Beiträge von Printus

    Wie ich weiter vorne schon schrob: Deutschland ist ein lächerliches Land. Derartig umfangreiche Regeln und Gesetze zum Drangsalieren der Bürger, während die Gemeinden selber es nicht auf die Reihe kriegen Mitte Dezember ausreichend Material für den Winterdienst vorzuhalten.


    Ja nee, iss klar. Man braucht Salz und Streumittel ja normalerweise auch nur in den harten Wintermonaten von Mai bis September. Dass man es von November bis März braucht und Mitte Dezember nix mehr da ist, damit konnte nun wirklich niemand rechnen... :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von Andreas24
    Auch der Vergleich der Simkarten hinkt gewaltig. Ein Großteil der Diensthandys und die dazugehörigen Simkarten werden bestimmt nicht im VF-Shop an der Ecke gekauft, sondern direkt über VF & Co abgewickelt.


    und somit wird der Kuchen immer kleiner ...


    Das glaube ich gerade nicht.


    Ich las letztens von einer Untersuchung, bei der man festgehalten hat, ab welchem Alter Menschen sich der technischen Umwelt gewachsen fühlen. Vor 30 Jahren lag der Wert (ich weiß nicht mehr die genauen Zahlen, aber so als Trend) bei 70 Jahren - d. h. der 70jährige kam mit den Funktionen seiner Kaffeemaschine, des Fernsehers, des Autoradios etc. problemlos zurecht. Der Wert sank dann rapide immer weiter, vor 20 Jahren fühlten sich nur noch maximal 50jährige in der Lage alle Funktionen ihres Videorekorders und aller anderen Geräte zu erfassen. Vor 10 Jahren waren 40jährige in der Lage die Funktionen ihres Handys komplett auszuschöpfen.


    Und heute? Der Wert liegt jetzt bei knapp über 30. Statistisch fühlt sich die große Mehrzahl der 35jährigen nicht mehr fähig, alle Funktionen ihres Smartphones, die Einrichtung und Konfiguration eines WLAN oder andere Dinge zu verstehen. Einen PC oder Laptop hat in der Alterklasse fast jeder - aber wer kann noch wirklich beurteilen welcher Prozessor etwas taugt, wieviel RAM man für bestimmte Anwendungen braucht etc.?


    Viele haben auch keine Lust sich hereinzuarbeiten, stundenlang Tarife und Handy-Testberichte zu lesen, zu vergleichen, sich technisches Wissen anzueignen etc. Die gehen lieber in einen Laden, dem sie vertrauen - und da sind Vodafone und die Telekom immer noch recht gute Namen mit passablem Image - und möchten von einem kompetenten und vertrauenswürdigen Verkäufer den passenden Tarif für ihre Bedürfnisse genannt bekommen, oder eben ein ordentliches Gerät empfohlen bekommen.


    Auch kleine Unternehmer haben andere Sorgen als sich stundenlang im Netz nach irgendwelchen Tarifen umzusehen. Die halten dann oft beim Shop, lassen sich ein Angebot machen und wenn das okay ist schlagen sie zu.


    Dieses Klientel will - wie auch viele ältere Menschen und selbst ich kann mich da inzwischen manchmal nicht ausschließen - zuverlässige Beratung und Service. Der darf dann nicht allzu übertrieben teuer sein, aber wer im Netz bestellt hat Versandkosten, wartet tagelang auf die Lieferung und wenn es Probleme gibt rennt man dem Service hinterher. Oft rechnet es sich mehr gleich 10, 20 EUR draufzulegen und dann aber einen Problemlöser vor Ort zu haben, der immer Ansprechpartner ist, egal was man will.


    Der große Internethype ist eher vorbei. Inzwischen hat jeder ausreichend negative Erfahrungen mit irgendwelchen unbekannten Internet-Anbietern gemacht, die unbekannt und deswegen potentiell nicht vertrauenswürdig sind.


    Außerdem sind gerade in kleineren Strukturen Händler vor Ort solidarisch, d. h. wenn sich der Vodafone-Shop das Dach vom ortsansässigen Dachdecker abdichten lässt anstatt einen schwarz arbeitenden Polen über My Hammer zu engagieren, kauft der Dachdecker dafür auch seinen Vertrag in dem Laden - und nicht im Netz. Die wissen beide, dass sie aufeinander angewiesen sind und nur faires Miteinander jedem sein täglich Brot sichert.


    Wenn die Beratung gut, das Angebot fair und der Preis okay ist geht der Trend deutlich weg vom Internetkauf. Die Leute raffen, dass Service vor Ort auch einen Wert hat und viele sind inzwischen im Netz auf die Nase gefallen und durchaus wieder eher bereit, mit einem guten örtlichen Händler Geschäfte zu machen.

    Das gilt für Leute wie uns, die sich für Mobilfunk interessieren (sonst wären wir kaum beim Telefon-Treff...).


    Es dürfte aber auch eine große Gruppe von Menschen geben, denen das Netz suspekt ist und die einen persönlichen Ansprechpartner in einem Laden vor Ort haben wollen, die Beratung wollen und weder Zeit noch Lust haben, sich selbst durch den Tarifdschungel zu quälen. Gerade auf ältere Menschen dürfte das flächendeckend zutreffen (sofern es nicht einen Enkel gibt, der sowas für sie regelt).


    Insofern werden sich die Läden durchaus tragen. Sonst wären sie ja auch nicht da...

    Es ist echt nervig wie sich das Hochtechnologieland Schland wieder mal als wirkliche Bananenrepublik enttarnt.


    Mindestens ab Oktober muss mit Eis und Schnee gerechnet werden. Leere Salzlager und mangelnde Nachlieferungen hatten wir vor wenigen Monaten, als der lange Winter Anfang 2010 stattfand, auch schon.


    Und dennoch schafft man es nicht, das Problem am Ende desselben Jahres in den Griff zu kriegen. Mitte Dezember und die Lager sind leer, Nachlieferungen nicht zeitnah zu erwarten.


    Du bist Deutschland...

    Eigentlich isses ja sogar gut, dass verkrustete Strukturen aufbrechen und normale Menschen salonfähig werden...


    Wobei ich glaube, dass die Sache längst schon zum anderen Extrem zu kippen droht: die Frauen werden unverzichtbare Karrierebooster weil die Medien besonders auf sie anspringen. Der ganze Hype wäre kleiner wenn ein unscheinbares Mauerblümchen dabei wäre, dann könnte man das ganze Rührstück überhaupt nicht so inszenieren. Geschichten von Traumpaaren und Schlagzeilen über die Gattin funktionieren nur wenn sie Entsprechendes zu bieten hat.

    Zwischen einer journalistisch ordentlich arbeitenden Redaktion, die Informationen im besten Fall sichtet, bewertet, aufarbeitet und dann verantwortungsvoll publiziert - und einem diffusen Netzwerk, in dem jeder alles anonym und ungeprüft veröffentlichen kann, wo keine Instanz kontrolliert und verantwortet, woher Informationen kommen und was sie bewirken, ist ein riesengroßer Unterschied.


    Die journalistische Qualität der Medienlandschaft ist zwar sehr gesunken und wird von manchen Krawallmedien in den Keller getrieben. Das ändert aber nichts am Grundgedanken / Grundprinzip, dass "die Presse" ihre Veröffentlichungen verantwortet und da immer jemand ist, der entscheidet ob eine Information in die Öffentlichkeit gelangt oder nicht. Vor allem wird es unterlassen wenn dahinter nur der Gedanke des "irgendwen unkontrolliert an den Pranger stellen" steht.


    Mit "Zensur" hat das absolut nichts zu tun. Die Presse gilt als 4. Gewalt im Staat und entscheidet frei, kann sich auf die Pressefreiheit berufen und schützt ihre Informanten ohne staatliche Repressalien.


    Wer es "Zensur" nennt wenn Medien frei entscheiden, was sie veröffentlichen und wo sie die Klappe halten, hat nicht so ganz verstanden was Zensur wirklich ist.


    Es ist allerdings auch ein Trugschluss zu glauben, dass die Öffentlichkeit immer und überall Anrecht auf alle Informationen hat. Manche Dinge unterliegen aus guten Gründen der Geheimhaltung, so zum Beispiel die Aufsicht über die Geheimdienste. Deswegen sind diese aber trotzdem unter parlamentarischer Kontrolle. Und so ist es auch richtig.

    Wir sind sehr im Hintertreffen was die rechtliche und gesellschaftliche Bewertung von Vorgängen im Internet angeht. Man sieht es an den realitätsfernen Regeln zu Downloads und Filesharing genauso wie bei Internetabzocke, aber jetzt auch bei Wikileaks.


    Solange Wikileaks auf Menschenrechtsverletzungen hinwies und damit Dinge in die Öffentlichkeit brachte, die von Regierungen und interessierten Kreisen widerrechtlich gedeckt und unter Verschluss gehalten wurden, war es gut, dass es ein Medium gibt, das solche Dinge ans Licht der Öffentlichkeit bringt.


    Bei den kürzlich von Wikileaks angebotenen Dateien hat man aber Dinge nur deswegen veröffentlicht weil sie geheim waren. Vieles davon hatte überhaupt keine menschenrechtliche, moralische oder sonstwie erwähnenswerte Relevanz. Es ging nur darum, etwas Geheimes zu publizieren, völlig egal worum es dabei inhaltlich geht.


    Und damit schafft Wikileaks nicht nur willkommene Transparenz in menschenrechtlichen oder moralischen Verfehlungen, sondern gefährdet zugleich auch jede notwendige Vertraulichkeit bei begründet geheimen Dingen.


    Insofern ist meine anfängliche Zustimmung inzwischen in klare Ablehnung umgeschlagen. Wenn Wikileaks - und alle Ableger, die nun wie Unkraut aus dem Boden schießen, überall bieten Medien Offenbarungsportale an - so weitermacht wird jede Diskretion und Geheimdiplomatie unmöglich. Manchmal ist das aber der Schlüssel zum Erfolg, um Dinge abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit zu regeln. Ich denke z. B. an Geiselnahmen oder Korrespondenz mit "Schurkenstaaten" in heiklen Fragen - Vieles geht offiziell nicht, kann aber unter der Hand geklärt werden.
    Auch verhältnismäßig harmlose Prozesse können oft nur dann erfolgreich verlaufen wenn Diskretion gewahrt bleibt.


    Wikileaks gefährdet das inzwischen und schadet damit mehr als es nützt. Wäre man dabei geblieben nur geprüfte Inhalte von echter Relevanz, bei denen Verschleierung zum Nachteil von Recht, Gesetz und Moral stattfindet, anzuprangern, wäre das OK gewesen. So aber setzt Wikileaks eine fatale Entwicklung in Gang.


    Dass Webseiten lahmgelegt werden und andere Aktionen im Netz stattfinden - ausgelöst durch die Wikileaks/Assange-Affaire - bedeutet mit anderen Worten, dass hier genauso ungeprüft und verwerflich vorverurteilt und abgestraft wird, wie man das an anderer Stelle zu Recht scharf kritisiert. Es kann nicht sein, dass der Mob auf der Straße oder im Netz Selbstjustiz übt.


    Da hat sich eine ganz gefährliche Situation zusammengebraut und inzwischen bin ich fast der Meinung, dass Wikileaks Werte wie Freiheit, Respekt, Unschuld bis zum Beweis des Gegenteils usw. nicht fördert, sondern massiv bedroht.

    IMHO wird von allen Seiten übertrieben. Die einen machen einen völlig übertrieben positiven Hype um die von Guttenbergs, postwendend tun sich zugleich andere hervor, die sich dann in der Gegenposition gefallen.


    Mir kommt das alles wie Automatismen vor, wo weder der eine noch der andere fundiert argumentiert, sondern es wird hochgejubelt und wo viele "dafür" sind können sich zugleich andere mit einem "dagegen" gut verkaufen.


    Letztlich war es doch so, dass zu Guttenberg "aus dem Nichts" kam und dann in der Frage der Opel-Rettung eine andere Meinung kundtat als das große parteiübergreifende, mehrheitliche politische Spektrum. Das erregte Aufsehen und wurde auch medial gleich dargestellt als "da traut sich einer, nicht stromlinienförmig zu sein".


    Als zu Guttenberg dann auch noch aus dem lächerlichen Drumherum-Reden zu Afghanistan ausbrach und sagte, was jedem normal denkenden Bürger längst schon klar war, nämlich dass es ein Krieg - oder zumindest "kriegsähnlich" - ist, war der Nimbus vom ehrlichen Politiker geboren.


    Dazu kam dann noch eine Gattin, die nach landläufigen Kriterien für gutaussehend gehalten wird, in einer Fernsehshow von sich Reden machte - und fertig waren Medienfiguren, die hochgejubelt werden.


    Mir erscheint es so, als wäre zu Guttenberg ob seiner manchmal nicht dem politischen Mainstream folgenden Aussagen im Volk durchaus anerkannt. Dass aber ein Theater um ein angebliches "Königspaar" gemacht wird ist eine rein mediale Inszenierung von "Bild" und Co. Und wenn ein Medium damit Schlagzeilen macht funktioniert es bei einem anderen Medium auch, RTL explosiv, die Bunte und ähnliche Formate haben ein neues Spielfeld entdeckt - und wenn so ein Zug auf's Gleis gestellt wurde springen ARD und ZDF auch auf den fahrenden Zug auf.


    IMHO letztlich ein riesengroßes, von Medien selbst inszeniertes Theater. Das Volk bekommt es so vorgesetzt, reagiert darauf - und dann kann man trefflich darüber berichten, dass es ja ein Thema in der Bevölkerung wäre.


    Ich finde die ganzen Abläufe insgesamt ziemlich lächerlich. Mit solider journalistischer Beobachtung und Berichterstattung hat es kaum noch zu tun.

    Es ist ein alljährlich gleiches Ärgernis auf deutschen Airports, dass bei kalter Witterung Chaos ausbricht. Insbesondere De-Icing und Anti-Icing klappt regelmäßig nicht: während die DFS die Flugzeuge in - ihrer Meinung nach sinnvoller - Reihefolge staffelt wie die Weltmeister, haben die Bodendienste oft andere (oder gar keine...) Pläne und gehen ganz anders vor. Oft kritisiert, dennoch schafft man es nicht, das in den Griff zu kriegen.


    Dazu kommt, dass die Vorräte an Enteisungsmaterial in der vergangenen Woche knapp wurden, aber selbst bei ausreichend Bevorratung ist der Flaschenhals immer die eher geringe Anzahl an Elefanten (das sind die notwendigen Fahrzeuge).


    Bei den verwendeten Mitteln gibt's eine wichtige Kenngröße namens HOT (Hold over time), die angibt, wie lange das Produkt vorhält und wann man in der Luft sein muss. Wer da auf die falsche Mischung setzt kann bei Verzögerungen vor dem Problem stehen, dass die HOT abläuft und man sich gleich nochmal einreihen muss...


    Daraus resultierend verpassen manche Flieger ihren Slot (Freigabe, wann man starten muss, simpel erklärt) und müssen einen neuen anfordern, anderswo droht einer Crew die max. tägl. Flugdienstzeit zu überschreiten. Eine Verspätung am Morgen zieht sich dann auch durch den kompletten Tag.


    Und alles zusammen ergibt, neben den auch sonst üblichen Verzögerungsmöglichkeiten, ein komplexes Muster an denkbaren Szenarien wie es zu Verspätungen kommt.


    Enteist werden muss übrigens nicht nur bei Schneefall, sondern immer dann, wenn es kalt ist und Flüssigkeiten am Flügel frieren und das Profil negativ verändern könnten bzw. auch wenn sich Eis an den Triebwerkseinlässen bilden könnte.


    Lange Rede, wenig Sinn: es wäre sehr kompliziert herauszufinden, welche Faktoren in diesem speziellen Fall zusammentrafen. LH will sich ja offenbar auch nicht äußern. Insofern bleibt nur, sich die Passagierrechte genau durchzulesen und seine Ansprüche geltend zu machen. Aber eine Antwort auf die Frage nach den Ursachen genau dieser Verspätung - ich glaube nicht, dass man da weiterkommt...