Liegt's am Vollmond oder warum wird hier jede Fragensteller erstmal runtergemacht? Ich habe das auch schon im Mc-Donald's-"Insider"-Thread bemerkt und kritisiert. Nun kriegt euch doch alle mal ein und macht hier nicht Leute runter, die einfach nur eine Frage stellen.
Also zum Thema:
Ich kenne es aus einem Einzelhandels-Geschäft für Elektronik, Telekommunikation, Netzwerke und Bürokommunikation so daß auf die Einkaufspreise, die beim Distributor bezahlt werden, seitens der hauseigenen Software prozentuale Margen aufgeschlagen werden.
Heißt: eine Festplatte wird immer mit 20% Aufschlag auf den Einkaufspreis weiterverkauft (ist nur ein Bespiel - ich weiß nicht die genauen Werte für die einzelnen Artikel).
Dabei sind die Aufschläge auf kleine, relativ preisgünstige Artikel größer als auf teure Waren. Es kann also sein daß man ein popeliges Kabel für 20 Cent einkaufen kann, im Verkauf zahlt der Kunde dann aber 2,99. Einen kompletten PC kann man natürlich nicht mit 200 oder 300 oder mehr % Aufschlag verkaufen - da sind es dann vielleicht nur ein paar %.
Zusätzlich ändert man die Preise, die die Software anhand der voreingestellten %-Aufschläge berechnet, dann noch so ab daß einigermaßen sinnvolle Schwellenpreise entstehen. Man wird einen Artikel also nicht für 6, 93 oder 7,03 verkaufen, sondern daraus 6,99 oder sowas machen.
Im Einzelfall muß man sich dann natürlich auch an die Marktgegebenheiten anpassen, also überlegen ob man seinen Preis vertreten kann oder ob man da zu unverschämt wäre (--> Kunde kaufen es nicht weil es anderswo wesentlich preiswerter wäre, gerade bei kostspieligen Dingen) oder eine Ware zu günstig abgibt obwohl man auch mehr verlangen kann.
So läuft's in dem mir bekannten Laden.
Darüber hinaus mußt Du natürlich überlegen daß Deine Gewinnmargen alle Unkosten abdecken müssen. Du mußt ja nicht nur die Ware bezahlen können, sondern auch Gewinn erzielen um ein Gehalt zu haben, Spielraum für etwaigie Reklamationen etc. haben, Miete für Deinen Laden erwirtschaften etc.
Generell stellt sich natürlich auch die Frage der taktischen Ausrichtung. Wenn Du besonders große Mengen umsetzt kannst Du bei vielen Distributoren Rabatte bekommen. Du hast dann aber auch das "Problem" diese Mangen verkaufen zu müssen. Du würdest dann große Mengen "weghauen", an jedem einzelnen Artikel nur wenig verdienen, aber eben durch die Masse auf Deine Marge kommen. Viel "Service" ist dann aber nicht drin.
Oder Du sagst Dir daß Du eben nicht immer überall der Preiswerteste sein willst, dann bist Du zwar preislich für die Pfennigfuchser nicht interessant, aber kannst den anderen Kunden eben mehr Zeit widmen und deine Kunden pflegen, ihnen also Service bieten. Das kostet Zeit, damit Geld, und deswegen sind dann eben auch die Produkte etwas kostspieliger als bei der Billigkonkurrenz.
In dem mir bekannten Laden ist es so daß man die letztere Variante fährt. Der Kunde bekommt nicht denselben Superpreis wie im preiswertesten Online-Shop, aber dafür darf er im Laden fragen stellen und bekommt Beratung. Vielen Leuten ist es sehr wichtig einen Ansprechpartner zu haben, an den sie sich bei Fragen wenden können, und die zahlen dann auch gerne ein paar EUR mehr und wissen dann aber daß sie sich immer an jemanden wenden können.
Ansonsten würde ich allerdings auch sagen daß Du Dir in jedem Fall eine gute Beratung, die Dich zumindest am Anfang begleitet, haben solltest. Man verstrickt sich ansonsten zu schnell in irgendwelchen verdammten bürokratischen Hürden, hat Ärger mit dem Finanzamt, oder sonst irgendwelche Schwierigkeiten. Es ist schwer an alles selber zu denken, deswegen laß Dir deine Idee nicht ausreden, aber mach's nicht ohne gute Ratgeber, die Dir helfen das alles auf eine solide Weise aufzubauen. Was wäre z. B. wenn Dein Laden abbrennt oder eingebrochen wird? Dann bist Du Ware für zigtausen EUR los - und stehst dumm da wenn Du dagegen nicht passend versichert bist. Sowas muß man alles bedenken, und deswegen würde ich da nicht versuchen einfach nur auf eigene Faust etwas aufzubauen mit den Dingen, die Dir selber einfallen. Es gibt ja auch Programme für Firmengründer, da gibt es auch Starthilfen für Dich.
Gerade Handys sind ja eher teure Produkte. Wenn ein Kunde seine Rechnung nicht zahlt, ein Gerät in der Reparatur ist, Dir herunterfällt und kaputt geht, auf dem Postweg verloren geht etc., sind das hunderte EUR, die Du sozusagen Außenstand hast. Vor allem mußt Du anfangs vermutlich relativ viel Kapital "vorstrecken" weil Deine Lieferanten sofort Kohle von Dir sehen wollen, aber Du hast dann erstmal nur Handys da liegen, mußt dieses Geld aber ja erstmal wieder hereinholen.