Nun gebe ich meine Meinung auch mal zu Besten, da sich hier ein paar ziemlich an wenigen Argumenten festgebissen haben.
Ich finde, dass Israel absolut überreagiert hat. Irgendwie sind die immer noch in ihrer Meinung verharrt, sie müssten absolute Vergeltung ausüben, wie sie es auch bei der letzten WM in Deutschland in München geschwört haben.
Damit will ich jetzt nicht gegen einen durchaus legitimen Anspruch auf Verfolgung der Täter in Frage stellen. Ebenso wenig stelle ich den Anspruch Israels auf einen eigenen Staat in Frage, was genauso für Palästina gilt.
Die religiöse Diskussion hier bringt rein gar nichts. Die einen sagen, man können nicht uralte Sachen rauskramen um heute darüber zu diskutieren, wer denn aus heutiger Sicht Schuld oder Nichtschuld hat.
Religion draf niemals als Grund für einen Krieg benutzt werden. Der Spruch stammt nicht von mir sondern den hat mal ein schlauer Mensch gesagt, dessen Name mir entfallen ist. Sicher, jetzt könnte man natürlich sagen, die Christen haben die Kreuzzüge geführt usw. Aber dafür hat sich die Katholische Kirche entschuldigt, was den obigen Spruch nochmals unterstreicht. So ziemlich alle Religionen haben zum Ziel, dem Lauf der Dinge eine gewisse Ordnung zu geben und sie mit der Vorsehung einer höheren Kraft (sei es nun ein Gott oder mehrere Götter, die Natur oder einfach nur eine unbestimmbare Kraft) zu erklären. Und eben darum wird in keiner der Religionen gepredigt, dass man miteinander reden soll und wenn das zur Durchsetzung der eigenen Ansprüche nicht reicht, Krieg geführt werden soll. Alle Religionen sind im Prinzip friedliebend und -predigend. Daher taugen sie meiner Meinung nach nicht um einen Anspruch auf ein Land oder zum Führen eines Krieges zu untermauern.
Wenn ich das richtig verstanden habe ist es zum Zwist zwischen Israelis und Palästinensern erst deswegen gekommen, weil nach dem Zweiten Weltkrieg und der im Grunde genommen weltweiten Judenverfolgung (war ja kein rein deutsches Problem, auch in anderen Staaten wurden Juden verfolgt) eine Bleibe für die noch verbliebenen Juden gesucht wurde. Was bot sich da besser an als das Gebiet des ehemaligen jüdischen Königreiches (was es, rein geografisch, heute ja nicht so ganz ist, aber in etwa). Das dumme war nur, dass diese Gebiete von den Palästinensern bereits besiedelt waren. Und in genau diesen Gebieten wurde nun den Israelis ein Anspruch auf einen Staat zugesprochen. Dies führte also zu Zwangsumsiedlungen mit den üblichen Folgen (siehe China und der Zweischluchtenstaudamm).
Die UN nahm den Staat an und unterstützte ihn. Die Briten, die das Staatsgebiet als UN-Protektor befehligte, übergab das provisorische Staatsgebilde an die Israelis zurück und macht hierbei ein paar eklatante Fehler, die nun bis heute in die kriegerischen Ausbrüche hinauswirkt.
Quelle: GEO Epoche "Judentum" (Das war jetzt eine Zusammenfassung, so wie ich sie verstanden hab.)
Ok, das erklärt nun nicht, warum welche Seite nun mehr Recht oder Unrecht hat, auf ein geografisch wenig fruchtbares Fleckchen Erde, warum es sich lohnt, wegen dieser gegensetzlichen Ansprüche, wegen unterschiedlicher religiöser Ansichten, wegen unterschiedlichem Aussehen und was auch immer, einen Krieg zu führen.
Ein Krieg, der zu nichts führt, außer zu Verlusten auf beiden Seiten.
Die angebrachten Argumente, Hamas=Terroristen, Israelis=Hardliner mit der entsprechen Unterstützung (inkl. modernster Waffen) usw., alles soweit ok. Jeder hat auf seine Art Recht. Nur damit kommts nie zu einem Ergebnis und damit zu Frieden.
Im Prinzip, und damit werde ich jetzt bestimmt gleich beworfen, sind die Ansprüche der Israelis und der Palästinenser absolut gleich und damit auch gleich legitim: Beide wollen einen eigenen Staat, auf nahezu dem selben geografischen Fleckchen Erde und auch noch mit der selben Hauptstadt. >Das< und nichts anderes sind die Ansprüche. Was da noch alles eingeworfen wird, wie kompliziert doch alles ist und wieviele Gründe für diese oder jene Seite sprechen sind Makulatur, weil sie nur Argumente für einen Krieg, aber nicht für einen Frieden sind. Frieden gibt es nur, wenn beide Seiten endlich sich gegenseitig anerkennen, verstehen, dass beide im Prinzip das selbe wollen und hierfür eine gemeinesame Lösung finde. Eine politische Lösung, keine kriegerische.
Um nochmals zum eigentlich Thema zurückzukommen: Ich finde, dass Israel mit diesem absolut überzogenen Angriffskrieg, nicht nur auf Palästinenser (die ja nicht alle zur Hamas gehören und damit nicht alle schlecht sind), sondern auch auf die umliegenden angeblichen Unterstützerstaaten (die nicht alle zur Hisbolla gehören und damit nicht alle schlecht sind), sich selbst um den Anspruch gebracht hat, einen eigenen Staat haben zu wollen. Es verhält sich damit wie ein Kind, dem man das Spielzeug weggenommen hat und dass dann alle im Haus narrisch macht, bis es sein Spielzeug wieder hat. Israel verhält sich in diesem Sinne absolut unreif und disqualifiziert sich damit selbst, einen demokratischen, legitimen und souveränen Staat führen zu wollen, inkl. aller nationalen und internationelen Rechte und Pflichten und Verantwortungen.
Nicht, dass mich hier jemand falsch versteht. Israel soll von mir aus einen eigenen Staat haben. Er mag auch historisch legitim sein (ich sehe mich nicht in der Lage dies entscheiden zu können). Aber dann müssen sie erst mal erwachsen werden und versuchen ihren Staat politisch durchzusetzen. Politische Konflikte (und nichts anderes ist das, was Israelis und Palästinenser um den eigenen Staat da austragen) können auch nur politisch gelöst werden, niemals kriegerisch.
Und ein auf Waffen bzw. dem Militär begründeter bzw. aufrecht erhaltener Staat hat nie lange überlebt. Dazu braucht es nur einen Blick in die Geschichtsbücher.
Was also bleibt? Die beiden sich selbst überlassen? Sack drüber und draufgehauen, weil es immer den richtigen treffen würde? Vermittlung? Ich weiß es nicht. Denn all das ist schon versucht worden und es ist immer gescheitert. Zu Streit gehören immer zwei, zum Frieden auch. Also hängt es allein an den Israelis und den Palästensern, eine einvernehmlich Lösung zufinden. Wenn beide darin ein Einsehen hätten und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit erkennen würden, wäre eine Lösung nicht mehr weit.
Aber wie mir scheint sind beide blind in ihrer fanatischen Durchsetzung ihrer Ansprüche und blind gegenüber dem Leid, dass sie sich gegenseitig und ihren eigenen Völkern im Namen ach so hehrer Ziele antun.
Ich bin gespannt, aber nicht allzu optistischen, über das, was in 50 Jahren in den Geschichtsbüchern über diesen Konflikt stehen wird.
Der Mensch ist schon ein seltsames Tier. Eine Maus würde niemals ein Gerät erfinden, mit dem sie eine andere Maus töten könnte.