Zitat
Original geschrieben von DUSA-2772
Ist ADS inzwischen eigentlich im DSM drinne? Im ICD-10 bestimmt nicht... Naja, vermutlich sind se da grad am einarbeiten für die nächste Version. Wie gesagt, ist nicht meine Baustelle, ich vertreib mir meine Arbeit mit den anderen Verrückten 
Aber Herr Kolleesch: F90.x und 314.x , das hättest selbst du wissen können... 
ADS, ADHS und HKS sind Modediagnosen (wie vor 10 Jahren "Borderlinestörung"), wo einfach versucht wurde, ein komplexes Störungsbild irgendwo rein zu wursteln. Mit dem Erfolg, dass inzwischen nicht nur jede/r was darüber weiß und eigentlich nix darüber weiß, sich aber prima Medikamente, Ratgeber und all so ein Zeugs verkaufen lassen (Da gibts von O. Neuberger eine prima Arbeit darüber, wie der Begriff "Mobbing" platziert wurde und wie daraus dann eine Industrie entstanden ist, die sich natürlich dann heftig gegen Neuberger gewehrt hat, natürlich mit Mobbingmethoden :D).
Aber ich schweife ab...
Von Ferne lässt sich schlecht eine Diagnose stellen, die kann der Experte nur im längeren Gespräch und aus dem Augenschein erstellen. Also: hin zu diesen Leuten! Und nicht mit Medikamenten vollhauen lassen, denn im Allgemeinen hat eine psychische Störung (sorry, aber so wird der Begriff nun einmal verwendet) immer Biologische, Psychologische und Soziale Ursachen. Mit anderen Worten: es sollte genauso ins Umfeld eingegriffen werden wie ins Innere des Menschen!
Konkret: ein regelmäßiger, strukturierter Tagesablauf hilft schon einiges. Dabei sollte Bewegung nicht um jeden Preis gehören, sondern sinnvoll eingebaut werden. Oft wird ja zu sehr gedacht, wie man zu funktionieren hat, anstatt sich zu fragen, was einem gut tut. Auch aus diesem Druck können depressive Verstimmungen entstehen! Also: möglichst kein Schlaf nachmittags, denn der zestört den Wachrhythmus. Besser ist ein regelmäßiger Schlaf, auch wenn du gar nicht müde bist. Du musst da deinen eigenen Rhythmus finden. Und wichtig ist auch, sich nicht selbst unter Druck zu setzen.
Und nochmal zu AD(H)S: es ist unfair, dies nur bei dem Betroffenen zu diagnostizieren, ihn quasi zum "Kranken" und "Gestörten" abzustempeln, denn krank und gestört ist oft sein Sozial-(=Familien-)System. Aber es ist oft bequemer, denjenigen, der "anders" ist abzustempeln, als sich mit verändern zu müssen... 