Beiträge von Printus

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Ich hatte hier vor ein paar Seiten gefragt, ob jemand eine Spontandemo/Flashmob morgen vor dem Reichstag veranstalten will. Dazu hat sich bisher keiner der "Aktivisten" hier geäußert.


    Weil das keine ernstgemeinte Frage sondern nur eine plumpe Provokation war.


    Was soll denn eine Spontandemo vor dem Reichstag bringen? Mal ganz abgesehen davon, dass sowas in der Bannmeile schlichtweg verboten ist, ändert es nichts an der amerikanischen Schnüffelei.


    Wichtiger als solche Sinnlosaktionen ist eine gesellschaftliche Diskussion über das Thema, diese muss angestoßen werden, damit zum einen die medial sedierten Bürger wach werden und andererseits unsere Politik kapiert wie die Meinung im Volk ist. Gerade angesichts des anstehenden Wahlkampfs kein schlechter Moment um mit Politikern ins Gespräch zu kommen.


    Wer welchen Weg geht um sein politisches Anliegen zu vertreten ist doch jedem selber überlassen und du kannst nicht erwarten, dass jemand auf deine Provokation ernsthaft einsteigt.


    Ansonsten bitte ich um fairen Austausch miteinander und keine persönlichen Beleidigungen.

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wie man (etwa in der Bundesrepublik) viel geschickter mit solchen "Plaudertaschen" umgeht, beweist der Fall Mollath. :p


    ... dessen Fehler es war, nicht nach Moskau rüberzumachen bevor er auspackt. :gpaul:


    Um den Snowden ins amerikanische Pendant zur Forensischen Psychiatrie zu schicken - bei denen ist es Guantanamo - muss man seiner erstmal habhaft werden...

    Shelter,
    was du übersiehst ist, dass Snowden im Gegensatz zum gemeinen Spion nicht einfach Regierungs- oder Industrie-Interna an Konkurrenten weitergereicht hat, sondern er hat die ungeheuerliche, moralisch verwerfliche und gesetzeswidrige Ausspähung der Kommunikation der Weltbevölkerung publik gemacht.


    Sein Dienst dient der Demokratie und der Reglementierung totalitären Staats-Fehlverhaltens. Da muss man differenzieren und kann es nicht über einen Kamm scheren.

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Was macht dieses Land eigentlich, wenn alle anderen Staaten endlich erfolgreich vergrätzt sind?


    Vorbild Nordkorea. Kim macht vor, wie man's macht. Hinsichtlich der Bürgerüberwachung, dem gefühlten Krieg gegen den Rest der Welt und der Menschenrechte nehmen sich die beiden nicht mehr viel. Es fehlt nur noch der Führerkult.

    @ pithein
    Die Nutzung von Strom gefährdet aber nicht deine persönliche Freiheit, sie beeinflusst nicht deine Privatsphäre. Strom ist nicht geeignet, dich und dein Verhalten zu überwachen. Du nutzt Strom und das war es.


    Wenn du aber Bewegungsprofile von jedweder elektronischer Kommunikation anlegst geht es um Kontrolle und Macht. Das Missbrauchspotential ist riesengroß und angesichts der versteckten Datenerhebung, noch dazu aus dem Ausland, besteht keine rechtsstaatliche Kontrolle über diese Maßnahmen.


    Bad Aibling oder irgendwelche Satelliten, Handy- und Navigationsdaten, Mautbrücken über der Autobahn... Den meisten Leuten war klar, dass man sie überwachen kann. Sie nahmen aber auch an, dass das nicht stattfindet solange sie rechtschaffen leben und keine zwielichtigen oder illegalen Sachen treiben. Man verließ sich - eine durchaus berechtigte Denkweise bisher - auf eine deutsche Gesetzeslage, die die Privatsphäre sehr weitgehend schützt. Bevor jemand überwacht wird muss ein hinreichender Tatverdacht und ein richterlicher Beschluss vorliegen. Ist das der Fall, ist ein Abhören ja durchaus nachvollziehbar und okay. Nur zeigt sich jetzt, dass es so nicht ist, auch der unbescholtene Bürger wird permanent überwacht. Ohne richterlichen Beschluss, ohne Verdacht auf Beteiligung an einer Straftat, außerhalb der bestehenden deutschen Gesetzeslage, von angeblichen Freunden...


    http://guedesweiler.wordpress.…der-spion-der-uns-liebte/

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Wie erklärst du dir, dass es selbst bei solch einem Ausmaß an Eingriff in die Privatsphäre keinen kollektiven Aufschrei gibt?


    Weil die große Masse nicht verstanden hat, welche Gefahr in derartigen Datensammlungen liegt. Die Leute denken, dass sie in ihrem Leben nichts Illegales oder moralisch Verwerfliches vorweisen und deswegen nichts zu befürchten haben, selbst wenn sie jemand durchleuchtet. Die meisten kapieren nicht, welches Machtpotential und auch welche Missbrauchsmöglichkeiten aus solchen Daten entstehen können.


    Obendrein spüren die Leute nichts von der Überwachung - es ist ja nicht wie in der DDR oder bei den Nazis, wo Leute a) wussten, dass Abweichungen vom gewünschten Ideal sie in den Fokus der staatlichen Überwachung rückten und b) die Bespitzelung (zumindest teilweise) wahrnahmen, denn der Staat machte nicht mal einen Hehl daraus.
    In unserer "freien" Gesellschaft wird aber vorgegaukelt, dass Pluralismus und Vielfalt erwünscht sind und Nonkonformität kein Problem darstellt, solange sie im legalen Rahmen stattfindet.


    Ein prinzipielles, gesundes Misstrauen und Schutz der eigenen Privatsphäre ist vielen Leuten nicht mehr präsent weil sie in einem freien, demokratischen Land nicht erwarten und nicht spüren, dass es auch hier Big Brothers gibt, die permanent überwachen und dass darin eine Gefahr liegt.


    Und ein Weiteres: die Medien sind inzwischen nicht mehr die 4. Macht im Staat. Kritischer Journalismus findet nur noch da statt, wo es der Quote dient, wo man einen Skandal lancieren kann. Aber es geht längst nicht mehr darum, ehrlich - und kritisch - vom Weltgeschehen zu berichten.
    Wenn die gleichgeschaltete Berichterstattung sich mehrheitlich mit der wahnsinnig wichtigen Frage beschäftigt, ob Snowden noch in Moskau weilt oder nicht, oder dass "die schöne Spionin ihm via Twitter einen Heiratsantrag gemacht habe" anstatt eine Diskussion über das eigentlich wichtige Thema, was diese flächendeckende Überwachung bedeutet, zu behandeln, erfährt ja auch niemand, wie der Rest des Volks wirklich denkt.

    Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Nichts desto trotz ist jemand der geheimnisse eines Staates verrät ein Verräter.


    Das ist eine zu simple Sichtweise. Wenn jeder, der etwas verrät, ein Verräter ist (im Sinne der negativen Konnotation) könnte niemand mehr Missstände offenbaren oder eine Zeugenaussage machen ohne als moralisch Fehlgeleiteter dazustehen.


    Man muss schon differenzieren ob es ein zu verachtender Verrat ist oder das gewünschte und richtige Offenbaren von Dingen, die schieflaufen.


    Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Sorry aber ich gehöre nicht zu denen die mit rosa Brille durch die Gegend spazieren und mir war schon vorher klar das eine solche Bespitzelung stattfindet.


    Man findet im Augenblick allerorten Checker, denen das alles schon immer klar war.


    99,999999% aller Leute wissen aber nicht mal in Ansätzen, wie das Internet funktioniert. Wie und woher wissen die nun aber, dass da Bespitzelung stattfindet, wenn ihnen nicht mal klar ist, wie diese praktisch funktionieren könnte?


    Eher ist es doch so, dass gerade die flächendeckende Unwissenheit in Verbindung mit Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner usw. zu der dumpfen Vermutung führt, dass es für die Behörden ein Leichtes sein müsse, die Rechner der Bürger auszuspionieren. Zugleich geht man aber davon aus "nichts zu verbergen zu haben" und deswegen selber nicht überwacht zu werden bzw. wenn doch, recht schnell uninteressant zu werden und ab dann nicht mehr ausspioniert zu werden.


    Nun wird klar: Nee, es wird prinzipiell alles mitgeschnitten, verdachtsunabhängig. Obendrein von ausländischen Geheimdiensten, die noch weniger kontrollierbar sind als die eigenen, und die auch von unserer Justiz nicht wirklich erreichbar sind. Unsere eigenen Dienste wussten entweder von Prism und haben nichts gesagt - oder sie waren ahnungslos, was beides gleich schlimm ist. Man fragt sich, wozu wir tausende Leute in der Spionageabwehr beschäftigen wenn sie absolut inneffektiv sind, wenn sie im einen wie im anderen Fall nicht unsere Interessen vertreten...

    Zugleich lässt sich aus den Daten ein Profil erstellen. Interessierte Dienste müssen nicht den Film und die Musik speichern um aus diesen Daten aber Erkenntnisse über dich zu erlangen. Wenn man weiß, womit du dich beschäftigst, kann man kinderleicht Rückschlüsse über dein Leben ziehen.


    Snowden hat seine Kenntnisse genutzt um die Weltöffentlichkeit aufzuklären. Was ist, wenn ein anderer NSA-Insider Daten an interessierte Kreise weiterreicht? Persönliche Daten an Firmen, die Werbung positionieren wollen, industrielle Daten an Konkurrenzunternehmen, wissenschaftliche Erkenntnisse an eigene Institute... Gegenüber der Dimension, die hier möglich ist, ist der Spion früherer Zeiten, der nur an seinem Einsatzort sensible Daten abgreifen konnte, ein lächerlicher Schuljunge...


    Wer garantiert den Schutz der persönlichen Daten, der Privatsphäre unbescholtener Bürger? Wer überwacht die NSA? Wie können wir die Einhaltung unserer Gesetze sicherstellen wenn der Spion vom Ausland aus agiert?

    Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    die Polizei, die draussen auf streife geht, fährt rum, sieht sich alle Fahrer an und fischt dann den raus, der ihnen merkwürdig vorkommt. ist das nun groß was anderes?


    Es ist etwas komplett anderes. Die Polizei spricht nur diejenigen an, die in irgendeiner Weise "auffällig" sind. Im Falle der NSA-Überwachung wird aber JEDER als "potentiell verdächtig" angesehen und überprüft. Man müsste ein Aussteiger-Leben als Waldschrat ohne zeitgemäße Kommunikation führen um dem zu entgehen.


    Und ein weiterer Aspekt: die Polizei muss sich an unsere Gesetze halten und selbst die Geheimdienste unterliegen ihnen, auch wenn es bei Letzteren schwerer zu kontrollieren ist. Das Ganze spielt prinzipiell aber in einem definierten Rahmen.
    Wenn nun ausländische Dienste die komplette zivilisierte Weltbevölkerung überwachen offenbart es zum einen ein erschreckendes Menschenbild, welches einen insbesondere bei einem freiheitsliebenden Demokratie befremdet. Es stellt sich aber auch die Frage nach der Legitimation, denn es verstößt gegen unsere Gesetze und es kann nicht sein, dass hier Spionage stattfindet, die unsere eigenen Behörden nicht durchführen dürfen während sich hier Dritte ungehemmt austoben.


    Aus diesem Grund erwarte ich auch, dass unsere Regierung sich klar positioniert und für die Zukunft sicherstellt, dass unsere Gesetze beachtet und die Bürger geschützt werden. Mir ist allerdings auch klar, dass genau dieses nicht passieren wird.