Beiträge von Printus

    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Printus, du sprichst was interessantes an, aber ich würde andere Schlüsse daraus ziehen.


    Wenn wir nicht weiter diese tiefgreifenden Einschnitte in die Sozialsysteme vornehmen, werden wir noch mehr Arbeitsplätze verlieren und noch weniger Geld zum Umverteilen haben, die Mittelschicht wird immer kleiner und die Unterschicht immer größer. Das ganze Volk verarmt, nur fühlt sich jeder relativ nicht mehr ganz so arm, weil es dann vielen so geht. Ob das ein Zukunftskonzept ist, wage ich zu bezweifeln. Das hört sich für mich eher nach einer Horrorvision als nach "sozialer Gerechtigkeit" an.


    Die Problematik ist aber: Mal abgesehen von medienwirksamen Einzelfällen ("Florida-Rolf" oder Fallbeispiele in Fernsehreportagen, in denen natürlich hauptsächlich krasse Fälle gezeigt werden weil der unauffällige Normalfall nicht interessant ist) ist es schon jetzt so daß viele Empfänger staatlicher Transferleistungen nicht in Saus und Braus, sondern am Existenzminimum leben. Einschnitte sind da, bezogen auf den Einzelnen, meist nicht mehr in nennenswertem Umfang möglich. Sofern wir uns nicht ganz aus dem Sozialsystem verabschieden wollen kann man da nicht mehr so sehr viel kürzen.


    Bei mittleren und vor allem hohen Einkommen bedeutet das Drehen an irgendwelchen Abgaben-Schräubchen nur daß ein paar Verschiebungen auf den Kontobewegungen stattfinden. Wirkliche Veränderungen oder gar Verschlechterungen, wird es da nicht geben. Dazu ist das Vermögen bzw. die vorhandenen Geldmittel zu groß.


    Mit dem Wegfall gerade einfacher Jobs - ein Trend, der sich gar nicht aufhalten läßt - wird die Zahl der sozial Abhängigen immer mehr steigen und somit auch zwangsläufig das Beschneiden von Ausgaben für soziale Zwecke unmöglich.
    Deswegen kann die Lösung insgesamt nicht darin liegen Sozialleistungen zu beschneiden, sondern eine andere Art der Finanzierung dieser Leistungen zu schaffen.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Wenn es nicht genügend Arbeitsplätze gibt bzw. viele Arbeitslose auch überhaupt nicht die ausreichende Qualifikation haben, um auf dem freien Arbeitsmarkt eine Chance zu haben, dann hat der Staat nun mal weniger Einnahmen und mehr Ausgaben und dann kann man nichts anderes tun, als Staatsausgaben massiv einzusparen und zwar bloß nicht auf Kosten von Investitionen und der Wirtschaft, weil das verschlimmert wiederum nur den Teufelskreis. Und dann bleiben eben hauptsächlich nur noch die Sozialsysteme, wobei sich auch viel durch Entbürokratisierung einsparen lassen könnte.


    Nein, weil das längerfristig nicht funktionieren wird.
    Der Fehler, den "wir" machen ist nicht daß Sozialleistungen zu hoch wären. Der Fehler ist daß staatliche Einnahmen immer nur Einnahmen aus Berufstätigkeit sind, also die immer kleiner werdende Gruppe der Berufstätigen eine völlig aufgeblähte Bürokratie, zahllose - und immer mehr - Rentner und immer mehr Arbeitslose und Sozialhilfe-Empfänger durchschleppen muß.
    Langfristig müssen wir dahin kommen nicht Arbeit, sondern primär Konsum zu besteuern, also Lohnnebenkosten massiv senken, Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) massiv hochsetzen. Die CDU hat theoretisch einen Schritt in die richtige Richtung vor, nur bewirken 2% MwSt-Erhöhung gar nichts weil das so gering ist daß es sich im System verliert.
    Der grundsätzliche Denkansatz stimmt aber. Prinzipiell, wenn der hohe Konsum hierzulande besteuert würde und darüber auch die Sozialleistungen finanziert werden - anstatt über Arbeit - wird es für die Wirtschaft interessanter Mitarbeiter einzustellen und das Sozialsystem steht dazu auch noch auf einer wesentlich breiteren Basis als bisher. Jeder zahlt über seinen Konsum ins System ein, dadurch ist mehr vorhanden um die sozial Schwachen durchzufüttern. Für Arbeitgeber wird das Einstellen von Mitarbeitern wirtschaftlich interessanter weil seine Kosten im Vergleich zu heute sinken.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Die Armut in Deutschland wir jedenfalls definitiv zunehmen, aber deswegen kann man nicht die, die Arbeit haben und die, die Arbeitsplätze schaffen, ständig "bestrafen". Sozial gerecht ist für mich einem Langzeitarbeitslosen, ein Dach über den Kopf und genügend Geld für lebensnotwendiges wie Essen, Kleidung etc. zu geben, alles darüber hinaus, kann und darf sich dieser Staat nicht mehr leisten.


    Der Ansatz der CDU ist sicher grundsätzlich richtig, er geht nur nicht radikal weit genug und er verkennt die Gemengelage im Land. Bei einer so massiv hohen Anzahl an Arbeitslosen, Rentnern und sonstigen sonstigen sozial Schwachen trifft eine MwSt-Erhöhung ausgerechnet diejenigen, die eh schon kaum etwas haben, am stärksten. Die tendentiell besser gestellten Arbeitnehmer profitieren letztlich von gesenkten Lohnnebenkosten.
    Deswegen kann der Weg, auch wenn das Ziel stimmt, nicht so sein wie die CDU das machen will. Man kommt an einer so großen Anzahl an "Armen" und an einer skeptischen Zukunftssicht in D nicht so einfach vorbei. Dem muß man Rechnung tragen, und das tut die CDU nicht im erforderlichen Maße.


    Meine Prognose ist: schwarz/gelb hat sich durch die Stoiber-Äußerungen zum Osten sowie sein generelles Auftreten, durch sinnlose Diskussionen um Kirchhof (dessen Modell momentan gar nicht zur Debatte steht weil es erst in 5-10 Jahren kommen würde WENN es denn überhaupt kommt), durch die etwas unglaubwürdige Reaktivierung von Merz und das nicht gerade überzeugende Tandem-Gerede sowie die im Vergleich zum Kanzler blasse Kandidatin oder die Diskussionen um die Gefolgschaft von Wolf, Koch und anderen letztlich selber um einen Sieg mit absoluter Mehrheit gebracht.


    2002 hieß es "Stoiber hat sich aus eigenem Verschulden um den Sieg gebracht" und das wird der CDU dieses Mal wieder passieren.


    Rot/grün wird auch nicht genügend aufholen um zu siegen, eine Koalition mit Gysi/Lafontaine ist nicht drin, dazu hat man sich zu eindeutig dagegen festgelegt und dazu sind die persönliche Gräben zu tief.


    Also schustert man eine große Koalition. So wird's kommen.

    D-Love: Wir wählen allerdings jetzt eine Regierung für die Gegenwart und die Zukunft. Es ist keine Abstimmung über die Vergangenheit.


    In diesem Zusammenhang kommt man eben nicht daran vorbei zu sehen daß sich die Linkspartei/PDS zum Sprachrohr der "kleinen Leute" macht und im Osten vielfach durchaus nützlich in kleineren Kombinaten :D , sprich Städten und Kreisen, für die Bürger da ist und sehr nützliche, handfeste praktische Hilfestellung bei irgendwelchen Problemen des Alltags bietet.


    Das Argument daß die Linkspartei die ehemalige SED wäre, ist richtig. Allerdings kann es andererseits nicht darüber hinwegtäuschen daß sie jetzt einen Gegenpool zur Besserverdienender-Partei FDP oder generell einer Politik, die sich den finanziell gut gestellten Bürgern verschrieben hat, bildet.


    Es gibt in Deutschland ungefähr 80 Millionen Einwohner. Wir haben 5 Millionen offizielle, und 2-3 Millionen inoffizielle Arbeitslose. Dazu viele Rentner, teilweise mit ganz mickrigen Bezügen. Das heißt im Klartext: Allein 10% der Bevölkerung sind faktisch arbeitslos, zusammen mit wirklich armen Rentnern trifft es einen noch wesentlich höheren Bevölkerungsanteil, deren Interessen sich die Linkspartei verschrieben hat.


    Nicht zu vergessen eine Ost-West-Auseinandersetzung, die vor allem auf der psychologischen Schiene abläuft. Die Ossis werden - zuletzt durch König Edmund I. - beständig als teure, undankbare und dumme Anschlußkandidaten hingestellt, die nicht in der Lage waren sich politisch und wirtschaftlich kompetent zu entwickeln. Jetzt muß ihnen finanziell durch den Westen auf die Beine geholfen werden, sie bekommen "von uns und unserem Geld" alles neu gebaut - und sind dann auch noch undankbar. Die Fakten, daß wirklich viel Neues mit Westgeld aufgebaut wird und der Osten irre Summen verschlingt, sind aber nur eine Seite der Medaille. Man darf trotzdem nicht vergessen daß die Ossis persönlich nichts dafür können daß sie die Dummen waren, die jahrzehntelang unter der DDR gelitten haben.
    Auch hier wieder schafft es ausgerechnet die PDS das Sprachrohr der Menschen zu sein. Wie kommt es daß ausgerechnet die anderen Parteien, die es doch eigentlich sehr leicht gehabt haben müßten eine verhaßte Ex-SED-Partei zu verjagen, genau dieses nicht hinkriegen?


    Das Argument, das Programm der Linkspartei sei praktisch nicht durchführbar, zieht IMHO nicht. Sie streben ja auch gar keine Regierungsbeteiligung an und die anderen Parteien wollen nicht koalieren.
    Also wird die Rolle der Linkspartei die eines - meiner Meinung nach durchaus sinnvollen - "Störenfrieds" sein, der dafür sorgt daß bei allen Sachzwängen nicht vergessen wird daß es eine große Bevölkerungsgruppe gibt, die man nicht immer nur als Drückeberger etc. hinstellen kann. Es gibt solche Leute, aber es gibt auch diejenigen, die ehrlich keine Arbeit finden und man kann nicht alles über einen Kamm scheren und pauschal unterstellen daß alle Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger Schmarotzer wären, denen man mit Druck beikommen müsse.

    Die EU war bei ihrer Gründung nicht allein ein Club zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit, sondern anfangs ging es auch - und vor allem! - darum Europa als gemeinsamen Kulturraum zu definieren, also eine geistig-moralische Zusammengehörigkeit zu demonstrieren.
    Ich denke daß man in der Tat leicht zustimmen kann daß Länder wie Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und Deutschland sich in ihrer gesellschaftlichen Ausprägung sehr ähneln. Das wollte man unter anderem dadurch demonstrieren daß man eine gemeinsame Aussen- und Verteidigungspolitik anstrebte.


    Es liegt aber ja auf der Hand daß dieses immer schwieriger wird je mehr Mitgliedsstaaten mit verschiedenen, mehr oder weniger großen Nuancen in ihren politischen Meinungen zusammentreffen und ich persönlich gehe so weit zu behaupten daß wir allmählich an einem Punkt angekommen sind, an dem dieses kaum noch unter einen Hut zu bringen ist. Wie kann es sein daß sich Türken, Zyprer und Griechen zwar "eigentlich" nicht sooooo toll verstehen, innerhalb der EU aber eine gemeinsame aussenpolitische Linie vorheucheln wollen?
    Oder wie gut passen allein schon Staaten wie Bulgarien und Rumänien kulturell zu der ehemaligen "Kerngemeinschaft"?


    Meiner Meinung nach sind schon jetzt "zu viele" Staaten in der EU, Bulgarien und Rumänien kommen hinzu, jetzt diskutiert man über die Türkei... Vor allem kann ich nicht mehr erkennen daß es hier, wie ursprünglich mal vorgesehen, kulturelle Gemeinsamkeiten bestehen. Allerspätestens mit der Türkei käme ein islamischer Staat (wir reden nicht über die offizielle Staatsform, aber Ausprägungen in der Bevölkerung) zur EU, und das paßt definitiv nicht zur christlich-abendländischen Kultur westeuropäischer Länder.


    Deswegen bin ich gegen die Aufnahme der Türkei in die Eu und stimme in diesem Punkt ausnahmsweise der CDU zu, die sagt daß die Türkei nicht zur EU gehören sollte, aber man ja gerne eine wirtschaftliche Partnerschaft anbieten kann.


    Ich denke daß Goodzilla sich im Grunde auch auf diesen Punkt bezieht wenn er sagt man man in manchen Städten ständig Türken sieht. Das IST nun mal einfach ein anderer Kulturkreis, und man kann nicht jedem, der sich deswegen in irgendeiner Form kritisch äußert, sofort mit dem Totschlagsargument der Ausländerfeindlichkeit kommen.


    Man muß auch einfach mal anerkennen daß es kulturelle Unterschiede gibt und daß es deswegen auch Probleme gibt. Kulturelle Unterschiede erfordern daß eine Integration stattfindet weil es sonst zu einer "Ghettoisierung" kommt - und das findet hier in vielen Städten statt.
    Es ist absolut inakzeptabel wenn hier Leute seit 20 Jahren leben und kein deutsch sprechen - damit also auch jede Chance auf Integration und positive Entwicklung verlieren - oder wenn hier "Ehrenmorde" stattfinden weil selbst junge Leute offensichtlich nicht willens oder in der Lage sind sich an hier herrschende Werte, Gesetze und schlichtweg an Menschenrechte zu halten. Aktuelles Beispiel: der Mord in Berlin.


    Problematisch sind, wie Goodzilla sagt, auch nicht die braven Leute von der Dönerbude, sondern irgendwelche Assis, die Gangs bilden oder [URL=http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,372427,00.html]solche[/URL] Aktionen bringen. Das ist zwar nur ein "Einzelfall", aber jeder kennt solche Typen, die in Angeber-Manier mit dicken Autos auftauchen und sich für obercool halten.
    Solche Dinge ärgern die Bevölkerung einfach und das kann man nicht immer damit wegwischen daß man sofort Rechtsradikalismus unterstellt. Niemand ist deswegen "rechts" weil er nicht mag wenn sich Leute nicht an hiesige kulturelle Gepflogenheiten - oder wie immer man sowas jetzt umschreiben will - halten. Die meisten Otto Normalverbraucher haben gar kein Problem mit Ausländern, aber die wollen sich auch nicht damit abgeben daß Leute aus bestimmten Kulturkreisen hier eine Art Parallelgesellschaft aufbauen.

    Zitat

    Original geschrieben von rainbow
    Noch nie hat es eine dermaßen hohe Zahl von Firmenpleiten gegeben, wie unter Rot/Grün.
    Es wurde geradezu ein Rekord nach dem anderen in dieser Beziehung aufgestellt.


    Spricht das für den Wirtschaftsachverstand und richtige Reformen auf dem Arbeitsmarkt, gerade im Zusammenhang mit den hohen Arbeitslosenzahlen?


    Du stellst hier "mal eben" einen Zusammenhang zwischen rot/grün und den Firmenpleiten her. Kannst Du auch Belege nennen?


    Wenn eine Firma insolvent wird liegt das selten daran welche Partei die Regierung stellt, sondern daran daß entweder die Firmenleitung inkompetent ist oder das Konzept nicht stimmig war oder Fehler gemacht wurden. Das hat aber mit der Regierung absolut nichts zu tun.

    Du bist aber sehr optimistisch. Bisher ist konkret nur klar wo "der kleine Mann" mit Merkel wesentlich schlechter dastehen wird als bisher mit Schröder.


    Wo es - vielleicht mal irgendwann - besser wird sagt niemand konkret und darauf hoffen bisher nur alle. Was ist wenn's nicht so kommt?

    Stoiber war 2002 ein schwacher Kandidat weil der als CSU-Bayer gesamtdeutsch schon "aus Prinzip" nicht gut ankam. Das hat vor Jahren schon mit Strauss nicht funktioniert. Die Bayern braten immer ein wenig ihr eigenes Würstchen, stellen sich besonders heraus. Das rächt sich bundespolitisch weil es damit zu einem Thema wird. Bei allen anderen Kandidaten hat es noch nie interessiert woher die kommen, aber bei den Bayern eben wohl. Das ist aber ein Problem, was man sich selber schafft.


    Jetzt haben wir 2005 und wieder tritt die CDU mit einem(r) schwachen Kandidat(in) an. Merkel ist zu "farblos" und dem Schröder medial einfach nicht gewachsen. Ich hatte anfangs gefürchtet daß auch die Tatsache, daß sie eine Frau ist, sehr polarisieren würde, und das vor allem gegen sie. Das ist glücklicherweise nicht der Fall.


    Wie man's auch nimmt - die CDU bietet zum 2. Mal in Folge jemanden auf, der im persönlichen Auftreten nicht wirklich konkurrenzfähig ist gegenüber dem Herausforderer. Das rächt sich in Zeiten, in denen es zunehmend weniger um Inhalte als Personen geht.


    Jochen: sorry, ich konnte einfach nicht anders... ich wäre sonst geplatzt :cool:

    My 2 Cents:


    Es ist Unsinn die Wahl wegen der Tussi in Dresden zu verschieben (Gehirnschlag... na kein Wunder bei dem Gedankengut *hüstel*) und sich damit "herauszureden" daß die Bekanntgabe des Wahlergebnisses die Dresdner beeinflussen würde. Es werden auch jeden Tag in allen Medien Umfrageergebnisse verbreitet - das dürfte doch wesentlich mehr Menschen beeinflussen, die dann ihre Wahlentscheidung unter dem Einfluß der Umfrageergebnisse verändern können.


    Ansonsten behaupte ich das 99,9% der Menschen denjenigen wählen von dem sie GLAUBEN daß er (ihre) Probleme löst. Es streiten sich aber selbst Experten über Sinn und Unsinn von z. B. der MwSt-Erhöhung - wie soll da ein Bürger entscheiden welches Konzept das Beste für die Republik ist? Ich nehme einfach an - und klammere mich dabei selber nicht aus - daß niemand wirklich weiß was "gut" und was "schlecht" ist. Sämtliche Wahlentscheidungen beruhen nur auf Annahmen, die zudem nicht mal richtig sein müssen weil jeder nur seinen persönlichen, bescheidenen Erfahrungshorizont hat. Dieser dürfte nicht mal beim interessierten Publikum reichen um wirklich zu wissen was richtig ist - und beim Bildzeitungsleser reicht's 3x nicht.


    Kirchhof: ein faszinierender Mann, dem ich absolut abnehme daß der hinter seiner Vision steht. Das Konzept von ihm ist gut, allein schon das radikale Entmisten unserers völlig absurd aufgeblähten Steuersystems ist absolut notwendig.
    Das Problem: die Diskussionen über das Kirchhofsche Modell sind ein völliger Nebenkriegsschauplatz, weil es - wenn überhaupt - bestenfalls in der übernächsten Legislaturperiode eingeführt würde. Alle diskutieren Kirchhof ohne so recht zu kapieren daß nächste Woche nichts mehr davon aktuell ist, selbst dann nicht wenn schwarz/gelb die Wahl gewinnt.


    Was aber bei einem Sieg der CDU ruckzuck kommt: eine MwSt-Erhöhung, die ohne Wenn und Aber durchgesetzt werden wird und JEDEN treffen wird, auch diejenigen, die ein kleines Einkommen haben und nicht von den versprochenen (und - hoffen wir gehaltenen) Entlastungen profitieren können, das tun nämlich nur Menschen mit Arbeitsplatz.
    Was ist mit 5 Millionen offiziellen, 2-3 Millionen Dunkelziffer, Arbeitslosen, Rentnern, Kranken, etc? Bei ca. 80 Millionen Gesamtbevölkerung werden also weit über 10% der Leute eine höhere MwSt zahlen, aber keinerlei Entlastung bekommen.


    Noch tiefere Einschnitte für diejenigen, die keine steuerfreien Nachtdienstzuschläge und keine Pendlerpauschale mehr bekommen. Plötzlich ist das Gehalt sehr viel kleiner.
    Wobei ich da ehrlicherweise sagen muß: die Maßnahme ist korrekt. Warum muß ein Zusatzverdienst nicht versteuert werden und warm soll die Gemeinschaft finanzieren daß Leute lange Anfahrtswege zur Arbeit haben? Da wird Geld verdient, also soll es auch versteuert werden. Ich sehe nicht warum das steuerfrei sein soll... Oder: Warum finanziert der Staat daß Leute zur Arbeit fahren? Sicherlich schön, aber eigentlich nicht einsehbar.


    Linkspartei: Sicherlich mit finanziellen Konzepten, die nie aufgehen würden. Allerdings ist die Partei ja auch nicht in der Regierung und will auch laut eigenem Bekunden nur in die Opposition. Sie macht sich stark für die Belange des "kleinen Mannes" und das ist gut so. Die Unternehmer haben in der FDP eine Interessenvertretung, da schadet es nicht wenn es auch einen Gegenpart gibt, eine Partei, die Interessen der weniger gut Betuchten vertritt. Mann kann auch aus der opposition heraus einiges bewegen. Insofern: Ich hoffe daß sie ins Parlament gewählt werden.


    Mal sehen was passiert - große Koalition oder schwarz/gelb. Ich glaube an ersteres. Die CDU versiebt den Wahlsieb genauso, wie schon 2002 mit Stoiber.
    Man schickt Kirchhof vor, jetzt wird der sehr unschön demontiert und 3 Tage vor der Wahl Merz gebracht, obwohl der sich doch mit Merkel zerstritten hatte. Nicht gerade seriös.


    Hampelmann Gerhard oder Bubi Westerwelle als Aussenminister? Beckstein als Innenminister? Was macht Verbaltölpel Stoiber, der in einer Hälfte Deutschlands komplett verkackt hat? Ich weiß nicht ob diese Freakshow um so viel besser ist als die Schröder-Mannschaft.


    Zumindest in der Aussenpolitik haben Schröder und Fischer einen anerkannt guten Job gemacht.


    Tja, man wird sehen was passiert...

    [QUOTE] Original geschrieben von pmr
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    Und nicht vergessen: 12% Zoll auf Warenwert und Frachtkosten! Stückverzollung P/st und hoffentlich schauen die Zöllner nicht ins Paket bzw. hoffentlich ist der Pelz dann kein echtes Tierhaar, weil sonst die Einfuhr nur mit Bescheinigungen möglich ist - man könnte einen Verstoß gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, eine EU-Richtlinie zum Schutz gefährdeter Tierarten und einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz unterstellen - und die Einfuhr verweigern.

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    Leider sehe ich es 1 Tag zu spät, die Sendung war wohl gestern. Aber vielleicht gibt es die Tage eine Wiederholung?


    Zitat:


    "Frontal21


    Genervte Kunden


    Dauerärger mit der Telekom


    Zweifelhafte Zusagen, uninformierte Mitarbeiter, falsche Rechnungen: Immer wieder beschweren sich Kunden der Telekom bei Frontal21, enttäuscht über den schlechten Service und die Praktiken des Telekommunikations-Riesen. Auch Verbraucherschützer beklagen dies seit langem.


    Ein Fall von vielen ist Abderahmane Boussaid. Der T-Mobile-Kunde traute seinen Augen nicht: Mehr als 37 Euro wurden ihm für eine einzige Handy-Verbindung berechnet - angewählt angeblich in der Schweiz. Boussaid weiß allerdings gar nichts von einem Schweiz-Aufenthalt: "Ich war nicht in der Schweiz. Ich habe diese Nummer nicht durchgewählt. Ich kenne diese Nummer nicht. Es muss ein Fehler sein, es kann nur ein Rechnungsfehler sein."


    Telefonisch versucht er, die Rechnung korrigieren zu lassen. Niemand kann oder will das Problem lösen. Als er sich schließlich schriftlich beschwert, bekommt er eine Standard-Antwort: Darin heißt es, alle Verbindungen würden genau erfasst. Die Rechnung sei deshalb korrekt.


    121 Euro "aus Kulanz" gutgeschrieben


    Doch einige Monate später das gleiche Spiel: Diesmal soll er die Nummer für insgesamt über 80 Euro angewählt haben. Doch wieder war er überhaupt nicht in der Schweiz. Er reklamiert erneut schriftlich, ohne Erfolg.
    Erst als sich Boussaid einen Anwalt nimmt und dieser sich einschaltet, schreibt ihm T-Mobile 121 Euro gut - aus "Kulanz", wie es heißt. Gegenüber Frontal21 weist das Unternehmen schriftlich jede Schuld von sich: "Es liegt kein Verschulden von T-Mobile vor."


    "Enorme Beiträge zu viel berechnet"


    Einzelfälle oder systematische Fehler? Der Telekommunikationsexperte Falk Schebitz überprüft mit Hilfe spezieller Software vorwiegend für Geschäftskunden Mobilfunk-Rechnungen verschiedener Anbieter, monatlich einige tausend. Er will herausfinden, ob T-Mobile richtig abgerechnet hat.
    Schebitz kommt zu dem Ergebnis: "Dass jedes dritte Gespräch mit einem zu hohen Preis dem Kunden berechnet wird. Bedenkt man, dass T-Mobile circa 28 Millionen Kunden hat, kann man sich vorstellen, welche enormen Beträge zu viel in Rechnung gestellt werden."


    Telekom weist "Systemfehler" von sich


    Und das allein von T-Mobile! An eine vorsätzliche Übervorteilung mag Schebitz nicht glauben: "Diese Berechnungsfehler können nur den Grund haben, dass die eingesetzten Systeme fehlerhaft sind, das heißt Zuordnungen nicht richtig machen, Bewertungen falsch machen und damit insgesamt zu falschen Ergebnissen führen."
    Doch von "Systemfehlern" will man bei der Telekom nichts wissen. Schließlich gebe es ein "mehrstufiges Sicherungsverfahren" mit permanenten Kontrollen der Rechnungsstellung. "Ergänzend werden auf Stichprobenbasis permanent Kundenrechnungen überprüft." Frontal21 wollte wissen, wie hoch die dabei festgestellte Fehlerquote ist. Diese werde nicht ermittelt, behauptet T-Mobile."