Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Das wird die Union - verständlicherweise - mit Sicherheit nicht tun. Wer bei der Wahl deutlich stärkste Kraft geworden ist wird sich nicht vom Gutdünken der Opposition abhängig machen nur weil die anderen Parteien sich nicht koalitions- und regierungsfähig zeigen.


    Die CDU hat keine Wahl ob sie das will oder nicht, denn sie kann sich rein gar nichts dafür kaufen, stärkste Kraft zu sein. Ohne einen Partner geht es nicht...


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Will ich als Partei gestalten und/oder mitregieren - also Verantwortung übernehmen, oder schiele ich nur auf die nächsten Wahlen und verhalte mich so, dass es möglichst wenig weh tut?


    Du blendest hier aus, dass solche Überlegungen natürlich eine Rolle spielen - und das ist auch nicht verwerflich. Niemand muss um jeden Preis mitregieren, wenn er dabei seine Kernthemen aufgibt und befürchten muss, vom Koalitionspartner untergebuttert zu werden.



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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Entweder die Union geht in ein Bündnis mit den Grünen, dann muss die SPD befürchten als Partei der Mitte auf lange Sicht von den Grünen verdrängt zu werden. Die Grünen haben mit ihrem eher linken Programm eine deutliche Bruchlandung hingelegt - als logische Konsequenz müssen und werden sie sich wieder deutlich mehr der Mitte zuwenden.


    Die Grünen laufen ebenso Gefahr, von der CDU dominiert zu werden. Dieses um so mehr als sie ein relativ geringes Wahlergebnis eingefahren haben und noch weniger als die SPD auf ein breites Bevölkerungsmandat verweisen könnten.


    Die SPD hingegen könnte sich in der Opposition profilieren und dabei durchaus Punkte für 2017 sammeln. Dieses um so mehr als schwarz-grün sicherlich diverse Reibungspunkte aufweisen würd und die SPD diese Spannungen nutzen könnte.


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Dadurch müsste sich die SPD dann aber weiter nach links orientieren, blöd nur das da ja schon die Linke sitzt. Es droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit.


    Längerfristig ist eine Harmonisierung zwischen SPD und Linkspartei vonnöten. Sie kannibalisieren sich sonst gegenseitig. Zusammen kann man aber eine durchaus konkurrenzfähige linke Mehrheit stellen, insofern wäre gemeinsame Opposition und spätere Koalition ein Zukunftsziel für beide.


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Kommt weder eine GK noch eine SG Regierung zu Stande, dann wird es keine Minderheitsregierung noch eine RRG Regierung geben sondern tatsächlich Neuwahlen. Die Rechnung dafür wird der Wähler der SPD präsentieren (erste Einschätzungen gehen von 20% oder weniger für die SPD aus), zusätzlich besteht die Gefahr, dass die FDP und AfD im zweiten Anlauf dann doch noch die 5% Hürde überspringen.


    Ich glaube, dass, wenn es so käme (was ich jedoch nicht glaube), viele Überraschungen stattfänden. In diesem Szenario würde sehr viel davon abhängen wer der SPD-Spitzenkandidat ist und wohin Wechsel- und Protestwähler angesichts des jetzigen Ergebnisses kippen um die präferierte Politikrichtung zu erzwingen.
    Es könnte mit einer absoluten Mehrheit für die CDU enden, aber genauso könnte das linke Lager sich verstärkt gegen "zu viel Merkel" in Position bringen. Oder es verteilt sich am Ende zwar anders, aber wieder so unklar wie im Moment...


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    Original geschrieben von rasputin
    Na und? Dennoch gab es die implizite Ablehnung der Großen Koalition. Auch dise sollte JEDEM sonnenklar gewesen sein. Dass diese Aussage vielleicht morgen nicht mehr viel wert ist, steht auf einem anderen Blatt. Dann darf man aber auch durchaus die Wertigkeit der expliziten Ablehnung von RRG in Frage stellen.


    Nee, das spielt nicht auf derselben Ebene. Die Kooperation mit der Linkspartei wurde kathegorisch ausgeschlossen weil man gewisse Kernaussagen der Linken für untragbar hält. Die GroKo wurde nicht ausgeschlossen - weil man nicht mit der Aussage in den Wahlkampf gehen kann, dass man sowieso auf eine GroKo zielt weil es gar keine andere Chance einer Regierungsbeteiligung gibt.

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    Original geschrieben von Martin Reicher
    Billigticket mit Zugbindung widerspricht jetzt allerdings dem "schweineteuer". Wer den Normalpreis bezahlt, auf den der Stammkunde sogar 50% Rabatt bekommt (sowas gibt es in der Luftfahrt etwa überhaupt nicht), hat auch keine Zugbindung.


    Wo ist jetzt bei einem gebrochenen Bolzen höhere Gewalt?


    Ich finde Bahntickets generell teuer, gemessen an dem, was ich an Leistung bekomme, gemessen an meinem Gehalt und wie lange ich arbeiten muss um mir ein Ticket leisten zu können, auch im Vergleich zu den Preisen alternativer Verkehrsträger wie Luftfahrt, Bus- und Autoverkehr - und im Vergleich zum Ausland.
    Im Deutsche Bahn-Universum definiert man zwar Sparpreise als günstig und Normalpreise als normal, aber in Wirklichkeit ist es richtig teuer.
    Fairerweise erkenne ich an, dass es auch Schnäppchen gibt. Aber die muss man erstmal bekommen, und diese Wahrscheinlichkeit ist gering weil man selten genau zu den Zeiten etwas findet, wo man es braucht. Im Schnitt wird man immer ein gewisses Preisniveau erreichen und sich durch Sparpreise nicht regelmäßig günstig mobilisieren.


    Letztlich hat der Preis aber auch nichts mit dem Kernthema zu tun: wenn die Bahn eine Leistung verkauft und nicht erbringt, muss sie entschädigen. Das finde ich nicht verwerflich und das hat auch erstmal nichts damit zu tun, aus welchem Grund sie nicht liefert.


    Nicht vergessen darf man dabei, dass die Bahn zwar privatisiert wurde, jedoch eine infrastrukturelle Kernaufgabe wahrnimmt und das ist halt nicht ganz so unverbindlich wie wenn die Wildecker Herzbuben ein Konzert absagen.


    Das Bolzen-Beispiel sollte nur sagen, dass man manchmal den Kopf für Dinge hinhalten muss, die man nicht persönlich verschuldet hat und die man auch selber nicht verhindern konnte, aber wo man Dritten gegenüber trotzdem in der Pflicht ist.

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    Original geschrieben von Der Schakal
    Ist ja logisch, dass die dir mit einer BahnCard 100 in den Arsch kriechen... :rolleyes:


    Du warst schneller als ich :top:


    Was will man denn erwarten wenn jemand eine BC 100 zur Probe hat? Erwartet irgendwer, dass man diesem Kunden unfreundlich begegnet???

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    Original geschrieben von rasputin
    Eine Große Koaltion wurde seitens der SPD vielleicht nicht explizit ausgeschlossen - implizit aber durchaus (durch den offenkundig angestrebten "Machtwechsel").


    Das muss man aber unter Wahlkampfrhetorik verbuchen. Es war doch JEDEM sonnenklar, dass es für rot-grün niemals reichen würde. RRG wurde seitens der SPD explizit ausgeschlossen. Schon vor der Wahl konnte jeder gefahrlos seine Oma darauf verwetten, dass es nur 2 Wahlausgänge geben kann: entweder eine schwarz / schwarz-gelbe Mehrheit oder eine Pattsituation, wie wir sie jetzt haben - mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer GroKo führt.


    Verständlicherweise kann die SPD vor der Wahl aber so nicht reden. Natürlich müssen die vom Machtwechsel palavern und können nicht offen zugeben, dass sie sowieso nicht die Wahl gewinnen werden und Steinbrück niemals Kanzler würde.

    Im Parlament sind nur 4 Parteien gelandet, Afd-, FDP- und "Andere"-Wähler werden dort nicht repräsentiert. Nicht repräsentiert werden auch Nichtwähler und alle, die kein Wahlrecht haben, aber hier leben und den hiesigen Lebensbedingungen unterliegen.


    Jetzt kann man sich natürlich trefflich auf 3 Diskussionsebenen im Kreis drehen: die eine ist, welche Koalitionen die im Parlament Vertretenen theoretisch bilden können, die zweite, welche davon realistisch sind, die dritte, was der (vermutete) Wille der Gesamtbevölkerung in der aktuellen Gemengelage ist. Dabei ist Vieles Kaffeesatzleserei, denn egal wie man es betrachtet, es gibt verschiedene Lager und Möglichkeiten - und gegen jede Variante eine rechnerische Mehrheit.


    Deswegen bin ich inzwischen der Meinung, dass es nur 2 mögliche Handlungsoptionen gibt: entweder man rauft sich in Berlin zusammen und schafft aus der von der Bevölketrung gewählten Realität eine regierungsfähige Koalition. Dann müssen die Herren Politiker halt man aus der Komfortzone herauskommen und sich anstrengen. Von Arbeitslosen erwartet man auch, dass sie jede zumutbare Arbeit annehmen müssen, also soll das Politpack sich ebenso mit den Verhältnissen abfinden und etwas zustande bringen.


    Oder es gibt eine Minderheitsregierung, in der Merkel sich jeweils wechselnde Mehrheiten suchen muss. Fände ich sogar die beste Lösung, denn dann ist Schluss mit der bisher praktizierten Aussitzerei, dann muss sie jedes Mal Farbe bekennen und sich jeweils Mehrheiten im Parlament suchen.

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    Original geschrieben von Betamax
    Ich verstehe es trotzdem nicht. Wenn ich mich in mein Auto setze und wegen eines (nicht von mir verschuldeten) Unfalls oder eines Unwetters 3 Stunden auf der Autobahn festsitze, dann erstattet mir doch auch keiner meinen Sprit zurück. Wo kämen wir denn da hin?


    Wenn die Leistung erst gar nicht erbracht wird, okay, dann sollte natürlich auch der Fahrpreis erstattet werden. Aber bei Verkehrsmitteln jeder Art muss meiner Meinung nach generell mit einer Verspätung gerechnet werden.


    Aber wie du schon sagtest: die Bahn erstattet auch heute schon Tickets, wo sie nichts für die Verspätung konnte. Also bspw. Personenschäden oder so. Habe ich oft genug erlebt - so viel zum Thema Kundenfreundlichkeit ;-)


    Die Bahn verkauft aber eine Leistung, nämlich Beförderung von A nach B, und seit sie vor einigen Jahren die (mir immer sehr lästige) Zugbindung eingeführt haben, erwarte ich für das schweineteure Geld auch, dass sie die gebuchte Leistung erbringen. Die besteht darin, einen im gebuchten Zug zur vorgegebenen Zeit ans Ziel zu bringen.


    Wenn das nicht der Fall ist muss es dafür eine finanzielle Rückvergütung geben. Es ist völlig egal ob die Ursache der Nichtleistung eine eigenverschuldete Panne bei der Bahn oder externe Gründe waren.


    Wenn mein Auto in der Werkstatt von der Hebebühne fällt muss die Werkstatt bzw. ihre Versicherung auch für den Schaden geradestehen. Da argumentiert auch keiner, dass niemand das Brechen des Haltebolzens der Hebebühne erahnen konnte und deswegen sei es höhere Gewalt, für die der Werkstattbesitzer nicht geradestehen müsse.

    Ich halte es für eine ziemlich schwachsinnige Studie.


    Gerade die Windows Phone-Besitzer loben ihr Gerät in höchsten Tönen weil alles sehr klar und strukturiert sein soll. Benutzerfreundlich eben.


    Mir gefällt hingegen das Design gar nicht, aber das ist kein Kriterium der Benutzungsfreundlichkeit.


    Und gerade weil bei dem Thema objektive Bedienung und "Gefallen" extrem verschwimmen sind solche Studien das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.


    Mal ganz abgesehen davon, dass iOS 7 in der finalen Version erst seit ein paar Tagen verfügbar ist, sehr in die Tiefe kann die Studie deswegen auch nicht gegangen sein.

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    Original geschrieben von harlekyn
    Definiere "Flop". Anscheinend wurden etwa 2 Mio Geraete am ersten Wochende verkauft. Das hat nicht mal Samsungs S4 geschafft, geschweige denn andere Mitbewerber (z.B. Lumia 520, um mal ein anderes, gut laufendes Geraet heranzuziehen).


    Der Vergleich hinkt weil Samsungs S4 kein Alleinstellungsmerkmal hat. Die Leute können auch zu HTC etc. greifen um ein topaktuelles Android-Handy zu bekommen. Wer allerdings iOS bevorzugt, kann nur zum aktuellen iPhone greifen. Das alleine schönt die Verkaufszahlen zugunsten des iPhones und zu Ungunsten des S4.


    Wobei ich die Verkaufszahlen der ersten Tage sowieso für wenig aussagekräftig halte. Da stürzen sich alle, die es nicht abwarten können und die Stammkunden auf das neue Modell. Spannend wird es, wenn dieses Klientel bedient ist. Erst dann zeigt sich, welche Attraktivität ein Gerät für die breite Masse hat.

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    Original geschrieben von Anja Terchova
    Das waere echt unklug. Denn denke das diesmal dann die CDU Waehler doch der FDP ein paar Stimmen zustecken wuerde damit diese dann ueber die 5 Prozent Huerde kommt.


    Dann gaebe es wieder vier Jahre Schwarz-Gelb.


    Das wäre aber ein Grund, weshalb sich sowohl CDU wie auch FDP Neuwahlen wünschen müssten.


    Gerade die FDP installiert ja gerade Lindner als angeblichen Hoffnungsträger, und mit dem und den Mitleidsstimmen der CDU-Wählerschaft könnten sie die 5%-Hürde stemmen - weit davon entfernt waren sie ja nicht.


    Die CDU hätte dadurch den gewohnten Koalitionspartner wieder an ihrer Seite.


    Ich halte Neuwahlen allerdings für unwahrscheinlich, nach einiger Rangelei werden sich CDU und SPD auf eine Koalition einigen.


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    Original geschrieben von Anja Terchova
    Das die SPD sich so extrem verbessert, das es fuer Rot-Gruen ohne Linke reichen wuerde, ist in den naechsten zwei Jahren so gut wie unmoeglich.


    Nicht nur in den nächsten 2 Jahren. Solange im linken Lager die Linkspartei "wildert" fehlen der SPD immer deren 8-15%, das ist ja so die Größenordnung der Linkspartei in den meisten Wahlen.


    Langfristig müssen sich SPD und Linkspartei aufeinander zu bewegen. Die Linken können sich auf Dauer keine Extrempositionen leisten, die sie aus Sicht möglicher Partner koalitionsunfähig machen, während die SPD die Haltung aufgeben muss, auf Bundesebene nicht mit den Linken zu kooperieren weil man nach Lafontaine und der WASG-Aspaltung immer noch beleidigte Leberwurst spielt.


    Wenn Merkel abtritt und ein noch nicht erkennbarer Nachfolger nicht ihr Charisma bieten kann, ist das eigentlich die große Chance der SPD, sich nach Großen Koalitionen und schwarz-gelb endlich mal wieder als Regierungsalternative interessant zu machen. Zwingend ist aber, dass man bis dahin Konsens mit der Linkspartei erreicht.