Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von shelter
    Naja aber die wissen ja schon auf was sie sich da eingelassen haben...


    RTL kommt seinen ethischen Verpflichtungen nicht nach. Es gab vor vielen Jahren mal das Millionenspiel. Es offenbarte schon damals, dass es immer Leute gibt, die für viel Geld bereit sind, ihre Menschenwürde oder gar ihr Leben zu riskieren.


    Hier setzt aber eine Verantwortung der Programmmacher an sowas trotz Einschaltquoten nicht zuzulassen.

    Man lese "Das Medienmonopol", gibt es als pdf zum freien Download im Netz. Ich kann nicht jeder Schlußfolgerung des Buches zustimmen, aber der Grundgedanke macht nachdenklich.


    In den Medien läuft doch jetzt das übliche Spiel ab: man lobt zu Guttenberg hoch, stilisiert ihn mit Gattin zum deutschen Königs-Traumpaar - um dann auch einen Grund zu haben, den König mit Gepolter vom Thron zu stürzen. Mir scheint in dieser ganzen zu Guttenberg-Saga sehr viel Medien-Hype zu stecken, der mit der Realität absolut nichts zu tun hat.


    Ebenso das Verhalten der Opposition. Sie wissen NICHTS, denn der Verteidigungsminister hat das Parlament bisher nicht informiert (muss er das überhaupt, nur weil er einen militärischen Führer von der Verantwortung entbindet? Kann ich mir kaum vorstellen...). Dennoch kloppt man drauf und stilisiert einen Skandal.
    Vielleicht funktioniert das bei weniger anspruchsvollen Wählern, aber ein nachdenkender Mensch stuft es erstmal als plattes Oppositionsgeplänkel in einem Wahljahr mit diversen Abstimmungen ein.


    Was da tatsächlich passiert ist interessiert letztlich erst an nachgeordneter Stelle - schade, aber das ist wohl die Realität. Und diese ist, dass der Kapitän bis zur Klärung der Vorwürfe gegen ihn aus der Schußlinie genommen wurde. Ich halte das für eine absolut richtige Entscheidung vom Verteidigungsminister. Dieses um so mehr als ein Schiff bei einer Atlantiküberquerung - noch dazu auf einem besonders langen Weg von Südamerika nach Deutschland - eine funktionierende Mannschaft braucht und es unzumutbar wäre, in diesen Bedingungen einen Kapitän an Bord zu haben, der ein Akzeptanzproblem hat.


    Außerdem bedeutet es nicht, dass der Kapitän vorverurteilt wurde. Es ist ein normaler Vorgang, dass man umstrittene Personen bis zur Klärung aller Vorwürfe von ihren Aufgaben entbindet. Das passiert täglich hundertfach und hier macht sich eine Opposition, die das kritisiert, lächerlich.

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    Original geschrieben von TeddybaerW
    Für uns deutsche ist halt irgendein Hoden oder was anderes männliches eklig, in anderen Ländern ist das lecker und sehr gern gesehen, also kann man nicht unbedinngt von ekelig schreiben.


    Aber wenn es für uns eklig ist, ist das der entscheidende Punkt. Man zwingt die Campbewohner durch sozialen Druck etwas zu essen, was ihnen eigentlich widerstrebt.


    Du kannst auch einem Moslem im arabischen Dschungelcamp kein Schweinefleisch hinstellen und sagen "Wenn du es nicht isst bekommt die Gruppe keine Nahrung - und Schwein ist in Europa und Amerika ein weit verbreiteter Genuss."


    Das ist ethisch nicht vertretbar und hat auch nichts mehr mit einer Mutprobe zu tun - die könnte man durchaus anders gestalten.

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Wer kann spontan noch sämtliche Gewinner und 10 weitere Kandidaten aus dem Ärmel schütteln, ohne zu googlen? Wirklich nachhaltige oder längerfristige Bekanntheit im positiven Sinne hat doch keiner davon mitgenommen. Max. der Sieger oder die Siegerin haben nach dem Camp noch mal 15 Minuten Ruhm und tauchen danach genauso wieder in der Versenkung ab wie ihre Campkollegen.


    Kannst du denn noch die Wettpaten der letzten, vorletzten, ... "Wetten dass"-Sendung oder die intellektuelle Elite vom "Literarischen Quartett" aufsagen?


    Abgesehen davon: zum einen verdienen die Kandidaten JETZT eine Menge Geld. Man las von 50.000 EUR Gage für Rainer Langhans und davon, dass Katy Karrenbauer ihre horrenden Schulden nach dem Camp los sein soll. Selbst wenn der langfristige PR-Nutzen fraglich wäre ist es für Viele eine Gelegenheit sich jetzt zu sanieren.


    Zum anderen stimmt es nicht unbedingt, dass alle wieder in der Versenkung verschwinden. Wenn demnächst die "10 größten Fernsehmomente" etc. kommen und irgendwelche bekannten Gesichter ihre Kommentare zu den Einspielern geben, tauchen durchaus Dschungelcamp-Bewohner auf. Nehmen wir an es geht um "die größten Hits der 1970er Jahre" - dann ist Langhans jetzt perfekt als Showteilnehmer eingeführt. Vor 1 Jahr wusste keiner unter 30 wer Rainer Langhans ist...


    Und manche Leute werden durchaus bekannt: Ross Anthony oder Desiree Nick ("datt sind doch die vom Dschungelcamp") kenne ich z. B. nur weil sie in dieser Show dabei waren. Die haben ihren Marktwert sicherlich deutlich gesteigert. Zumal es ja nicht nur RTL und Fernsehen gibt: wenn Desiree Nick Bühnenprogramm macht rennen da bestimmt jetzt mehr Leute hin als wenn sie gänzlich unbekannt geblieben wäre...


    Und selbst eine Susan Stahnke oder Daniel Küblböck haben sich mit ihren Auftritten im Camp bekannt gemacht... ich meine, wer erinnert sich nicht an den kreischenden, zappelnden Küblböck im Glassarg mit Kakkerlakken?

    Wir ziehen uns zuweilen auch ne Currywurst mit Pommes und obendrauf noch fett Ketchup-Mayo rein - obwohl wir ganz genau wissen wie sich das auf Cholesterin und Bauchumfang auswirkt und Möhrchen knabbern doch so viel gesünder wäre?! Die Menge macht´s und so sehe ich das auch mit Trash-TV: von ein bißchen kriegt man nicht gleich Hirnfraß.

    Sich das anzusehen baut auf harmloseste Weise niedere Rachegelüste ab und außerdem finde ich es einfach herrlich mir vorzustellen ich könnte so manch Eine/n in den Dschungel schicken :-)


    Es ist auch albern wenn angeblich niemand die Sendung schaut und doch alle Bescheid wissen. Warum nicht dazu stehen, dass man ab und zu auch Lust auf Trash hat? Was spricht denn gegen Sendungen, die weder einen Erkenntnisgewinn bringen noch hochgradig kulturell anspruchsvoll sind - wenn sie einen aber unterhalten? Ich finde das nicht weiter schlimm.


    Und anstatt sich arrogant über C-Promis zu erheben sollte man vielleicht darüber nachdenken, dass die womöglich 3x intelligenter sind als schlauschwätzende Zuschauer, die abfällig reden. Die C-Promis werden - zumindest vorrübergehend - zu A-Promis und verdienen in ein paar wenigen Tagen Dschungelcamp richtig viel Geld nebst einem erheblichen Bekanntheitsgrad, der sich längerfristig auszahlt. Wer ist also der wirklich Dumme?


    Es wird nur dann ethisch bedenklich wenn die Aufgaben nicht mehr nur in die Kathegorie "eklig, aber harmlos" fallen, sondern man den Kandidaten menschenunwürdige Bedingungen stellt. Und das scheint mir in dieser Staffel teilweise der Fall zu sein. Wenn Aufgaben nicht mehr gelöst werden können ohne dabei zu kotzen und wenn Stromstöße ins Spiel kommen kann ich mich daran nicht mehr belustigen, sowas geht deutlich zu weit.

    Wobei die ethische Grenze jetzt wirklich erreicht ist. Wenn selbst motivierte Kandidaten Prüfungen nur noch kotzend überstehen können hört der "Spaß" auf, denn das sind dann keine - wenn auch ekligen, aber letztlich harmlosen - Spielchen mehr.


    Die heutige Dschungelprüfung bestand ja nur noch aus ekelerregenden Dingen, die zu essen waren. Schon als es letztens für Katy Karrenbauer nicht nur Gülle auf den Kopf sondern auch Stromschläge gab, fand ich das nicht mehr lustig anzusehen. Es erinnert einen an das Milgram-Experiment.


    Der Druck, Essen für die Gruppe erspielen zu müssen und dafür nicht nur einen inneren Schweinehund überwinden zu müssen, sondern über die persönliche Kotzgrezne gehen zu müssen, ist IMHO ethisch nicht mehr vertretbar.

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    Original geschrieben von Uelmuek
    Vieltaenzer hat ja geschrieben, dass die örtlichen Anbieter kein entsprechendes Fahrzeug haben.


    Habsch gelesen, nur kann ich mir das nicht so recht vorstellen. Selbst wenn man den nächstgrößeren Wagen mieten müsste dürfte das oft nicht teurer werden als mit einem wenig kleineren Auto eine lange Strecke doppelt zu fahren und 2 Fahrer zu brauchen...

    Ich verstehe die finanzielle und organisatorische Kalkulation insgesamt nicht. Das Beste wäre doch bei einem größeren Anbieter an deinem bisherigen Wohnort einen passenden Wagen zu mieten und dann am Zielort abzugeben. Einwegmieten sind zwar nicht ganz preiswert, aber bei deiner Idee fährt der Wagen die Strecke gleich 2x, die Treibstoffkosten sind nicht unerheblich. Dazu kommen die Kosten für den 2. Fahrer (wenn man das organisatorisch überhaupt hinkriegt, scheint sich ja gar nicht realisieren zu lassen). Und obendrein musst du die beiden Fahrer für teures Geld mit der Bahn zurückfahren lassen oder nachts unterbringen.


    Ich glaube kaum, dass es sich finanziell überhaupt rechnet. Aber selbst wenn doch: der ganze Aufwand um ein paar EUR zu sparen? Das dürfte kaum in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen...