Beiträge von Printus

    Die aktuelle Gemengelage scheint mir zu sein:


    Es gibt zum einen einen bürgerlichen Schwerpunkt, das sind Beamte mit sicherem Job, das sind Rentner, die sich in den 1960-1990 Jahren etwas aufgebaut haben und jetzt von auskömmlichen Alterbezügen im abbezahlten Häuschen leben und nebenbei komfortabel etwas auf der hohen Kante liegen haben, es sind Gutverdiener - also Menschen in abgesicherten Verhältnissen, die sich von Merkel Kontinuität, wenig Veränderung und Bestand der Verhältnisse erhoffen. Dieses Klientel gruppierte sich rund um die CDU/CSU.
    Manche von ihnen fürchten Verwerfungen am Finanzmarkt, Gefahr für die Spareinlagen und votierten für die AfD.


    Es gibt weiterhin ein linkes Lager, das SPD, Grüne und die Linkspartei repräsentieren. Die Bandbreite reicht hier aber vom Alt-68er, alternativen Besserverdienenden-Akademiker (Grünen-Klientel) über kleine Angestellte und Arbeiter (klassische SPD-Wählerschaft) bis hin zu sozialkritischen Oppositionellen (Linkspartei-Wähler).
    Ein Problem ist, diese verschiedenen Strömungen zu bündeln, bildungsschwache Schichten überhaupt an die Wahlurne zu bekommen und handfeste politische Konzepte zu entwickeln anstatt umwelt- und sozialromantischen Utopien zu träumen, die für eine potente Industrienation nicht wirklich flächendeckend funktionieren.


    Je nach Sichtweise kann man nun die nicht im Parlament Vertretenen in seine Betrachtung einbeziehen oder nicht. Darf oder soll man bildungsferne Nichtwähler als potentiell dem linken Lager zuneigend bewerten weil man unterstellt, dass sie diese Politik präferieren müssten?
    Darf oder muss man die fast 5% Euro-kritischen AfD-Wähler als Meinungsäußerung ernst nehmen oder spielen die keine Rolle weil die Partei keinen Parlamentszugang bekommen hat?


    Manchen scheint dann die GroKo als Lösung weil man da die beiden größten politischen Parteien vereint...


    Ich bin gespannt wie es weitergeht.

    Zitat

    Original geschrieben von john-vogel
    Das Problem ist ja, das einige KERNTHEMEN der Linken von SPD/Grünen nicht geteilt werden (Friedenseinsätze, NATO, Bankenregulierung, Verstaatlichung von Unternehmen, etc.). Bei so einer knappen Mehrheit von rot-rot-grün wäre das eine instabile, unberechenbare Regierung, weil ein paar wenige Nein-Stimmen der Linke schon das Aus eines langwierigen Gesetzgebungsprozesses bedeuten könnte.


    Ich sehe das auch eher langfristig. Jetzt aktuell ist RRG unmöglich weil das so kathegorisch ausgeschlossen wurde, dass man es unmöglich doch machen kann. Aber auf längere Sicht werden sich beide so bewegen müssen, dass eine realistische Schnittmenge entsteht.

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Dies gilt für die Verhältnisse im Bund gegenwärtig nicht. Die Linke wird sich hier bewegen müssen, will sie eine realistisches Angebot für eine Partnerschaft an die SPD machen.


    Zu Lafontaine: Mir ging es eigentlich um sein Davonrennen und die anschließend von ihm inszenierte und dirigierte Abspaltung von der SPD.


    Beide müssen sich bewegen. Die SPD kann auch nicht jahrelang wegen Lafontaine beleidigt spielen oder hoffen, dass man nur oft genug die SED-Stasi-Vergangenheit thematisieren muss damit die Wähler die Linke entsorgen. Diese Strategie hat sich ja inzwischen sowieso ausgemendelt, aber über Jahre hinweg wurde es versucht obwohl es nie gezogen hat.
    Jetzt arbeitet man sich an den zu radikalen Programmpunkten der Linken ab und steht sich damit weiterhin selbst im Weg.


    Ich bin oft verwundert, dass es Jahre dauert, bis überfällige Entwicklungen zueinander hin stattfinden. Jedem ist doch klar, dass es irgendwann zu einem SPD-Linken-Bündnis kommen muss und wird, aber bis dahin werden Jahre vertändelt, in denen man seine politischen Inhalte nicht ansatzweise umsetzen kann weil man sich blockiert anstatt gemeinsam vorwärts zu kommen.


    Das Bild, das Lafontaine davongerannt wäre, wird immer wieder gerne bedient. Tatsächlich ist er gegangen als klar wurde, dass Schröders Politik insbesondere im Finanzsektor teilweise gegen die SPD-Wahlversprechen und zu wirtschaftsliberal ausgerichtet wurde. Dieses nicht mitzutragen und abzutreten war respektabel und keine Fahnenflucht, auch wenn die SPD das gerne so darstellt.

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    Original geschrieben von stanglwirt
    zur AfD:
    Ich sehe die AfD 2013 wie die Piraten 2009. Damals "hörte" man nur, dass die Piraten ja ganz anders wären. Ein kleiner Modetrend unter "Insidern" ist daraus geworden. Seitdem sich die Piraten-Kinder in den Medien gezeigt haben und die Leute mehr über sie erfahren haben, gehts steil bergab.
    Die Parteien-Hopper sind dann weiter zur AfD gehoppt, weil die kräftig ins derzeit beliebte Anti-Europa-Blashorn blasen. Genauso "Grattler" wie die Piraten aber immerhin in Anzügen. Mal sehen, wohin die Parteien-Hopper dann bei der nächsten Wahl springen :D


    Ganz so parallel sehe ich das nicht. Die Piraten haben es hernach dadurch verkackt, dass sie ihre Standpunkte nicht weiterentwickelt und sich auch in weitere Bereiche als das Kernthema eingearbeitet haben. Wahrgenommen wurde vor allem, dass endlose internen Personaldebatten stattfanden. Eine Partei wird aber nicht dafür gewählt, dass sie sich mit sich selber beschäftigt, vor allem dann nicht, wenn es lächerlicher Hickhack ist.


    Eine andere Partei, sei es AfD oder wer auch immer, muss nicht zwangsläufig den Weg der Piraten wiederholen, wenn sie nicht denselben Fehler macht. Wenn die ihr Portfolio erweitern und nicht nur als Ein-Themen-Partei zurückbleiben kann es durchaus anders laufen als im Piraten-Beispiel.


    Ganz wichtig ist auch immer, wie sich das Grundthema dieser Parteien entwickelt. Der NSA-Skandal kam für die Piraten zu spät, die konnten das nicht zu ihrem großen Thema machen weil die Partei sich zu dem Zeitpunkt, als das hochkam, bereits zerlegt hatte.
    AfD oder andere könnten aber durchaus hochgespült werden wenn die einen besseren Zeitpunkt erwischen. Die AfD ist gerade obenauf, sollte in den nächsten paar Wochen bzgl. der ganzen Euro-Misere Emntscheidendes passieren, kann diese Gruppierung ihre Popularität stark vergrößern.



    Jede Partei muss in einer Koalition Kompromisse eingehen und auch der Linkspartei muss klar sein, dass ihre Radikalforderungen darin nicht durchsetzbar sind. Wenn sie aber dennoch auf RRG drängt muss da die Bereitschaft sein, realistische Aspekte des eigenen Parteiprogramms zu verwirklichen und dafür die extremen Forderungen hintenan zu stellen.


    Die Linken sind auf Landesebene durchaus regierungsfähig. Sie wären es auch im Bund, man müsste sich nur von beiden Seiten aufeinander zubewegen.


    Ich sehe dazu auch keine Alternative für die SPD. Das "linke Lager" spaltet sich, vereinfacht gesagt, auf 2 Parteien und es ist utopisch zu glauben, sie könnte langfristig alleine oder nur zusammen mit den Grünen eine regierungsfähige Mehrheit bilden. Die SPD wird erst dann wieder ans Regieren denken können, wenn sie bereit ist eine Koalition mit den Linken einzugehen. Und auch die Linken werden nur dann jemals eine Regierungsbeteiligung schaffen wenn sie sich darauf beschränekn, realistische Aspekte umzusetzen und alles andere außen vor zu lassen.

    Das S4 kostet bei Amazon 499 EUR. Wenn man zusätzliche 50 EUR in eine 64 GB-Speicherkarte investiert hat man für 550 EUR ein S4, welches mit einem 900 EUR iPhone konkuriert.


    Richtig ist sicher, dass die Entscheidung für diese Geräte nicht allein über den Preis geht, sondern man entscheidet sich auch für ein Ökosystem, eine Gerätegröße und vor allem ein Lebensanschauung, wenn man das mal so nennen will.


    Das Preisargument gewinnt aber dann an Bedeutung wenn jemand nicht ganz sicher ist, was er kaufen soll, oder wenn man mit dem erstmal favorisierten Gerät unzufrieden ist. Dann wird der sehr deutliche Preisunterschied zu einem wichtigen verstärkenden Faktor: der Wechsel ins Samsung-Lager wird dann durch eine Preisersparnis von 350 EUR versüßt, selbst wenn man noch 100 EUR für die Wiederbeschaffung der gewünschten Apps kalkulieren muss, dann reden wir immer noch über 250 EUR Preisunterschied.


    Umgekehrt wird sich der Umsteiger Richtung iPhone sagen, dass der Mehrpreis durch die immer gelobte Stabilität des iOS gerechtfertigt wäre, durch die wertigere Geräteanmutung und das Apple-Image.


    Nun hat Apple aber seit 3 Generationen nur noch Modellpflege betrieben und ein wirklicher Wow-Effekt blieb im Gegensatz zu den davor liegenden Geräteneuvorstellungen aus. Es ist deswegen inzwischen wahrscheinlicher, dass bisherige iPhone-Fahrer ins Android-Lager wechseln als umgekehrt. Wer beim OS nicht ideologisch geprägt ist und bereit, sich auf etwas Neues einzulassen, wird durch die nicht wirklich neuen iPhones der letzten 3 Generationen und den aber immer horrenderen Preisunterschied womöglich über den Tellerrand schauen und Apple den Rücken kehren. Den Trend beobachte ich zunehmend in meinem Umfeld.

    Re: Kanzlerwahl


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    Original geschrieben von LordExcalibur
    In den Medien wurde gestern und heute groß verkündet, dass Merkel Kanzlerin bleibt. Da die Kanzlerwahl noch aussteht und, zumindest theoretisch ja auch die Möglichkeit bestände das SPD, Linke und Grüne alle Steinbrück wählen ist diese Aussage meiner Meinung nach so nicht 100%ig richtig (auch wenn es wohl nicht dazu kommen dürfte).


    Frage an euch: Wäre das von mir beschriebene Szenario theoretisch denkbar?


    Theoretisch ja, denn die Linken hatten zuletzt erklärt, dass auch einer Tolerierung vorstellbar sei, wenn man sie schon nicht offiziell mit ins rot/grüne Koalitions-Boot nehmen möchte.


    Der Haken ist, dass die SPD keine Koalition und keine Tolerierung durch/mit den Linken wünscht. Man würde sich also einer Kanzlerwahl mit Linken-Stimmen verweigern.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ehrlich gesagt: Von einem Über-60-Jährigen möchte ich keinen Mittelfinger sehen, eigentlich möchte ich so eine hässliche Geste überhaupt nicht im öffentlichen Raum sehen. Deshalb hat er nicht die Wahl verloren, aber es ist nicht untypisch für seinen Wahlkampf.


    Andrè Kostolany hat im Bezug auf die Börse mal gesagt: "Wer viel Geld hat, kann spekulieren. Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren. Wer kein Geld hat, muss spekulieren."


    In diesem Zusammenhang sehe ich den Stinkefinger. Das war ein Stilmittel um sich abzusetzen, wenn man so will ein spekulieren auf Wähler, die bei einer solchen Geste einen Machertypen sehen, der sich etwas traut, der seine "klare Kante" visualisiert und den man deswegen womöglich wählt. ZU verlieren hatte Steinbrück nichts. Er konnte nur gewinnen wenn er sich in einer Weise zeigt, die sonst kein Politiker wagt.
    Der Kandidat wollte Aufmerksamkeit erregen - und das ist ihm gelungen.


    Ansonsten wird der Stinkefinger überbewertet. Er ist anderswo nichts Besonderes, in diesem Fall wurde er von einem Politiker gezeigt, da kennt man es nicht und deswegen regen sich viele auf. Kann man, muss man aber nicht.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Der AfD hatte ich mehr zugetraut. Ich weiß nicht, ob die Euphorie dort wirklich angebracht ist. Was will diese Partei künftig zu ihrem programmatischen Schwerpunkt machen? Die Eurorettung als verbindendes Element wird nicht immer ausreichen zur Wählermobilisierung.


    Die politischen Entwicklungen der nächsten Zeit werden es zeigen. In den meisten Ländern gibt es europakritische Stimmen, mit der AfD auch bei uns, wobei sich die Partei ja speziell auf den Euro eingeschossen hat. Das ist erstmal nichts Schlimmes.
    Wenn es weiter hinplätschert in Europa nimmt die AfD vielleicht den Weg der Piraten, sie tauchen auf uns versinken wieder. Sollte aber die nächste Finanzmarktkrise kommen, das nächste alternativlose milliardenschwere Rettungspaket etc., dann ist das Wasser auf die Mühlen der AfD. Dann brauchen die gar keinen anderen Schwerpunkt mehr. Schon jetzt haben sie ja fast die 5% geschafft...


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Verstört haben mich die Jubelgesänge über das Ausscheiden der FDP. Irgendwie finde ich so etwas unsportlich. Beim Tennis ist es üblich, nur bei Leistungen eines Spielers zu klatschen, nicht aber, wenn ein Spieler den Ball ins Aus spielt oder ins Netz. Irgendwie finde ich so ein Verhalten fairer als das Bejubeln schlechter Ergebnisse anderer Parteien - insbesondere dann, wenn das eigene Ergebnis auch kein Anlass zum Jubeln ist. Abgesehen davon und auch wenn viele über die FDP als wirtschaftsliberale Partei schimpfen: Ich finde es schon nicht richtig, dass so eine Partei im Bundestag jetzt fehlt, und zwar sowohl im Hinblick auf Rechts- als auch im Hinblick auf Wirtschaftspolitik.


    Das, was die FDP zuletzt geliefert hat, war reinste Klientelpolitik für Bessergestellte. Und selbst die war nahezu inhaltsleer. Mit Liberalität im ursprünglichen Sinne einer freiheitlich-demokratischen Partei hatte das absolut nichts mehr zu tun. Dafür gab es jetzt die Quittung - und das zu Recht. Wir sind halt nicht beim Tennis, im real life zählt die Leistung - und jetzt wiederfährt den Dörings, Brüderles, Röslers usw. das, was Millionen von Menschen auch erleben: sie werden wegrationalisiert weil die Leistung nicht mehr stimmt. Wenn das zu einem heilsamen Prozess wird und man sich wirklich liberaler Werte besinnt - gut.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Interessant finde ich, was die CDU jetzt machen wird. Und zwar in doppelter Hinsicht: Der Übergang von Merkel zu einem Nachfolger muss irgendwann vorbereitet werden, und zugleich will Frau Merkel die ganze Legislaturperiode ausfüllen. Zum anderen muss sich die Union über die strukturelle langfristige Regierungsbildungsfähigkeit Sorgen machen, angesichts des Verlusts des kleinen Partners.


    Die CDU hat gerade die Wahl gewonnen und das zu einem hohen Anteil wegen Merkel. Wann sie abtritt ist im Augenblick sicher kein Thema. Ich glaube auch nicht, dass sie daran denkt, die hat eher die Einstellung der Queen und macht immer weiter, solange sie kann.


    Was die Regierungsbildung angeht wird es in der Tat schwer für die CDU. Dazu hatte ich mich ja schon eingelassen. Weder die Grünen noch die SPD haben Lust auf eine Koalition und die CDU bei einer so komfortablen Mehrheit, knapp vor einer absoluten, auch nicht. Solange sich da keine Lösung findet nützt der CDU der Wahlsieg nichts.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Was Frau Merkel angeht: Diese Frau ist gewählt worden, weil die Leute dumm sind. Frau Merkel ist m.E. vor allem deshalb gewählt worden, weil die Menschen ihre unaufgeregte und unmachohafte Arbeitsweise schätzen. Ich glaube, ein Problem der SPD war auch die Dämonisierung der Kanzlerin, die überhaupt nicht passte zu dem, wie man sie vier Jahre erlebt hat. Selbst ich hätte mir vorstellen können, Frau Merkel zu wählen, habe es dann aber wegen ihrer Partei bzw. wegen einiger ihrer Parteifreunde nicht übers Herz gebracht. ;)


    So ist es. Die guten Umfragewerte der Person Merkel begründen sich in ihren Bescheidenheit, ihrer Zurückhaltung, dass es für manche Leute im Land läuft und Veränderungen unerwünscht sind. Die Umfragen sagen ja deutlich, dass das Wahlergebnis sehr viel mit Sympathie für Frau Merkel zu tun hat und nicht unbedingt mit Zustimmung zum CDU-Programm.

    Was das Abschneiden der Parteien angeht:


    CDU: hat gewonnen weil Merkel ein Zugpferd ist. Es geht vielen Menschen in Schland und dem Land selber bei Weitem nicht so gut und es ist hier nicht so dufte, wie sie behauptet. Aber das Potential derer, die doch noch "etwas zu verlieren haben" und die fragilen Exporterfolge als wirtschaftliche Stärke missinterpretierten, deswegen auf Merkel setzten denn die Mutti vermittelte, dass alles beim Alten bleibt, reichte für ein gutes Wahlergebnis.
    Außerdem werden viele FDP-Wähler wieder "heim ins Reich" gefunden haben.


    SPD: Man kehrt weder personell noch inhaltlich Schröders Agenda-Politik den Rücken, das kostet nach wie vor Stimmen. Steinbrück vereinte zudem grundsätzliche Unsympathien mancher Wähler, anfängliche Patzer/Fettnäpfchen und auch eine lange Zeit nicht faire Presse auf sich. Ein Malus war sicher auch die Koalitionsaussage zugunsten der Grünen, die den Veggie-Day-Kalauer und noch ein paar weitere unerwünschte Kuriositäten eingebracht hätten.
    Leichte Stimmengewinne weil der Kandidat zuletzt, seit dem Fernsehduell, doch noch Wähler gewinnen konnte. Viele Wähler merkten, er ist doch nicht ganz so trampelig wie anfangs in den Medien kolportiert, er hat Ecken und Kanten, bietet aber gerade deswegen eine Alternative zur aalglatten Merkel.


    Linkspartei: hat Protestpotential, Alleinstellungsmerkmale wie das Verbot von Rüstungsexporten und Ablehnung von Bundeswehreinsätzen in zweifelhaften Missionen. Wäre ein gutes Sprachrohr für die große Anzahl an wirtschaftlich nicht üppig aufgestellten Wählern und für soziale Themen. Leider ist aber genau dieses Wählerklientel schwer an die Urne zu bringen... Dass die Linken drittstärkste Kraft wurden spiegelt trotzdem wieder, dass es sehr vielen Menschen keineswegs so gut geht, wie Merkel und Co. vorbeten.


    Grüne: haben inzwischen das Image einer akademischen Ökopartei, die man sich leisten können muss. Viele können das nicht. Dazu Schwachsinn wie der Veggie-Day und zuletzt ein Skandal um Kindesmissbrauch zur Unzeit kurz vor der Wahl. So spricht man nur noch überzeugte Stammwähler an, aber keine von Themen überzeugte Wechselwähler.


    FDP: endlich raus! Liberal heißt, bei einem Abhör-Datenskandal vehement für Freiheit und Recht einzutreten, auch die Bürgerrechte des kleinen Mannes zu verteidigen - und nicht nur Hotelier-Lobbyverein, Partei der Besserverdienenden, Gurkentruppe und ansonsten völlig themenlos zu sein. Wer dann noch um Leihstimmen bettelt nur um an den Trögen zu bleiben, ohne jedwedes Programm - der muss zu Recht in die APO geschickt werden. Längst überfällig!


    AfD: alle Achtung, nur knapp an der 5%-Hürde gescheitert. Hier zeigt sich ebenso wie bei der Linkspartei Protestpotential von Wählern, die das "Alternativlos"-Gerede der etablierten Parteien nicht mehr hören wollen und durchschaut haben, dass am Finanzmarkt irgendwann der dicke Knall kommt wenn es weitergeht wie bisher. Die Partei zündet wie eine Rakete - oder geht ein wie die Piraten, abhängig davon, was demnächst so passiert, ob es an den Finanzmärkten weiter zu Lasten der deutschen Steuerzahler geht, oder was sich sonst so ereignet.
    Medien und andere Parteien machen hier wieder denselben Fehler wie bei der Linkspartei: man redet diese Partei herunter (rechtslastig etc.) anstatt zu erkennen, dass dahinter aber ein unzufriedenes Wählerklientel steht, welches man wahrnehmen muss und nicht beleidigen sollte. Sowas rächt sich immer.

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    Original geschrieben von saintsimon
    Die Wähler haben sich offenbar für die ohnehin absehbare Große Koalition entschieden. Das Mandat ist klar


    Das denke ich aber gar nicht.


    Wenn die SPD in eine GroKo geht biedert sie sich bei einer starken und nur knapp nicht mit absoluter Mehrheit regierenden CDU an. Das würde bei SPD-Wählern gar nicht gut ankommen. Die fühlten sich schon durch Schröders Agenda-Politik verraten und sind massenweise abgewandert, wovon sich die Partei immer noch nicht erholt weil man diesem Sündenfall auch immer noch nicht deutlich abschwört.


    Es ist für die SPD wesentlich besser einfach abzuwarten, wen sich die CDU stattdessen als Koalitionspartner suchen will. Da es nicht die Linken sein werden bleibt als einzige Option eine Koalition mit den Grünen. Ob man mit denen handelseinig wird?


    Wäre ich SPD-Stratege würde ich dringend anraten auf gar keinen Fall mit der CDU zu koalieren. Die Luft für die CDU ist dann nämlich ganz dünn, die MÜSSEN sich dann auf Teufel komm raus mit den Grünen zusammenraufen. Wenn es klappt muss schwarz-grün alle unbequemen Kröten, die kommen werden (die nächsten Euro-Milliarden-Rettungsschirme etc.) schlucken und das kann bei der nächsten Wahl nur zu schlechten Ergebnissen führen. Außerdem müssen sich dabei angeschlagene Grüne, eine vor Kraft strotzende, aber querschießende CSU und die CDU einigen.


    Dieser Unruhe kann die SPD genüßlich zusehen, dabei die starke Opposition geben, sich mit beliebten Köpfen wie Hannelore Kraft neu formieren und damit ganz viele Punkte für die nächste Wahl sammeln. Bis dahin muss man sich allerdings auch mit den Linken ins Benehmen setzen, denn die SPD kann es sich auf Dauer nicht mehr leisten, die Linken zu ignorieren. Zusammen entstünde jedoch ein schlagkräftiger Mitte-Links-Block. Nebenbei schüfe man sich eine Alternative zu den Grünen als Koalitionspartner, falls die Grünen einen mal wieder mit Ideen wie dem Veggie-Day herabzuziehen drohen.


    Es kann auch sein, dass CDU und Grüne keine gemeinsame Basis finden. Dann nutzt es Merkel nix, dass die CDU ein gutes Ergebnis eingefahren hat, sie hat dann ein echtes Problem. Auch hierbei kann die SPD nur gewinnen.


    Wenn sich die SPD auf eine GroKo einließe - nur um dabei zu sein und mitzuregieren - ist ihr wirklich nicht mehr zu helfen. Das würden SPD-Wähler nach dem Agenda 2010-Debakel als erneuten Verrat sehen und abstrafen. Auch deswegen, weil die SPD den ganzen Mist, der demnächst kommt, mittragen würde.


    Merkel ihrerseits wird genau deswegen sehr an einer GroKo interessiert sein anstatt sich - mit obendrein waidwunden - Grünen herumzuschlagen.

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    Original geschrieben von fkweb
    Mir gefällt iOS 7 ehrlich gesagt überhaupt nicht. Nach der Enttäuschung über die "neuen" Telefone kommt jetzt noch diese Enttäuschung hinzu. Schade, ich werde mich wohl von Apple verabschieden.


    Geht mir auch so. Ich hatte auf das 5S bzw. 6 gehofft, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht mehr und es gibt nichts Neues, was mich anspricht. Dafür Nachteile wie Plastik beim 5C und der Fingerabdruck-Sensor beim 5S. Beides No-go items, enttäuschend in mehrfacher Hinsicht.


    Ich bleibe zuerst noch beim 4S weil die Konkurrenz auch nichts bietet, was mich anspricht. Das Samsung Galaxy S4 missfällt durch reihenweise Displaybrüche und seine nicht hosentaschentaugliche Größe, das S4 mini wäre zwar nett, aber Gerät plus Apps und Zubehör sowie der Wechsel des Ökosystems schlagen mit 500-600 EUR zu Buche und am Ende hat man einen Plastikbomber, der dasselbe leistet wie das iPhone 4S. Keine Verbesserung, aber hunderte EUR weg und nur noch Plastik in der Hand.


    So spare ich Geld obwohl der Reiz, ein neues Spielzeug zu bekommen, so nicht befriedigt wird. Gerade nach der Warterei auf die neuen Apples, die sich für mich jetzt als Reinfall entpuppen, eine lästige Situation.