Man lese "Das Medienmonopol", gibt es als pdf zum freien Download im Netz. Ich kann nicht jeder Schlußfolgerung des Buches zustimmen, aber der Grundgedanke macht nachdenklich.
In den Medien läuft doch jetzt das übliche Spiel ab: man lobt zu Guttenberg hoch, stilisiert ihn mit Gattin zum deutschen Königs-Traumpaar - um dann auch einen Grund zu haben, den König mit Gepolter vom Thron zu stürzen. Mir scheint in dieser ganzen zu Guttenberg-Saga sehr viel Medien-Hype zu stecken, der mit der Realität absolut nichts zu tun hat.
Ebenso das Verhalten der Opposition. Sie wissen NICHTS, denn der Verteidigungsminister hat das Parlament bisher nicht informiert (muss er das überhaupt, nur weil er einen militärischen Führer von der Verantwortung entbindet? Kann ich mir kaum vorstellen...). Dennoch kloppt man drauf und stilisiert einen Skandal.
Vielleicht funktioniert das bei weniger anspruchsvollen Wählern, aber ein nachdenkender Mensch stuft es erstmal als plattes Oppositionsgeplänkel in einem Wahljahr mit diversen Abstimmungen ein.
Was da tatsächlich passiert ist interessiert letztlich erst an nachgeordneter Stelle - schade, aber das ist wohl die Realität. Und diese ist, dass der Kapitän bis zur Klärung der Vorwürfe gegen ihn aus der Schußlinie genommen wurde. Ich halte das für eine absolut richtige Entscheidung vom Verteidigungsminister. Dieses um so mehr als ein Schiff bei einer Atlantiküberquerung - noch dazu auf einem besonders langen Weg von Südamerika nach Deutschland - eine funktionierende Mannschaft braucht und es unzumutbar wäre, in diesen Bedingungen einen Kapitän an Bord zu haben, der ein Akzeptanzproblem hat.
Außerdem bedeutet es nicht, dass der Kapitän vorverurteilt wurde. Es ist ein normaler Vorgang, dass man umstrittene Personen bis zur Klärung aller Vorwürfe von ihren Aufgaben entbindet. Das passiert täglich hundertfach und hier macht sich eine Opposition, die das kritisiert, lächerlich.