Warum sehe ich diesen Thread erst nach so langer Zeit?
(und das vor allem, wo ich doch meine Diplomarbeit zum Thema religiöse Konversion geschrieben habe)
Tja, für mich persönlich fallen Glauben und Kirche auch auseinander. Die Kirche ist von der Tradition her eine hierarchisch organisierte Institution. Immerhin wurde sie von einem ehemals römischen Beamten gegründet und beruft sich auf jemanden, dem es weniger um eien Institution als um einen Inhalt ging. Genau das ist zu bedenken, wenn man "Kirche" befürwortet (was nix mit dem "Glauben" zu tun hat! denn immerhin war die katholische Kirche so klug, bis vor ca. 500 Jahren alle Konkurrenzunternehmen platt zu machen!). Man kann also glauben, ohne in einer Institution gebunden zu sein, vor allem heute in Großstädten, wo es nicht mehr diese sozialen Zwänge gibt.
Aber vielleicht sehe ich das auch nur so, weil mich meine Eltern nicht haben taufen lassen, wofür ich ihnen dankbar bin. Sie sind nicht bei dem (Schein-)Argument: "Da wirds ihr Sohn später mal schwerer haben!" eingeknickt! (das einzige mal, wo es Auswirkungen hatte, war bei dem Stiefvater einer Ex-Freundin damals, der mir mit den Sätzen kam: "Da haben ihn aber seine Eltern falsch erzogen und er kommt später in die Hölle!", was zu verschmerzen wäre, wenn dieser Herr nicht damals Bezirksbürgermeister und in einer Partei mit dem "C" am Anfang gewesen wäre und jetzt immer noch gut verdienender Professor ist
).
Das einzige, was nervt, sind diese ewigen Fragebögen des Finanzamtes, die mich regelmäßig nach meiner Kirchenzugehörigkeit fragen. Ich werde ihnen am besten Jedes Jahr den in allen Fragen mit "Nein" beantworteten Fragebogen erneut zufaxen. Und dass bei verheirateten Paaren der Partner, wenn sein anderer Partner arbeitslos ist, die Kirchensteuer mitzahlen muß, auch wenn er selbst nicht in der Kirche ist, ist wahrlich Abzockerei. Nix anderes!
