Beiträge von Printus

    Die Komplettüberwachung steht unter der Motto der Terrorprävention, nur kann man damit nicht erklären, dass der Papst, Frau Merkel und andere wirklich fernab jeden Verdachts stehende honorige Persönlichkeiten ausgespäht werden.


    Auch scheinen die amerikanischen Dienste nicht erst seit 9/11 aktiv zu sein, sondern bereits lange vorher ein Auge auf ausländische Regierungschefs geworfen zu haben.


    Will sagen: abstruse Schutzbehauptungen, die nicht kaschieren, dass die Amis seit Jahrzehnten einen Vertrauensbruch-Rundumschlag gegen alles und jeden begehen. Dafür ist die öffentliche Empörung gering - und das ist gelinde ausgedrückt.

    Pauschal zu sagen "Polizisten sind immer doof" ist zu einfach und undifferenziert. Es gibt sicherlich auch solche, die mit besten Absichten in diesen Beruf gehen und diesem Anspruch auch so gut wie möglich gerecht werden.


    Man muss aber leider unterscheiden zwischen "Ich kenne privat jemanden, der von Beruf Polizist ist" und einem Kontakt als "polizeiliches Gegenüber". Da fallen auch mir überwiegend negative Erlebnisse ein, bei denen ohne jede Not, Logik und Begründung unverschämt agiert wurde.


    Der Tonfall ist bei einem offiziellen Polizei-Kontakt meist nicht freundlich, sondern man wird fast standardmäßig und ohne Anlass als "potentieller Gewalt- und Straftäter" behandelt und die Wahrnehmung der eigenen Rechte wird fast als Widerstand oder zumindest mangelnde kooperationsbereitschaft ausgelegt. Der Ton wird dann sofort schärfer, auch wenn jemand erkennbar nicht die Polizei verarschen, sondern wirklich nur seine Rechte wahrnehmen will.


    Meine frühere Unbefangenheit ist jedenfalls inzwischen einer grundsätzlichen Skepsis gewichen. Die Polizei ist oft nicht freundlich obwohl ich es bin. Sie sind meist stur und unkooperativ, man kann fast gar nicht anderes als die Sicherung eigener Rechtsinteressen und möglichst wenig Mitwirkungsbereitschaft zu zeigen.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Wie lange konnten nochmal die Menschen auf Zypern kein Geld abheben? 7 Tage? 10 Tage? Wie viele Tote gab es auf Grund der daraufhin folgenden Plünderungskrise? Ach ne, gab ja keine Plünderer. Aber in Deutschland wird die Welt untergehen, is klar. Die einzigen die an solchen unrealistischen Horrorszenarien verdienen sind Goldverkäufer ala Hartgeld.com und Hersteller von Vorratsnahrung.


    Die Menschen auf Zypern wussten aber genauso wie die vom US-Shutdown Betroffenen, dass es nur eine vorübergehende Pause von wenigen Tagen ist und dann der normale Betrieb wieder aufgenommen wird. Eine Zahlungsunfähigkeit der USA, ein EUR-Crash oder andere Ereignisse, die man nicht nach 2, 3 Tagen wieder kittet und zum Business as usual zurückkehrt, führen zu anderen Auswirkungen.


    Was mich an euch Kritikern stört ist der überhebliche Tonfall. Man kann ja anderer Meinung sein, schließlich gibt es keine fest bestimmbaren Fakten, was im Falle eines Finanzcrashs passieren KANN. Es ist auch nicht gesagt, DASS dann in jedem Fall der schlimmstmögliche Verlauf eintrifft.


    Aber dieses Ins-Lächerliche-Ziehen möglicher Verläufe und Gedankenspiele fällt letztlich auf euch zurück, es wirkt arrogant weil unfähig, Worst-case-Szenarien zu denken. Niemand hat von "Weltuntergang" geredet und Vergleiche wie der 2. Weltkrieg etc. wurden auch nur von dir und anderen Leuten mit unterschiedlicher Meinung eingebracht. Wieso kann man denn nicht sachlich bleiben und seinen Standpunkt neutral ausdrücken?

    Es ist immer wieder witzig wie du, autares, dich an mir abarbeitest. Ich weiß nicht, welches Problem du mit mir hast. Aber es ist schon auffällig, wie du jedes Mal anspringst und persönlich wirst wenn ich etwas schreibe. Aber ich habe ja auch schon mehrfach betont, dass ich mich deswegen nicht mehr mit dir auseinandersetze.


    Zurück zum Thema.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Naja, offiziell gab es vielleicht noch staatliche Strukturen, die Frage ist aber wie Durchsetzungsfähig der Staat tatsächlich war, wenn z.B. alle Gebäude, Infrastrukturen komplett zerstört waren und man eben nicht mal eben so staatliche Hilfe holen konnte. Das nenne ich ein Erliegen der öffentlichen Strukturen. Spätestens aber mit der Kapitulation Deutschland kam es auch offiziell zu einem kompletten Erliegen der Handlungsfähigkeit des dt. Staates, auch innerhalb des Staatsgebietes. Niemand wusste wie es weiterging. Bis die Alliierten wieder für staatliche Ordnung gesorgt haben und ein Polizei-/Versorgungssystem aufgebaut hatten, vergingen ein paar Tage...


    Während des Krieges haben die Nazischergen für Ordnung gesorgt - in ihrem unmenschlichen Sinne, aber es war eben eine klare Struktur vorhanden. Es wurde sogar besonders drastisch eingefordert, dass sich die Menschen dem System unterordnen und wer nicht spurte, lebte Stunden später nicht mehr.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen (und entsprechende Argumente habe ich auch von dir noch nicht gehört), warum ein "Kollaps" des Finanzsystems zu schlimmeren Folgen führen sollte, als die Zerstörung nach dem 2. WK. Im Gegensatz zu damals sind heute sämtliche Strukturen und Infrastrukturen im Kern vorhanden und einsatzbereit.


    Ich glaube, dass du hier zu sehr ein Bild mechanischer Zerstörung vor Augen hast. Die Bedrohung der Neuzeit ist nicht, dass mit Bomben alle plattgemacht wird. Die Gefahr heute und in Zukunft ist, dass man EDV manipuliert und damit digitale Strukturen stört. Wir sind heute extrem abhängig davon, die Leute machen Geschäfte mit dem PC, Rechner verwalten fast alles, Bankgeschäfte laufen elektronisch, unsere ganze Informationsbasis besteht aus Internet und Handy.
    Als vor ein paar Jahren unter der Eislast diverse Strommasten zusammenbrachen war das Problem nicht, dass die Supermärkte keine Waren hatten, sondern dass die Kassensysteme nicht mehr funktionierten und deswegen nichts verkauft wurde. Ein flächendeckender Ausfall des Stroms legt ALLES lahm, sollte es zu einem Shutdown an dieser Stelle kommen weil beispielsweise die Energierzeuger aufgrund einer Finanzkrise die Hebel umlegen, würde komplett "das Licht ausgehen" und kaum jemand wäre - wie die Menschen 1945 nach mehreren Jahren Krieg - in der Lage, sich intelligent über Wasser zu halten bis alles wieder anläuft. Keiner hat Lebensmittel- oder Wasservorräte, keiner kommt an Infos, die Leute können nicht mal ein Transistorradio einschalten weil sie gewohnt sind sich mittels PC, Handy oder Glotze zu informieren.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Felder und Fabriken sind nicht zerstört, die Bevölkerung ist nicht dezimiert worden. Kraftwerke und Wasserwerke sind voll funktionsfähig. Und in solche einem Szenario sollen Chaos und Plünderungen herrschen?


    Funktionsfähig, aber leblos.


    Natürlich fallen hier nicht gleich nach Stunden alle wie Tiere übereinander her. Aber es ist halt die Frage, wie schnell welche Stufe von Durcheinander ausbricht. Die Beispiele New Orleans (Überflutung), New York (Stromausfall) oder auch tagelange Unruhen wie in Los Angeles, London oder Paris (in den vergangenen Jahren) zeigen, dass es auch in zivilisierten Gegenden schnell kippt und Randgruppen der Gesellschaft, wenn sie von der Leine gelassen werden, zu einer Bedrohung werden können.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Es ist viel realistischer, dass im Falle eines Finanzkollaps eine Währungsreform ansteht, die ähnlich wie 1948 innerhalb eines Tages erledigt ist. Man kann davon ausgehen, dass entsprechende Notfallpläne schon längst in den Schubladen liegen. Es wird jedenfalls kein Hunger, kein Chaos und keine Plünderungen geben.


    Nicht flächendeckend. Aber womöglich punktuell. Außerdem hast du vielleicht auch zu sehr das Bild apokalyptischer Anarchie vor Augen. Auch wenn es äußerlich halbwegs ruhig bleibt, es wird dann massive Verwerfungen allein aufgrund der Finanzumbrüche geben.

    Zitat

    Original geschrieben von Nezhoni
    Keine Ahnung, ich konnte das zurückgeschickte Gerät nicht selbst begutachten, vielleicht sind deutliche Gebrauchsspuren zu erkennen?


    Die Vorhaltung war, das Ladegerät sei benutzt worden. Wer benutzt aber ein Ladegerät, NICHT aber das zugehörige Handy? Das scheint mir eine sehr abstruse Behauptung des Händlers.


    Zitat

    Original geschrieben von Nezhoni
    Achja, und weil hier so "kluge" Kommentare kommen:
    Eventuell muss der interessierte Käufer auch lieber vor Ort kaufen, wenn er es vermeiden will einen Rückläufer zu erhalten. Aber da kostet das Ganze dann eventuell ein paar Euro mehr, und wenn das neue Spielzeug nach 2 Tagen seinen Hip-Faktor verloren hat weil der Nachsbarsjunge genau das gleiche Spielzeug besitzt, dann ist man auf die Kulanz des Händlers angewiesen.


    Das ist gleich mehrfach Unsinn:


    1. Man hat auch beim Onlinekauf Anspruch auf ein jungfräuliches Gerät, nicht nur wenn man beim Händler vor Ort kauft.


    2. Man ist nicht auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Es gibt klare gesetzliche Regelungen und an die hat sich der Händler zu halten, genauso wie er sich andersrum auch darauf berufen kann.


    Außerdem ist es das originäre Risiko eines Onlinehandels, dass Kunden die Ware prüfen dürfen und zu einem gewissen Prozentsatz zurücksenden werden. Es mag sein, dass manche Kunden diese Prüfung unverschämt weit auslegen und darunter sowas wie "vorrübergehende Benutzung" verstehen, aber das ist halt das Händlerrisiko. Er muss solche Fälle einpreisen und nicht fälschlicherweise so kalkulieren, dass er derartige unternehmerische Risiken nicht abdeckt.

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Printus, ich finde nicht, dass dieser Hinweis auf vergleichsweise sehr gute Lebensbedingungen ein Totschlagargument ist - vor allem dann nicht, wenn es um die Frage geht, wohin man auswandern soll, weil hier die Situation so schlecht sei.


    Das stimmt. Natürlich bietet sich einem Auswanderer primär ein Land mit hohem Lebensstandard und einer relativ großen Gesamtzufriedenheit an weil die Wahrscheinlichkeit dort am größten ist, von den positiven Bedingungen auch selber zu profitieren.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Da sehe ich schon das Problem, dass, wohin man auch auswandern möge, die Lage keinesfalls signifikant besser, sondern oft sogar deutlich schlechter ist, und das nicht nur in ökonomischer Hinsicht. Da hilft auch der Hinweis auf die Schweiz oder die skandinavischen Länder nicht sehr viel weiter - diese Staaten lassen sich schon angesichts ihrer Größe mit Deutschland nicht vergleichen. Das bedeutet nicht, dass hier alles in Butter ist, beileibe nicht. Aber dass alles nicht in Butter ist, liegt eben auch an den von mir angeführten Zielkonflikten, die sich nicht so ohne Weiteres auflösen lassen.


    Ich hatte ja weiter oben schon ausgeführt, dass Auswandern nicht die generelle Lösung für alle Probleme sein kann. Schaut man sich z. B. die Abhöraffaire an und fühlt sich unwohl wegen der Verletzung seiner Privatsphäre, kann man auswandern wohin man will - es wird das Kernproblem nicht lösen. Ich habe das Unwohlsein der TE auch eher so verstanden, dass es nicht die konkreten Lebensumstände sind, sondern eher eine generelle Unlust mit den allgemeinen Verhältnissen. Dem wird man aber durch rein territoriale Veränderungen nicht abhelfen können.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Mag sein, dass die Menschen in Armutsvierteln in Entwicklungsländern glücklicher sind, weil die Einkommensunterschiede nicht so groß sind (wobei ich diesen Befund in mehrfacher Hinsicht bezweifeln würde).


    Sie sind nicht glücklicher, das wäre ja auch komisch. Sie empfinden aber weniger Sozialneid oder Ungerechtigkeit im Vergleich zum Umfeld. Logisch, oder?


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Das hilft mir aber dann nicht weiter, wenn ich eine komplexe medizinische Behandlung benötige, die ich in wohlhabenden Sozialstaaten wie der Bundesrepublik auch als Arbeitslosengeld II-Empfänger erhalte, die aber in Indonesien beispielsweise längst nicht jedem zugänglich ist.


    Es "hilft" indirekt weil jeder in seiner Umwelt lebt und unerreichbare Ziele als Wunschtraum, nicht aber als realistische Möglichkeit wahrnimmt. Der Indonesier wird, um in deinem Beispiel zu bleiben, eine Behandlung, die er sowieso niemals erlangen könnte, nicht als ernsthafte Option betrachten und sich deswegen auch nicht pausenlos mit dem Erreichen eines unmöglichen Ziels beschäftigen.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Mich würde auch mal interessieren, wie du auf solche apokalyptischen Szenarien kommst. Die deutsche Geschichte hat gezeigt, dass selbst in Zeiten größter Not und dem praktischen Zusammenbruch von staatlichen Strukturen kein Chaos ausbricht, sondern sich die Leute ganz gesittet benehmen. Als Beispiele sei z.B. der 2. Weltkrieg genannt, als selbst bei Hunger und Zerstörung der meisten Städte keine plündernden Horden durch die Dörfer zogen, sondern sich die Leute ganz brav mit ihrer Essensmarke angestellt haben. Selbiges gilt in der Zeit zwischen '45 und '48. Ich sehe keine Anzeichen, dass sich diese Verhaltensweisen erheblich geändert haben sollten. Neustes Beispiel ist die Flut Mitte des Jahres gewesen: Anstatt in Chaos zu versinken, weil ganze Landstriche von der Außenwelt abgeschnitten waren, hat man, anstatt den nächsten Edeka auszuplündern, gemeinsam Sandsäcke gepackt und Abends bei Kerzenschein ein Bier getrunken. :D


    Ich habe mit Katastrophenprävention zu tun und kenne entsprechende Pläne und Vorbereitungen... Das wird öffentlich nicht großflächig diskutiert und das ist auch okay, man muss die Bevölkerung nicht jeck machen mit Dingen, die nicht gegenwärtig sind und vielleicht nicht passieren. Vorbereiten und denken muss sie aber jemand.
    Dabei wird - allein aus finanziellen und logistischen Gründen - immer eher noch an der unteren Grenze agiert weil man keine parallele Schattenwelt zur Versorgung eines Millionenvolkes schaffen kann.


    Der 2. Weltkrieg und die paar Tage Flut sind schlechte Beispiele: da kam es nicht zum Erliegen öffentlicher Strukturen. Es gab immer staatliche Strukturen, die für Ordnung gesorgt haben. Du kannst aber in jedem Szenarium, in dem die bürgerliche Ordnung zum Erliegen kommt, davon ausgehen, dass Anarchie eintritt.


    Ein Crash des weltweiten Finanzssystems wird zwar nicht die demokratischen Strukturen zerstören und deswegen wird das auch nicht in die totale staatliche Anrchie führen, aber denke nur mal nach welche Folgen der Ausfall von Wasser, Strom und Einkaufsmöglichkeiten hat. Wie lange könntest du weitermachen ohne Probleme? Mit Glück ein paar Stunden. Wie lange können Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten etc. weitermachen?


    Als junger, erwachsener Mensch ohne Verantwortung für Dritte nimmst du es ein paar Tage lang sportlich. Wenn du aber ein Kind hast, zum Beispiel, oder einen geliebten Menschen im Krankenhaus, wartest du dann auch einfach ab wann die Infrastruktur wieder funktioniert? Oder wirst du eher relativ schnell aktiv um die Versorgung sicherzustellen?


    Mal ganz abgesehen von moralisch weniger gefestigten Leuten, die ihre Chance sehen, interessante Läden auszuräumen...


    Wir haben bei Stromausfällen in New York oder der Überflutung von new Orleans gesehen, wie schnell Zivilisation kippt wenn es dicke kommt. Da bricht unsere, von vielen für unstürzbar gehaltene, zivile Ordnung schnell in sich zusammen.


    Niemand sagt, dass das so passiert oder kurz bevorsteht. Wahrscheinlich kommt es nie, oder nicht in dieser Schärfe. Aber so zu tun als sei alles locker-flockig, als sei unsere Zivilisation unangreifbar geworden, das ist ein gewaltiger Irrtum.

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Wenn man sich Staaten ähnlicher Größe wie Deutschland ansieht, dann finde ich die Schwarzmalerei gerade gegenüber Menschen problematisch, die in weitaus schwierigeren Umständen leben müssen als wir in Deutschland. Dieses Land mit den skandinavischen Staaten zu vergleichen, funktioniert nicht so ohne Weiteres. Und ich wäre mir auch nicht sicher, ob jeder hier über die Zustände dort immer so glücklich wäre.


    Ich halte auch wenig bis nichts von derartigen Statistiken, denn es sind individuelle Menschen, die ihre Lebensumstände - ein Mosaik diverser Einflüsse - annehmbar finden oder auch nicht. Die Zufriedenheit statistisch zu erfassen gibt vielleicht ein generelles Meinungs-/Stimmungsbild, sagt aber nichts über einzelne Menschen, einzelne Gruppen, und nichts über die objektiven Lebensbedingungen vor Ort.
    Erwiesen ist, dass große soziale Unterschiede in der peer group zu Unzufriedenheit führen, d. h. jemand, der als Armer inmitten eines riesengroßen Armenviertels lebt, empfindet sich weitgehend als "gleichwertig" und "nicht benachteiligt", was er ja tatsächlich nicht ist in seinem Umfeld.


    Die Ungerechtigkeiten im Vergleich mit Extremen aus anderen Teilen der Welt gewinnen in einer globalisierten Welt immer mehr an Bedeutung. Andererseits sind es aber auch Totschlagsargumente. In Deutschland verhungert dank der Grundsicherung zwar niemand, aber deswegen müssen/können sich Menschen in hiesigen prekären Verhältnissen noch lange nicht als Glückspilze sehen. Man steht immer im Verhältnis zu den Umgebungsbedingungen, der Hartz IV-Satz wäre in den ärmsten Gegenden der Welt ein Vermögen, was aber keinerlei Nutzen oder Glücksgefühl erzeugt weil es den Leuten dort nicht zur Verfügung steht und der deutsche Hartz IV-Bezieher auch nichts davon hat, dass seine Grundsicherung anderswo eine große Kaufkraft hätte. Hier hat sie es nicht - und das zählt.