Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von Mozart40
    Letztendlich ist das alles eine Frage des Preises. Solange xx% der Deutschen eine Geiz-ist-geil-Mentalität an den Tag legen, das einem schlecht wird, brauch sich niemand wundern. Einfach nur heuchlerisch, sich dann darüber aufregen zu wollen.


    Wobei viele Leute nicht aus Spaß an der Freude eine Geiz-ist-geil-Mentalität haben sondern weil sie es sich nicht anders leisten können. Nicht jeder hat das Gehalt um überall Premium einzukaufen.


    Es mag schon sein, dass es manchmal auch an Bequemlichkeit und Desinteresse liegt. Im Einzelfall kann man auch immer leicht sagen, dass man "in diesem Fall" für ein wenig mehr Geld bessere / faire Qualität bekäme. Nur kann man das in 10, 12, 15 Lebensbereichen sagen und irgendwann stößt ein Geringverdiener an Grenzen.


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    Original geschrieben von basti12
    Mir ist es völlig latte, wer recht hat.


    Das ist aber ziemlich ignorant... und ich frage mich gerade wieso du dann mitdiskutierst?


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    Original geschrieben von basti12
    Mich stört einfach nur dieses unreflektierte Bashing, weil irgendein sensationsgeiler Journalist eine Story hervorzieht.


    Es ist nicht "unreflektiert" wenn ein Journalist in einer Sache recherchiert nachdem ihm Ungereimtheiten zugetragen wurden. Die Autoren der ARD werden wohl kaum hingehen und sich irgendwelche Märchen aus den Fingern saugen. Üblicherweise tragen Informanten etwas heran und Journalisten greifen es auf.


    Dass das Thema von allgemeinem Interesse sein muss - und womöglich gar ein Spannungsbogen in die Reportage gebracht wird um das Interesse des Zuschauers wach zu halten - ist bestenfalls ein medialer Kunstgriff, der die Grundinformation aber keineswegs unglaubwürdig macht.


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    Original geschrieben von basti12
    Nur ist es hier eben so, dass es nicht 1:0 für die ARD steht, sondern eher 1:1.


    Dieses ist kein Spiel und hier gibt es keine Tore zu vergeben.


    Da prangert eine überparteiische Sendeanstalt Missstände an, die kritisierte Firma wehrt sich mittels einer Gegendarstellung. Du siehst das als "gleichwertig" an???


    Welches Interesse sollte die Sendeanstalt haben die Unwahrheit zu verbreiten? Obendrein wo es öffentlich-rechtliches Fernsehen und kein Privatsender ist, der sich mittels Krawalljournalismus über Wasser halten muss weil nur das Werbeeinnahmen bringt.


    Die kritisierte Firma hingegen hat ein klares wirtschaftliches Interesse daran, die starke Kritik zu relativieren. Und sie hat (im Gegensatz zu einem neutralen Reporter, dazu noch von einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt) keinerlei Grund sich um Neutralität zu bemühen. Im Gegenteil: es wird in einem pseudo-neutralen Gewand, das den Eindruck eines journalistisch unabhängigen Films vortäuschen soll, Propaganda für das Unternehmen gemacht.


    Dass sich manche allein schon durch der Aufmachung dieser Gegendarstellung blenden lassen und sie für eine gleichwertige, glaubwürdige Replik halten, finde ich bedenklich.

    Tchibo ist ja seit einiger Zeit mit dem 9-Cent-Tarif am Start. Der rechnet sich für viele Leute wahrscheinlich mehr als eine Flat, bei der aber 15 (oder waren es 16?) Cent bei allen anderen Telefonaten und SMSen fällig werden. Naturgemäß hat auch ein Tchibofonierer nicht NUR Tchibo-Kontakte...


    Für viele Nutzer sind die 9 Cent interessanter als die Flat, vermute ich.


    Ansonsten - solange nix Neues passiert äußert sich hier auch keiner... :-)

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    Original geschrieben von Jochen
    Du machst es Dir aber auch ganz schön einfach und von differenziert kann hier keine Rede sein. Indem Du anderen die Schuld gibst, tust Du nichts anderes, als die Gewalt dann eben doch zu verharmlosen.


    Im Posting direkt über dir und obendrein 1 Satz vor dem, den du zitierst, habe ich klar zum Ausdruck gebracht, dass ich Gewalt nicht akzeptabel finde:


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    Original geschrieben von Printus
    Ich heiße Gewalt nicht gut und verurteile sie. Aber dennoch verstehe ich, dass Leute irgendwann nichts mehr zu verlieren haben und dieses treibt sie in die Gewalt um ihre Wut abzubauen. Man sollte dabei aber auch die Ursachen nicht vergessen: die Ursache ist die Kapital-Gewalt der Reichen, nicht die Straßen-Gewalt tumber Plünderer.


    Sich nach den Ursachen der Randale zu fragen - und dabei einen Erklärungsansatz zu nennen - setzt du jetzt einfach gleich mit "Gewalt verharmlosen". Findest du es differenziert, mir so das Wort im Munde zu verdrehen?


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    Original geschrieben von Jochen
    Du drehst den Spiess einfach nur um und rechtfertigst geradezu die Ausschreitungen. Fast so, als wären sie nur eine Art logische Reaktion und eine Art Recht derer, die sich mittels ihrer gegen ihre vermeintliche Benachteiligung, die noch dazu lediglich auf kapitalistisch-elitärer Ausbeutung basiert, zur Wehr setzen oder "holen, was ihnen gebührt".


    Nein und nochmals nein. Ich rechtfertige die Gewalt der Randalierer nicht, ich beschrieb sie nur als Reaktion auf "gesellschaftliche Gewalt" durch zunehmende Benachteiligung. "Vermeintliche" Benachteiligung ist auch wieder so ein tendentiöser Zusatz - oder hälst du die Randalierer ernsthaft für nicht benachteiligt und normal in die Gesellschaft integriert? Nur dann wären sie "vermeintlich" - und nicht real - benachteiligt.


    Was ich in der Tat so sehe: dass die Ereignisse eine zwangsläufige Reaktion auf Chancenlosigkeit sind. Die fehlende soziale Durchlässigkeit der Gesellschaft, der Zusammenhang zwischen dem Vermögen der Eltern und den Bildungschancen ihrer Kinder, Armut, Ghettoisierung, mangelnde Integration von Zuwanderern, all das wurde in diversen Studien belegt. Da schneidet Deutschland übrigens immer ausnehmend schlecht ab.
    Aufgestaute Wut und Frust entweichen irgendwann in Form von Gewalt, dieses Phänomen haben wir schon in Frankreich, Spanien, Griechenland und zuletzt auch zahlreichen nordafrikanischen und arabischen Staaten erlebt. Ich verurteile jede Form von Gewalt und Kriminalität - nehme aber zur Kenntnis, dass actio=reactio bedeutet und Sozialabbau, Chancenlosigkeit und Demütigungen nicht folgenlos bleiben.


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    Original geschrieben von Jochen
    Das ist mal wieder ein Extrembeispiel für Deine Gesinnung.
    Typisch ist auch, dass Du auf solche Themen regelrecht zu warten scheinst. Sonst liest, sieht und hört man nix von Dir. Aber bei sowas bist Du sofort mit dabei und zwar richtiggehend extrem. Das ist durchschaubar und vorhersagbar.


    Komisch, dasselbe habe ich bei deinem Eintrag auch gedacht. Normalerweise kannst du sachlich argumentieren, aber wenn ich etwas Sozialkritisches schreibe kommt regelmäßig eine Antwort dieser Qualität von dir und dann folgt stereotyp die Drohung mit Schloss oder Sperre wegen angeblicher Unsachlichkeit. Auch durchschaubar und vorhersagbar...

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    Original geschrieben von autares
    Wenn nun auch noch welch ironischer oder sarkastischer Form zu Gewalt aufgerufen bzw. verherrlicht wird, erübrigt sich jegliche Diskussion.


    Ironie ist kein ernstzunehmender Aufruf. Sie ist nie ernst und deswegen auch keine sachliche Diskussionsgrundlage - also auch kein Grund darauf beleidigt zu reagieren.


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    Original geschrieben von autares
    Da werde ich nach Lösungsvorschlägen gefragt und stelle dar, wo ich ansetzen würde. Wird darauf eingegangen? Nein! Werden Gegenvorschläge erbracht? Nein!


    Ich habe deinen Vorschlägen zugestimmt aber zugleich zum Ausdruck gebracht, dass ich leider annehme, dass wenig bis nichts davon umgesetzt wird, dass auch keine anderen halbwegs sinnvollen Lösungen entwickelt werden. Bisher gefällt sich unsere Politik jedenfalls in maximaler Ignoranz und den Beschwörungen, bei uns könnte sowas wie in London ja nicht passieren. Nicht nur, dass das eine zusätzliche Provokation für die Unterschicht darstellt und damit Öl ins Feuer gießt, es widerspricht auch der Wahrnehmung der allermeisten Leute. Wer sich z. B. in Berlin nur im Regierungsviertel herumtreibt anstatt sich mal in Hellersdorf / Mahrzahn oder Lichtenberg umzusehen (am Besten mal als ausländisch aussehender Mitbürger dort spazieren gehen...) oder sich die No-Go-Areas für ausländische Mitbürger im Osten anzusehen, kapiert nichts.


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    Original geschrieben von autares
    Stattdessen wird einfach weitergepöbelt, lamentiert und verherrlicht. Was soll hier also noch diskutiert werden, wenn noch nicht einmal Lösungsvorschläge oder Ideen diskutiert werden?


    Wie geschrieben: klingt zwar gut, nur was wird denn davon umgesetzt? Schon seit Jahren passiert nichts obwohl jeder normalintelligente Mensch im normalen Leben beobachten kann wie es abwärts geht.


    Als Politiker und Banker fährt man natürlich nur mit der Fahrbereitschaft des Bundestags oder im Maybach durch die Gegend. Man sollte die Leute mal zwangsweise in die S-Bahn setzen und in bestimmte Stadtteile fahren lassen, gerne auch in ihrem Anzug. Versiffte Klamotten durch die versauten Bahnen und Leute mit Füssen auf den Sitzen, Gestank, Bierpfützen, Asi-Musik und Pöbeleien wären da noch das kleinste Problem. Der ein oder andere würden auch 'was auf die Mütze kriegen...


    Nur machen die hohen Herren diese Erfahrung nie, sie leben halt in ihrer Parallelwelt.

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    Original geschrieben von autares
    Ich zitiere noch einmal aus einem meiner Lieblingsfilme, denn einige Leute hier scheinen genau so zu denken:
    "Es gibt Menschen, die an logischen Dingen nicht interessiert sind - zum Beispiel Geld. Man kann sie nicht kaufen, einschüchtern, sie zur Vernunft bringen oder mit ihnen verhandeln. Einige Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen..."


    Geld ist kein Selbstzweck und unterliegt keiner Logik. Kann man ja ganz aktuell auch an der Börse sehen, sie lebt von der Unlogik des Geldes und im Augenblick ganz besonders.


    Wer nichts zu verlieren hat, unter anderem auch kein Geld, kann mit selbigem auch nicht erpresst werden... Ich heiße Gewalt nicht gut und verurteile sie. Aber dennoch verstehe ich, dass Leute irgendwann nichts mehr zu verlieren haben und dieses treibt sie in die Gewalt um ihre Wut abzubauen. Man sollte dabei aber auch die Ursachen nicht vergessen: die Ursache ist die Kapital-Gewalt der Reichen, nicht die Straßen-Gewalt tumber Plünderer.

    Ch und autares,


    ich habe euch bisher eigentlich für intelligent gehalten. Aber entweder ihr versteht meinen und Franks Beitrag wirklich nicht - oder bedient euch billiger Polemik, was nicht weniger platt ist.


    Wollen wir jetzt auf dem Niveau weiter machen jemandem, nur weil er einen Spruch bringt oder nicht eure Mainstream-Meinung teilt, gleich Blödheit oder Absonderlichkeit zu unterstellen? Bleibt doch bitte beim Thema anstatt persönlich zu werden. Dann muss auch kein Mod mit Schloss eingreifen.

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    Original geschrieben von mac bertl
    Das Einzige was wirklich was verändern könnte und wird ist ein verändertes Bewußtsein. Es gibt in unserer momentanen Gesellschaft Personengruppen, die verteilen können und dürfen. Diese tun es es selbstveständlich ausschließlich zu ihrem eigenen Vorteil (durchaus menschlich wahrscheinlich).


    So ähnlich sehe ich das auch. Es ist zu einfach gedacht wenn man behauptet, jeder habe die gleiche Veränderungskraft und man müsse sich nur ausreichend bemühen um etwas zu erreichen. Führungskräfte haben mehr Möglichkeiten, Dinge zu verändern. Klar, genug Zwerge können auch einen Riesen zu Tode quälen. Aber die Lebensrealität zeigt, dass die Weichen normalerweise an Schlüsselpositionen gestellt werden und das können nur die erledigen, die dort Entscheidungsbefugnis haben.


    Insofern muss das Umdenken erstmal in den Eliten stattfinden, müssen andere Werte vorgegeben und etabliert werden. Das Fußvolk zieht dann schon mit. Impulsgeber müssen aber immer Entscheider mit Vorbildfunktion sein, wenn man auf die Revolution "von unten" wartet funktioniert das manchmal, aber es ist nicht planbar und man kann vorher kein Ziel definieren.


    Ich sehe bei den Eliten in Politik, Wirtschaft, Forschung und dem Finanzsektor deswegen auch eine besondere Verantwortung. Besitz verpflichtet. Wenn Leute wie Bill Gates oder Steve Jobs riesige Vermögen ansammeln ist das keine Privatangelegenheit mehr weil diese Vermögen - anders als das Gehalt von Hausmeister Müller - eine riesengroße Macht darstellen und Einfluss im Wirtschaftssystem haben.


    Die oft angesprochene Gier mag zwar menschlich und im ersten Moment einkommensunabhängig sein. Ab einem gewissen Punkt müssen Eliten aber begreifen, dass ihr persönlicher Einfluss doch größer ist als der eines Normalverbrauchers. Daraus entwickelt sich dann allerdings auch eine besondere Verantwortung. Dieses um so mehr als exorbitante Spitzenverdienste nie vollständig persönlich "erarbeitet" sind, sondern immer nur durch sehr viele Zuträger möglich wurden.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wenn man bedenkt, dass sich das soziale Ungleichgewicht in Deutschland seit Jahren englischen Verhältnissen nähert, möchte man sich für den Fall der Fälle gerüstet wissen.


    Wie üblich sind die Deutschen gut vorbereitet und vor allem gründlich, außerdem tendiert der Deutsche traditionell zu ergebener Pflichterfüllung bis ins Letzte. Dass sich das Prekariat also zusammenrottet und Randale veranstaltet ist - abgesehen von "linken Spinnern und Chaoten zum 1. Mai in Berlin" - nicht wirklich wahrscheinlich. Erstmal... Letztlich ist es aber nur die Frage wie lange man den Druck steigert, irgendwann platzt die Sache immer und in Städten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt laufen genügend Leute herum, die genauso ausrasten können wie die Randalierer im Königreich.


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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Manchmal frage ich mich ernsthaft, wie es die amerikanische Politik schafft, dass der mit 40% recht große Teil der Bevölkerung, der nicht krankenversichert ist, dafür stimmt, dass das auch in Zukunft so bleiben soll - das wird mir wohl ein Rätsel bleiben.


    Der amerikanische Staat kümmert sich nur wenig um die soziale Grundversorgung, er gängelt seine Bürger aber auch nicht überall mit kleinlichen Vorschriften. Jeder muss für sich alleine sorgen, er hat aber auch alle Chancen es zu schaffen.


    Du kannst zwar den Job verlieren, kannst aber auch ruckzuck einen neuen bekommen. Und das ohne Schnickschnack wie z. B. Arbeitszeugnisse, bei denen jede Formulierung passen muss und allein schon das falsche Datum als Ungereimtheit gilt.
    Deutschland gilt zwar als Land mit guter sozialer Absicherung, aber in der Praxis ist es eben doch dramatisch z. B. seinen Job zu verlieren weil man sozial geächtet wird (oder sich zumindest so fühlt). Man merkt, dass die vielgerühmte Absicherung in der Praxis nicht dazu führt, dass man locker als fremdfinanzierter Teil der Gesellschaft vor sich hin lebt. Man weiß aber andererseits, dass man ohne (oder mit einfacher) Ausbildung lebenslang kaum Chancen auf einen guten Job und Wohlstand hat, während der Ami davon ausgehen kann, das Eigeninitiative und hartes Arbeiten sich meistens auszahlt und man somit weitgehend seines Glückes Schmied ist - auch im Bezug auf die Krankenversicherung. Aber vielleicht liegt es auch nur ganz simpel daran, dass der Ami es nicht anders kennt und obendrein als Teil seiner Freiheit betrachtet.

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    Original geschrieben von autares
    Und das Steve Jobs Milliadar ist, ist auch nicht fair?


    Oder die Albrecht Brüder...


    Jedem Einzelnen muss man keinen Vorwurf machen. Aber wenn man es aus gesamtgesellschaftlicher Sicht betrachtet kann nicht funktionieren, dass einige Wenige Vermögen ansammeln, die in keinem Verhältnis mehr zur Wertschöpfung stehen, die ein Mensch erschaffen kann. Spätestens wenn zugleich an anderer Stelle Vollzeitarbeiter zu wenig bekommen um ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften stimmt etwas nicht mehr, und so kann es nicht funktionieren.