Beiträge von wrywindfall

    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Also, wenn ich das hier:


    http://www.tagesschau.de/inland/berlin158.html


    recht verstehe, will Pro-Reli, daß man zwischen Ethik und Religion als Pflichtfach wählen kann. Derzeit kann Religion nur zusätzlich zu Ethik als Fach gewählt werden.
    Ist das korrekt?


    Nicht wählen kann, sondern wählen muss! Genau, derzeit ist Ethikunterricht für alle verpflichtend und Religion freiwillig. ProReli möchte gerne, dass es eben keinen gemeinsamen Unterricht mehr gibt, sondern geteilt wird.


    Die Kritiker hier tun ja so, als wenn im Ethikunterricht nur "gelabert" wird mit "hohlen Phrasen". Dem ist aber nicht so. Vielmehr sollen hier alle Schüler ohne Ausnahme, egal mit welchem Hintergrund (Religion, Weltanschauung etc.) über Werte und Anschauungen diskutiern können.


    Was mir die Kritiker nicht wirklich verständlich machen können: ein Satz: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" vom Religionslehrer ist gut und ein Satz vom Ethiklehrer: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu!" ist bäh, weil kein "ordentlicher" Hintergrund?

    Das Problem ist nicht pro oder contra Religionsunterricht, sondern pro oder contra Ethikunterricht. ProReli will ein oder, es handelt sich also, um mal mit Monty Python zu argumentieren, um "Spalter", während ProEthik ein und möchte. Auch ich habe nichts gegen Religionsunterricht, wenn er nicht ausschließlich angeboten wird.


    Von Mitbürgern islamischer Herkunft wird ja immer verlangt, sie müssen sich integrieren. Beim Religionsunterricht hätten sie es dann nicht mehr nötig, weil sie ja Ethikunterricht abwählen könnten. (übrigens ein Argument, mit dem ich meine Freundin überzeugen konnte!) Aber auch die Christlichen dürfen dann spalten, denn sie müssen ja nicht mehr mit anderen zusammen kommen, sich also auch nicht integrieren. Tolles Vorbild! Es geht tatsächlich darum, den Ethikunterricht zu verdrängen, nicht mehr und nicht weniger.


    Und wenn man sich einige Gegenden hier in Berlin ansieht, kommt man nicht wirklich auf die Idee, dass Eltern ihren Kindern grundsätzliche Werte vermitteln könnten. Die können denen ja nicht mal einen geregelten Tagesablauf vorleben... :rolleyes:

    Klar, da sind wir einer Meinung. Ich erkenne doch auch die Hütchenfahrer, oder diejenigen, die bei ihrem Tempo nicht mehr lebend am Ziel ankommen werden. Selbst als Autofahrer fahre ich da ja vorausschauend und kann inzwischen auch voraussagen, wer garantiert noch vor mir mit 110 nach links auf der Autobahn ausschert. Natürlich erst im letzten Augenblick, bevor ich vorbei wäre, aber noch so weit vom LKW weg, dass ich in seiner Überholzeit 3x an ihm vorbei wäre, und dabei mindestens 10 Autos hinter sich her ziehend, sonst lohnt es sich ja nicht...

    Das ist ja genau die Argumentation von ProReli auf der Sachebene. Aber vorgetragen wird das ganze, als wenn die Freiheit bedroht ist (sämtliche Datenskandale und Herrn Schäuble mal außen vor, aber das ist ja schon wieder polemisch).


    Problematisch ist aber, dass dann jeder nur für sich sein wird. Christen diskutieren in ihrem Unterricht über den Islam und die islamischen Kinder in ihrem Unterricht über das Christentum. Aber nicht gemeinsam. Und die Chance haben sie beim Ethikunterricht. Gemeinsam diskutieren und dann freiwillig noch eigenen Religionsunterricht, so wird ein Schuh draus.

    Zitat

    Original geschrieben von rajenske
    In welchem Fach sonst sollen sich z.B. katholische Kinder und muslimische Kinder sich direkt austauschen über ihre Religionen? Ethikunterricht (oder wie man immer es nennen mag) ist prädestiniert dafür.


    Damit gibst du genau meine Meinung wieder. Und deswegen stehe ich auch zu meinem "Nein" beim Volksentscheid. Im Übrigen wird auch genau das im Ethikunterricht gemacht. :top:


    P.S.: Ich spendiere dir ein "t". ;)

    Zitat

    Original geschrieben von herold
    Ich bin eh der Meinung, dass man als Motorradfahrer der bessere Autofahrer ist. Man hat eine Nase für Gefahren, weil absteigen tut in der Regel weh. ;)


    Gruß herold


    Einspruch, Euer Ehren! Das mag vielleicht für dich gelten, aber ich erlebe oft genug, dass auf Teufel komm raus vorbei gezogen wird. Letztens bei mir um die Ecke an einer Kreuzung, ich fahre langsam rüber, weil es sich dahinter staut (Baustelle). Da kommt ein Motorradfahrer mit mindestens 90 Sachen an mir noch vorbei geschossen, muss dann aber auch voll bremsen und wieder rechts rüber ziehen, weil es sich ja danach staut. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich vor Schreck nur 50cm nach links gezogen hätte... :rolleyes:


    Und damit habe ich nicht gesagt, dass alle Motorradfahrer unverantwortliche Raser oder so was sind. Diesen Disclaimer muss man ja oft anbringen, damit hinterher eine einigermaßen sinnvolle Diskussion noch möglich ist!

    Ich denke, der Volksentscheid wird ausgehen, wie der zum Flughafen Tempelhof. Aus dem Westteil der Stadt werden sich viele beteiligen, aus dem Ostteil nicht. Im Endeffekt wird zwar eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen dafür sein, aber es wird nicht die Mindestzahl, dass der Volksentscheid als angenommen gilt, erreicht.


    Im Endeffekt viel Wind, Geldverbrennung und Energieverschwendung um nix.