muß" auch nicht zu Fußballspielen gehen.
    Aber jeder Mensch hat neben ganz primären Bedürfnissen wie Nahrung, Flüssigkeit, Wärme, Schlaf, auch emotionale oder kulturelle Bedürfnisse. Bei dem einen ist es meinetwegen der Fußball-Fanclub, bei dem anderen ein Kinobesuch, beim dritten sind es Bücher oder ein Theater- oder Museumsbesuch, wieder ein anderer möchte vielleicht mal auf ein Bier in die Kneipe gehen oder Mitglied in einem Sportverein sein. Auch ALG-Empfänger möchten und müssen Zugang zu Informationsquellen wie Radio/Fernsehen oder dem Internet haben.


    Wir reden hier nicht darüber daß wir, also die Gesellschaft oder speziell wir "Werktätigen", den ALGlern allabendliche Sauferei in der Kneipe, einen Flachbild-Fernseher in der Größe der halben Zimmerwand oder eine Mitgliedschaft im Golfclub finanzieren müssen. Mir geht es mehr ums Prinzip, um die generelle Denkweise dahinter - und da ist es sehr traurig wenn man Leuten pauschal die Chance auf eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben abschneiden will.


    Es mag Mißbrauch geben, der mag auch einen gewissen Umfang haben - aber das darf nicht dazu führen daß man sich an den negativen Vorbildern orientiert und in Transferleistungsbeziehern generell Schmarotzer sieht. Es wird dort auch sehr viele Leute geben, die aufgrund ihres Alters oder irgendwelcher anderer Faktoren schlicht und einfach keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben, obwohl sie gerne ihr eigenes Geld verdienen würden um sich damit auch etwas aufbauen zu können.


    Der Laber von der Umsatzsteuer als ehrlichster Steuer ist mir zu simpel. Erstens setzt dieses Modell vorraus daß auch Niedriglöhner immer noch genügend Geld zum Leben haben, was aber oft nicht so ist - und dann ist diese Steuer auch nicht mehr fair in einem Sozialstaat.
    Dazu setzt es vorraus daß jeder proportional zu seinen Umsätzen Steuern zahlt. De facto führt geschicktes taktieren aber dazu daß Großverdiener ihr Geld so anlegen und investieren daß sie eben nicht immer anteilig Umsatzsteuer zahlen, sondern Konstruktionen bauen um der Steuerpflicht - mehr oder weniger sogar legal - zu entgehen.

    Der Staat stellt z. B. mit der Umsatzsteuer-Erhöhung falsche Weichen. Im Endeffekt trifft diese Maßnahme wieder die Kleinen, die eh schon mit jedem EUR rechnen müssen und jetzt erneut zusätzlich belastet werden. Jemandem, der gut verdient, tut es nicht wirklich weh weil dessen finanzielle Ausstattung immer noch so ist daß er die höhere MwSt einfach wegsteckt - genug Geld ist ja immer noch da, auch wenn die Preise teurer werden...


    Mich regt es jedes Mal massiv auf wenn argumentiert wird daß Lebensmittel nicht teurer werden. Es scheint Politiker zu geben, die offenbar ausschließlich von Eßwaren und Büchern leben, aber niemals andere Dinge kaufen... ja, bei denen wird das Leben dann tatsächlich nicht teurer.


    Weil ich gerade sehr mit dem Thema Auto zu tun habe: da zahlen diejenigen, die kein Geld für einen modernen Wagen haben, ausgerechnet besonders viel Steuer - während die besser Betuchten Besitzer schöner moderner Wagen mit preiswerten Steuern davon kommen.


    Ins Solidarsystem der Krankenkasse oder die Rentenkasse zahlen z. B. auch viele Leute nicht ein - warum nicht?


    Ich denke daß hier sehr wohl viele Weichenstellungen seitens des Staates schief laufen, da müßte man viel mehr grundsätzliche Regelungen der vergangenen Jahrzehnte überdenken und komplett neu strukturieren.
    Das kann aber nicht nach dem Motto laufen "Der Staat hat kein Geld, also müssen wir alle den Gürtel enger schnallen" - denn es gibt viele, deren Gürtel einfach nicht mehr enger geschnallt werden kann und das sind die Leute, die der Gesellschaft dann letztlich erst Recht auf der Tasche liegen und nichts mehr ins System einzahlen, sondern nur herausziehen - ganz abgesehen von den sozialen Schieflagen und Problemen, die daraus generiert werden.

    Für Dich vielleicht etwas sehr weit entfernt, aber was hälst Du von dem Auto hier? BMW Das Auto steht bei der Firma Auto Rasch und macht einen guten Eindruck.


    Auch wenn Autobild nach der Sache mit dem Mercedes-Crashtest in Ungnade gefallen ist - deren Gebrauchtwagentests gehören nach wie vor zum Besten, was es gibt. Bei bislang jedem Auto, das ich kennengelernt habe, stimmten die in den Artikeln beschriebenen Schwachstellen genau mit dem überein, was das in der Realität tatsächlich auffiel. Insofern halte ich große Stücke auf deren Urteile, hier die Artikel zum BMW: Klick mich hart!.
    Außerdem würde ich mich bei Typklassen.de über die Versicherungskosten informieren - ich vermute daß der BMW nicht gerade ein Sparwunder ist.

    Dazu kommt auch daß hier irgendwelche "weichen" Kriterien geschaffen werden, gegen deren Einhaltung sich viele - wie ich finde verständlicherweise - wehren.


    Wer Transferleistungsbezieher ist und aber einen Lebenspartner hat wird sozusagen dahin gegängelt wie oft oder lange er sich bei seinem Partner aufhält. Bist Du zu lange bei Deiner Freundin unterstellt man eine eheähnliche Gemeinschaft... Gerade wer den ganzen Tag über wenig zu tun hat wird verständlicherweise selten in seiner Wohnung herumhängen sondern die Zeit bei seinem Partner verbringen. Das finde ich normal... Ausgerechnet in solchen persönlichen Bereichen setzt nun aber die Regulierung von aussen ein.


    Dagegen würde ich mich als Betroffener auch wehren, das würde bei mir - und vielen anderen läuft es bestimmt genauso - auch dazu führen daß ich mich dem verweigere und dagegen verstosse.


    Es wird immer vom "fördern und fordern" geredet, aber sinnvolle Fördermöglichkeiten sind rar. Würde den Leuten wirklich sinnvoll ein Job vermittelt könnte man sie dann auch in die Pflicht nehmen, aber es sind letztlich zu wenige Jobs da um 5 Millionen Arbeitslose unterzubringen. Was will man denn da von den Leuten fordern, wenn die am Ende doch nur - in vielen Fällen - in irgendwelches Ausnutzer-Arbeitsverhältnisse gesteckt werden, bei denen sie sich mit einer Drecksarbeit kaputt arbeiten sollen, bei 5 EUR Stundenlohn, von dem sie aber ihr Leben trotzdem nicht finanzieren können.


    Ist doch klar daß die Motivation zu arbeiten dann nicht mehr gegeben ist - und das nicht nur bei denen, die grundsätzlich nicht arbeiten wollen, sondern auch bei denen, die eigentlich willig sind, aber für ehrliche Arbeit auch fair bezahlt werden wollen...


    Nicht die Transferleistungen sind zu hoch, sondern die Gehälter zu niedrig!

    Diese Erkenntnis setzt sich bei mir auch immer mehr durch. Der Wagen braucht jetzt Teile für 500 EUR und kostet dazu TÜV und 300 EUR Steuer, aber dann fahre ich für ca. 900-1000 EUR, je nachdem was ich meinem Schrauber geben muß, weiter mit einem super ausgestatteten und im Grunde sehr gut erhaltenen Wagen.


    Ansonsten stecke ich 1000-1500 EUR - mehr geht momentan nicht - in eine "Neu"anschaffung, die im Unterhalt preiswerter ist, aber das hebt sich durch den höheren Kaufpreis wieder auf. Dann fahre ich ein viel kleineres, weniger komfortables Auto und vor allem mit dem unsicheren Gefühl eine mindestens 10 Jahre alte Kiste zu bekommen, bei der ich nicht weiß was an Reparaturen anfallen könnte...


    Insofern: wenn ich ein echtes Schnäppchen entdecke wär's nochmal zu überlegen, ansonsten läuft es wohl wirklich eher dahin den Wagen nochmal zu machen.

    Zitat

    Original geschrieben von FraDi
    Alternativ braucht man doch nur durch die Stadt zu fahren zu irgendwelchen Gebrauchtwagenhändlern südlicher Herkunft, da dürften die Chancen wohl groß sein das die auch Export machen... ;)


    Da hatte ich letzte Woche mal auf die Schnelle nachgefragt und ein Typ mit Cowboyhut verkündete in bayerischem Slang daß ungefähr 500 EUR drin wären. Zu dem Zeitpunkt war's aber noch nicht ganz aktuell und da ich hier gelesen habe daß die Erträge durchaus 100-200 EUR höher sein können war das erstmal uninteressant.


    Heute morgen wollte mir der diensthabende türkische Bodybuilder im gleichen Laden nur noch 150 EUR bieten... und das ist dann ja wohl Verarsche.
    Vor allem weil mein Wagen eigentlich super in Schuß ist, nur er braucht für den TÜV einige ziemlich teure neue Teile, wodurch sich die Frage stellt ob ich das noch reinstecken soll...


    Vito: Du hast Post :)