Wenn wir über Qualität sprechen: das ist doch ein allgemeines Problem aller Hersteller. Welches Top-Gerät der letzten Jahre ist denn ohne Fehler gewesen?
Wenn ich mir z. B. SE anschaue: das T39m hatte den "Kein-Netz-Bug", die frühen T610 haben allesamt gerauscht, beim K700i spinnt die Software, der Akku ist nach 24 Std. leer, der Hörschlitz verursacht Ohrenschmerzen und noch ein paar ärgerliche Fehler mehr.
Beim Motorola V600 ist standartmäßig die Oberschale gebrochen...
Zu den Fehlern von Nokia und Siemens haben wir hier schon gelesen.
Fazit: wer produziert noch wirklich hochwertige Geräte, die zuverlässig sind und bei denen man nicht direkt fürchten muß eine Bruchlandung zu erleben? Offenbar niemand.
Daß Siemens seine Handy-Sparte nicht von heute auf morgen in die schwarzen Zahlen bringen kann ist klar. Aber klar ist doch auch daß ein solcher Weltkonzern in der Lage sein müßte konkurrenzfähige Telefone zu bauen. Das können inzwischen selbst die Chinesen, warum also nicht ein deutscher Technologiekonzern?
Solange man natürlich weiter in dieselbe Richtung rennt wie alle anderen - immer schneller werden immer unzuverlässigere Modelle auf den Markt geworfen, aber zu zu hohen Produktionskosten - ist klar daß es nicht funktioniert.
Wenn Siemens Spitzentechnik bieten würde, die dazu noch zuverlässig funktioniert, das Ganze geschickt vermarktet, dann würde auch die Siemens-Handy-Sparte gewinnbringend funktionieren.
Ich denke daß der grundsätzliche Denkfehler darin besteht die ganze Diskussion auf den Preis und die Kosten zu beziehen. Was zählt sind auch technologische Marktführerschaft, Zuverlässigkeit, das Markenimage. Der Preis der Geräte und damit auch der Gewinn, den die Firma erwirtschaften kann, ist nur ein Aspekt.
Würde man aber qualitativ unumstrittene Geräte produzieren und diese mit einem guten Markenimage (banal: einer Fangemeinde, die sich mit dieeser Firma/Marke identifiziert) versehen könnte man die Handys auch zu höheren, kostendeckenden Preisen abgeben.
Nokia hat es verstanden sich eine Fangemeinde zu schaffen, für viele Kids war selbstverständlich daß Geräte wie 3210, 3310, 3410 angesagt sind. Andere stehen auf der "Business-Linie" und tauschen das 6150 gegen das 6210, dann kam das 6310i, 6610, jetzt das 6230.
SE ist ebenfalls bemüht die feste Fangemeinde, die schon auf die Magnesiumrahmen-Geräte schwor, zu halten.
Was tut Siemens um die "Wechselwähler" bei der Stange zu halten, eine Identifikation mit der Marke zu schaffen, Telefone von hoher Qualität und technolgischer Marktführerschaft zu bieten?
Es geht nicht nur um den Preis der Geräte oder der Handys-Sparte, das wird bei Siemens wieder mal verkannt.