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Original geschrieben von derAL
1: Ein großes Interesse. Ich habe das einige Beiträge vorher schon erläutert. Die Aktionäre sind Inhaber von Apple. Sie entscheiden über die Zukunft des Boards. Kein CEO dieser Welt will es sich mit den Kapitalgebern verscherzen. Das Motto 'Dessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe' gilt auch hier. Extern hat das natürlich einen gewissen Showcharakter. Intern nimmt man solche Forderungen jedoch sehr ernst.
Es gibt aus gutem Grund eine Trennung zwischen Anteilseignern und der Unternehmensleitung.
Das Unternehmen ist zuerst den Kunden gegenueber verpflichtet, dann den Mitarbeitern gegenueber - und erst danach kommen die Aktionaere. Letztere partizipieren daran, dass das Unternehmen bei seinem eigentlichen Geschaeft einen guten Job macht.
Klassische Anteilseigner investieren langfristig und werden fuer ihr Investment durch Dividendenzahlungen entlohnt; von steigenden Kursen profitieren sie nur, wenn sie ihre Anteile wieder verkaufen, was nicht im Sinne des Unternehmens sein kann.
Spekulanten dagegen geht es nur um die (ggf. kurzfristige) Steigerung des Aktienkurses, damit sie dann moeglichst viel Profit abschoepfen koennen, wenn sie wieder aussteigen. Wenn man diesen Geiern Einfluss gewaehrt, werden die Unternehmen zu allerlei kurzsichtigen, langfristig oftmals kontraproduktiven oder gar geschaeftsgefaehrdenden Entscheidungen gezwungen. Das geht bis zur Aufnahme von Krediten, nur um diese als Dividende auszuschuetten - unter der Last des Kredits aechszt und zerbricht das Unternehmen ggf., die Kosten dafuer traegt dann die Gesellschaft. Den Geiern ist das egal, denen geht's ja nicht um das langfristige Wohl des Unternehmens, sondern nur um ihren Profit.
Wenn Apple so unterbewertet ist wie Icahn das glaubt, dann sollte er alles Geld zusammenkratzen was er kann und gar Kredite aufnehmen, damit er mit seinem Geld moeglichst viele Apple-Anteile erwerben kann.
Wenn Icahn dagegen mit der Arbeit des Managements nicht zufrieden ist, sollte er einen moeglichst grossen Teil der Aktionaere davon ueberzeugen und so Veraenderungen herbeifuehren. Ist natuerlich viel aufwaendiger als das effekthascherische Verfassen eines offenen Briefs.
Eine weitere Alternative waere, dass er einfach sein Geld nimmt und in andere Unternehmen investiert, bei denen er groessere Reditechancen sieht und/oder die offener fuer seine Einflussnahme sind.
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2: Haben sie doch. Schau Dir bitte mal die Preisentwicklung des 5c an. Sie ist mittlerweile recht attraktiv.
Da drehst du die Tatsachen im Nachhinein zurecht. Als das 5C letztes Jahr kam, gabs von den ach-so-einflussreichen Fordernden nur lange Gesichter.
Dass das Apple-Management natuerlich langfristig plant und nicht so kurzfristig wie von den renditegeilen Spekulanten gefordert, liegt auf der Hand.
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Und auf den schwindenden Marktanteil reagiert man, indem man das macht, was noch vor gar nicht so langer Zeit eine Bastion der Undenkbarkeit war: Ein großes Display mit bis zu 5,5 Zoll.
Auch da hab ich meine ernsthaften Zweifel, dass dies an den Forderungen der Heuschrecken liegt.
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3: Sie haben Einfluss. Einen guten Job machen sie. Damit das so bleibt, benötigen sie Kontrolle und Kritik. Und an der Stelle sind Icahn und Co. ein Segen.
Durch schlichte Wiederholung wird's nicht wahrer. Es bleibt dabei, dass der vermeintliche Einfluss nicht belegbar ist.