Ringkauf ist nicht ohne!
Hi,
also wir haben bei unseren Trauringen (585er) 2/3 Weissgold und 1/3 Rosegold, mattiert - nicht glänzend. Aber die Konzeption und Planung überließ ich weitestgehend meiner Frau, deren Geschmack war besser als meiner.
Für den Tragekomfort und Ratschläge stand der fähige Juwelier dann zur Seite
Muss mal nachsehen, wie die genauen Maße von unseren Ringen waren.
Denn durch das Tragen und Scheuern der Finger wird das Gold mit der Zeit wieder glänzend, sehr blinkend glänzend. Muss dann so alle 8 Wochen mal wieder mit einem Mattierschwämmchen matt bebürstet werden.
Gehe unbedingt zu einen fähigen Juwelier! UNBEDINGT!
Wir waren bei uns im Kaff bei einem fitten Juwelier, der hat darauf bestanden uns verschiedenste Ringformen aufzutragen, damit wir den Ring auch nach einiger Zeit noch gerne tragen. Und es hat sich gelohnt. Ich kann meinen Ring wochenlang tragen, ohne das er stört. Zuerst hat er die Form des Ringes ermittelt. Ohne Kanten, sonst ist es ein Qual beim Arbeiten, Handieren usw.
Hierzu hat er von der uns ausgesuchten Form dann Silberdummies (925er) gemacht, die durften wir dann eine Woche tragen und beanstanden. Okay oder nicht, was sollte noch verändert werden? Ein Zehntel mm ist fast schon ein Welt bei der Haptik, also bei gefühlten Tragen der Ringe. Je dünner desto angenehmer, aber unter der Berücksichtigung der Stabilität. Die Silberringe gingen als Muster zurück. Dannach hat er uns erst die beiden Goldringe (Weiss/Rosegold) gefertigt. Und wir sind vollstens zufrieden.
Farbe: Gelbgold ist oft sehr aufdringlich. Die Farbe des Ringes muss auch zu deiner Hautfarbe, Brille oder auch anderen Schmuck und Kleidung passen.
Auch das Alter ist wichtig, je älter der Mensch wird, soll der Schmuck von den altergegebenen "Unschönheiten" (Hautveränderungen, Falten usw.) der Person ablenken. So sind wir zu unseren Weiß-Rosegold gekommen. Passt einfach zu uns und ist nicht so aufdringlich wie Gelbgold.
Anlaufen: ist beim Tragen nicht, da sich der Ring immer wieder am Finger selber dreht und durch die Finger immer wieder selber auf hochglanz poliert.
Goldqualität: Der beste Kompromiss ist 585er Gold, da sehr formstabil und Kratzer- und Mackenunempfindlich ist. Bei 750er siehst Du jeden kleinsten Stoss und Kratzer daran, noch schlimmer wenn der Ring von Natur aus glänzend Gelb ist. Matt ist prima. 750er ist zu weich, um es tagtäglich zu tragen. Freunde von uns haben sich 750iger ausgesucht und sind mit der Stabilität nicht zufrieden und würden es nicht mehr machen. Auch ist deren Ring sehr kantig und der Mann trägt den Ring so alle vier Wochen mal für einen Tag, da ihm der Ring sehr unangenehm ist, meiner Meinung nach weil er so bockel-kantig ist, wie ein Goldflachstück einfach zusammengemacht. 333er - ich weiss nicht. Wird halt billig sein vom Preis her, oder?
Haltbarkeit: Bis Du einen Goldring aufarbeitest hast Du schon die 3. Frau geheiratet. Denn kannst Du mit deinen Fingern nicht durchscheuern. Deformieren durch Gewalt sicher, aber aufarbeiten bestimmt nicht.
Richtig ist aber, dass Ringe wenn man sie Jahrzehnte hat, irgendwann mal umgearbeitet werden.
Verarbeitung: Keine Ringe aus der Türkei (ein billiger Türkeiurlaub wird gerne dazu verwendet günstige Trauringe zu kaufen) oder gegossene Ringe. Unsere sind aus Goldrohrstücken gefertigt und verbunden (irgendwie gezogen und dreimal umgestülpt und somit bombenfest verbunden, wenn ich es richtig verstanden habe).
Ringe aus der Türkei (Orient) sind nach einen anderen Fertigungsverfahren gefertigt als handgemachte Ringe bei uns. Ringe aus der Tschechei werden zum Beispiel oft gegegossen, solche Ringe können schlecht nachgearbeitet werden z.B. Weiten oder Verkleinern wenn sich die Griffel mal verändern.
Steine: Bei dem Frauenring sind oft noch Steine eingearbeitet, bei Mann nicht. So muss der Frauenring etwas stärker (Dicke und Breite) sein als der Männerring um den Stein genug Goldfleisch zum Einbetten zu geben.
Meine Frau hat auf einen Stein verzichtet, da sich die Ringstelle mit dem STein in Laufe der Zeit nach unten (Handinnenseite) bewegt durch die "Unwucht", die der Stein am Ring erzeugt. Klingt jetzt etwas doof ist aber so, bestätigt der Juwelier und das befreundete Ehepaar mit den 750iger Ringen, hier hat die Frau auch 3 Steinchen im Ring, bei der Schwägerin das gleiche Phänomen (die hat den Ring von unseren Juwelier).
Gravur: Name und Hochzeitsdatum, wenn kirchlich dann dieses auch noch.
Preis: War nicht supergünstig, aber allemal ihr Geld wert. Wir haben so 750.- Euro (alles inclusive Gravur usw.) für unsere beiden Ringe bezahlt.
Da ich oft etwas ruppige Aktionen mit meinen Finger mache habe ich mir nach meinen goldenen Ehering noch einen aus Edelstahl gleicher Form und fast gleiche Farbe machen lassen für 30.- Euro. Der kommt dann immer zum Einsatz wenn ich klettere oder Bootfahre oder an meinen Moped rumschraube, dafür ist mir der goldene zu schade.
So das wars fürs erste.
Bei Fragen helfe ich gerne weiter.
Ach ja: Herzlichen Glückwunsch zur lebensveränderten Entscheidung. Ich habe es keinen Augenblick bisher bereut.
Gruss an die zukünftige Gemahlin.
Viele Grüsse
ingo61