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Original geschrieben von ITSE
Ist schon manchmal verwunderlich, dass manche "Götter in Weiss" sich nicht mehr normal ausdrücken können ;-))
Was war denn daran schlimm und nicht normal ausgedrückt? "Hintern"? "Treffen"? "Spritze?" Ach ja, der Nerv. Den habe aber nicht ich so benannt. Klar, ich hätte "Ischiasnerv" schreiben können. Dann wüsste man aber genauso gut was gemeint ist, denn wenn man "nervus ischiadicus" nicht kennt, kennt man auch nicht "Ischiasnerv" und umgekehrt.
Mal davon abgesehen ist "Ischiasnerv" ja immer noch keine vollständige Übersetzung, sondern eher "Denglisch für Lateiner". Sollte es eine Übersetzung für "Ischias" geben, ist sie mir jedenfalls nicht bekannt. Übrigens: Wenn Du Deinen Freunden einen "Computer" erklärst, sprichst Du dann auch von "Rechenmaschine" u.s.w.? Des Weiteren trug mein Posting ja ein "@bigbutler" und der sollte dann schon wissen, was gemeint ist...
Wie man die Spritze an der Stelle richtig ansetzt, wird übrigens tatsächlich in Anatomie gelehrt... Sollte man da also nichts gelernt haben, ist die erste Lähmung nicht weit entfernt. In der Klinik lernt man dann, was in der Spritze drin ist...
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Original geschrieben von andi2511
Nichts gegen Anwesende, aber da hier mehrmals das Wort Physikum fiel, nur mal als kleine Zwischenbemerkung: das Physikum ist die erste ärztliche Prüfung im Studiengang Medizin und wird nach vier Semestern abgelegt. Bis dahin hat man nur Grundlagenfächer wie Anatomie, Terminologie, Physiologie, Biochemie usw. und noch kein einziges Mal einen Patienten auch nur annähernd selbstständig behandelt.
Das ist so nicht ganz korrekt. Die vermeintlichen "Grundlagenfächer" beschäftigen sich mehr als einem lieb sein kann, mit der Entstehung, aber auch mit der groben Richtung der Therapie der Krankheiten. Im klinischen Abschnitt wird dann vor allem die Diagnosestellung und die genaue Therapie (welches Medikament in welcher Dosierung? wie geht eigentlich eine Tonsillektomie?), man könnte sagen das "Handwerkszeug" gelehrt. Immerhin darf man mit bestandenem Physikum auch schon anfangen, seine Doktorarbeit zu schreiben, was in anderen Fächern ja erst nach Abschluss des kompletten Studiums möglich ist. Völlig selbstständig behandeln tut man Patienten übrigens erst mit Facharzttitel, vorher als Assistenzarzt, PJ-ler oder Student stellt man seine Patienten immer dem entsprechenden Facharzt vor. Und zumindest an der Bonner Uni den ersten Patienten auch schon vor dem Physikum... 
Ganz allgemein gilt natürlich schon: Ein Medizinstudent im Forum ersetzt nicht den Arztbesuch und ein Jurastudent nicht den Besuch beim Anwalt. Deshalb sollten gerade die Studenten aufpassen, dass sie nur das schreiben, was sie wissen und dazu habe ich ja bigbutler angehalten. Das gilr letztlich aber auch für einen Augenarzt, der was zur Tonsillektomie schreibt und ist im Hippokratischen Eid (den bigbutler in seinem Ethik-Wahlfach bestimmt ausgiebig behandelt hat) auch so verankert... 
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Wenn hier uns also jemand etwas von korrekten Behandlungsmethoden erzählen will, der noch nichtmal in der klinischen Phase des Studiums ist, dann weiß ich ja, was ich davon zu halten habe.
Du hast recht, damit sollte man sich zurückhalten. Das hat aber hier keiner getan, keiner hat die andere Behandlungsmethode als völlig falsch abgetan. Ich habe daraufhingewiesen, dass es keine Studie gibt, die den Wert der neuen Behandlungsmethode unterstreicht (diese Studie würde dann übrigens wohl von einem Studenten erstellt, der als einzige Prüfung bisher das Physikum bestanden hat) und bigbutler hat gesagt, dass ER die neue Behandlungsmethode vorziehen würde, was eben seine persönliche Entscheidung ist...
Worum es mir ging, ist die Methode, wie ich Patienten menschlich behandle. Und da nimmt man in der Vorklinik mit den 2 bzw. 3 Monaten Pflegepraktikum wahrscheinlich mehr Patientenkontakt mit als in einem Jahr Stationsarzt (bei der ganzen Verwaltung, die man dann machen muss). Jeder und insbesondere der kranke Mensch hat eine Intimsphäre und die hat JEDER im medizinischen Beruf, ob Arzthelferin, Krankenschwesterschülerin, Student im 1. Semester oder Professor, zu achten!
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Ach ja: meine Schwester hatte das Fach Terminologe in ihrem Studium an der Charite in Semester 1, das schwafeln wird also zumindest in Berlin ganz zu Beginn gelehrt 
Das ist in der Tat überall so, der Schein ist Grundvorraussetzung für alle anderen Scheine, was ja auch Sinn macht, da man sonst wohl schlecht den Vorlesungen folgen kann. Der Inhalt ist aber wirklich nicht wild und entspricht ungefähr den ersten 4 Wochen Latein an der Schule... 
bigbutler4
Stell Dir eine Patientin vor, die Brustkrebs hat und deren Brust nun entfernt werden muss:
- "Sie haben ein Mammakarzinom. Wir müssen eine Mammektomie machen, dann geht es Ihnen besser."
- "Sie haben einen bösartigen Tumor in ihrer Brust. Wenn wir nichts unternehmen, werden sie wahrscheinlich in 3 Monaten sterben. Wir können die Brust entfernen. Das ist ein gefährlicher Eingriff, bei dem sie auch sterben könnten, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht so hoch. Wenn uns die Operation gelingt, haben Sie gute Chancen noch viele Jahre zu leben."
- "Sie haben Krebs in Ihren Titten, daher müssen wir Ihnen die Titten abschneiden. Daran können sie Hops gehen, aber sterben müssen wir ja alle irgendwann."
Die von Dir beschriebenen würden wohl 1 nehmen, Du würdest offenbar 3 nehmen. Ich würde die Nummer 2 nehmen...