Und nochmal: Letztens gabs einen Artikel im Tagesspiegel (den ich leider nicht mehr finde), in dem ein Philosoph etwas interessantes schrieb: Religionsunterricht nimmt eine Sonderstellung an der Schule ein, weil der Lehrer sich zum Inhalt bekennen muss, also die Religion nur "von innen heraus" erklären darf. Ich kann Geschichtsunterricht über die Zeit des Nazi-Gelumps machen, ohne davon überzeugt zu sein (und auch zu dürfen!). Das geht im Religionsunterricht nicht. Mit anderen Worten: sich kritisch diesem Thema zu nähern ist durch die Verkörperung in der Person des Lehrenden schon merkwürdig. Oder pointierter ausgedrückt: kann ich bei einem überzeugten Raucher unvoreingenommen etwas über Risiken und Nebenwirkungen lernen? Und noch einen von mir drauf: Hier entscheiden (wieder mal) Eltern für ihre Kinder. Wohin das in der Erziehung führt, vor allem, wenn sich der Staat raushalten soll, sieht man leider immer wieder... 
Ich habe zu Religion deswegen ein zwiegespaltenes Verhältnis, weil ihre Vertreter und deren Institutionen mir suspekt sind. Ein "hoch gebildeter" Professor, seines Zeichens damals Bezirksbürgermeister und Mitglied einer Partei mit dem "C" im Namen, nebenbei noch Laienprediger in der Kirche sagte zu mir, als er erfuhr, dass ich nicht getauft bin: "Na da haben deine Eltern aber was falsch gemacht und du kommst dann in die Hölle!". :eek: Das hat er mit vollem Ernst gesagt, denn er hatte noch andere Sprüche drauf. Und dass solche Leute entscheiden, wie Religion vermittelt wird, läßt nicht nur mir den ein oder anderen kalten Schauer über den Rücken laufen.
Deswgen: Religion ist Privatsache und darf nur zusätzlich zum sonstigen Unterricht sein. Ich kann darin keine radikale antireligiöse Haltung erkennen, denn wer mich kennt, weiß, dass ich sehr viel "religiöser" bin, als so mancher Institutionszeitgenosse.