Beiträge von 7650w

    Ich kann nicht erkennen, wo der Reporter was anderes als "Einpacken von Motoren mit gelben Punkten" erledigt hat.
    Und dafür war die Firma engagiert. Für nichts anderes.
    Ich bin ja bei Dir mit den "Ausbeutern".
    In der gezeigten Reportage sehe ich das nicht so.
    Hier sehe ich einen Verstoß gegen die Werksvertragsrichtlinien und eine überbezahlte Daimler-Mitarbeiterin, die eine andere nicht körperliche aber anscheinend leicht zu erlernende Qualitätssicherung durchführt.


    Genau wie das Beispiel mit der Rückenschule. Warum wird das so aufgebauscht?
    Ist doch klar, dass die Beschäftigten dort Vergünstigungen haben.
    Auch in Kantinen zahlen zum Beispiel Fremdleute andere Preise etc.


    Wenn Du allerdings Gleichmacherei bis ins kleinste Detail forderst, kann ich Dir folgen.
    Das hätte aber Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, die ich mir nicht wünsche.


    Nach Deiner Beschreibung dürfte es gar keine Werkverträge mehr geben. Das halte ich für nicht sinnvoll.
    Mich stört aber auch, dass der Reporter nicht direkt bei der Spedition angestellt ist.
    Das kann man beklagen, da hier der Vermittler auch noch mal auf Kosten des Arbeiters absahnt.

    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Wieso muß ein Betriebsblinder mehr bekommen, als jemand, der schon unterschiedliche Erfahrungen und sammeln konnte? ;)


    Ist klar, die Fälle kennt jeder.


    Grundsätzlich geht es aber um das Thema Einstufung und Bewertung.
    Ich kenne aus meiner Erfahrung keinen Tarifvertrag, der das nicht berücksichtigt.


    Wie soll das sonst auch in der Praxis funktionieren?


    Qualifikationen bei den Einstufungen werden ja auch mit Papier belegt und ich kenne auch z.B. gute Schlosser ohne Ausbildung und Graupen mit Schein!

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Die Daimler-Mitarbeiter im Film haben keine andere Arbeit geleistet als der Reporter, nicht mehr Verantwortung getragen, und das, was die Dame als Qualitätssicherung leistet, hätte der Reporter nach kurzer Einweisung genauso erledigen können. Kratzer auf Aluminiumteilen zu erkennen ist wohl kaum besonders anspruchsvoll und den dreifachen Lohn wert.


    Fakt ist, dass der Reporter eben nicht diese Tätigkeit ausgeführt hat und das auch nicht seine Aufgabe war. Willst Du ernsthaft was anderes behaupten?
    Die Aufgabe war glasklar: Motorblöcke einpacken, die gelb markiert sind.


    Solche Aussagen ala "das kann ich auch" sollten aber kein Grund für eine höhere Entlohnung sein.
    Die tatsächlich beauftragte und ausgeführte Tätigkeit sehr wohl.
    Unsere HR- Abteilung hat da immer das Beispiel des "Hof-fegenden" Doktors, der halt nur den niedrigen Lohn bekommt.


    Ich bin sogar bei Dir und glaube auch, dass der das evtl. könnte. Als Folge ist aber die Arbeiterin vollkommen überbezahlt.
    Genauso kann man natürlich darüber sinnieren, ob der Reporter für die körperliche Arbeit nicht mehr bekommen sollte.


    Noch eine ernsthafte Frage: Wieso muss ein Leih-Arbeiter, der einen Tag in einem Unternehmen arbeitet einen ähnlichen Lohn bekommen wie ein eigener Arbeiter, der z.B. 20 Jahre im Unternehmen ist?


    Werkvertrag und Leiharbeit sind zwei paar Schuhe.
    Daimler, bzw. der Werkvertragsinhaber mit Wissen von Daimler, hat hier einen Fehler begangen aber die Forderung nach gleichem Lohn für Werkverträge ist absurd.

    Zitat

    Original geschrieben von xoduz
    Schwacher Beitrag. Erstmal als Pseudoargument den Verstand des anderen hinterfragen, um sich dann in Unklarheiten und Andeutungen zu verlieren.


    Sorry, hatte wenig Zeit heute morgen.


    Dann versuche ich mal meine Andeutungen zu klären, damit man mich evtl. versteht.


    Es geht um diese Reportage der ARD bei Daimler:
    http://www.ardmediathek.de/das…erden?documentId=14580414


    Ab Minute 31 sieht man eigentlich, dass die Dame unter anderem für die Qualitätssicherung zuständig ist.


    Ab Minute 34 sieht man die Ausrechnung vom Amt basierend auf dem Familienstand und Wohnsituation des Reporters. Diesen Lohn kann er auch mit 12€ nie erreichen bei 35h/Woche.


    Daimler hat die Spedition im Werkvertrag beauftragt. Hier ist auch meiner Meinung nach zumindest der Umstand der Weisung / Einarbeitung durch den Daimlerarbeiter rechtswidrig.


    Daimler hat mit den Gewerkschaften bezüglich Leiharbeit einen Zuschlag vereinbart, der den Einsatz für diese sehr einfachen Tätigkeiten so sehr verteuert, dass es sich schon nicht mehr rechnet.


    Die Gewerkschaften sind nicht bereit für diese Tätigkeiten Leichtlohngruppen zu schaffen, der Daimlerbetriebsrat ist nicht bereit die Leute ganz unten einzustufen.
    Bei Daimler wird oftmals nicht stringent nach Tätigkeit, sondern nach Qualifikation bezahlt.


    Ja, es ist einiges im Argen in dem Bereich Werkvertrag und AÜG.
    Warum man sich gerade Daimler aussucht, ist mir schleierhaft. Da gibt es weitaus schlimmeres.


    Die Kernfrage der ganzen Diskussion hat einen sehr ernsten Hintergrund:


    * Was wäre ein angemessener Lohn für diese Art der Tätigkeit?
    * Was wäre ein für das Unternehmen rentabler Lohn für diese Tätigkeit?


    * Ist speziell Daimler auf Dauer in der Lage für solche Tätigkeiten Daimlerkonditionen zu zahlen?




    Schwieriges Thema abseits der zugegebenermaßen herrschenden Mißstände in manchen Unternehmen.

    Zitat

    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Sehr überrascht war ich diese Woche dann aber doch, daß ausgerechnet Mercedes neben seinen traditionell sehr gut bezahlten Arbeitnehmern massiv und zunehmend Leiharbeiter mit einer Bezahlung von 8,19€ einsetzt, sodaß die sogar beim Arbeitsamt Monat für Monat aufstocken müssen. Ich weiß garnicht, was ich dazu noch sagen soll.


    Völlig undifferenzierte Reportage.


    Leider beweist die ARD in letzter Zeit, dass es immer mehr in Richtung RTL- Reportagen driftet.


    Hast Du den Bericht und die Hintergünde überhaupt verstanden?
    Wenn Dich das Thema interessiert, mach bitte einen Thread auf.


    Nur kurz meine Sicht:


    Mitnichten haben die Mercedes Mitarbeiter die gleiche Tätigkeit verrichtet.
    Die Mercedes Mitarbeiter sind überbezahlt.
    Es handelte sich um einen Werkvertrag, der anscheinend keiner ist.
    Die Gewerkschaften haben Mercedes in dieses Modell gezwungen.
    Der ungelernte Taxifahrer hat sofort einen Job gefunden, mit einem Lohn von 8,19€ für eine Tätigkeit, die man innerhalb einer Anlernzeit von 1h verrichten kann, wenn man 12,5 kg tragen kann.


    Der ungelernte Arbeiter mit 4 Kindern kann auch mit viel höherem Lohn nicht den Hartzsatz erreichen.


    Ich finde das nicht ok, dass dort mehrere Firmen dran verdienen.
    Mit ein wenig Hintergrundwissen kann man erahnen, warum Mercedes das so macht.


    Just my 2 cents.