Beiträge von Printus

    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Ich bete schon jetzt, dass diese Frau niemals ein Ministerium bekommt.


    Mich nervt sie auch, aber ich halte es für recht wahrscheinlich, dass es doch genau so kommen wird.

    Es passt halt auch nicht zur eigenen Wahrnehmung.


    Dass kurz nach dem Launch gute Verkaufszahlen stehen, ist ja klar, da stürzen sich gewisse Käuferschichten auf das neue Gerät. Das sagt jedoch nichts über den langfristigen Trend.


    Es wird nicht überall auf der Welt so kontrovers über den Fingerabdrucksensor diskutiert wie in Deutschland, aber dass das 5S nur ein Facelift und kein neues Highlight ist, dürfte auch anderswo so gesehen werden.


    Und angesichts eines zu teuren 5C nebst einem sowieso teuren 5S fragt man sich, wo die Geräte denn so reißenden Absatz finden sollen. Außerhalb der reichen westlichen Welt kann sich die Geräte doch kaum jemand leisten...


    Was nun die Zahlen von Cook und den Analysten angeht: ob die Geräte in Warenhäusern liegen oder beim Kunden sind, ist für Apple egal. Sobald Apple die Geräte verkauft hat, hat das Unternehmen das Geschäft gemacht. Insofern neige ich hier durchaus der Sichtweise zu, dass bereits viele Geräte verkauft wurden.
    Langfristig kommt aber der Boomerang, weil wenn viele der Geräte tatsächlich in Lagern herumgammeln, werden diese jetzt erstmal abverkauft und die Zahlen von Apple werden demnächst um so heftiger einbrechen. Dann hat Cook sich mit den tollen Zahlen, die er da nennt, nicht so wirklich einen Gefallen getan.

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich finde es erstaunlich, was für Auflösungserscheinungen es zur Zeit bei den Grünen gibt - und das bei einem Ergebnis, das vielleicht nicht besonders gut, aber auch nicht katastrophal ist.


    Zur Kultur der Grünen gehört, dass die Spitzenämter nicht mit Stars besetzt werden, die dann möglichst lange bleiben, sondern die haben auch in der Vergangenheit mit Rotationsverfahren oder zumindest der generellen Idee, Posten nur auf Zeit zu vergeben und "jeder darf mal", hantiert.


    Insofern liegt nahe, dass man nach einem Wahlergebnis, das in den eigenen Reihen als schlecht und als Folge einer ungünstigen thematischen Ausrichtung betrachtet wird, einen neuen Vorstand ins Amt bringen will. Da treten dann aber teilweise wieder dieselben Köpfe an wie bisher, also alles halb so schlimm und ein normales Auf und Ab.


    Eine latente Gefahr für die Grünen ist, dass sie zu spießig werden. Die Zeiten der langzotteligen Selbstgestrickte-Pullover-Träger sind lange vorbei, aber wenn Grüne im Wahlkampf über Steuern reden anstatt über Umweltthemen verfehlen sie das Kernthema der Partei.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Die SPD glaubt zwar das dies so ist, sie unterliegt da aber einer Selbsttäuschung. Sie sind selbst an ihren Niedergang schuld und niemand anders. Der beste Gegenbeweis ist, daß sie bei dieser Wahl auch nur etwas über 25 Prozent bekommen haben. Dann erkläre mir mal bitte, was bzw. wer jetzt an diesen schlechten Ergebnis schuld ist.? Es ist das zweitschlechteste Wahlergebnis auf Bundesebene für die SPD.


    Du interpretierst, dass das Ergebnis schlecht sei.


    Man muss aber sehen: der SPD-Kandidat ist zu Beginn des Wahlkampfs in einige Fettnäpfchen getreten und es gab dann schnell eine Kampagne gegen ihn. Nicht bewusst gesteuert, aber weite Teile der Medien schossen sich darauf ein, jede kleinste Bewegung von Steinbrück misszudeuten wenn es möglich war und ihn schlecht aussehen zu lassen. In der letzten Phase des Wahlkapfs, ab dem Kanzlerduell im TV, konnte der Mann aufholen weil man ihn ab da als ernsthaften Herausforderer präsentierte.


    Da Steinbrück obendrein nie ein Umfrage-Liebling war, eher genau das Gegenteil, ist das im Vergleich zu 2009 verbesserte Wahlergebnis durchaus als Erfolg zu sehen.


    Und ein Weiteres: Dass sich die FDP schon seit Jahren mit ihrem unverschämten Verhalten und Arroganz ins Abseits manövriert, kommt potentiell der CDU zugute, man hat ja auch gesehen, dass sehr viele ehemalige FDP-Wähler zur Union gewandert sind.


    Die SPD hingegen hat mit der Linkspartei einen "Störenfried" im Lager, der ihr Stimmen abnimmt. Gäbe es keine Linkspartei hätte die SPD auf einen Schlag deutlich mehr Potential. Die 25% der SPD sind somit nicht so schlecht, wie du es hinstellst weil es dir so in den Kram passt.


    Wo wir uns allerdings einig sind: die nach wie vor unklare Positionierung der SPD zu Schröders Agenda-Politik, damit meine ich das nicht klare Entgegentreten gegen die Hartz-Gesetze, schadet der SPD und das wird sich nicht ändern wenn man hier keine Kurskorrektur durchführt.



    IMHO läuft es jetzt auf eine GroKo hinaus. Das wird nicht ganz einfach auszuhandeln sein, aber am Ende wird es so kommen. Steinmeyer macht wieder den Außenminister, Nahles Familienministerin, Lauterbach Gesundheitsminister...

    Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Naja, die FDP ist ja nicht rausgeflogen, die haben es in Hessen doch noch auf 5,0% geschafft.


    Stimmt, aber es war knapp und hätte anders kommen können. Damit musste Bouffier rechnen und hat deswegen die AfD schon mal vorsorglich als potentiellen Koalitionspartner in Stellung gebracht.

    Zitat

    Original geschrieben von 31509
    ich denke die AfD bekam auftrieb durch Aussagen wie von Bouffier, die seien koalitionsfähig usw - das kam ganz kurz vor Schluss. Vorher waren sie zu schwach - diese These wird durch die schwächeren Ergebnisse der AfD aus der Briefwahl gestüutzt.


    Da hat jemand kurz vor der Wahl gemerkt, dass die FDP wohl rausfliegt und er dann ohne Koalitionspartner dasteht... Also musste er die AfD aufwerten um einen potentiellen FDP-Ersatz zu bekommen.

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich würde Neuwahlen aus SPD-Sicht nicht für klug halten, und ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem laufend Wahlen stattfinden müssen.


    Sich zum Hiwi der Union zu machen wäre für die SPD aber genauso unklug. Und es ist ja nun auch nicht so, dass hier dutzendfach neu gewählt würde.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Es gibt nach dem Wahlergebnis und allen Umfragen zu Koalitionspräferenzen einen relativ klaren Wählerauftrag.


    Welchen denn? CDU wurde speziell wegen Merkel gewählt, nicht weil das CDU-Programm so toll ist. FDP wurde abgewählt. Schwarz-gelb wollten die Bürger nicht mehr.


    Grün wollten sie auch nicht wirklich, SPD wollte man teilweise, allerdings nicht mit Steinbrück.


    Die Linke wurde drittstärkste Kraft.


    AfD wollten fast 5%, man ist nur knapp an der 5%-Hürde gescheitert und das Ergebnis ist nicht sooooo weit entfernt von der Zahl derer, die Grüne und Linke gewählt haben. IMHO ein nicht zu ignorierendes Wählerpotential.


    Ich sehe nicht so klar wie du, dass es hier eine klare Wählermeinung gibt.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Nichts anderes sage ich: Neuwahl oder RRG, wenn das linke Lager clever ist. Die, die jetzt (noch) RRG gewählt haben, machen das auch wieder, Minimum.


    RRG ist nicht drin. Das wurde bis vorgestern so vehement dementiert, dass man es unmöglich morgen doch machen kann. Es würde ein nie dagewesener Sturm der Entrüstung über das Land fegen.


    Man darf auch nicht vergessen, dass das überraschend gute CDU-Ergebnis für eine großes bürgerliches Lager steht. Diese Wähler würden sich nur ungern von rot-grün regieren lassen (sonst hätten sie ihr Kreuzchen ja dort machen können, aber Grüne unter 10% und SPD gute 25%, das ist selbst zusammen weniger als die CDU alleine hat), aber sogar RRG? No way.


    Dass das linke Lager rechnerisch eine Regierungsbildung probieren könnte, stimmt. Das ist aber politisch nicht durchsetzbar weil die betreffenden Parteien nicht zusammenfinden und so ein Bündnis angesichts der bisherigen Wahlaussagen und eines starken bürgerlichen Lagers auch im Volk absolut gar nicht akzeptiert würde.


    Entweder angeschlagene Grüne machen es mit der CDU, weil sie sich angesichts des nicht ganz so tollen Wahlergebnisses mit der Rolle eines Juniorpartners abfinden können und eine Chance sehen, ihre politischen Inhalte in eine Regierung einzubringen.


    Oder die SPD geht in die GroKo weil sie meint, das aus Verantwortung tun zu müssen. Sie muss dann darauf achten, nicht wie beim letzten Mal untergebuttert zu werden. Und sie assimilieren sich umso mehr mit der CDU anstatt eine klare linke Opposition zu bilden, die bei der nächsten Wahl eine viel bessere Startposition bietet, man kann dann nämlich mit klaren Gegenkonzepten zur bisherigen Regierung auftrumpfen.


    Oder Neuwahlen weil Merkel keinen Koalitionspartner hat wenn Grüne und SPD sich nicht als Steigbügelhalter der CDU prostituieren wollen.