Beiträge von Printus

    Naja, Gerüchte und Vermutungen... Tatsächlich ist nichts davon bewiesen und wenn Päpste immer zurückgetreten wären wenn irgendwas schief lief könnte man im Vatikan alle 2 Minuten ein neues Oberhaupt wählen.


    Dass sich in einer so riesigen weltweiten Organisation wie der katholischen Kirche auch viele negative Aspekte vereinen ist nahezu systemimmanent und "normal". Es wäre eher verwunderlich wenn da immer alles okay wäre.


    Insofern halte ich es eher für eine von vielen Vermutungen und Gerüchten, die zwangsläufig entstehen wenn etwas Ungewöhnliches passiert, wie in diesem Fall ein seit langem nicht gekannter Rücktritt eines Papstes.

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    Original geschrieben von stanglwirt
    ich denke nicht, dass man einen airport mit einer privaten lagerhalle vergleichen kann. machbar ist sicherlich alles. man muss hald immer den kosten/nutzenfaktor betrachten. wenn man einen security-bereich nochmal so groß wie die lagerhalle benötigt, steht das imho in keinem verhältnis.


    Doch, steht es - jedenfalls wenn sich hier nennenswerte Wartezeiten ergeben. Es wäre vielleicht noch akzeptabel wenn es in die Arbeitszeit der Mitarbeiter fiele anstatt in ihre Freizeit, und das ist gesetzlich vermutlich auch so vorgesehen.
    Andere Unternehmen kriegen dieses Thema offenbar problemlos ist den Griff, ich habe noch nie gehört, dass dieser Aspekt anderswo ein Thema wäre.


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    Original geschrieben von stanglwirt
    das ist doch das alte lied in deutschland. solange man fürs nichtstun genausoviel bekommt, geht hier doch keiner bei amazon päckchen packen. diskussionen darüber ob die sozialleistungen nun zu hoch sind, oder die löhne zu niedrig, gab es schon zu hauf.


    Dann liegt der Fehler IMMER bei einem Stellenanbieter, der eine gewünschte Arbeitsleistung mit ihren Rahmenbedingungen nicht angemessen bezahlen will. Attraktive Stellen bleiben sicher nicht lange unbesetzt.


    3 Monate lang zu ungünstigen Schichtdienst-Zeiten für ein Zeitarbeiter-Salär draußen im Outback (komplizierte, lange Anfahrt mit dem ÖPNV) herumkommandiert werden und schwere Arbeit leisten um dann wieder auf der Straße zu stehen - das ist nicht geeignet, Menschen vom Hocker zu reißen. Und ich gebe denen sogar Recht. Es wird zwar moralisch verurteilt, aber kaum jemand von uns würde sich in dieser Situation anders verhalten. Wäre auch wirtschaftlich unsinnig, denn wer für das gleiche Geld 40 Stunden schuftet, was man auch für Nichtstun bekommt, wäre blöd wenn er sich den Arbeitsstress antut.

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    Original geschrieben von CXpert
    Ich schreibe als Jemand, der zwei Familienmitglieder hat, die Betriebsangehörigen des Unternehmens Amazon sind. Eine davon ist meine Ehefrau, sie ist sowas wie Vorarbeiterin in der Firma.


    Damit ist sie eine der wenigen Privilegierten in diesem Unternehmen. Dass du deswegen positiv über Amazon schreibst ist okay, aber halt nicht objektiv.


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    Original geschrieben von CXpert
    Zuerst, es gibt keine wirkliche Alternative zu Amazon, das wissen aber viele von uns, die über Internet einkaufen. Denn welches Unternehmen, kann solche Preise anbieten, Ware so schnell verschicken, hat so groß. Sortiment und bietet solch einen Service? Welcher Händler ersattet die volle Kaufsumme nach bis zu 2 Jahren problemlos und unkompliziert zurück, wenn dieses wegen eines Defektes reklamiert wird und anstatt zum Hersteller direkt zu Amazon zugeschickt wird?


    Irgendwer bezahlt den Preis dafür. Im Augenblick sind es Zulieferer, Leiharbeiter, Paketboten und Händler mit ihren Mitarbeitern, die von Amazons Marktmacht verdrängt werden. Langfristig zahlen wir alle dafür weil auf diese Weise ein Monopolist entsteht und schlechte Arbeitsbedingungen immer salonfähiger werden.


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    Original geschrieben von CXpert
    Ein normaler Lagerhilfsarbeiter verdient nach etwa einem Jahr Betriebszugehörigkeit egal Mann oder Frau mon. über 2000 Euro Brutto bei 40 Std./Woche + Aktienanteile nach 2 Jahren!


    In dem Bericht wurden ja Mitarbeiterzahlen genannt. Nur jeder 6. oder 7. Mitarbeiter hat einen unbefristeten Vollzeitvertrag bei Amazon selber. Den einen Amazonmitarbeiter kann das Unternehmen natürlich ordentlich bezahlen wenn dafür bei 6 oder 7 anderen Leute stark gespart wird.


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    Original geschrieben von CXpert
    Durch die Schleusen müssen alle, weil in dem Lager sich Waren über mehrere Millionen befinden, die gestohlen wurden und werden. Z.B. ein Handy kann 800 Euro kosten und in eine Jackentasche passen bis zu 10 Stück!
    Meine Frau hat mir dutzende Geschichten erzählt, wo die Leute dabei erwischt worden sind.
    Also Security ist ein Muss.


    Es kann aber doch kein Problem sein die Mitarbeiterströme so zu organisieren, dass längere Wartezeiten vermieden werden. Das ist an jedem Airport möglich und auch andere Firmen kriegen diese Sache offenbar einfach in den Griff.


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    Original geschrieben von CXpert
    Dass Leiharbeiter vor Weihnachten und Ostern eingestellt und danach wieder entlassen werden, soll uns klar sein, denn in diesen paar Monaten wird bestellt wie verrückt und die Stammbelegschaft kommt nicht hinterher.
    Dass diese Menschen aus Polen von Leihfirmen 8,50 Euro die Stunde erhalten haben, ist Schade aber zahlen die anderen Leihfirmen besser, wenn ja welche?


    Der Vorwurf lautete, dass einerseits mit einer Anstellung bei Amazon und andererseits einem besseren Stundenlohn geworben wurde. Von einer Zeitarbeitsfirma zu geringerem Lohn war erst keine Rede.


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    Original geschrieben von CXpert
    Warum muss Amazon Arbeiter aus Spanien oder Polen holen? Weil hier nicht genug Menschen gibt, die für einen nicht qualifizierten Job für 10 Euro die Stunde als Einstiegslohn arbeiten wollen. Es werden von Arge Leute zu Amazon zugeschickt (mehr oder weniger gezwungen), die nach paar Tagen nicht mehr zu Arbeit erscheinen oder sich krank melden, davon gibts es hunderte, die nur meine Frau kennengelern hat.


    Dann ist die naheliegende Frage: Was ist an diesen Stellen so unattraktiv, dass sich hiesige Bewerber nicht dafür interessieren?


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    Original geschrieben von CXpert
    Es gibt in Deutschland hunderte Unternehmen, die schlecht zahlen, miese Arbeitsbedingungen anbieten und in kriminellen Geschäften verwickelt sind aber trotzdem unantastbar sind!


    Wer zum Beispiel?

    1. Wenn du wiederholt behauptest, dass der Bericht nicht gut recherchiert sei und "wie es bei ARD/ZDF zugeht", würde ich gerne konkrete Fakten und Belege lesen. Wo stimmt etwas nicht?


    2. Gemäß dem juristischen Grundsatz "keine Gleichheit im Unrecht" entlastet es Amazon in keiner Weise falls es anderswo auch Missstände gibt. Mal abgesehen davon, dass du den Beweis dafür noch schuldest, es würde nichts nützen um die Bewertung des Verhaltens von Amazon aufzupolieren.


    3. Derartige Reportagen werden häufig von kleinen Produktionsfirmen hergestellt, die im Auftrag der großen Sendeanstalten arbeiten. Die Zustände bei den großen Sendeanstalten sagen also nur bedingt etwas aus.


    4. Dank der GEZ haben öffentlich-rechtliche Sender eine Gelddruckmaschine und da gibt es mehr als genug - eher zuviele! - beamtenmäßig und üppig versorgte Beschäftigte.


    5. Angesichts diverser Landessender (NDR, WDR, SWR, MDR, SR, ...) mit jeweils mehreren Standorten dürfte es auch irgendwo im öffentlich-rechtlichen Bereich Geringverdiener und unzulängliche Beschäftigung geben. Das ist aber nicht das bestimmende Prinzip im ÖR-Rundfunk und entlastet Amazon, wie schon unter 2. erwähnt, in keiner Weise.

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    Original geschrieben von archie83
    Amazon zahlt für Leiharbeiter mehr als für die Stammbelegschaft. Selbstverständlich kommt das nicht zu 100% bei den Leiharbeitern an, weil auch die Personalagentur daran verdienen will.


    Aber immer wieder lustig, wie sich manche Zeitgenossen Teilaspekte herausgreifen, ohne den Zusammenhang zu erkennen.


    Nicht mit Steinen werfen wenn du im Glashaus sitzt.


    Du kannst hier nicht nur die direkten Lohnkosten berücksichtigen. Leiharbeiter werden nicht krank, haben keinen Urlaub, gehen nicht in Mutterschutz, keine Fortbildungen, Elternzeit usw., müssen nicht als Mitarbeiter geführt werden, erwerben keine dementsprechenden Arbeitnehmerrechte gegenüber dem Kundenbetrieb, wer nicht effektiv ist oder wenn einfach nur die Nase nicht gefällt wird ratzfatz ausgetauscht und ein neuer Mitarbeiter herangeholt. Das sind Aspekte, die Leiharbeiter unter dem Strich preiswerter machen als Stammpersonal, auch wenn die einzelne Arbeitsstunde teurer ist aufgrund der Kosten, die die Agentur einstreicht.


    Wäre Leiharbeit in der Endabrechnung tatsächlich teurer wäre sie bei Unternehmen nicht so populär.


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    Original geschrieben von archie83
    Amazon nutzt die Leiharbeit eben nicht wie Schlecker, um die Stammbelegschaft zu ersetzen: Es wird keinen Mitarbeitern gekündigt, um diese über eine Personalagentur wieder einzustellen.


    Amazon muss niemandem kündigen um ihn über die Zeitarbeit wieder einzustellen weil Amazon die Leute noch nie selber unter Vertrag hatte. Es nimmt sich aber nix, beide bedien(t)en sich einer gewinnmaximierten Methode um ohne Verantwortung für die bei ihnen arbeitenden Menschen Profite zu erzielen.


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    Original geschrieben von archie83
    Amazon nutzt die Leiharbeit, um die in der Vorweihnachtszeit stark erhöhte Nachfrage bedienen zu können. Ohne die Saisonarbeiter würden sich die Aufträge stauen: Wer erst im Dezember bestellt, müsste mit der Lieferung bis Januar warten. Das will natürlich kein Kunde.
    Klar könnte man statt Saisonarbeitern auch die Stammbelegschaft um den gleichen Faktor vergrößern. Das hätte aber zur Folge, dass der Großteil der Belegschaft 80% des Jahres zu Hause die Eier schaukeln müsste, weil einfach keine Arbeit da ist. Warum soll ein Unternehmen freiwillig für das Nichtstun Geld bezahlen?


    Verstärktes Arbeitsaufkommen in der Vorweihnachtszeit ist der Normalfall in vielen Branchen. Man bewältigt das andernorts mittels Urlaubssperre, Überstunden, Aushilfen und meinetwegen auch Leiharbeiter.
    Amazon arbeitet aber das ganze Jahr über standardmäßig mit Leiharbeitern - das ist keine Spitzenabdeckung, so wie Leiharbeit irgendwann mal gedacht war, sondern 5 von 6 Beschäftigten dort sind Leihkräfte. Es ist hier das Prinzip, einen Großteil der Arbeit von zugekauften Arbeitssklaven erledigen zu lassen anstatt von eigenen Mitarbeitern.


    In der Zeitarbeit heißt sowas on-site. Der Verleiher hat einen Personaldisponenten fest im Kundenbetrieb installiert weil dort permanent so viel Leiharbeitskräfte eingesetzt werden, dass ein eigener Koordinator vor Ort erforderlich ist. Das würde es nicht geben wenn Zeitarbeit noch dem ursprünglichen Gedanken, dass sie nur der Spitzenabdeckung dienen soll, folgen würde.

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    Original geschrieben von laudanum
    Ich finde es interessant, wie hier über die Entlohnung von Arbeitern/Angestellten bei Apple, Amazon und Co. gesprochen wird! Ich kenne hier vor Ort Firmen, die zahlen ihren Mitarbeitern 6-7 Euro pro Stunde für echt harte Arbeit und bekommen zusätzlich von der Stadtverwaltung noch den A.... geleckt, weil sie die Arbeitsplätze bis dato noch nicht verlagert haben. Steuern zahlen sie natürlich ebenfalls so gut wie keine.


    Pauschal ist das natürlich schwer zu bewerten, aber manche Kleinunternehmen haben auch nicht die Möglichkeit höhere Löhne zu bezahlen. Nicht jeder beutet seine Mitarbeiter aus.


    Bei den genannten Konzernen weiß man aber um die satten Gewinne. Vor diesem Hintergrund ist verwerflich, dass man keinerlei Verantwortung für den Großteil der Mitarbeiter im eigenen Haus und ihre Bezahlung zeigt.

    Ein flächendeckender Mindestlohn schützt Mitarbeiter vor Ausbeutung und man kann ihn zugleich als politisches Instrument einsetzen. In fast allen europäischen Ländern gibt es den Mindestlohn und Leiharbeiter werden dort mindestens genauso, oft besser bezahlt als die Stammbelegschaft. Begründet wird es mit der erforderlichen höheren Flexibilität und weil es sich für Unternehmen lohnen soll, Personal fest einzustellen und sich nicht mit Leiharbeit von der Verantwortung für Mitarbeiter abzukoppeln.


    Würde man das hier ebenso machen wäre der ganze Spuk vorbei. Aber seit Jahren passiert nichts, keine der maßgeblichen politischen Parteien geht wirklich an diese Sache heran.

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    Original geschrieben von Niederrheiner
    Was regt ihr euch drüber auf, das Amazon mit vollkommene legalen und vom Staat sogar geförderten Methoden eine Gewinnmaximierung bis zum äussersten betreibt.


    Als Kunden möchte man nicht nur eine Ware bekommen sondern auch das Gefühl haben, einen rundum guten Kauf im richtigen Geschäft getätigt zu haben. Dazu gehören neben Service und Preis auch faire Standards gegenüber allen, die für und mit diesem Anbieter arbeiten.


    Amazon ist aber offenbar nur vor der Fassade ein problemloser, kundenfreundlicher Handel. Hinter den Kulissen werden schäbige Methoden und Geschäftspartner eingesetzt. Legal oder nicht, das will ich als Kunde nicht haben weil es mein Gefühl eines rundum guten Kaufs empfindlich stört.


    Es ist bei Amazon um so verwerflicher als man von einem Global Player - mit gegenüber Kunden sehr weitreichend ausgeprägten Verständnis für Fairness - erwartet, dass er auch intern und gegenüber Zulieferern Standards definiert, die sich nicht nur im gerade noch legalen Grenzbereich befinden und praktisch menschenverachtend sind.


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    Original geschrieben von Niederrheiner
    Also warum regt ihr euch auf, wenn ich bei Amazon nicht mehr kaufen wollt, da kauft bitte auch keine Produkte mehr von H&M, Zalandoo, Apple, Lenovo - die machen im Ausland noch viel schlimmeres oder nutzt Versender wie Hermes, DHL, DPD oder UPS, usw. usw. usw. - die Liste lässt sich unendlich fortsetzen.


    Und genau da liegt das Problem der Kunden. Es fehlt eine adäquate Alternative. Manche machen es dann wie du, sie kritisieren die Kritiker oder mäkeln an unwichtigen Details des Fernsehbeitrags herum anstatt sich mit der eigentlichen Kernaussage zu befassen, dass Amazon Zustände provoziert und duldet, die die Kunden so sicherlich nicht wollen.


    Das ist ähnlich wie mit der Diskussion um Bekleidung aus Ausbeuterfabriken. Auch wer nicht mehr zu KiK & Co. geht und stattdesssen zu bekannten Markenlabeln greift kann sich nicht darauf verlassen, dass seine Klamotten nicht aus ausbeuterischer Produktion stammen. Man hat als Kunde kaum eine Wahl, selbst wenn man gewillt wäre sein Kaufverhalten an fairen Umständen im kompletten Herstellungs- und Lieferungsprozess zu orientieren.


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    Original geschrieben von Niederrheiner
    Und übrigens, Amazon.de GmbH wurde 2012 als Top Arbeitgeber Deutschland zertifiziert - frag mal Festangestellte, die doch arbeiten, die sind super zufrieden mit Job und Gehalt, ich kenne mehrere die dort arbeiten.


    Das ändert aber nichts daran, dass auf einen Festangestellten 6 ausländische Leiharbeitnehmer kommen, die mit falschen Gehaltsversprechen hierher gelockt, zu Minimallöhnen ausgebeutet, in Hütten kaserniert, von einem zwielichtigen Sicherheitsdienst überwacht und anschließend wieder weggekarrt werden wie Vieh.


    Amazon ist für viele Leute inzwischen DER Anbieter, viele schauen fast gar nicht mehr in andere Shops. Es wäre für Amazon überhaupt kein Problem, die Preisstruktur minimal anzupassen, allein aufgrund des Volumens würde man mehr als ausreichend Geld verdienen um feste Mitarbeiter angemessen zu bezahlen.

    Das Thema hat verschiedene Facetten:
    - die Polizei kann als Ordnungsmacht nicht über Fehlverhalten im öffentlichen Raum hinwegsehen. Auch bei Dingen, die ein Otto Normalverbraucher als Lappalie betrachtet, ist ein Polizist zum Handeln gezwungen.
    - aus Selbstschutz und um ernst genommen zu werden tritt die Polizei meistens konsequent auf. Würde sie es nicht tun hätten gewisse Klientel überhaupt keinen Respekt mehr vor Polizisten
    - ist erstmal eine Einsatztaktik begonnen worden kann die nicht alle 30 Sekunden wieder verändert werden, es würde einerseits zu Chaos führen und andererseits der öffentliche Eindruck entstehen, die Polizei ist planlos
    - die Polizei ist oft mit respektlosen, schwierigen Millieus, Besserwissern, Endlosdiskutanten etc. konfrontiert und würde nie mehr ernst genommen werden bzw. könnte keine Maßnahme durchziehen wenn sie mit jedem Gegenüber herumdiskutiert


    Das trifft dann in exponierten Situationen mitunter auf - eigentlich harmlose - Bürger, die sich ausgerechnet im schlechtesten Moment falsch verhalten.
    Oft ist Alkohol und Renitenz im Spiel und jemand hat durch sein Verhalten überhaupt erst die Ursache für das polizeiliche Einschreiten gesetzt. Wer die Polizei dann durch Uneinsichtigkeit, Widerstand oder vergleichbare Fehler "in die Ecke drängt"/provoziert, eskaliert die Lage nur. Ein Polizist, der unter Druck und Zugwang gerät, kommt aus dieser Situation nicht mehr heraus. Er sieht nur noch die Möglichkeit, seine Maßnahme notfalls mit Gewalt durchzusetzen.


    Es macht deswegen keinen Sinn in diesem Moment zu diskutieren oder sich den Anweisungen der Polizei zu widersetzen wenn man im Unrecht ist, schon gar nicht wenn die Polizei schon körperlichen Zwang einsetzt, ihre Richtung also längst festgelegt hat. Im ersten Moment mag es ein verständlicher Reflex sein sich befreien zu wollen, aber der Polizist hat sich zu einem Vorgehen entschieden und das wird er nicht aufgeben weil sich sein Gegenüber wehrt. Eher im Gegenteil. Dann wird die Gewalt erhöht bis man den Widersacher im Griff hat.


    Nicht zu vergessen das Selbstverständnis: Selbstkritik erfordert Abstand, der im Tumult nicht vorhanden ist. Wenn selbstkritisches Denken überhaupt stattfindet, denn der Polizist kann nicht anders als einzuschreiten wenn sich jemand öffentlich fehlverhält.
    Das rechtfertigt natürlich niemals Polizeigewalt, nur provozieren manche Leute die Polizei so, dass es so enden "muss". Ein klare Zuordnung wer's Schuld ist oder wer angefangen hat, ist kaum möglich.


    Es ist natürlich tragisch wenn es so krass in die Hose geht wie in dem Film, wenn Unschuldige unverhältnismäßig mit Gewalt seitens der Polizei konfrontiert werden, wo sich Polizisten nicht mehr im Griff haben. Und ich habe da auch allergrößtes Verständnis für Opfer, die sich bis auf eine Lappalie nichts haben zuschulden kommen lassen und dann mit brutaler Polizeigewalt traktiert werden. Das zerstört ein Grundvertrauen in die Sicherheit und Rechtsstaatslichkeit.