Beiträge von felixlein

    Ich sehe dem ganzen positiv entgegen. Wenn wirklich bedarf da ist, weil sehr viele Leute sich das N900 holen, dann entsteht auch eine entsprechend große Community und die sachen werden irgendwie realisiert ... weil halt der Bedarf da ist.


    Eine andere positive Seite von maemo ist mir heute eingefallen. Für Nokia wird es wirklcih leichter mit den Updates. Vorher musste für jedes Handy eine passende Firmware gemacht werden. Mit der Debian/Linux Architektur des OS müssen lediglich Updates und evtl. spezielle Treiber nachgereicht werden. Ist wie mit einem Desktop PC. Das OS kann alles, braucht nur Treiber und das wars.

    Mich wundert es das Nokia schon in einem Monat mit MAEMO 5 an start geht und momentan noch kein final MAEMO 5 SDK draußen ist... die scheinen ja wirklich noch zu werkeln

    Zitat

    Original geschrieben von schnuff1971
    Tja, bei einem Internet-Tablett scheint halt auch "nur" ein Internet-Radio integriert zu sein...
    Persönlich nutze ich dank Internet-Flat eh lieber Internet-Radio und vermisse das Nokia-Internet-Radio sehr auf meinem 5800. :(


    Maemo / Debian kann von haus aus Internet radio... mit dem gstreamer libs kann es fast alles abspielen

    Nokia hat verschiedene Entwicklungsabteilungen... die einen bauen Symbian S60 und die anderen halt Maemo. Nokia wär schön blöd S60 nicht zu planen, da sie nicht wissen können ob Maemo erfolg hat und zweitens muss sich Maemo ersteinmal etablieren... also ist es erstmal nicht verkehrt zweigleisig zu fahren.

    Zitat

    Original geschrieben von JockelB
    Bin halt gespannt, ob das N900 nur ein Randprodukt (wie die Tablets vorher) bleibt, oder ob Nokia mit Maemo richtig in die Offensive gehen möchte im Highend/MID-Bereich.


    Ich denke das ist Nokia geheimer Plan, mit Maemo richtig durchzustarten... deswegen haben die S60 5th nicht sooo fett gemacht, denn wenn Maemo kommt, haut es alle um :D

    Ich habe mir gestern mal die Mühe gemacht und das MAEMO 5 SDK ausprobiert, um zu schauen was genau dahinter steckt.


    Es ist kein neues Betriebssystem, weil es Maemo schon eine weile gibt, und Betriebssystem passt auch nicht, weil es eher eine Distribution ist. Maemo ist eine Erweiterung von Debian Linux. Genau wie Ubuntu nimmt Maemo die Quellen von Debian und passt sie an ihre Bedürfnisse an. In diesem Fall speziell für ein Mobiltelefon.


    Ok, was haben wir jetzt? Wir haben eine Art Ubuntu für Mobiltelefone die auf ARM-Architektur basiert? ARM? Ja das ist der Befehlssatz der CPU. Desktoprechner haben x86. x86 verbraucht mehr Strom als ARM, dafür hat x86 mehr Befehle. Kann man sich wie Prozessorsprachen vorstellen.


    Das klingt ja jetzt wie, das alles was auf Ubuntu läuft, läuft auch auf Maemo? Jein! Die meisten Anwendungen werden für x86 verfügbar gemacht. Man kann, sofern man den Quellcode hat, das Programm neu kompilieren für ARM Architektur. Das ist schon cool, allerdings muss das ganze auf dem Bildschirm auch darstellbar sein.


    An dieser Stelle kommt Hildon ins Spiel. Das ist grob gesagt der Nokia Fenster-Manager (genau wie Gnome bei Linux, KDE bei Linux oder auch S60 bei Symbian OS). Dieser sorgt dafür, dass alles schön mit den Finger erreichbar ist und usw.


    Alle Anwendungen mit Benutzeroberfläche (GUI) müssten also den Hildon-spezifischen Befehlssatz (also wie man ein Menü baut oder ne Schaltfläche) in ihre Programme integrieren (halt wie bei S60) ... aber wartet... dann fängt die gleiche Schei*e von vorne an. Kaum Anwendungen, alles muss angepasst werden... au weija... doch da hat Nokia jetzt weiter gedacht. Der/die/das Hildon-Fenster-System ist eng verknüpft mit dem GTK+ UI Framework und seit Version 5.0 mit dem Qt-Framework .... ach darum hat Nokia Trolltech aufgekauft (Trolltech = Hersteller von Qt-Framework) ....


    ... UI Framework? Was das? Die beiden riesigen UI Frameworks stellen ein riesiges Repoitoir an GUI-Elementen (Menüs, Schaltflächen, Eingabefelder, Tabelle usw. was eine Anwendung halt braucht) den Entwicklern zur Verfügung. Die meisten Anwendungen aus der Linuxwelt und viele aus der Windowswelt benutzen einen der beiden GUI Frameworks, weil der Software-Entwickler sich kein Plan machen möchte, darum wie ein Knopf im detail programmiert wird, sondern er braucht ihn einfach und er soll irgendwas beim onClick machen. Merke: GTK+ und Qt sind sehr weit verbreite. GTK+ ist Open Source, Qt ist Komerziell (Besitzer: Nokia).


    Kleine Info: Zuerst gab es ja KDE bei Linux. Das basierte auf dem komerziellen Qt Framework. Nutzt du KDE Desktop? Dann nutzt du Qt. Irgendwann sagten sich ein paar Leute, dass sie was freien wollen. Also bauten sie das GTK+ und der darauf basierte Gnome Desktop. Heutzutage kann man beide paralellel verwenden. Das schön ist, man kann die Stylen. Ein Menü soll halt nicht unter der Titelzeile sein, sondern auf dem Mobiltelefon woanders. Der Opera Browser verwendet übrigens Qt ^^


    Fazit: Maemo ist ein Debian-Linux mit eigener Fensterverwaltung in der GTK+ und Qt Anwendungen laufen können. Das ist extrem geil!