Äh, ich denke nicht, dass so ein Bericht bei den betreffenden Personen so eine Wirkung entfalten wird. Tanja hat ja selbst gesagt, dass sie anfangs auch meinte, nie zu spritzen und dann hat sie es doch getan. Auch der Ausspruch, dass sie immer wieder aufhören könnte, waren Schutzbehauptungen.
Das Problem ist doch so ähnlich wie beim besoffen Auto fahren (der Vergleich hinkt scheinbar, aber später nicht mehr!): man kann den Jugendlichen Filme über Unfälle etc. zeigen und erreicht nur die, die sowieso nicht voll drinhingen. Der Hardcore-Raser sagt sich, dass es ihn eh nicht trifft, warum sollte ihn das abschrecken. Obwohl, wenn immerhin 80% gerettet werden, dann ist das auch schon was.
Was ich vermißt habe, war, dass man Tanja von Anfang an hätte härter und konsequenter anpacken müssen. Dieses wohlwollende Rumeiern hat das noch schlimmer gemacht und dann war es zu spät. Ihr Problem läßt sich ja kurz zusammen fassen: Sie empfand Schmerz und die Welt war grau, also Lösung: Drogen, um alles bunter zu haben und dem grauen zu entfliehen. Problem: die drogenwirkung verfliegt , aber es sist immer noch grau, also Lösung: noch mehr Drogen etc. Leider lernt man in der Zeit aber nicht, wie mein sein Leben in die Hand nehmen könnte, also wieder: Drogen. Dann ekelt man sich vor sich selbst, also: Drogen. Ihr Problem ist: sie hat nie gelrnt, dass das Leben eben angepackt werden muss und sich nicht nur um die Droge dreht!
Interessant übrigens ihr kurzes Erwachen, als der langjährige totkranke Freund stirbt: der hätte gerne weiter gelebt, während sie sich nach und nach umgebracht hat.
Also meiner Meinung nach brauchen die Leute weniger Entsetzen und Mitleid, als tatkräftige Führung. Aber vielleicht liegt das ja auch daran, dass ich Psychoonkel bin...