Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von saintsimon
    Nicht schön, aber welche Folgen hatte das für Sie? Maulkorb, Berufsverbot, Sippenhaft, Arbeitslager, in Polizeihaft verprügelt?


    Es verändert das Denken und Verhalten Vieler, die von diesem und mehreren ähnlich gelagerten Vorfällen erfahren. Die Botschaft ist: wenn du öffentlich etwas äußerst, was den Machteliten nicht gefällt, gilst du als diffus Verdächtiger...


    Wenn du die Diskussionen hier und in anderen Foren liest stellst du fest, dass sich inzwischen immer mehr Leute Gedanken darum machen, ob ihnen kritische Äußerungen irgendwann um die Ohren gehauen werden könnten. Wer kann garantieren, dass das in einigen Jahren nicht der Fall ist?
    Und diese Unsicherheit verhindert öffentliche kritische Auseinandersetzung!


    Vor 4 Monaten hat ein Bekannter seine Arbeitgeber-Bewertung auf der Plattform Kununu schnellstens gelöscht weil der Arbeitgeber auf die sachliche, aber wenig positive Beurteilung mit Drohungen im ganzen Unternehmen reagierte. Ein Anwalt wurde eingeschaltet und es war von einer Einstweiligen Verfügung die Rede.


    Mein Bekannter wähnte sich zuerst auf der sicheren Seite, schließlich lebt ein solches Portal elementar von der Anonymität der Bewerter und die Macher der Seite werden wohl schon öfter Konflikte mit drangsalierenden AG's, die schlecht wegkamen, erfolgreich überstanden haben. Nach etwas googlen wurde ihm dann aber klar, dass er keineswegs sicher sein kann, dass seine Anonymität gewahrt bleibt. Der Arbeitgeber hat durchaus Chancen, die Herausgabe der IP oder der Daten des Schreibers zu erzwingen.
    Bei einer sachlichen Beurteilung darf diese zwar als Meinungsäußerung bestehen bleiben. Aber man zeige mir den abhängig Beschäftigten, der das durchzieht und nicht aus Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren, klein beigibt. Schließlich sind die meisten Leute keine Juristen, können das Risiko nicht kalkulieren und haben auch weder Lust, noch Zeit, noch Geld, ein Prozessrisiko einzugehen.


    So hat der Bekannte seine Beurteilung schleunigst gelöscht und alle in der Firma haben dadurch gelernt, dass sie auf dünnem Eis wandeln wenn sie öffentlich ihre Meinung über diesen schlechten Arbeitgeber äußern. Sowas wirkt nachhaltig, und das funktioniert auch an vielen anderen Stellen, wo der "kleine Mann" aus Angst inzwischen lieber die Klappe hält als sich angreifbar zu machen.

    Ein perfektes Beispiel dafür, wie unfähige Bahn-Strategen die Kunden vergraulen: anstatt die Kunden trotz der Einschränkungen durch Hochwasserschäden und Personalengpässe mit besonderen Rabatten und Aktionen zu locken, erhöht man auch noch die Preise und macht sich damit zusätzlich unbeliebt.


    Und wir lesen sofort den ersten Kunden, bei dem die Rechnung perfekt aufgegangen ist, der die provozierte Konsequenz zieht und auf Alternativen umsteigt.


    Prima, Deutsche Bahn, ihr habt es mal wieder richtig gemacht! :gpaul: :gpaul: :gpaul: :gpaul:

    Überwachungh des Volkes durch Geheimdienste, staatliche Unterdrückung von Andersdenkenden, staatliche Gewaltausübung gegen die Opposition, Drangsalierung der Medien und Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Dazu Anti-Terror-Gesetze, die missbraucht werden um kritische Journalisten und ihr Umfeld unter Druck zu setzen.


    Das alles nimmt neofaschistische Züge an. Anti-Terror-Gesetze als neue Form von Ermächtigungsgesetzen, Geheimdienste als Vorstufe der Gestapo.


    Schöne neue Weltordnung.

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Eben, gerade die Piraten haben nach den beachtlichen Erfolgen auf Landesebene gezeigt, dass sie eben nicht "anders" als andere Parteien sind und - genau wie die Linke auch - es im Wesentlich nur geschafft haben sich durch parteiinterne Querelen und Diskussionen um Posten und Ämter ins Gespräch zu bringen als wirklich ernsthafte Politik zu betreiben. Das man so keine Wähler mobilisiert und der Glaube an die Regierungsfähigkeit solcher Parteien dann eben auch beim Wahlvolk (und nicht nur bei den "alteingesessenen" Parteien) fehlt ist nicht weiter verwunderlich.


    Du unterstellst damit, dass die Piraten je regierungsfähig waren. Die waren aber auch zu den Zeiten, als sie hoch gehandelt wurden, schon/nur eine Ein-Themen-Partei. Sie waren und sind damit eigentlich immer schon unwählbar gewesen, wenn man logisch argumentiert, weil sie zu wesentlichen Themen überhaupt keine Meinung haben und auch kein Menungsbildungsprozess im Gange war und ist.


    Immerhin wären die Piraten jetzt, wo sie einen kleinen Erfahrungsschatz an realer politischer Regierungsverantwortung erlebt haben, regierungsfähiger als vorher ohne diesen Erfahrungsschatz.


    Tatsächlich beschreibt deine Aussage also nicht die reale Fähigkeit einer Partei, politische Verantwortung zu tragen, sondern es verklausuliert nur, dass Gruppierungen je nach Stimmungslage in der Bevölkerung in oder out sind - und die Piraten sind gerade eher letzteres. Hätten sie die NS-A-Affaire besser und lautstark zum Thema gemacht und ihr Thema "Bürgerrechte" mehr in die Öffentlichkeit getragen, wären sie jetzt DIE Partei, von der sich alle das Heil erhofften - obwohl sich an den realen Fähigkeiten nichts verändert hat.


    Hier stellt sich die Frage: wer bestimmt denn anhand welcher Kriterien, ob eine Partei regierungsfähig ist? Das wird doch allenthalben nur hingeplappert und keiner kennt die Definition.


    Gerade etablierte Parteien stellen Alternativen wie die Piraten und die Linkspartei gerne in eine Ecke weil sie sich sonst ernsthaft mit Parteien auseinander setzen müssten, die bei bestimmten Themen gute und bürgernahe Positionen vertreten. Aber um die Konkurrenz erst gar nicht groß werden zu lassen werden sie einfach als unfähig diskreditiert. Leider geht diese Rechnung bei vielen Bürgern auf, denn die plappern das unreflektiert nach anstatt sich zu fragen, ob kleine Parteien vielleicht Recht haben und zugleich von den Großen nur verdrängt werden sollen.


    Auch die Großen verlieren womöglich ein paar % Wähler an kleine Alternativen, und dann fehlen ihnen am Ende genau diese wenigen % um die Mehrheit zu haben. Insofern ist das für mich hohles Geschwätz und Absicht, aber keine ernstzunehmende Ansage mit Fundament, wenn Parteien als "nicht regierungsfähig" bezeichnet werden - insbesondere dann, wenn es nicht um wirklich unbedarfte Spaßparteien, sondern ernsthafte Parteien wie die Linken und die Piraten geht.

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    Original geschrieben von 7650w
    Dennoch müssen wir uns aber bei den Lohnstückkosten mit den Chinesen messen. Thema Globalisierung.


    Was wir müssen ist, im Hinblick auf Technologie, Forschung und Entwicklung besser zu sein als die Chinesen. Der Wettbewerb kann nicht darüber ausgefochten werden, wer am billigsten irgendeinen Schrott produziert.


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    Original geschrieben von 7650w
    Da bin ich grundsätzlich bei Dir.
    Allerdings vereinfachst Du das Ganze ala Linke ("Genug gelabert...")


    Weil es so einfach ist. Das Lohngefüge in diesem Land passt nicht mehr, die Schere zwischen arm und reich geht zu weit auseinander. Das bezieht sich sowohl auf Arbeitseinkommen als auch - noch viel mehr - Vermögensgewinne.


    Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Konzernboss um den Faktor 3000 mehr verdient als das Durchschnitts(!)einkommen der anderen Mitarbeiter. So viel Leistung und Verantwortung kann er nicht erbracht haben im Vergleich zu anderen Mitarbeitern in dem Unternehmen, die ebenso Verantwortung tragen, täglich ihren Arbeitstag dort verbringen und genauso für den Unternehmenserfolg arbeiten.


    Zugleich gehen immer mehr Menschen Vollzeit arbeiten, schuften dabei in aller Regel sogar in unangenehmen, schweren Jobs, und verdienen nicht mal das Existenzminimum. Das geht einfach nicht weil es das ganze Gefüge durcheinanderbringt. Der Lohn für die Arbeit steht hier nicht mehr im Zusammenhang mit der Leistung, die jemand erbringt.


    Wenn man das nicht als grundsätzliches Problem erkennt, versteht man eine Gefahr nicht, die unsere Gesellschaft zerreißen wird, wenn es so weitergeht.


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    Original geschrieben von 7650w
    Es gibt aber eben Branchen und Tätigkeiten, die nicht genug Ertrag abwerfen bei einfachen Tätigkeiten. Um diese Jobs geht es und diese Jobs würden dann abwandern in andere Länder.
    Beim Dienstleistungssektor sind eher wir Kunden das Problem, da wir nicht bereit sind mehr zu zahlen.


    Wir leben in im Kapitalismus und in einer Marktwirtschaft. Damit gilt, dass diejenigen, die nicht konkurrenzfähig sind, vom Markt verschwinden. Das mag an der einen oder anderen Stelle Jobs kosten, aber das Prinzip muss gewahrt bleiben um den Markt nicht zu verzerren. Das passiert im Augenblick nämlich nur immer ausgerechnet dort, wo es zugunsten gewisser Profiteure geht.
    Ein Aufstocker braucht seinen Job nicht, der bekommt das gleiche Geld auch als Grundsicherung ohne dafür einen überflüssigen Job zu machen. Wieso soll der Job erhalten werden und warum soll die Gesellschaft ein Unternehmen alimentieren, dass offenbar nicht marktfähig ist? Deswegen ist das immer Schwachsinn, mit den wegfallenden Jobs zu argumentieren.


    Und du wirst sehen: die Leute zahlen problemlos mehr für den Friseur. Oder sie lassen es und laufen zukünftig als Zottel durch die Welt - was aber vermutlich nicht passieren wird. Wer selber genug verdient hat auch genügend Geld in der Tasche um den Friseur angemessen zu bezahlen, auch legal mit Steuern und nicht schwarz.


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    Original geschrieben von 7650w
    Es ist leider so, dass die paar Manager mit ihren überhöhten unanständigen Gehältern nicht ins Gewicht fallen, die Masse sehr wohl.
    Bei den Steuereinsammlern ist es ja ähnlich. Oder warum glaubst Du, wollen die so weit in die Mittelschicht abgreifen?
    Viele x wenig ist halt mehr als sehr wenige x viel.


    Finanziell betrachtet ist das so, aber es geht auch um Gerechtigkeit und ein nachvollziehbares Gefüge. Wenn Leute in immer stärkerem Umfang nur noch prekäre Arbeitsverhältnisse bekommen - und das Wachstum des Niedriglohnsektors wurde schon oft beschrieben und ist der Grund für die ach so tollen Beschäftigungszahlen - dann steckt keine Substanz hinter den Erfolgsmeldungen. Die Leute sind demotiviert, identifizieren sich nicht mit dem Arbeitgeber, es ist ihnen egal wenn etwas schief geht, denn sie haben wenig zu verlieren.
    So kann eine Gesellschaft nicht bestehen. Die Leute müssen für die Demokratie und den Staat eintreten, dahinterstehen. Alles andere ist gefährlich. Da braucht nur ein neuer starker Mann auftauchen, predigt Wohlstand für alle, und schwups, haben wir den nächsten Radikalen am Start, der ins Verderben führt.


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    Original geschrieben von 7650w
    Nur zur Definition: Wo beginnt bei Dir das obere Ende mit zu viel Bezahlung in Relation zur Leistung?
    Wie definierst Du Existenzminimum?


    Ich kann (und will) das nicht in konkrete Zahlen pressen. Aber die Menschen müssen sich mehr leisten können als täglich Nudeln mit Tomatensoße, womit sie rein physisch überleben. Wer arbeitet muss sich davon auch belohnen können, so dass Arbeit und Anstrengung dem Wohle des Unternehmens, dem Gemeinwohl (Steuereinnahmen) und auch dem eigenen Wohl dienen. Der eine mag in Urlaub fahren, der andere ein Gartenhaus kaufen, der nächste macht nen Segelschein... Jeder wie er mag.


    Das Prinzip ist, dass man "leben" kann und nicht nur "existiert". Dann sind Menschen zufrieden und empfinden unsere Demokratie als lebens- und schützenswert. Das empfinden inzwischen aber leider immer weniger Leute so und es ist verständlich, denn es wird immer schwieriger, zufrieden zu sein. Wie du ja richtig schriebst, es ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, der nutznießt, die große Masse zahlt die Zeche.

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    Original geschrieben von 7650w
    Insbesondere Lebensmittel sind gestiegen aber immer noch viel billiger als in anderen Ländern.
    Problematisch ist Energie und Nebenkosten bei der Miete.


    1. Die Relation zu anderen Ländern ist völlig irrelevant, denn der Verbraucher muss hier mit seinem Lohn leben. Wem nützt es denn zu wissen, dass ein Hartz 4-Bezieher ein Vielfaches eines nordkoreanischen Bauern verdient??? Niemandem, den weder der H4-Bezieher noch der nordkoreanische Bauer müssen in der Lebenswelt des anderen bestehen.


    2. Gerade die Nebenkosten der Miete sind sehr hohe Kosten. Wir reden nicht von Kleinbeträgen, sondern das sind immer ziemlich heftige Summen, das haut viel mehr rein als wenn die Milch 5 Cent teurer wird. Deswegen liegt hier auch das eigentliche Problem. Die Kosten - insbesondere auch die großen Posten wie die Nebenkosten - steigen, die Löhne nicht.


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    Original geschrieben von 7650w
    Dann müsstest Du mehr als 10€ Mindestlohn festlegen.


    Genau, genau das muss man!


    Es ist doch eh Augenwischerei und Selbstbetrug - wessen Gehalt zu niedrig ist, der muss aufstocken, also zahlt der Staat die Differenz für Unternehmen, die ihrerseits keine ausreichenden Löhne bezahlen. Und wer ist der Staat? WIR! Wir alle zahlen für Unternehmen, die Gewinne auf dem Rücken der Mitarbeiter realisieren. Das kann es nicht sein...


    Wenn wir uns in der Marktwirtschaft bewegen heißt das, dass ein Unternehmen wirtschaftlich sein muss - oder es hat keine Daseinsberechtigung. Da "Angebot und Nachfrage" bei Arbeitsplätzen aber nicht funktionieren muss der Staat nachhelfen, indem er einen flächendeckenden Mindestlohn gesetzlich regelt. Ein Unternehmen, welches den nicht zahlen kann, muss eben verschwinden.


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    Original geschrieben von 7650w
    Die ganze Diskussion ist natürlich auch schwierig, weil man hier über Menschen diskutiert, die nicht viel haben und gerade so über die Runden kommen.
    Keiner gönnt den Leuten im Osten oder Westen nicht den Mindestlohn.
    Leider kann man das auch nicht sachlich diskutieren, da Betroffene das natürlich anders sehen und das ist auch die Klientel der Linken.


    Nee, das Ganze ist eine Prinzipiendiskussion! Wer nicht arbeitet braucht eine Überlebenshilfe, wer arbeitet muss entsprechend mehr bekommen, und dieses "Mehr" sollte je nach Verantwortung, Ausbildung, Effektivität, Leistung etc. gestaffe lt werden.


    Wenn aber Leute, die eine Leistung bringen, nicht mehr bekommen als die mit der Grundsicherung, ist am System etwas falsch. Dann bekommen nicht die einen zuviel (denn es ist ja nur eine Grundsicherung), sondern die anderen zu wenig.


    Und diese Struktur hat man durch Ausweitung der Leiharbeit und Druck auf Arbeitnehmer, gerade gering Qualifizierte, zerstört. Am oberen Ende der Gehaltsskala werden Summen bezahlt, die in keinem nachvollziehbaren Verhältnis mehr zur Arbeitsleistung eines Menschen stehen, am unteren Ende wird viel zu wenig bezahlt.


    Das ist ein generelles Problem, es ist nur sekundär eine Frage, ob man 8,50 EUR oder 10 EUR zum leben braucht.


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    Original geschrieben von 7650w
    Btw: Was sagt eigentlich der Schlosser mit Lehre im Osten dazu, wenn sein Nachbar mit Brett vorm Kopf nun die annährend gleiche Entlohnung bekommt?


    Der sagt, wenn er es verstanden hat, dass er viel zu wenig bekommt weil der Abstand zu Leuten mit Grundsicherung nicht passt, denn wer eine qualifizierte Arbeit leistet muss mehr in der Tasche haben als das deutsche Existenzminimum.

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    Original geschrieben von bernbayer
    DasProblem wurde doch im wesentlichen durch die "Agenda 2010"-Reformen geschaffen. Da hat man doch mit Einführung von 1 Euro Jobs, Leiharbeit, Ausweitung von Minijobs usw., diesen Niedriglohn-Sektor gerade zu geschaffen. Schlecht bezahlte Jobs gab es zwar auch schon vorher, aber ein Massenproblem war das vor den Agenda-Reformen jedenfalls nicht. Deshalb gab es auch keine Forderung nach Mindestllöhnen. Diejenigen Politiker die dieses Problem im wesentlichen herbeigeführt haben, schreien jetzt am lautesten nach Mindestlöhnen. Kommt mir so vor als wenn Brandstifter nach der Feuerwehr rufen. Ein Mindestlohn löst deshalb diese Probleme nicht an der Wurzel. An die Ursachen muß man rangehen, wenn man das einigermaßen in den Griff bekommen will.


    Es war seinerzeit in der Tat die SPD, die die Agenda 2010 beschlossen hat, aber die CDU hatte damals ein noch viel weitergehendes Konzept für den Sozialabbau am Start, nur wurde das nicht realisiert weil die CDU in der Opposition war. Ich würde also an deiner Stelle den Ball flach halten.

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    Original geschrieben von Timba69
    Gutes und sicheres Gehalt? Schau dir mal Feuerwehrleute mit A7 oder A8 an, was die z.B. verdienen im Bundesdurchschnitt...


    Nun, Vergleiche hinken immer. Aber was verdient man denn in der freien Wirtschaft in Berufen mit etwa gleichen Anforderungen? Sicherlich kann man in diesen Gehaltsgruppen keine riesigen Sprünge machen, aber wer sich als Zeitarbeitssklave verdingen muss oder bei sonstigen privaten Arbeitgebern schuftet, verdient sein Geld in aller Regel nicht einfacher und schneller - und der muss diese Gehaltssummern überhaupt erstmal bekommen.


    Und Geld ist nur ein Aspekt: die Arbeitsplatzsicherheit und damit die Perspektive, der - in der heutigen Zeit - Luxus, sich keine Sorgen über die berufliche und finanzielle Zukunft machen zu müssen... das ist in der heutigen deutschen Arbeitswelt einzigartig.


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    Original geschrieben von Timba69
    Tunusmäßige Beförderungen? Lange passe.....


    Meinetwegen. Dann eben nicht turnusmäßig, aber auf vielen Dienstposten eben doch immer wieder. Und eine Gehaltserhöhung kommt auch regelmäßig. Immer zu wenig, aber man muss es wieder im Vergleich zu anderen Bürgern sehen: wer bekommt denn, wenn er in einer kleinen Klitsche arbeitet, regelmäßig mehr Geld? In Branchen ohne Tarifbindung niemand.


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    Original geschrieben von Timba69
    Fester Arbeitsplatz: Ja, als Bundesbeamter kann es dir passieren, dass du plötzlich 500KM entfernt Dienst machen darfst.


    OK. Wie oft kommt es vor, dass jemand gegen seinen Willen so versetzt wird? Was ist mit Landes- und städtischen Beamten? Verheiratet, Kinder, Eigenheim? Schon rutscht derjenige in der Sozialauswahl nach hinten... Praktisch ist das Risiko, dass dieser Fall eintritt, kaum messbar.
    Derartige Versetzungen gab/gibt es in einigen Fällen durch die Verlagerung der Bundeshauptstadt von Bonn nach Berlin, aber ohne diesen Sonderfall ist das eine absolut seltene Sache.


    Und auch hier wieder der Vergleich mit der Privatwirtschaft: wie oft kommt es vor, dass ein Unternehmen dem Mitarbeiter "anbietet", demnächst anderswo arbeiten zu "dürfen"? Das ist sehr viel wahrscheinlicher und manchmal an der Tagesordnung, dagegen tritt es bei Beamten höchst selten ein.


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    Original geschrieben von Timba69
    Und ja, die richtig guten Leute gehen nicht (mehr) in den öffentlichen Dienst, da sie dort zu wenig verdienen.


    Wer sind "die guten Leute"? Das mag auf manche Akademiker zutreffen, ist aber für Angestellte und Arbeiter nicht richtig. Für die sind die Verhältnisse, in denen Beamte leben, eine Welt, von der sie nur träumen können.


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    Original geschrieben von Timba69
    Als Beispiel dient der vielgescholtene Vergleich von Steinbrück, das Kanzler (nicht alle Politiker, um das mal klarzustellen!) zu wenig verdienen: Da hat er Recht. Kein richtig guter Mensch, der was auf dem Kasten hat, wird freiwillig für 200.000 Euro arbeiten, wenn er das 3x bis 10x fache mit weniger Arbeit und gleicher Verantwortung verdient.


    So kann aber nur denken, wer die Alternative hat. Viele Menschen haben die nicht; wer in prekären Arbeitsverhältnissen schuftet erlebt die Umstände eines Beamtenverhältnisses als luxuriös.

    Da lobe ich mir Freeflow-Kerne ohne Beruhigung! :-)


    Aber im Ernst: ich würde es genau so machen wie hier beschrieben wurde: Wasser abpumpen, die Kerne dann vorsichtig zusammenlegen und am Zielort wieder füllen. Keine große Sache.


    Ich würde die Kerne erst bewegen wenn das Wasser so weit wie möglich abgepumpt wurde, denn dann können die Vliese nicht mehr so einfach verrutschen, es ist ja kein Wasser mehr da, in dem sie schwimmen. Wenn man die Kerne dann geschickt anfasst und nicht so blöd kippt, dass innendrin alles verrutscht, sollte es kein Problem geben.


    Unangenehmer dürfte die (De)montage des Unterbaus werden, das macht ne Menge Arbeit.

    Beamte sind in der heutigen Zeit in Deutschland die allerletzten, die sich zu beklagen haben. Gutes und sicheres Gehalt, fester Arbeitsplatz, turnusmäßige Beförderungen mit entsprechenden finanziellen Verbesserungen.


    Welcher gleichwertige Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft erlebt noch solche paradiesischen Zustände?


    Wenn irgendein Beamter jammert ist das absolut lächerlich und jammern auf höchstem Niveau.