Hi,
wie Du jetzt konkret weitermachst kann ich Dir natürlich auch nicht sagen, da mußt Du selber Klarheit gewinnen was Du willst und was für Deine Zufriedenheit und Zukunft wichtig und richtig ist. Aber ich möchte Dir in anderer Hinsicht Mut machen.
Ich bin 31 Jahre alt geworden und habe mich, wenn man das negativ beschreiben würde, seit der Schulzeit immer nur mit irgendwelchen Jobs durch's Leben gehangelt. Ich hatte nie eine Vollzeit-Arbeitsstelle und immer nur irgendwelche Jobs hier und da, und wenn ich nicht bei einen Eltern kostenlos gewohnt hätte und mit dem Studi-Ticket durch die Gegend gefahren wäre hätte ich nix gehabt.
Der Druck von außen wurde immer stärker etwas tun zu müssen um sich auf eigene Beine zu stellen - irgendwann muß man den Sprung machen und eigenes Geld verdienen, will mal ein Auto fahren, sich einen Urlaub gönnen, vielleicht eine Familie gründen, einfach sein eigener Herr sein und nicht immer anderen auf der Tasche liegen.
Also habe ich mich beworben und war bei Vorstellungsgesprächen - 2 Stück im selben Unternehmen.
Ich habe gleich mit der ersten Bewerbung einen Job einem soliden, renommierten, sicheren Unternehmen gefunden, und ich denke daß das "Geheimnis" trotz des eigentlich grottenschlechten Lebenslaufs in der Art lag, wie ich mich präsentiert habe.
Natürlich sind Lücken im Lebenslauf nicht gut, natürlich werden Fragen gestellt. Aber entscheidend ist nicht DASS Lücken da sind, sondern WIE MAN SIE ERKLÄRT und WAS MAN DARAUS MACHT.
Ich habe nicht darüber gelabert daß mir ja alles leid tut und ich mich jetzt aber anstrengen will weil das ja für eine Niete wie mich sehr nötig ist. So gewinnt man keinen Blumentopf.
Du mußt bei allem herausstellen was Du gelernt hast, was es Dir genützt hat, welche interessanten Lehren Du gewonnen hast.
Du hast eine Weile lang studiert und interessante Einblicke in dieses Fach gewonnen. Du hast Dich mit Themen wie "blablabla" beschäftigt und viel dabei gelernt. Du hast aber erkannt daß Dich noch andere Sachen interessieren und dann biste eben in ein anderes Fach, zur FH, "wohin auch immer" gewechselt. Das war eine richtige Entscheidung weil dort hast Du Dich mit ...... beschäftigt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Seitdem kennst Du dich auch mit ..... aus.
Du bist wißbegierig und interessierst Dich, und Du hast die Uni verlassen oder hast den Job gewechselt weil Du bei allem, was Du machst, gut sein willst und 100% geben willst. Das gelingt Dir aber in dem neuen Job noch besser als in dem alten... Du wirst älter, hast ne Freundin, willst vielleicht mal eine Familie gründen, willst etwas aufbauen, und dazu mußt Du dich positionieren. Also wechselst Du jetzt in ein Fach von dem Du weißt (so verkaufst Du es jedenfalls) daß darin Deine Zukunft liegt und wo Du dich mit Deinen Kenntnissen und Deinem weit gestreuten Wissen aus vielen Erfahrungen optimal einbringen kannst. usw. usw.
Verstehst Du das Prinzip?
Du mußt im Bewerbungsgespräch nicht entschuldigen was schiefgelaufen ist, sondern damit angeben was Du gelernt hast und welche Wissensvorsprünge Du mit Deiner interessanten Biographie und Deiner vielfältigen Bildung hast.
Wenn Du natürlich 10x in 2 Jahren Deine Arbeitgeber/das Studienfach wechselst klappt das nicht mehr so gut, da nimmt Dir natürlich auch der gutgläubigste Personaler nicht mehr ab daß Du in seiner Firma nun Deine Bestimmung gefunden haben willst.
Und man sollte meiner Meinung nach "normal freundlich" auftreten. Es versteht sich von selber daß man pünktlich (5 Minuten vor dem genannten Termin) erscheint, angemessen gekleidet ist, Höflichkeitsformen und Umgang und etwas Small Talk beherrscht.
Ich bin davon überzeugt daß, wenn man grundsätzlich die passende Qualifikation hat für einen Job mitbringt und in ein Unternehmen paßt, zu 90% der "Nasenfaktor" entscheidet. Da nützt "imenses Fachwissen" wenig wenn man unsympathisch rüberkommt, und Rumgedruckse kommt auch nicht so gut. Nicht nur Du willst eine Stelle haben - das Unternehmen will auch einen engagierten, passenden Mitarbeiter gewinnen. Und da zählt eben mehr als nur der lückenlose Lebenslauf. Den muß man nur etwas darstellen und begründen können und ansonsten das Gefühl erwecken daß man "der richtige Mann am rechten Ort" wäre.
Ich würde mir jetzt also nicht so sehr Gedanken darum machen wie irgendwelche Entscheidungen später im Lebenslauf wirken, sondern würde schauen daß Du für Dich einen Weg findest wie Du "glücklich" wirst und eine Ausbildung/ einen Weg findest mit dem Du zufrieden bist. Du kannst dann später immer erklären und begründen warum Du dich so entschieden hast und welchen Sinn und Vorteil das für Dich hatte.
Viel Erfolg!
Printus