Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von kaputer
    Hast du bei Threema o.ä. geprüft, ob die nicht doch die Nachrichten mitlesen oder ob die Verschlüsselung sauber implementiert ist?


    Nein. Habe ich nicht geprüft, kann ich auch gar nicht selber prüfen. Ich habe aber keinen Grund an der Datensicherheit zu zweifeln. Threemas Hauptargument ist die Verschlüsselung und hat bisher keinen einzigen Grund geliefert, dass es dort unseriös zugehen würde. Insofern gilt da für mich der Vertrauensvorschuss.


    Umgekehrt habe ich auch keinen Beweis für die Datenabschöpfung durch WhattsApp. Nachdem Facebook aber erwiesenermaßen alles andere als ein guter Datenschützer ist muss ich, nachdem WA aufgekauft und 42 USD für jeden Nutzer bezahlt wurden, davon ausgehen, dass das dazu dient, die Datensammelei auch auf diesen Kanal auszuweiten. Alles andere macht keinen Sinn.


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    Original geschrieben von kaputer
    Solange das nicht 100% wasserdicht ist, halte ich alle WA Alternativen für genauso unsicher und werde deshalb nicht wechseln.


    Schwaches Argument weil du im Leben permanent darauf angewiesen bist, Dinge zu glauben oder anhand von Anscheinsbeweisen zu beurteilen, was du seriös findest und was nicht. Wer einen guten Namen hat, dem vertraut man. Wer einen schlechten Ruf hat, bei dem geht man kritisch heran.
    Wenn du nur das zulässt, was 100%ig wasserdicht ist: was ist denn so wasserdicht? Fast überall musst du vertrauen. Keine einzige Software und kein einziges technisches Gerät kannst du als Laie ausreichend prüfen.


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    Original geschrieben von kaputer
    In meinem Freundeskreis sind 2 Leute zu Threema gewechselt. Alle anderen (inkl. mir) sehen die Not oder den Vorteil nicht.


    Es geht darum ein Zeichen zu setzen. Dem Zuckerberg und allen anderen Datensammlern zu zeigen, dass man ihm keinen Blankoscheck zur Ausnutzung der eigene Privatsphäre ausstellt. Ein generelles Signal dahingehend auszusenden, dass einem Schutz der Intimsphäre wichtig ist und man seine Daten nicht einfach preisgibt, sondern auf Lösungen setzt, die diese durch Verschlüsselung sicherstellen und dem Bedürfnis nach Datenschutz Rechnung tragen.


    Mir geht es wie Ray und Andreas24: WA zu löschen war komisch, aber es ist erfrischend zu erleben, dass ich alle wichtigen Kontakte über Threema erreiche und mit ein paar anderen problemlos über SMS kommuniziere.


    Hoccer habe ich ebenfalls installiert. Auch hier gilt es, den guten Ansatz zu unterstützen.

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    Original geschrieben von THWS
    Auch dann stellt sich die Frage, warum dann keine weiteren Maßnahmen getroffen wurden. Das Aufsteigen von Abfangjägern wäre ja nur ein Beispiel gewesen - man hätte ja auch einfach frühzeitig mit anderen Regierungen Kontakt aufnehmen können. Dass Australien das Ganze momentan um Klassen besser verwaltet als es Malaysia selbst getan hat, spricht ja schon Bände.


    Wobei man nicht vergessen sollte, dass Malaysia auch eine ganz unangenehme Situation hat. Australien braucht "nur" die Trümmersuche organisieren und kann dabei nur gewinnen. Malaysia hingegen war plötzlich mit einem verschwundenen Flugzeug konfrontiert, die ganze Welt will Antworten haben, die man nicht geben kann. Man ist abhängig von Informationen des Militärs (die nur schleppend kommen), man ist angewiesen auf Drittländer, steht diplomatisch unter Druck und kann in der Sache nicht agieren weil die Crashszene unbekannt, weit weg und unzugänglich ist. Andere Nationen wären genauso hilflos.


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    Original geschrieben von THWS
    Wenn ich ehrlich bin ist es vielleicht tatsächlich besser, wenn nie rauskommt was genau passiert ist bzw. was eben nicht passiert ist. Was da noch für versteckte Abgründe lauern könnten... :flop:


    Es ist wichtig das Flugzeug zu finden. Menschen weltweit und die Angehörigen ganz besonders machen sich Gedanken, was passiert ist. Falls es technische Probleme gab kann man die nur beheben wenn man zukünftig weiß, was bei MH370 schief ging.


    Aus traumatologischer Sicht ist es ebenfalls immens wichtig, dass man das Flugzeug findet und das Schicksal der Menschen klären kann. Solange Hinterbliebene den Tod eines Angehörigen nicht BEGREIFEN können, also nicht wenigstens den Leichnam zurückbekommen, den man bestatten kann und einen Ort hat, zu dem man gehen kann, wo man dem Verstorbenen nahe sein kann, wenn man nicht mal weiß, wo sich derjenige befindet und was ihm geschehen ist, bleibt das Unfallopfer "gefühlt lebend" zurück. Die fixe Idee, derjenige könnte noch leben, sich doch gerettet haben, ist dann oft stärker als die Realität, wo der Außenstehende kopfschüttelnd sagt "Die Angehörigen müssen spätestens nach den Satellitenbildern doch auch kapieren, dass es keine Überlebenschance mehr gibt".


    Deswegen brachen gestern auch viele Angehörige hilflos zusammen als man offiziell verkündete, der "Flug sei verloren", während ihnen aber zugleich weiterhin nichts Greifbares präsentiert wird.


    Viele Menschen entwickeln in dieser Situation einen Zwiespalt zwischen dem rationalen Wissen über den Tod, zugleich ist da die quälenden Ungewissheit über die Umstände des Unglücks und wo sich der Angehörige befindet. Andererseits gibt es die irrationale Hoffnung, derjenige könnte gleich um die Ecke kommen und wieder da sein, das alles sei nur ein böser Traum gewesen, aus dem man aufwachen kann. Trauer und das Durchleben von typischen Trauerphasen sind durch diesen Zwiespalt nicht möglich.


    Obwohl es nach der langen Zeit - man hat die armen Leute seit fast 3 Wochen hilflos schmoren lassen (müssen) - eh schon zu spät ist um massive Traumen zu verhindern, aber alles, was man zur Aufklärung des Schicksals von MH370 tun kann, ist immens wichtig für die Hinterbliebenen um mit der Sache umgehen zu können.

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    Original geschrieben von saintsimon
    Nun aber droht ein Gesichtsverlust ...


    Jedenfalls dann, wenn eine entsprechende Überwachung vorgesehen ist. Es kann ja auch sein, dass diese nicht für nötig erachtet wird und daher nicht existiert. Da das Militär aber "mitmischt" und Daten beisteuerte - wenn auch nur zögerlich nachdem schon Tage verstrichen waren - darf man davon ausgehen, dass sie auch eine Auge auf die Vorgänge am Himmel haben...


    Bleibt immer noch die Frage welche Reaktion der zivile Fluglotse gezeigt hat. Zumindest der muss ja wahrgenommen haben, dass da irgendwas nicht stimmt.


    Bei der Kollision über Überlingen 2002, die im Bereich der Flugsicherung Zürich stattfand, hatten die Lotsen in Karlsruhe den drohenden Zusammenprall bemerkt und versucht, den Kollegen in Zürich zu warnen - was aber tragischerweise nicht funktioniert hat weil die Telefonanlage in der Schweiz ausgerechnet in dieser Nacht zu Wartungszwecken außer Betrieb war.

    Nein, die Black Boxes lassen sich definitiv nicht ausschalten. Die sind auch so verkapselt (weil gegen mechanische, thermische und andere Einflüsse gesichert), dass eine Fehlfunktion dieser Geräte nur zum Ausfall führen würde, nicht aber zu einem Brand etc., der sich nach außen ausbreiten kann. Es kommt nix rein und nix raus.


    ALLE anderen Systeme lassen sich abschalten, damit bei einem Brand das verursachende Gerät von der Stromversorgung getrennt werden kann und das Feuer keine weitere Zündquelle hat. Manche Geräte haben einfach einen Ausschalter, bei anderen Systemkreisläufen funktioniert es etwas komplizierter, man muss die entsprechende Sicherung ziehen.

    Von Verschwörugstheorien halte ich im Allgemeinen nichts, auch nicht bei MH370. Es gibt für das Verschwinden des Flugzeugs eine plausible Erklärung. Fraglich ist nur, ob man sie aufklären kann.


    Dazu müsste man die Black Boxes haben und insbesondere der Voice Recorder wäre interessant, weil der die akustischen Vorgänge im Cockpit mitschneidet. Blöderweise zeichnen diese Geräte je nach Modell nur die letzten 2 oder 2,5 Stunden auf. Selbst wenn man den Voice Recorder findet ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die entscheidende Phase des Fluges, nämlich der Beginn der Abweichungen vom normalen Flugverlauf, darauf nicht mehr verzeichnet ist.
    Da das Flugzeug zuletzt einfach nur konstant geradeaus flog und im Cockpit offenbar keinerlei Inputs mehr vorgenommen wurden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich dort zuletzt niemand mehr befand, der bei Bewusstsein war. Die akustischen Aufzeichnungen könnten womöglich 2 Stunden Rauschen zu Gehör bringen, sonst nichts.


    So muss man hoffen, dass der Datenrekorder und Trümmerteile die Geschichte des Fluges erzählen. Dazu muss man diese Dinge allerdings finden.


    Die bisher gehandelten Theorien, Suizid eines Piloten, Entführung/Terroranschlag oder ein technischer Defekt wie ein Cargo-Feuer, Dekompression etc. haben alle irgendeinen Haken. Es ist also irgendeine nicht gleich zu mutmaßende Verkettung von Dingen, die sich nicht aus dem äußeren Ablauf schließen lassen.


    Was die Radarüberwachung angeht: die ist in der betroffenen Region sicherlich nicht so ausführlich wie im dicht besiedelten Europa, wo diverse Nationen so dicht beieinander sind, dass der Luftraum von dutzenden sich überlappenden Beobachtern observiert wird.
    Nachdem MH370 aber eine Kehrtwende machte und ohne Transpondersignal zurückflog, dabei den Norden Malaysias überquerte und im Bereich der Straße von Malakka mindestens auch den indonesischen Luftraum tangierte (wenn die Angaben so stimmen, dass diese Route geflogen wurde), fragt man sich schon, wieso dort niemand reagiert hat. Auch Thailand und Vietnam, deren Lufträumen das Flugzeug ohne Transpondersignal sehr nahe kam, sind untätig geblieben. Um auf unbefugtes oder fragliches Eindringen in den eigenen Hoheitsbereich reagieren zu können muss man zwangsläufig auch die Umgebung im Blick haben...
    Insbesondere jedoch stellt sich die Frage an Malaysia, warum keine Reaktion erfolgt wenn ein Geisterflugzeug im eigenen Bereich herumfliegt. Normalerweise müssten in kurzer Zeit Abfangjäger aufsteigen und nachschauen, was da los ist.
    Angesichts der primären Suche nach den Resten von MH370 werden diese Fragen noch nicht gestellt, zumindest nicht öffentlich. Es ist aber schon aufzuarbeiten wieso ein suspekter Flieger so im Luftraum agieren kann und das Militär tut nichts. Was wäre gewesen, wenn Terroristen in die Petronas Towers hätten fliegen wollen? Niemand hätte sie gestoppt, obwohl über dem Meer noch genügend Zeit gewesen wäre um zu handeln.

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    Original geschrieben von Anbei
    Ich gehe mal davon aus, das mehr User WhatsApp verlassen würden, wenn es eine Alternative für ihr Betriebssystem geben würde. Da dies nicht der Fall ist, bleiben die alle bei WhatsApp.


    Wenn fast 94% der Smartphonebesitzer in Deutschland Android oder IOS nutzen, haben fast alle eine Alternative zu WhattsApp. Alternative Messenger wie Threema, Telegram und Viber sind problemlos verfügbar.


    Nichts gegen Windows Phone-Nutzer, aber die Stellen mit einem Marktanteil von 3,6% keine relevante Größe dar. Selbst die 6%, die nicht auf Android oder iOS unterwegs sind, fallen kaum ins Gewicht: für die übergroße Mehrheit gibt es problemlos gute (und weniger gute) Alternativen.


    Das Problem ist eher die Unkenntnis/Ignoranz/Bequemlichkeit/Dummheit der Masse. Die bleiben aus Gewohnheit bei WA weil sie die Bedeutung von Datenschutz nicht begriffen haben. Damit wird es aber auch Wechselwilligen schwerer gemacht, denn was nützt die Erkenntnis solange das eigene soziale Umfeld die Alternative nicht auch installiert?


    Da hilft nur eine Prinzipienentscheidung, trotzdem von WA wegzugehen und das durchzuziehen, außerdem Überzeugnungsarbeit zu leisten damit der ein oder andere doch noch wach wird. Aber nicht zuletzt dieser Thread zeigt ja, dass selbst Leute, die aufgeklärt sein könnten, es mitunter nicht sind: "Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, das verstünden sie auch." Johann Wolfgang von Goethe

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    Original geschrieben von what s up
    Wenn der Anteil der "Wechselwilligen" über alle Plattformen gleich ist, was passiert dann mit den Prozentsätzen? Na? In absoluen Werten ist das natürlich was anderes.


    Ja klar, im Android/iOS-Bereich gibt es auch nicht 94% Wechselwillige, aber das anteilige Verhältnis bleibt ja wieder ungefähr gleich, also um Welten mehr Wechselwillige als bei WP. Am Ende zählen die Nutzerzahlen und nicht die Prozente, aber das korreliert ja miteinander.

    Ich verstehe dein Argument, aber es ändert ja nichts an den Nutzerzahlen. Deine Betrachtung macht es sogar noch schlimmer: man kann nicht davon ausgehen, dass überhaupt alle Windows Phone-Nutzer den Messenger wechseln wollen. Der Anteil derer, die ein WP Smartphone haben und einen alternativen Messenger zu Whattsapp suchen, ist nochmal ein kleinerer Marktanteil als 3,6%. Umso weniger sinnvoll ist es, überdurchschnittliche Mühe für diese "Randgruppe" zu investieren.


    Da verlegt man sich doch besser darauf erstmal die Massenmärkte zu erschließen und zu durchdringen, nur da kann man die kritische Masse an Nutzern, die für einen Messenger lebenswichtig ist, erschließen.

    handyman 1981,


    mag sein, dass die Zahlen bei Tablets anders sind. Das ändert aber nichts am Sachverhalt: die Musik spielt bei Android und iOS. Dementsprechend "muss" man sich als App-Anbieter auf diese OS konzentrieren, weil da liegt der überwältigende Marktanteil.


    Ein Argument, eine App auch für Nischenmärkte anzubieten, wäre für große Unternehmen allein der Wunsch, grundsätzlich überall vertreten zu sein. Das mag für die Bahn etc. Sinn machen weil deren App auch fast jeder installiert und dieser Staatskonzern eine elementare infrastrukturelle Aufgabe erfüllt.


    Wenn eine App aber von vorneherein einen kleineren Interessentenkreis anspricht und dazu ist man ein kleines, privates Unternehmen mit begrenzter Kapazität und Manpower, dann macht es wenig Sinn Arbeitskraft für Nischenprodukte zu binden anstatt sich auf die riesengroße Masse zu konzentrieren. Die 3,6% fallen dann hinten runter, aber das kann man sich leisten bzw. das ist sogar genau so erforderlich wenn man dafür beim 94%-Nutzeranteil vorne dranbleibt.