Die Anschaffungskosten des Autos werden nicht das entscheidende Problem sein, sondern der Unterhalt.
Alte Autos kosten sehr viel Steuer und bei Anfängern noch mehr an Versicherung. Dazu die horrenden Spritpreise und eventuell mal eine Reparatur.
Nur mal so als Denkansatz: ich habe vor etwas über 1 Jahr eine 15 Jahre alte Limousine mit 112 PS gekauft. Super gepflegt, Rentnerauto, Garagenwagen, TÜV nagelneu. Ich bin 33 und das ist das erste auf meinen Namen angemeldete Auto, weil meine Freundin und ich früher ein auf sie angemeldetes Auto geteilt haben.
Sicherlich ist das kein explizit kleines Anfängerauto, ich brauchte eher ein größeres "Langstreckenauto", was die Sache verteuert. Andererseits habe ich die Pappe seit 15 Jahren, fahre den Wagen nur selber und bin Büroangestellter, was die Versicherung honoriert weil sie vermutet daß ich eine eher geringe Unfallgefahr bedeute. Du als Anfänger mit hohem Unfallrisiko kommst da deutlich schlechter weg, kannst solche Preisvorteile nicht nutzen.
Ich kann Dir von mir aus ja mal ganz grob sagen was mich das Auto bisher gekostet hat:
- im ersten Jahr 250 EUR Steuern, jetzt im 2. Jahr 300 EUR Steuern.
- Versicherung monatlich gut 110 EUR bei angenommenen 15.000 km Jahresfahrleistung. Das ist schon eine besonders preiswerte Internet-Versicherung und wie gesagt, ich habe 15 Jahre den Führerschein, fahre nur selber mit dem Auto und arbeite im Büro, was die Kosten senkt.
- zwischendrin eine neue Kupplung für 900 EUR
- neue Reifen 300 EUR (weil ich bei meiner Freundin in Bayern im Winter nicht auf halb abgefahrenen Sommerreifen rumgurken kann)
- Bremsbeläge mit Einbau 250 EUR
- "Kleinteile": Verbandkasten, Warndreieck, preiswerte Fußmatte, Ölwechsel und Keilriemen (beides obligatorisch beim Kauf eines Gebrauchten), Sitzbezüge, Glühbirne getauscht, hin und wieder Waschanlage, Scheibenwischer ausgetauscht, Wisch-Wasch-Fensterreiniger mehrfach aufgefüllt, alle paar tausend km schluckt der alte Motor ne Pulle Öl zu 8 EUR weg, Handyhalterung gekauft... es läppert sich zusammen und summiert sich insgesamt auch zu einem hohen 3stelligen EUR-Betrag
- Benzin: 1 Füllung reicht bei sparsamer Fahrweise ca. 750 km und kostet etwa 50 EUR, Tendenz bei den momentanen Benzinpreisen steigend.
So, jetzt kannst Du mal ausrechnen was mich das Auto statistisch jeden Monat gekostet hat. Da kommen ein paar hundert EUR zusammen.
Bremsen, Reifen und andere Verschleißteile werden früher oder später fällig, bei einem älteren Gebrauchten eher früher. Ich habe es gleich erledigt, vielleicht erwischst Du einen Wagen wo es nicht gleich gemacht werden muß, aber früher oder später trifft es Dich auch und dann fallen die Kosten bei Dir ebenfalls an.
Auch wenn Deine Mama oder Dein Papa das Auto auf sich anmelden, ein Kleinwagen etwas sparsamer ist als mein "Schiff", ich bei der teuren Kupplung Pech hatte etc. - wenn man ehrlich rechnet stellt man fest daß ein Auto trotz allem jeden Monat mehrere hundert EUR kostet, allein im Unterhalt! Und das ändert sich auch nicht rasant wenn man "nur" ein kleineres "Anfängerauto" betreibt.
Daß Du den Wagen ja auch erstmal anschaffen mußt und da schon mal ne Menge Geld los wirst habe ich mal ganz aussen vor gelassen, auch daß Du als Anfänger relativ wahrscheinlich früher oder später mal einen Rempler (hoffentlich nicht mehr) verursachst, was Reparaturkosten und höhere Versicherungskosten bedeuten wird.
Allein bei der Anmeldung mußt Du schon eine ganz hohe zweistellige Summe für Gebühren und Schilder einkalkulieren, und was ist wenn der TÜV nicht mehr lange hält und gemacht werden muß? Ich rede jetzt mal gar nicht davon was ist wenn der Wagen durchfällt, sondern allein die Kosten, die Du dem TÜV für seinen Check zahlen mußt.
Es mag ja sein daß Du von Deinen Eltern Geld bekommst, dann mag das mit dem eigenen Auto gehen. Aber wenn Du das Geld selber verdienen mußt sage ich Dir ganz klipp und klar: das kannst Du dir als Schüler schlicht und einfach nicht leisten!
Schließlich brauchst Du auch noch Geld für andere Dinge, ein Auto ist nicht alles. Du müßtest jeden Monat mehrere hundert EUR verdienen um Dein eigenes Auto überhaupt unterhalten zu können, die Anschaffung mal ganz aussen vor gelassen.
Also bleib bei Deinen Überlegungen realistisch, Schönrechnerei bringt Dich nicht weiter. Man tendiert schnell dazu zu glauben daß man außer Versicherung und Benzin keine Kosten hätte wenn der Wagen gut läuft, aber da täuscht man sich gewaltig wenn man das über einen längeren Zeitraum sieht. Ein Auto zu unterhalten ist ganz einfach schweineteuer.
Ich weiß daß man passend zum Führerschein gerne sofort ein eigenes Auto hätte und mobil sein will, das geht jedem so der 18 wird und den Führerschein bekommt. Aber ein Auto ist so teuer daß man das meistens nicht bezahlen kann wenn man ehrlich rechnet.
Wie wäre es denn wenn Du es eine Nummer kleiner angehst und einen Roller anschaffst? Ein 50er-Roller ist wesentlich preiswerter weil die Versicherung nur einen Bruchteil kostet, der Treibstoff wesentlich günstiger ist, auch Reparaturen etc. viel weniger kosten und Steuern zahlt man gleich gar keine...