Beiträge von Printus

    Nina hat wenih gesagt, nach dem Streit gar nix mehr, Jutta mußte ständig Redeanteile an sich reissen, Frau Laurien laberte, Wibke Bruhns - ja was hat die eigentlich gesagt? Und die Schriftstellerin - naja, anfangs kam nix, nachher blabla.


    Was vor allem auffiel: daß ständig durcheinander geplärrt wurde und ständig alle am schnattern waren.

    Der "Fehler" in den Überlegungen ist einfach anzunehmen daß es eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür gibt in einer Seilbahngondel zu sitzen und dort von einer von einem Hubschrauber abfallenden Last getroffen zu werden. D. h. es gibt natürlich eine Wahrscheinlichkeit dafür, aber die ist absolut gering.


    So wie es auch eine Wahrscheinlichkeit dafür gibt daß über einem Schrottplatz ein Tornado wütet und den Schrott zu einem flugfähigen Jumbo-Jet zusammensetzt. "Theoretisch" möglich, aber mit einer unglaublich kleinen Wahrscheinlichkeit.


    Jeden Tag fliegen auf der Welt tausende von Helikoptern, die Lasten transportieren. Irgendwann wird irgendwo eine Last herunterfallen, und könnte dann einen Menschen treffen.


    Die Wahrscheinlichkeit für den einzelnen, daß so etwas passiert, ist sehr gering. Aber es passiert.


    Man sollte sich aber andererseits überlewgen: Wie oft passiert es NICHT? Wie oft und wie lange kann man in der Seilbahn fahren und darf davon ausgehen daß eben NICHT sowas passiert? Dieser Fall ist nämlich millionenfach wahrscheinlicher.


    Zu dem Flugzeugunglück: noch gibt es keinen Abschlußbericht, aber wie immer bei Flugzeugabstürzen kann nur eine Verkettung von Umständen dazu geführt haben weil alles, was sicherheitsrelevant ist, in Flugzeugen redundant (also mehrfach vorhanden) ausgelegt ist. Es KANN also nur dann etwas passieren wenn mehrere Sicherungen durchbrennen.


    Man müße theoretisch 26.000 Jahre lang jeden Tag irgendwo auf der Welt ein beliebiges Flugzeug besteigen um rechnerisch 1x zu verunglücken. Es ist natürlich sehr tragisch für die Leute, die ihr Unglück jetzt erleben anstatt zu einem beliebigen Zeitpunkt später innerhalb der vielen Jahre...

    Ich hab' das rein zufällig auch gesehen gestern Abend und fand eher Jutta Ditfurth komplett daneben.


    Man sollte Nina Hagen nicht allein wegen ihres extravaganten Äußeren gleich abstempeln als Zicke, bekifft oder durchgeknallt. Ich erinnere mich an verschiedene Talkshows in der Vergangenheit, in der sie mitunter provokant, aber durchaus intelligent aufgetreten ist und etwas zu sagen hatte.


    Für meinen Geschmack blicken bei Jutta Ditfurth teilweise Einstellungen durch, die ich komplett daneben finde. Da beklagt sie z. B. daß die Integrationsangebote für illegale Einwanderer nicht gut genug wären... Hallo?
    Ein paar Aussagen von ihr waren ja durchaus überlegenswert, aber unter dem Strich bleibt der Eindruck daß sie ein Fundi geblieben ist, der eine klare Sicht auf Realitäten und politisch Machbares völlig fehlt. Schwachsinnige Weltverbesserungsideen, die sie ständig vertritt.


    Und gegenüber Nina Hagen war sie beleidigend.

    Du kannst immer Glück und Pech haben, es kann Dir niemand sagen ob es 3 Tage später einen günstigeren Umtauschkurs gibt.


    Ich würd ein wenig Geld umtauschen damit Du etwas in der Tasche hast. Laß Dir nur kleine Scheine geben, alles über 20$-Noten gilt als suspekt weil viele Fälschungen im Umlauf sind und der Ami lieber mit seiner Kreditkarte bezahlt.


    Also: Kreditkarte besorgen und eine Stückelung kleinerer Scheine für kleine Ausgaben vorrätig haben.

    autares


    Fehler, die in der Argumentation leider immer wieder gemacht werden:


    Du kannst nicht das Szenario von NO einfach 1:1 auf Deutschland übertragen und fragen wie man das hier geregelt hätte. Notfallplanungen müssen sich vernünftigerweise immer an den Dingen orientieren, die passieren könnten. Bei uns liegt keine Stadt unterhalb des Wasserspiegels, wir sind kein Erdbebengebiet - insofern müssen wir dafür auch keine speziellen Planungen haben. Für die Dinge, die hier passieren könnten gibt es Planungen (z. B. auch für Fälle radioaktiver Kontamination, man hat hier eben sehr wohl aus Tschernobyl gelernt) - im Gegensatz offenbar zu amerikanischen Städten. Das ist ein Unterschied.
    Ansonsten haben wird eine generell gute Struktur des Katastrophenschutzes, man würde also bei unvorbereiteten Situationen auf allgemeine Rettungsplanungen zurückgreifen können.


    In NO hat es 6-7 Tage gedauert bis eine großangelegte Rettung überhaupt anlief, geschweige denn die 2, 3 Tage Vorwarnzeit, die auch noch da waren.
    Ein großer Teil der Kritik geht ja nicht dahin daß das Ausmaß des Schadens logistisch nicht sofort im Griff war - das wäre überall so, keine Zivilschutzbehörde hat irgendwo eine Parallel-Stadt stehen, in die man alle Leute evakuieren kann. Aber wenn es 1 Woche dauert bis überhaupt irgendwas in Gang kommt und auch dabei noch die Frage ist inwiefern das überhaupt koordiniert ist - dann muß man schon fragen wie das sein kann.


    Man muß, auch das nochmal zur Richtigstellung, auch im Hinterkopf haben daß viele Bürger mit ihren Autos alleine aus NO geflüchtet sind. Man hatte also keineswegs mehr 500.000 Einwohner zu versorgen, sondern deutlich weniger.


    Ausländische Hilfe wurde sehr schnell angeboten, aber nicht angenommen - erst am Freitag hat man das OK zu Hilfslieferungen gegeben, da war die Katastrophe bereits fast 1 Woche alt.


    Chaos und logistische Überforderung sind vollkommen normal unter den gegebenen Umständen. Aber normal ist nicht wenn es an grundsätzlichen Plänen mangelt und man ganz unkoordiniert operative Hektik entfaltet, die aber nur punktuell greift anstatt als Gesamtkonzept aktiv wird.


    Dieses Problem, Raix hat es auch schon angeschnitten, wird auch bleiben: man hört davon daß NO allmählich wirklich evakuiert wurde - man hört aber nicht wohin die Leute gebracht wurden.
    Es würde mich nicht wundern wenn man das Chaos, in abgeschwächter Form, verlagert aber nicht möglichst aufgelöst hat. Wenn's blöd kommt hören wir in ein paar Tagen daß die chaotischen Zustände anderswo ebenfalls aufbrechen weil es nicht reicht Leute aus NO herauszuholen und anderswo zu "parken", die Menschen müssen möglichst schnell in organisierter Weise untergebracht werden.
    An entsprechende Notlager sollte man JETZT schon denken, nicht erst in ein paar Tagen oder Wochen, wenn das Problem sichtbar wird.


    Bzgl. der Erdbebengebiete: würde es dazu kommen und in LA ein ähnliches Chaos passieren müßte man ebenso kritisch fragen warum das passieren konnte. Die Erdbeben-Gefahr ist bekannt, es gibt Quoten, auf wieviele Tote wieviele Schwer- und Leichtverletzte sowie Unverletzte, die aber betreut werden müssen, zu erwarten sind.
    Sollte man anhand der Einwohnerzahlen nicht soviel Notfall-Logistik vorhalten daß man innerhalb eines akzeptablen Zeitfensters eine ausreichende Logistik anhand vorhandener Pläne und Vorbereitungen aufbauen kann müßte man dort genauso kritisch fragen warum es daran mangelt.


    Es müssen ja nicht alle Hilfsmittel "Gewehr bei Fuß" stehen, aber sie müssen innerhalb einer noch hinnehmbaren Frist dorthin geschafft werden können, so wie das THW, die Bundeswehr, Schnelleinsatzgruppen- und KatSchutz-Einheiten der Hilfsorganisationen, der Rettungszug der Bahn, Rettungshunde-Staffeln usw. auch innerhalb weniger Stunden einsatzbereit sind - teilweise weltweit - oder auch der Bundeswehr-MedEvac-Airbus nur wenige Stunden Umrüstzeit braucht.


    Den Amis fehlt's aber offenbar generell an Logistik und, noch schlimmer, einem grundsätzlichen Konzept.


    Zu Eschede: wer sagt Dir daß dort nichts geklappt hat? Es gab dort das anfänglich "normalübliche Chaos" einer unübersichtlichen Großschadenslage. Das ist unvermeidlich und normal. In dem Zuge wie Einsatzkräfte nachrückten wurde die Einsatzstelle aber strukturierter und "funktionierte" durchaus akzeptabel.
    Just in diesem Beispiel kann ich das nicht nur aus allgemeinem Gelabere heraus sagen, sondern weil ich Einblick in die Abläufe des Eschede-Unfalls hatte.

    Was auch ziemliche Geld spart ist die Auswahl dessen WAS man ißt.


    Z. B. gibt es beim Lidl eine 3er-Packung Salami-Pizza für 2,89 und mir schmeckt die sehr gut. Klar, es muß auch mal eine andere Geschmacksrichtung sein, aber ich komme immer wieder gerne darauf zurück.


    Unser Aldi hat Kartoffel-Gratin für 99 Ct, für's gleiche Geld geraspelter Käse drüber - perfekte Sache für 2 Leute.


    Und ab und zu mache ich auch gerne Aldi-)Lidl-Miracoli - da werden 2 Leute für unter 1 EUR satt.


    Ab und zu kann man das essen und spart massiv dabei.

    Jochen, da kann ich Dir nur absolut beipflichten!


    Ich gehöre zu dem Leuten, die auf das Auto angewiesen sind weil es in ländlicher Gegend keine Alternative seitens des ÖPNV gibt, und ich habe schon in der Vergangenheit jeden Cent an der Tanke umdrehen müssen. Jetzt kommen diese irren Preisaufschläge und ich mache mir ernsthafte Sorgen wie ich es demnächst schaffen soll bis ans Monatsende mobil zu bleiben.


    Ich gönne ihm sein schönes Auto wirklich (also kommt mir jetzt nicht dem Vorwurf der "typisch deutschen Neid-Diskussion"), aber sich über die Benzinpreise zu empören wenn man ein Auto fährt, das doppelt so viel wegschluckt wie ein sparsamer Kleinwagen, ist echt ziemlich daneben.


    Das Liebhaber-Auto-Argument zieht da auch nicht, denn zumindest der Phaton ist ja wohl sein "Alltagsauto".


    *kopfschüttel*

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Es ist ja nicht übersehbar, dass dort gründlich etwas falsch läuft, aber wer rechnet schon mit einer Katastrophe solchen Ausmaßes.....


    Das ist die generell nach jeder Katastrophe vorgebrachte Entschuldigung für frühere Versäumnisse, die aber nicht akzeptabel ist. Es wird von zuständigen Stellem IMMER gesagt daß man mit der jeweiligen Größenordnung nicht habe rechnen können.


    NO liegt im Hurrikan-Gebiet, seit "Andrew" 1992 weiß man spätestens wie schlimm es werden kann, NO liegt unter der Wasserspiegel, vor einem Dammbruch wurde seit Jahren gewarnt.
    Vor diesem Hintergund kann niemand behaupten daß man mit einer Katastrophe solchen Ausmaßes nicht rechnen konnte. Im Gegenteil - man mußte ganz definitiv mit genau dieser Situation rechnen.


    Dazu kommt daß die Amis mehr als alle anderen Völker auf der Welt von der Energieversorgung abhängen, nirgendwo ist man bequemer und verschwenderischer mit Ressourcen als dort.
    Es gab auch vor nicht allzu langer Zeit einen stundenlangen Stromausfall in New York, Ursache war das marode Stromsystem. Seit 4 Jahren sieht man sich einer Terrorgefahr, z. B. durch die Annahme eines großflächigen Giftgas-Anschlags, ausgesetzt. In NO kommen noch die Gefahren der geographischen Lage hinzu, also das, was jetzt tatsächlich zur Katastrophe geführt hat.


    Vor diesem Hintergrund ist es einfach nicht hinzunehmen wenn der Zivilschutz schulterzuckend verkündet daß man mit solch einer Situation nicht rechnen konnte. Das ist schlicht Unsinn und soll Versäumnisse der Vergangenheit übertünchen, denn eine Stadt in dieser geographischen Lage, mit hoher Einwohnerzahl und hohem Bedarf an Energieversorgung ist generell in höchstem Maße angreifbar und sensibel. Das ist schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen worden.


    Daß es in Katastrophengebieten und erst recht evakuierten Gebieten nahezu reflexartig zu Plünderungen kommt ist auch "ein alter Hut". Seit Jahrzehnten weiß das jeder, der jemals mit Katastrophenschutz zu tun hatte. Von einer amerikanischen Zivilschutzbehörde muß erwartet werden daß auch sie darauf vorbereitet ist und weiß welche Prioritäten gesetzt werden müssen, also z. B. das Stadion mit Polizisten und Nationalgarde füllt, die nach dem Abzug des Sturms die Stadt bewachen anstatt dort sinnloserweise Bürger einzuquartieren.


    Mir geht's nicht so sehr darum darzustellen daß man die ganze Lage total easy hätte im Griff halten können - das hätte niemand hingekriegt, auch nicht die bestorganisierteste Katastrophenschutz-Behörde. Aber es kann nicht sein daß schlicht gar keine Koordination ersichtlich ist und nach nach 6 Tagen noch keine langfristigen Konzepte stehen.
    Eine überforderte Organisation ist das eine - das kann niemand komplett ausschleissen. Aber wenn gar keine Koordination vorhanden ist, ist das nicht entschuldbar.

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Es ist ein Unterschied, ob man es sich einfach macht, oder aber den Tod von 10.000 leichtwillig in Kauf nimmt. Der Superdome galt als das sicherste Gebäude in NO. Des weiteren sollten hier alle nicht vergessen, dass es keinen Zwang zur Räumung NO gab, zumindest nicht bis vor ein paar Tagen. Du kannst die Leute nicht zwingen, die Wohnung oder das Haus zu verlassen, es handelte sich nicht um eine Zwangsräumung!


    Das ist aber eben genau der Fehler, den man jetzt - zu Recht - ankreidet.


    Es hat ein paar Tage vor dem Hurrikan schon die Warnung gegeben die Stadt zu verlassen, man hat also durchaus erkannt daß es dieses Mal nicht nur ein Hurrikan wie immer ist, sondern daß es dieses Mal heftiger als je zuvor kommen wird. Man ist deswegen so weit gegangen eine Evakuierung dringend anzuraten - und interessanterweise sind diejenigen, die mobilisiert waren und sich nicht stur gestellt haben, auch in der Tat aus der Stadt und damit in Sicherheit gefahren.


    Wenn man also WEISS daß es katastrophal wird und eine Evakuierung die einzig sinnvolle Entscheidung ist, ist es inakzeptabel wenn "der Rest vom Schützenfest" mitten im Schadensgebiet in einem dicht gedrängten Stadion kaserniert, anstatt ebenfalls evakuiert wird.


    Hier liegt also erstmal schon eine grundsätzliche Fehlentscheidung vor - ein Fehler, der sich jetzt wiederholt weil man viele der betroffenen in ein Stadion nach Houston verfrachtet, das man wohl offenbar bis November angemietet hat. Glauben die denn ernsthaft daß es dort keine Probleme geben wird? Natürlich sind die äußeren Umstände dort besser, es gibt keinen Hurrikan, keine Überschwemmung, man wird eine Versorung aufbauen. Aber es ist doch total blauäugig zu glauben daß die Leute dort, dicht gedrängt auf Luftmatrazen und Feldbetten, brav liegen bleiben ohne daß es massive Probleme gibt. Im Augenblick sind die Leute dort versorgt, haben Wasser und eine Schlafstelle, Nahrung und sind sozusagen privilegiert gegenüber den Leuten, die noch in NO eingeschlossen und gar nicht versorgt sind. In 1, 2 Wochen werden sich aber auch in Houston massive Probleme ergeben wenn man nicht anfängt sich ein Kozept zu überlegen, wie die Leute in Zukunft "bei Laune gehalten", vor allem mit Infos über ihre Zukunft und das Schicksal von Verwandten versorgt werden.


    Nun zum logistischen Problem: es mag sein daß es schwierig gewesen wäre alle Leute rechtzeitig aus NO herauszubringen. Hier muß man sich aber schon fragen: warum? Warum gab es - nicht erst jetzt, sondern schon immer - kein Konzept für das Handling und Evakuierungen in einer Großschadenslage?


    In D gibt es städtische Verkehrsbetriebe, Busunternehmen, die Bundeswehr, vor allem die Bahn. Der Weltjugendtag in Köln hat gezeigt daß man hunderttausende Menschen in wenigen Stunden mobilisieren konnte.


    Sicherlich hatte man in NO nicht denselben Vorlauf wie in Köln beim Weltjugendtag, es gibt in den USA kein Bahnnetz wie bei uns, keine Verkehrsbetriebe nach hiesigem Vorbild. Dann muß ich aber die Frage stellen: Welche Alternative hat man in den USA vorgesehen um den Bevölkerungsschutz zu realisieren? Warum gibt es dann nicht genügend Busse, wenn andere Verkehrsmittel nicht zur Verfügung stehen?


    Nun gut, die Logistik war offenbar Anfang der Woche ad hoc nicht verfügbar und der Hurrikan sollte kommen. Hätte man nicht trotzdem versuchen müssen jeden, den man noch irgendwie evakuieren kann, dann auch wirklich aus der "danger zone" herauszubringen? Selbst wenn am Ende einige übrig bleiben - aber man hätte durchaus noch ein paar tausend Leute wegbringen können.
    Das ist aber ebenfalls ausgeblieben. Stattdessen durfte sich jeder stundenlang vor dem Stadion anstellen und warten bis er eingelassen wird. In dieser Zeit hätte derjenige auch abtransportiert werden können.


    Ich will jetzt gar nicht weiter darauf eingehen ob das Stadion denn wirklich so geeignet war - es gibt auch Berichte nach denen das Dach von Anfang an als Schwachstelle eingestuft wurde und nicht auszuschliessen war daß es einstürzen könnte.
    Aber gut, wenn man den Ort als Zufluchtsstätte auswählt - dann kann man nicht Leute mehr als 24 Stunden, bevor der Sturm kommt, schon dort auf die Plastikstühle setzen und erwarten daß die ruhig bleiben. Man muß vor allem überlegen wie man eine sanitäre Versorgung, neben einer Versorgung mit Lebensmitteln, sicherstellt!


    Und ja, selbstverständlich muß es möglich sein Leute mit Zwang zu evakuieren! Gerade in Krisenfällen funktioniert nichts wenn man jedem Deppen überläßt zu tun was er will - da braucht es eine ganz klare Führung, klare Strategien, die eben gerade nicht auf Einzelinteressen Rücksicht nehmen können sondern das Bestmögliche für Viele im Auge haben müssen.


    Daß man akzeptiert hat daß so viele Leute in ihren Häusern bleiben hat doch überhaupt erst dazu geführt daß ein völliges Chaos entstanden ist, weil überall Tote, Verletzte und Hilfsbedürftige herumschwirren und die Menschen nicht kanalisiert wurden und werden, sondern jeder ganz allein ums Überleben kämpfen muß. Gerade dieses hat zu der Anarchie und den Plünderungen geführt.
    Anfangs mag es noch darum gegangen sein daß Gesetzlose die Gunst der Stunde nutzen wollten um sich zu bereichern, aber bald schon waren die Plünderer rechtschaffene Leute, die auf der Suche nach Lebensmitteln und Wasser waren.


    Heute - nach 6 Tagen (!!!) soll ja nun der erste Hilfskonvoi angekommen sein. Darf man das denn so verstehen daß jetzt ein Konzept steht wie man New Orleans zuerst mit Überlebenswichtigem versorgt um dann ganz schnell auch die nach wie vor unumgängliche Evakuierung zu beginnen?
    Oder baut man da jetzt schleppend eine Versorgung auf, um dann in weiteren 3 Tagen festzustellen daß die Leute dort nicht nur von aussen versorgt, sondern auch rausgebracht werden müssen?


    Bisher hört man nicht daß es Strategien gibt wie es denn weitergehen soll, wann man NO evakuiert und wohin die Menschen gebracht werden sollen. Es wäre höchste Zeit daß man Zeltlager oder was auch immer, Notunterkünfte, organisiert. Denn ohne Unterkünfte keine Evakuierung. Und das wird man ja wohl kaum noch für weitere Wochen so lassen können.


    Niemand erwartet daß man von heute auf morgen für alles eine Superlösung hat. Aber man darf schon erwarten daß es Planungen gibt, selbst wenn sich zeigen würde daß sie unvollkommen sind. Blöderweise hat man das Gefühl daß es gar nix gibt.

    @ Brainstorm


    Offensichtlich war es denen, die selber motorisiert waren und die Zeichen der Zeit erkannt hatten (=NO verlassen haben) möglich sich in Sicherheit zu bringen. Insofern stelle ich die Frage wieso es nicht möglich war die nicht eigenständig motorisierten Menschen genauso in Sicherheit zu bringen.


    Daß sich dabei logistische Probleme auftun mag sein - das ist von hier schlecht zu beurteilen. Aber selbst dann stellt sich die Frage: wieso hat man sich mit dieser Fragestellung nicht lange im Vorfeld beschäftigt?
    Es war immer bekannt daß
    - NO im Hurrikan-Gebiet liegt
    - unter dem Wasserspiegel liegt und bei einem Dammbruch überflutet wird
    - die Haltbarkeit des Dammes umstritten ist
    - jede Zivilisation, die sehr sensibel auf den Zusammenbruch von Energieversorgung und Infrastruktur reagiert, Notfallpläne für den Fall der Fälle braucht
    - gerade amerikanische Großstädte einer diffusen Terrorgefahr unterliegen (das war mindestens seit 9/11 im Bewußtsein jedes Bürgers, und seit 9/11 sind schon 4 Jahre verstrichen, in denen man Pläne für Großschadenslagen hätte entwickeln können).


    Es gibt in Deutschland Notfallpläne, Infrastrukturen und es werden immer wieder Szenarien von Großschadenslagen durchgespielt, geprobt und durchdacht - und das obwohl wir weder in einer extremen Klimazone noch in einer speziellen Terrorgefahr leben.


    Oder ein anderes Beispiel: die neu erbaute ICE-Strecke Köln/Frankfurt wurde auf kompletter Länge von den an der Strecke zuständigen Hilfsorganisationen unter die Lupe genommen, es wurden Pläne für Notfälle entworfen und großangelegte Rettungsübungen durchgeführt.


    Würde etwas passieren wären zum einen spezielle Pläne da, wie an dem jeweiligen Ort vorgegangen werden kann, aber es gibt auch prinzipielle logistische und planerische Infrastrukturen, die bei einem Großschadensereignis in Deutschland aktiviert würden.


    Daß es erstmal Chaos gibt und auch nicht alles planbar ist, ist klar. Aber inmzwischen sind in NO bereits 6 Tage um und noch immer ist nicht mal eine planerische Struktur erkennbar, offensichtlich kein Konzept, wie man die Lage in den Griff bekommen will. Da offenbaren sich unglaubliche langfristige planerische Mängel, die sich jetzt natürlich rächen.


    Und nicht mal jetzt läßt man internationale Hilfe und Logistik im großen Stil anrollen. Man beobachtet dieses Verhalten immer wieder, aber dann eher bei Bananenstaaten oder ideologisch geprägten Staaten wie Nordkorea, die nach ihrer Explosion in einem Bahnhof vor ein paar Monaten "natürlich" nicht den Eindruck erwecken wollten ganz schlicht und einfach hilflos zu sein.
    Genau diese falsch verstandene "Arroganz" zeigen die Amis jetzt auch. Anstatt auf die Schnelle ein Konzept, eine Koordination zu entwerfen, und dann aus aller Welt Hilfe und Logistik anrollen zu lassen, bedankt man sich für das Angebot und wartet weiter ab - während die Leute in NO in Anarchie - man muß es wohl so nennen - verrecken.