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Original geschrieben von archie83
Es ist kein Argument für eine Veröffentlichung, aber ein Argument, dass mit den Sicherheitsrichtlinien der USA was nicht in Ordnung war, und der aktuelle Vorgang vermeidbar gewesen wäre, wenn man mit Zugriffsrechten nicht derart leichtfertig umgegangen wäre.
Klar, aber das macht die Aktion trotzdem nicht besser. Man kann eigenes Fehlverhalten nicht mit dem Fehlverhalten anderer legitimieren.
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Original geschrieben von archie83
So belanglos finde ich es jetzt nicht, dass viele Regierungen den USA in den Allerwertesten kriechen und die USA im Gegenzug ihren Einfluss geltend macht, um Konkurrenz beispielsweise im Bereich von Waffenlieferungen auszuschalten
Bewiesen ist da nichts, es sind immer noch nur Annahmen. Und wenn es aber so ist, dann hätte es gereicht die relevanten Daten zu publizieren, nicht aber mit der Gießkanne alles auszuschütten.
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Original geschrieben von archie83
Und wo ist das Problem? Es ist doch Aufgabe von Journalisten, Quellen zu filtern und für den Normalbürger aufzubereiten, also für Spiegel, Guardian usw. Wikileaks stellt nur das Quellmaterial bereit.
So einfach ist das aber nicht. Indem man die Daten öffentlich zur Verfügung stellt sind sie unkontrolliert in der Welt. Jeder, den es betrifft, ordnet die Dinge damit für sich ein und die Journalisten kommen zu spät. Die ordnen es vielleicht für den interessierten Bürger ein. Aber da, wo die Daten Einfluss nehmen, entfalten sie unkontrollierbare Folgen.
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Original geschrieben von archie83
Das heißt, wenn jemand - überspitzt formuliert - sagt "entweder wir treiben es ohne Kondom oder es es gibt gar keinen Sex", sollte derjenige für mehrere Jahre ins Gefängnis? Von Gewaltanwendung ist nämlich nicht die Rede. Also hätte sie sich einfach weigern können.
Sollte er sich den ungeschützten Sex aber mit Gewalt erzwungen haben, ist er natürlich dafür zu verurteilen. Das wäre dann aber Vergewaltigung und keine sexuelle Nötigung. Letzteres lässt kein Eindringen in den Körper des Partners zu. Dort wäre die Kondomfrage also völlig irrelevant.
Das sind Haarspaltereien. Indem überhaupt solche Probleme auftauchen gerät eine exponierte Person ins Zwielicht und wird angreifbar. Insbesondere umstrittene Leute liefern hier eine riesige Angriffsfläche, die ihr Ansehen und ihre Glaubwürdigkeit schwer beschädigen.
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Original geschrieben von MarcH
Für mich zeigt WL einfach einen Teil von (inter-)staatlichen Handeln, inden man sonst keinen Einblick erhält.
Woher kommt der fehlerhafte Eindruck, dass staatliches Handeln zu 100% öffentlich sein muss? Auch in besten Demokratien gibt es immer Themen, die nicht öffentlich verhandelt werden können und wo nur durch diskretes Handeln Ergebnisse möglich sind. Dagegen ist nichts zu sagen solange es sich nicht komplett jedweder (parlamentarischen) Kontrolle entzieht. Alles, was der Geheimhaltung unterliegt, hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.
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Original geschrieben von MarcH
Allerdings ist es schon ganz schön naiv, extrem vielen Menschen (die Zeitungen schwanken hier von 250.000 bis 2,5 mio!) Zugriff zu gewähren und sich dann zu wundern, wenn Sachen davon öffentlich werden. Das macht es natürlich nicht besser, aber es ist - mit Verlaub gesagt - ziemlich dämlich. Gerade wenn angeblich wirklich geheime Sachen enthalten sind.
Natürlich ist die Geheimhaltung hier löchrig wie ein Käse. Das ändert aber nichts daran, dass die Papiere diesen Status haben. Die einzelnen hätten die Dokumente auch kaum so weit verbreiten können. WikiLeaks springt in diese Bresche und muss das verantworten. Ich nehme aber nirgendwo Aussagen zu diesem Thema wahr. WL kann sich dieser Verantwortung nicht entziehen indem sie einfach behaupten, dass es nicht ihr Thema wäre, denn das ist eines der zentralen Themen.
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Original geschrieben von MarcH
Moralisch wäre es natürlich trotzdem verwerflich.
Eben, und damit wird es dubios. Es geht hier gar nicht um die Rechtslage in Deutschland, nicht um Assange, Schweden oder die Zeitabläufe.
WL greift in massiver Weise in die Weltpolitik ein und definiert sich aber selber nirgends. Sie erzählen nicht was es soll und der Gründer steht wegen irgendwelcher Verfehlungen im Rampenlicht. Das ist alles komisch und die wahren Ziele sind sehr verschleiert.
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Original geschrieben von Mach007
Dehnen die auf den letzten Seiten sich negativ über Wikileaks geäußert haben möchte ich ans Herz legen sich doch mal genauer zu informieren:
Was und wieso Wikileaks veröffentlicht.
Ja, das würde ich gerne mal von WL definiert sehen. Einfach nur "wir wollen generelle Öffentlichkeit herstellen" ist mir viel zu dünn wenn dabei massiv in weltpolitische Zusammenhänge eingegriffen wird.
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Original geschrieben von Mach007
Seitens Wikileaks kommt nichts, kein Aufruf nicht mal eine Meinung ob zb. Paypal böse ist.
Das ist wieder dieselbe Geschichte. WL muss Verantwortung für die FOLGEN übernehmen und sich deswegen positionieren. Es geht nicht, dass man nur den Akt der Öffentlich-Stellung der Unterlagen isoliert und dieses als harmlos bezeichnet. Es hängt viel mehr dran und dafür ist WL verantwortlich. Wenn WL-Fans jetzt irgendwelche Cyber-Wars anzetteln ist auch das innerhalb der Verantwortung von WL.
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Original geschrieben von Mach007
Fakt ist, Wikileaks bekommt Dokumente diese werden von internen und externen Experten geprüft und dann ohne Wertung veröffentlicht.
Allein die Menge der letzten Veröffentlichungen macht es extrem unwahrscheinlich, dass das vorher geprüft werden konnte. Wenn es geprüft wurde frage ich mich, welchen Sinn die Veröffentlichung irgendwelchen Schwachsinns (was interessiert die Welt, wie Amis über Dirk Niebel denken?) haben soll. Und nochmal, wenn man Dinge veröffentlich muss man sich die Folgen einer solchen Aktion klar machen. Einfach publizieren und sich für alles Weitere nicht verantwortlich fühlen geht nicht.