Moin,
ehrlich gesagt habe ich die beiden Kandidaten vorher auch nicht gekannt. Manchmal huschte ein Bild von denen durch die Presse, man nahm die Nachricht auf, verinnerlichte sie aber nicht weiter. Ist das jetzt das Kriterium? Es gibt von den 80 Millionen Deutschen schätzungsweise 79.999.000 Menschen die ich so nicht kenne um zu entscheiden ob sie präsidiabel sind.
In der gestrigen Nachrichtenberichterstattung wurden die beiden ja mit Kurzporträts vorgestellt und nach meiner jetzigen Meinung sind Köhler und Schwan durchaus präsidiabel.
Zu dem Thema Köhler oder Schäuble hat der Kommentar in den Tagesthemen ein, wie ich meine, treffendes Bild gezeichnet.
Hartmut von der Tann hat es in etwa so ausgedrückt
"Köhler verkörpert das Deutschland wie es sein will, Schäuble das Deutschland wie es ist."
Persönlich bin ich der Meinung, das ein Bundespräsident nicht aus der aktuellen Tagespolitik heraus in dieses Amt gewählt werden soll. Schäuble wäre aus diesem Grund für mich nicht die Wahl, da er zu sehr in der Tagespolitik verhaftet ist. In der er ja auch nicht immer eine rühmliche Rolle gespielt hat. Schäuble hat einen scharfen Verstand und ist ein brillanter Redner aber er ist auch zynisch und arrogant, so kommt er mir jedenfalls vor. Und nicht zuletzt ist die Spendengeldaffäre immer noch nicht aufgearbeitet.
Angefangen mit Heinemann habe ich nun schon ein paar der Bundespräsidenten miterlebt. Es gab schwache und starke Charaktere, aber eines war allen gemeinsam, sie haben Deutschland so gut sie es vermochten repräsentiert und unser Land ist durch ihr Wirken nicht ins Chaos gefallen.
Ein persönliches Bundespräsidentenranking wäre für mich: v. Weizsäcker ganz oben während sich Carstens und Rau die rote Laterne teilen müssten.
cu
PS: Es freut mich, das dieser Thread nun doch nicht, wie von mir befürchtet, allzusehr ins Polemische abgeglitten ist. Ich denke eine Diskussion hier über den möglichen Bundespräsidenten muß eine ganz andere Qualität haben, als das sonst übliche Gezänk.