Ich arbeite für die Kirche und zwar als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit! (siehe auch meine Signatur)
Ein anderes Wort für Religion / Kirche ist auch Glaubensgemeinschaft und genau im zweiten Teil des Wortes liegt der Schlüssel: Gemeinschaft! Für die meisten Leute die ich kenne hat Kirche nichts mit am Sonntag in der Gottesdienst laufen zu tun, aber für genügend alte Menschen dient der Sonntägliche Kirchgang zum Aufrechterhalten sozialer Kontakte!
Auch wenn nur 9% der Kirchensteuer direkt in soziale Einrichtungen fließen ist der indirekte Teil wesentlich größer und ermöglicht in weiten Teilen erst die ehrenamtliche Arbeit! Uns steht eine Hauptamtliche Kraft zur Verfügung (Sozialpädagogin), mit der man über auftretende Probleme sprechen und Hilfe anfordern kann. Dies hat in keinster Weise etwas mit Therapie für einen selbst zu tun sonder mit ganz konkreten Fragestellungen - wie reagiert ihr auf einen Teilnehmer wenn er euch von seiner Magersucht erzählt??? Bei uns in der Jugendarbeit gibt es ca. 30 ehrenamtliche Mitarbeiter, die ohne professionelle Unterstützung ihre Arbeit nicht in dem Rahmen machen könnten wie sie es tun! (Beispiele werden bei Interesse gerne nachgeliefert!)
Desweiteren vermute ich das ein Teil der Leistungen die von der Kirche für soziale Zwecke verwendet werdenin den 9% gar nicht auftauchen: z.B. Telefongebühren, Kleinbusse und was sonst über den allgemeinen Gemeindeetat läuft...
Aus der Kirche austreten? - Niemals, denn nach einem Jahr Zivildienst und drei Jahren ehrenamtlicher Mitarbeit weiss ich das das Geld und die Unterstützung bitter nötig sind! Zumal der Kirche durch steigende Arbeitslosenzahlen ein ganz erheblicher Teil der Einnahmen wegbricht, Arbeitslose (wie auch Studenten) zahlen keine Kirchensteuern!
Das die kirchlichen Einrichtungen zur Zeit noch die gleichen Aufgaben übernehmen wie vor einigen Jahren liegt vor allem an dem gesteigerten Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter!
Die Äußerungen einiger User dagegen enttäuschen mich sehr: Eure Fähigkeit die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit auf ein Hobby (Handys) zu reduzieren finde ich beachtlich! (Warum geistert mir die ganze Zeit bei einigen Beiträgen das Wort Sozialschmarotzer im Kopf rum???) Würde ich nicht mehr als 400 Std. im Jahr Jugendarbeit machen wäre sicherlich das eine oder andere Handy mehr drin, aber es gibt wichtigere Dinge im Leben!
Mit traurigem und enttäuschem Gruß
Axel Huffziger
P.S. Und jetzt erzählt mir nicht ihr würdet das Geld auf andere Weise für soziale Zwecke verwenden... - genauso wie alle eine finanzielle Unterstützung von TT zugesagt haben und keiner Zahlt!