Beiträge von rasputin

    Irgendwie scheint mir das mit dem Feuerwerksverbot doch mal wieder reiner Aktionismus.

    Ziel sollte ja wohl in erster Linie ein große Menschenansammlungen ohne Mindestabstände zu vermeiden, darauf sollten sich Polizei und Ordnungsämter konzentrieren können und nicht noch zusätzlich mit Anrufen von genervten Bürgern die einen Böller gehört haben eingedeckt werden.

    Hier mal ein Artikel von Silvester 2018, dieser sollte frei von einer Corona Einfärbung sein: Silvester mit zahlreichen Verletzten oder auch Augenärzte warnen vor Böllern und Raketen - ebenfalls vor Corona geschrieben. Bundesweit zusammengefasste, die verschiedenen medizinischen Disziplinen umfassende Statistiken werden in Deutschland nicht geführt, aber man bekommt eine ungefähre Ahnung der Dimensionen.


    Wollen wir wirklich unser Gesundheitssystem, das ohnehin gestresste Pflegepersonal, die Ärzte mit einer vermutlich vierstelligen zusätzlichen Zahl an Patienten belasten? :/ Und auch Polizei, Feuerwehr, THW etc. mit absolut vermeidbaren Einsätzen um einen einigermaßen ruhigen Jahreswechsel bringen?

    Hmm, OK mit Freunden oder Familie was essen, und das letzte Jahr Reflektieren.. Und dann... Wenn dann nichts mehr kommt, dann gehe ich um 21 Uhr ins Bett. Läuft nix mehr, warum sollte ich dann bis Mitternacht dumm rumsitzen. Passiert ja nix mehr.

    Nur wegen des Feuerwerks würde ich allerdings auch nicht wach bleiben. Wir sind allerdings selten schon vorher mit dem Schlemmen fertig - und damit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Pläne für das Neue zu schmieden. Da eignet sich der letzte Tag - oder der erste - des Jahres doch wunderbar dafür. Insbesondere mit den Plänen sind wir um 21 Uhr noch lange nicht durch - Vorfreude ist doch die schönste Freude :)

    Also Weihnachten besteht ja doch aus mehr. Das Stimmungsvolle beisammensein, bei Kerzenschein, Vater liest aus der Bibel die Weihnachtsgeschichte, man singt Weihnachtslieder, und für die Kinder gibts Geschenke. Das kannst Du kaum noch an einen anderen Tag verlegen. Klar könnte man, aber da passt es eben einfach nicht hin.

    Ostern, Namenstag, Geburtstag - da kann es durchaus Konstellationen geben ;) So ist es letztlich auch mit einem Silvester ohne Feuerwerk. Kann man an einem anderen Tag machen, aber die Nacht vom 31.12. auf den 01.01. ist einfach prädestiniert dafür.

    Silvester besteht für mich in erster Linie daraus, mit guten Freunden oder der Familie das vergangene Jahr zu reflektieren, während wir gemütlich und in aller Ruhe etwas Gutes essen. Das Feuerwerk (keine Böller!) schauen wir uns auch gerne aus der Entfernung an, ist aber eher Beiwerk.


    Dass man das auch an anderen Tagen machen kann, halte ich für kein gutes Argument. Man kann fast alles auch an anderen Tagen machen: Einen Gänsebraten, Würstchen mit Kartoffelsalat (oder was auch immer) kann man nicht nur an Weihnachten essen, sondern auch am 12 Oktober oder jedem anderen Datum.

    Grundrechteinschränkungen, Ausgangssperren, Gastro geschlossen, Museen geschlossen, Freizeitsport untersagt, usw..., Besuche zu Weihnachten eingeschränkt, Silvester verboten, sinnlose Maskenpflicht und Alle machen aus Angst vor Strafe mit.

    Silvester verboten? Wo hast du das denn her? Ja, große Feiern sind verboten und ein Verbot von Feuerwerk steht zur Debatte bzw. kommt lokal. Silvester besteht aber aus mehr.


    Sinnlose Maskenpflicht? Sagt wer? Du?


    Es gibt viele, mich eingeschlossen, die sich an die Maßnahmen halten. Ganz ohne Angst vor Bestrafung.

    So viel zu den hochgelobten Hygienekonzepten der Gastronomie, aufgrund derer ein Lockdown light nicht nötig sein sollte. Ja, mir ist klar, dass es Gastronomien mit wirklich guten Konzepten gibt, ich kenne auch persönlich einige. Läden, wie den oben beschrieben kenne ich allerdings auch.


    Der Gastwirt kann einem in der Situation mit dermaßen dreisten und sich asozial verhaltenden Gästen allerdings auch leid tun. Besser wäre es vermutlich, erst gar keine Sitzgelegenheiten vorzuhalten.

    Der Lockdown wurde immer auch mit dem Schutz der schwächsten begründet, und was lese ich da heute morgen? Die Hälfte der Toten im Saarland, die an oder mit Covid-19 verstarben, kam aus einem Personenkreis, der mit unter schon deutlich länger in einem Quasi-Lockdown lebte, und den man üblicherweise nicht auf Großveranstaltungen, im Kino oder in der Gastronomie antrifft. Genutzt hat es allem Anschein nach nicht viel.


    Hälfte der Coronatoten sind Heimbewohner

    Ebenfalls in dem Artikel auf SR.de steht, Der Anteil von Seniorenheimbewohnern an der Gesamtzahl der Coronatoten liegt mit etwa 50 Prozent im Saarland etwa 10 Prozentpunkte höher als im Bundesschnitt.


    Das bedeutet also, dass bundesweit 60% der Verstorbenen keine Heimbewohner waren. Was lernen wir daraus? Man kann ein und denselben Artikel vollkommen unterschiedlich interpretieren, je nach Standpunkt.


    Und auch bei isolierter Betrachtung des Saarlandes: Was ist dein Vorschlag hinsichtlich der anderen 50 Prozent? Wie werden diese geschützt?

    Die beste Rede zum Thema Infektionsschutzgesetz kam von Christian Lindner. Ich stelle dies mit gewissem erstaunen fest, denn im Grund genommen halte ich von ihm und der FDP nicht viel (OK, nichts trifft es eher). Ich teile seine Kritik daran, dass das Gesetz nur Einschränkungen auflistet ohne klar zu regeln wann welche Einschränkung legitim ist. Das hätte deutlich präziser ausformuliert werden müssen. So bleibt es letzten Endes wieder an den eh schon überlasteten Gerichten hängen, und die urteilen dann meist auch noch von Bundesland zu Bundesland völlig anders.

    Na ja, kritisieren (meckern) ist einfacher als machen - daher kann das auch (sogar) ein Herr Lindner ;) Er kritisiert, dass es zu wenig konkret ist (finde ich legitim), nennt selbst jedoch keinen einzigen konkreten Vorschlag.